Roman eines Schicksallosen

von Imre Kertész 
4,3 Sterne bei216 Bewertungen
Roman eines Schicksallosen
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Neue Kurzmeinungen

Jennitschkas avatar

Ein sehr ergreifendes Buch.

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Ein unglaublich bewegendes, schockierendes, sprachlos machendes Buch, das man nicht aus der Hand legen kann.

Alle 216 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Roman eines Schicksallosen"

'Ein literarisches Meisterwerk.' (Der Spiegel)

Imre Kértesz ist etwas Skandalöses gelungen: die Entmystifizierung von Auschwitz. Es gibt kein literarisches Werk, das in dieser Konsequenz, ohne zu deuten, ohne zu werten, der Perspektive eines staunenden Kindes treu geblieben ist. Wohl nie zuvor hat ein Autor seine Figur Schritt für Schritt bis an jene Grenze hinab begleitet, wo das nackte Leben zur hemmungslosen, glücksüchtigen, obszönen Angelegenheit wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499253690
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.11.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.07.2011 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    ErleseneBuechers avatar
    ErleseneBuechervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Es ist eben ein ganz anderes Buch, als man denkt und kennt, am Anfang dachte ich, unerhört, aber dann kam auch Faszination.
    Anstand, Phlegmone & 64921

    Ein bewegendes Buch, welches mich zu Beginn ratlos machte. Ich fand den Einstieg sehr schwierig. Ich habe dann von einem Vergleich des Buches mit Kafkas “Der Prozess” gelesen und dachte, daran könnte es ja liegen. Kafka ist so gar nicht meins.

    Es ist für mich anfangs zu nüchtern gewesen, aber wahrscheinlich kann man nur mit einem gewissen Abstand über diese Geschehnisse schreiben. Den mehrtägigen Eisenbahntransport nach Auschwitz ohne Essen, Trinken und Informationen wird schlicht als unangenehm bezeichnen. Das kann man nicht nachvollziehen bzw. nachempfinden, soll und kann man ja auch gar nicht und das gilt vielleicht als Schlussfolgerung für das gesamte Buch: Wer es nicht erlebt hat, kann es nicht verstehen.

    Allerdings wurde mir auch bewusst, dass es auch auf die Lebenssituation ankommt, in der sich die Deportierten befanden: Der Protagonist war ein ungebundener Jugendlicher, der mit Arbeitskollegen unterwegs war und kaum familiäre Bindungen hatte. Das ist was anderes, als wenn man von einer Mutter mit Kindern o.ä. liest.

    Besonders seltsam erschien mir sein anfängliches Bild von Anstand, so beschreibt der Protagonist, dass die Arbeitskollegen anständig waren, da sie nicht geflohen sind, sondern sich an die Regeln und Befehle gehalten haben… Lässt mich ratlos zurück.

    Aber der Autor versucht Erklärungen zu finden bzw. die Zeit seiner Inhaftierung darzustellen. Er erzählt von Stufen, einzelnen Erfahrungen, die man durchläuft, und dass man von der Hölle der Konzentrationslager vielleicht im Ganzen sprechen kann, er es aber eben Schritt für Schritt erlebt hat und bei jedem Schritt ging es nur ums Überleben. Es gab für ihn auch eine Art Glücksgefühl im Lager, wenn er plötzlich eine bessere Behandlung als üblich erfahren hat. Ganz am Ende bleibt bei ihm sogar ein Stück weit Heimweg und er spricht vom Glück der Konzentrationslager.

    Es ist eben ein ganz anderes Buch, als man denkt und kennt, am Anfang dachte ich, unerhört, aber dann kam auch Faszination. Er deutet wenig und belässt das Urteil dem Leser.

    Man hat dort mit richtig hartem Tobak zu tun, wenn er von seinen Verletzungen und dem Aufenhalt im Lagerkrankenhaus berichtet (z.B. S. 202). Er war vorher ganz unten, gehörte zu den Muselmännern, wurde für tot gehalten und mit Leichen weggekarrt, aber dann kam noch einmal der Lebenswille.

    Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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    KruemelGizmos avatar
    KruemelGizmovor 3 Jahren
    Rezension zu Roman eines Schicksallosen

    Als 15-jähriger Junge wurde der Ungar Imre Kertész 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. 

    In diesem Buch dient ihm Köves Györgi, ein 14-jähriger Junge als Erzähler und beschreibt in einer ungewohnten Art und Weise mit autobiographischen Zügen die Deportation nach Auschwitz und sein Leben in Leitz und Buchenwald. 

    Und diese ungewohnte Art und Weise der Erzählung macht mir die Bewertung sehr schwer.
    Der 14-jährige Köves blieb mir unbegreiflich, zu gleichgültig, zu gefühlsarm, zu naiv, einfach unglaubwürdig. Vor allem die Gefühlsarmut sorgte bei mir für eine große Distanz, die hier schon von Anfang an schon besteht, schon vor der Deportation und nicht erst durch die Erlebnisse in den Lagern ausgelöst. Nätütlich geht jeder mit Schrecken, Tod und Verzweiflung anders um, aber hier handelt es sich um einen 14-jährigen Jungen, den so gar nichts berührte, es war im einfach egal, und leider berührte mich daher die Geschichte auch nicht. 

    Auch hatte ich Schwierigkeiten mit der Darstellung des Lagerlebens, den der Junge immer mit Vernunft und Logik begegnet und für richtig erachtet, ich konnte dies einfach nicht nachvollziehen.  

    Der Schreibstil machte es mir auch nicht leichter eine Verbindung zum Hauptprotagonisten zu finden, da der Autor sich oft in sehr langen, verschachtelten Sätzen ergeht, deren Botschaft mir nicht immer sofort bei mir ankam. 

    Ich scheine hier nicht ganz die Zielgruppe zu sein, mir ist dieses Buch einfach zu kalt und sachlich für eine Erzählung bzw. für eine Geschichte mit autobiographischen Zügen, die Schilderungen lösen bei mir häufig nur ein befremdliches Gefühl aus, vielleicht konnte der Autor aber auch mit diesem Trauma seines Lebens nicht anders umgehen als rs sachlich zu verpacken. 

    Mein Fazit lautet daher:
    Ein lesenswertes Buch für jeden Geschichtsinteressierten, es ist es wert das man sich eine eigene Meinung darüber bildet. 

    Kommentare: 8
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Rezension zu Roman eines Schicksallosen

    Der Junge Gyurka lebt mit seinem Vater und seiner Stifmutter in Ungarn zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Er ist jude, genauso wie sein Vater, der eines Tages nach Mauthausen gehen muss. Der Abschied fällt Gyurka nicht schwer, denn er emfindet nichts dabei.
    Und dann kommt es soweit, dass auch der kleine Junge ins KZ muss. Zuerst kommt er nach Auschwitz, wo er nur vier Tage bleibt.
    Er wird nach Buchenwald Weitertransportiert, wo er bis Kriegsende auch verweilen. Während seines Aufenhalts in Buchenwald muss er hart arbeiten, es gibt wenig zu essen, er besteht schließlich nur mehr aus Haut und Knochen.
    Was er noch in diesem Kz lernt, ist, keinen Schmerz mehr zu empfinden. Als er eines Tages zusammengeschlagen wird, legt er sich schon freiwillig auf den Boden und schläft während den Schlägen ein.

    Meiner Ansicht nach ist der Roman eines Schicksallosen ein gelungener Roman. Er zeigt uns allen auf, wie schlimm die Zustände im Zweiten Weltkrieg  waren. Ohne ein winziges Detail auszulassen, schildert der Autor die grausamen Taten der Nazis und dass sie versucht haben, jedem Menschen in den Konzentratiosnlagern die Würde zu nehmen.
    Was mich ein bisschen irritiert hat, war, dass der Roman ohne Übergnänge aufgebaut ist. Da es keine Absätze gibt, scheint jedes Kapitel sehr lange zu sein.
    Trotzdem ist er ein empfehlenswerter Roman!

