Imre Kertész

 4.1 Sterne bei 236 Bewertungen
Autor von Roman eines Schicksallosen, Detektivgeschichte und weiteren Büchern.
Imre Kertész

Lebenslauf von Imre Kertész

Imre Kertész, am 9. November 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. Nach Kriegsende arbeitete er zunächst als Journalist, seit 1953 dann als freier Schriftsteller und Übersetzer in Budapest. Mit seinem «Roman eines Schicksallosen», 1975 in Ungarn veröffentlicht, gelangte er nach der europäischen Wende zu weltweitem Ruhm. 2002 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Alle Bücher von Imre Kertész

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Roman eines Schicksallosen

Roman eines Schicksallosen

 (219)
Erschienen am 02.11.2009
Detektivgeschichte

Detektivgeschichte

 (11)
Erschienen am 01.06.2006
Fiasko

Fiasko

 (6)
Erschienen am 02.04.2001
Die exilierte Sprache

Die exilierte Sprache

 (4)
Erschienen am 24.11.2004
Die englische Flagge

Die englische Flagge

 (5)
Erschienen am 03.12.2002
Der Betrachter

Der Betrachter

 (2)
Erschienen am 15.12.2017

Neue Rezensionen zu Imre Kertész

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ErleseneBuechers avatar

Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertész

Anstand, Phlegmone & 64921
ErleseneBuechervor 3 Jahren

Ein bewegendes Buch, welches mich zu Beginn ratlos machte. Ich fand den Einstieg sehr schwierig. Ich habe dann von einem Vergleich des Buches mit Kafkas “Der Prozess” gelesen und dachte, daran könnte es ja liegen. Kafka ist so gar nicht meins.

Es ist für mich anfangs zu nüchtern gewesen, aber wahrscheinlich kann man nur mit einem gewissen Abstand über diese Geschehnisse schreiben. Den mehrtägigen Eisenbahntransport nach Auschwitz ohne Essen, Trinken und Informationen wird schlicht als unangenehm bezeichnen. Das kann man nicht nachvollziehen bzw. nachempfinden, soll und kann man ja auch gar nicht und das gilt vielleicht als Schlussfolgerung für das gesamte Buch: Wer es nicht erlebt hat, kann es nicht verstehen.

Allerdings wurde mir auch bewusst, dass es auch auf die Lebenssituation ankommt, in der sich die Deportierten befanden: Der Protagonist war ein ungebundener Jugendlicher, der mit Arbeitskollegen unterwegs war und kaum familiäre Bindungen hatte. Das ist was anderes, als wenn man von einer Mutter mit Kindern o.ä. liest.

Besonders seltsam erschien mir sein anfängliches Bild von Anstand, so beschreibt der Protagonist, dass die Arbeitskollegen anständig waren, da sie nicht geflohen sind, sondern sich an die Regeln und Befehle gehalten haben… Lässt mich ratlos zurück.

Aber der Autor versucht Erklärungen zu finden bzw. die Zeit seiner Inhaftierung darzustellen. Er erzählt von Stufen, einzelnen Erfahrungen, die man durchläuft, und dass man von der Hölle der Konzentrationslager vielleicht im Ganzen sprechen kann, er es aber eben Schritt für Schritt erlebt hat und bei jedem Schritt ging es nur ums Überleben. Es gab für ihn auch eine Art Glücksgefühl im Lager, wenn er plötzlich eine bessere Behandlung als üblich erfahren hat. Ganz am Ende bleibt bei ihm sogar ein Stück weit Heimweg und er spricht vom Glück der Konzentrationslager.

Es ist eben ein ganz anderes Buch, als man denkt und kennt, am Anfang dachte ich, unerhört, aber dann kam auch Faszination. Er deutet wenig und belässt das Urteil dem Leser.

Man hat dort mit richtig hartem Tobak zu tun, wenn er von seinen Verletzungen und dem Aufenhalt im Lagerkrankenhaus berichtet (z.B. S. 202). Er war vorher ganz unten, gehörte zu den Muselmännern, wurde für tot gehalten und mit Leichen weggekarrt, aber dann kam noch einmal der Lebenswille.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertész

Rezension zu Roman eines Schicksallosen
KruemelGizmovor 4 Jahren

Als 15-jähriger Junge wurde der Ungar Imre Kertész 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. 

