Imre Kertész

 4,2 Sterne bei 337 Bewertungen
Autor von Roman eines Schicksallosen, Liquidation und weiteren Büchern.
Autorenbild von Imre Kertész (© Csaba Segesvári)

Lebenslauf von Imre Kertész

Imre Kertész, am 9. November 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. Nach Kriegsende arbeitete er zunächst als Journalist, seit 1953 dann als freier Schriftsteller und Übersetzer in Budapest. Mit seinem «Roman eines Schicksallosen», 1975 in Ungarn veröffentlicht, gelangte er nach der europäischen Wende zu weltweitem Ruhm. 2002 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Alle Bücher von Imre Kertész

Cover des Buches Roman eines Schicksallosen (ISBN: 9783499253690)

Roman eines Schicksallosen

 (228)
Erschienen am 02.11.2009
Cover des Buches Liquidation (ISBN: 9783499241567)

Liquidation

 (19)
Erschienen am 01.11.2005
Cover des Buches Roman eines Schicksallosen (ISBN: 9783942656351)

Roman eines Schicksallosen

 (9)
Erschienen am 01.10.2011
Cover des Buches Detektivgeschichte (ISBN: 9783644013315)

Detektivgeschichte

 (11)
Erschienen am 01.09.2011
Cover des Buches Dossier K. (ISBN: 9783644013513)

Dossier K.

 (10)
Erschienen am 01.09.2011
Cover des Buches Ich - ein anderer (ISBN: 9783499225734)

Ich - ein anderer

 (9)
Erschienen am 01.10.1999
Cover des Buches Kaddisch für ein nicht geborenes Kind (ISBN: 9783644109711)

Kaddisch für ein nicht geborenes Kind

 (8)
Erschienen am 18.01.2013

Neue Rezensionen zu Imre Kertész

Cover des Buches Schritt für Schritt - Drehbuch zum "Roman eines Schicksallosen" (ISBN: B002WG85LG)mariameerhabas avatar

Rezension zu "Schritt für Schritt - Drehbuch zum "Roman eines Schicksallosen"" von Imre Kertész

Es ist halt ein Drehbuch, da kann man nicht viel erwarten
mariameerhabavor 3 Monaten

Ist das Buch gut? Ich glaube schon, habe es nicht gelesen, aber das hier ist das Drehbuch dazu und das macht einen gewaltigen Unterschied. Hier ist alles auf die Handlung reduziert, die Gedanken des Protagonisten spielen nicht so eine große Rolle, die Gefühle werden nur angerissen, um es den Schauspielern zu überlassen, die das darstellen sollen. Dadurch verliert das Buch deutlich an Kraft.

Die Handlung selbst schildert ein grausames Schicksal, in der der Protagonist von einem Menschen zu einem Nichts degradiert wird, der es nicht verdient, eine anständige Mahlzeit zu bekommen, sondern gezwungen wird, zu hungern und zu arbeiten. Dieser Geschichte zu folgen, war schmerzhaft und für jede Schandtat an den Protagonisten habe ich mich als Mensch geschämt.

Aber es bleibt ein Drehbuch, distanziert, kalt und auf das Wichtigste eingeschränkt, so dass keine wirklichen Gefühle entstehen konnte. Es funktionierte in meinen Augen als ein Roman nicht, auch wenn ich vieles interessant fand und mehr von unserer grausamen Geschichte gelernt habe.

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Cover des Buches Roman eines Schicksallosen (ISBN: 9783499253690)BrittaRoeders avatar

Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertész

Ein Apell gegen das Vergessen
BrittaRoedervor 9 Monaten

„Vom Glück der Konzentrationslager“ will er erzählen, der Überlebende in Imre Kertész‘ „Roman eines Schicksalslosen“. Es sind Sätze wie dieser, die mir als Leserin den Atem rauben. Sätze wie dieser, die es mir unmöglich machen, eine „normale“ Rezension zu verfassen. Die sonst üblichen Maßstäbe versagen hier schlicht.