In diesem Buch dient ihm Köves Györgi, ein 14-jähriger Junge als Erzähler und beschreibt in einer ungewohnten Art und Weise mit autobiographischen Zügen die Deportation nach Auschwitz und sein Leben in Leitz und Buchenwald. 

Und diese ungewohnte Art und Weise der Erzählung macht mir die Bewertung sehr schwer.
Der 14-jährige Köves blieb mir unbegreiflich, zu gleichgültig, zu gefühlsarm, zu naiv, einfach unglaubwürdig. Vor allem die Gefühlsarmut sorgte bei mir für eine große Distanz, die hier schon von Anfang an schon besteht, schon vor der Deportation und nicht erst durch die Erlebnisse in den Lagern ausgelöst. Nätütlich geht jeder mit Schrecken, Tod und Verzweiflung anders um, aber hier handelt es sich um einen 14-jährigen Jungen, den so gar nichts berührte, es war im einfach egal, und leider berührte mich daher die Geschichte auch nicht. 

Auch hatte ich Schwierigkeiten mit der Darstellung des Lagerlebens, den der Junge immer mit Vernunft und Logik begegnet und für richtig erachtet, ich konnte dies einfach nicht nachvollziehen.  

Der Schreibstil machte es mir auch nicht leichter eine Verbindung zum Hauptprotagonisten zu finden, da der Autor sich oft in sehr langen, verschachtelten Sätzen ergeht, deren Botschaft mir nicht immer sofort bei mir ankam. 

Ich scheine hier nicht ganz die Zielgruppe zu sein, mir ist dieses Buch einfach zu kalt und sachlich für eine Erzählung bzw. für eine Geschichte mit autobiographischen Zügen, die Schilderungen lösen bei mir häufig nur ein befremdliches Gefühl aus, vielleicht konnte der Autor aber auch mit diesem Trauma seines Lebens nicht anders umgehen als rs sachlich zu verpacken. 

Mein Fazit lautet daher:
Ein lesenswertes Buch für jeden Geschichtsinteressierten, es ist es wert das man sich eine eigene Meinung darüber bildet. 

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Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertész

Rezension zu Roman eines Schicksallosen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Der Junge Gyurka lebt mit seinem Vater und seiner Stifmutter in Ungarn zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Er ist jude, genauso wie sein Vater, der eines Tages nach Mauthausen gehen muss. Der Abschied fällt Gyurka nicht schwer, denn er emfindet nichts dabei.
Und dann kommt es soweit, dass auch der kleine Junge ins KZ muss. Zuerst kommt er nach Auschwitz, wo er nur vier Tage bleibt.
Er wird nach Buchenwald Weitertransportiert, wo er bis Kriegsende auch verweilen. Während seines Aufenhalts in Buchenwald muss er hart arbeiten, es gibt wenig zu essen, er besteht schließlich nur mehr aus Haut und Knochen.
Was er noch in diesem Kz lernt, ist, keinen Schmerz mehr zu empfinden. Als er eines Tages zusammengeschlagen wird, legt er sich schon freiwillig auf den Boden und schläft während den Schlägen ein.

Meiner Ansicht nach ist der Roman eines Schicksallosen ein gelungener Roman. Er zeigt uns allen auf, wie schlimm die Zustände im Zweiten Weltkrieg  waren. Ohne ein winziges Detail auszulassen, schildert der Autor die grausamen Taten der Nazis und dass sie versucht haben, jedem Menschen in den Konzentratiosnlagern die Würde zu nehmen.
Was mich ein bisschen irritiert hat, war, dass der Roman ohne Übergnänge aufgebaut ist. Da es keine Absätze gibt, scheint jedes Kapitel sehr lange zu sein.
Trotzdem ist er ein empfehlenswerter Roman!

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Imre Kertész wurde am 08. November 1929 in Budapest (Ungarn) geboren.

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