Kerstesz‘ 1975 erstmals erschienener Roman ist mehr als ein Buch über das Leben im Konzentrationslager. Sein Roman ist dem Akt des Erinnerns gewidmet. Kertész breitet die Erinnerungen seines 15-jähigen Ich-Erzählers vor uns aus. Dieser wird völlig unerwartet aus seinem Leben gerissen. Ohne Anklage verhaftet man ihn am helllichten Tag  in seiner Heimatstadt Budapest und verschleppt ihn mit Hunderten anderen ins Konzentrationslager Ausschwitz, später nach Buchenwald.  Nur langsam bahnt sich das Grauen einen Weg in sein Bewusstsein. Schritt für Schritt, Wort für Wort, verändert sich sein Blick. Das Unnormale wird normal, so dass ihm Stück für Stück die Normalität verloren geht.

Spätestens jetzt wird klar: Dieser Roman ist eine Perversion, denn jeder Versuch das Unerklärbare erklärbar zu machen ist obszön. Der Tabubruch bricht den Menschen. Das Erinnern gerät zum unmöglichen Akt, weil es versucht das Unbegreifbare verstehen zu wollen.

Kertesz gelingt es, dieses Unfassbare in Worte zu fassen. Nicht dass es so verständlich würde, nein, dieser Teil der Geschichte entzieht sich jeden Verstehens. Aber so, dass wir, die Leser, dieses Nichtverstehen mit dem Erzähler teilen müssen ohne uns ihm entziehen zu können.

Es ist unbestreitbar grandios, wie Kertész Form und Inhalt seines Textes zu einer Einheit verschmelzen lässt. Mehr und mehr entgleitet Kertész Protagonisten die Realität und mit ihr die Fähigkeit diese noch zu beschreiben. Selbst als er gerettet ist, kann er die Grenzen seines inneren Gefängnisses nicht sofort überwinden. Er erkennt die zurückgekehrte Normalität einfach nicht mehr. Sie passt nicht mehr in sein Weltbild.

Durch den Akt des Erinnerns wird das Erinnerte selbst zum Mahnmal, zum Apell gegen das Vergessen. Denn die Zeit, stellt der Überlebende fest, ist nur im Rückblick unveränderlich. Alles was passiert, passiert durch die, die es tun oder lassen. Und so wird jeder zum Verantwortlichen für das Schicksal.

„Aber auch so habe ich ihnen erklärt, dass man nie ein neues Leben beginnen, sondern immer nur das alte fortsetzen kann. Ich und kein anderer hat meine Schritte gemacht, und ich behaupte mit Anstand. (…) Ob sie denn wollten, dass diese ganze Anständigkeit und alle meine vorangegangenen Schritte nun ihren ganzen Sinn verlören? … warum diese Widerspenstigkeit, warum dieser Unwille, einzusehen: wenn es ein Schicksal gibt, dann ist Freiheit nicht möglich: Wenn es aber (…) die Freiheit gibt, das heißt also, wir selbst sind das Schicksal“

„Ich werde mein nicht fortsetzbares Dasein fortsetzen“, läßt Kertesz seinen Protagonisten am Ende des Romans sagen. Der Widerspruch löst sich nicht auf. Er bleibt als unheilbare Wunde für immer bestehen.

Kommentare: 2
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Cover des Buches Roman eines Schicksallosen (ISBN: 9783899401073)Pongokaters avatar

Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertész

Ein Kind in der Hölle der Konzentrationslager
Pongokatervor 10 Monaten

Der weltbekannte Roman von Kertesz wird in dieser Hörbuch-Ausgabe in kleinen Teilen vom Autor und in größeren Teilen von Ulrich Matthes vorgelesen. Warum das so ist, erfährt man als Audible-Kunde nicht. Gewünscht hätte ich mir aber, dass Ulrich Matthes alles vorgelesen hätte, denn er trifft den kindlichen Ton weitaus besser als der Autor. Dieser kindliche Ton und die damit verbundene Sichtweise auf den Weg in und durch die deutschen Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald unterscheidet von anderen Versuchen, die Hölle von Auschwitz begreiflich zu machen.

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Zusätzliche Informationen

Imre Kertész wurde am 08. November 1929 in Budapest (Ungarn) geboren.

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