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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Zum ersten Mal in meiner Zeit als Leser fehlen mir die Worte. Es ist derart anders und eindringlich, dass eine Bewertung falsch scheint.
    Im wahrsten Sinne des Wortes erschütternd

    Ich finde es geradezu obszön, dieses Buch zu "bewerten", ihm Punkte zu geben, es einzuordnen. Denn obwohl sein Thema bekannt ist und schon mehrfach in der Literatur bearbeitet wurde, hat es für mich sämtliche Kategorien gesprengt. Zum ersten Mal in meiner langen Laufbahn als Leser war ich wirklich sprachlos, musste oft pausieren - und hatte mehr als einen Kloß im Hals.

    Ich möchte meinen Text daher nicht so sehr als "Rezension" verstanden wissen. Aber über dieses Buch gar nichts zu schreiben, andere Leser nicht darauf aufmerksam zu machen - das wäre für mich genauso eine sträfliche Unterlassung.

    Wie mir erst im Nachhinein klar wurde, geht es hier sogar um eine wahre Geschichte. Der Autor verarbeitet hier seine eigene Jugend. Er, ungarischer Jude, wurde im Alter von 15 Jahren in diverse Konzentrationslager verschleppt, und nach etwas über einem Jahr "befreit". Obwohl dieser Begriff den Tatsachen nicht gerecht wird. Denn obgleich Imre Kertész damals noch naiv und leichtgläubig war, haben ihn diese Erfahrungen für sein ganzes Leben verändert. "Befreit" kann man nach Auschwitz nicht sein.

    Was ist so erschütternd an diesem Buch? Der Tonfall, die durchgängige Perspektive des damals 15jährigen. Gerade durch die unglaubliche Naivität, das Nicht-Verstehen, das Leben von Tag zu Tag, werden dem Leser die Gräuel umso plastischer vor Augen gehalten. Der 15jährige Imre weiß gar nichts, glaubt - zunächst - allen Gerüchten, reimt sich seine eigenen Erklärungen für das Ungeheuerliche zusammen. Es entsteht eine ungeheure Kluft zwischen den Gedanken dieses Helden, und dem Wissen des Lesers. Und gerade das fand ich entsetzlich!

    Dafür nur ein Beispiel: er glaubt tatsächlich zunächst der offiziellen Erklärung, die Schornsteine im Lager dienten der Verbrennung und Desinfektion bei ansteckenden Krankheiten. Und dann dieser lakonische Satz - soweit er sich das ausgerechnet habe, könne es doch gar nicht so viele Kranke geben, so oft diese Schornsteine in Betrieb seien...

    Die für mich allerschlimmsten Stellen waren noch nicht einmal die beschriebenen Grausamkeiten. Sondern zum Beispiel der Lebenswille des Jugendlichen, der selbst mitten in dieser Hölle aufbricht. So schreibt er bei seiner Verlegung ins Krankenlager, er wolle doch so gerne noch eine Weile leben "in diesem schönen Konzentrationslager". An dieser Stelle hat es mich in Herz und Kehle gewürgt, und ich musste pausieren.

    Unvergesslich auch das Schlusskapitel. Er kehrt schließlich heim, und muss sich gegen diverse Befragungen wehren. Er verweigert sich der Bemitleidung, und der Einsortierung in wohlfeile Schubladen wie "Hölle" und "Gräuel". Seine Erklärung, warum diese Kategorien seiner Ansicht nach nicht zuträfen, hat mir die Tränen in die Augen getrieben.

    Ja, auch ich gebe am Ende fünf Sterne. Einfach deshalb, um dieses Buch, die Wichtigkeit seines Inhalts, zu würdigen. Um meine Ergriffenheit irgendwie fassbar zu machen. Ich würde sagen, dieses Buch stellt alles in den Schatten, was ich bisher zum Thema gelesen habe. Ganz konkret - "Der Junge im gestreiften Pyjama" von John Boyne ist dagegen ein Pfeifendreck.

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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 7 Jahren
    Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertész

    Einer der bewegensten Bücher, die ich je gelesen habe: der Bericht des Imre Kertesz geht unter die Haut, macht Grenzerfahrungen Einzelner erfahrbar. Man bleibt irritiert, schockiert, traurig zurück - ein Leseerlebnis (im schmerzhaften Sinne), was man nicht wieder vergisst. Eigentlich Pflichtlektüre, damit sich Unrecht nie wieder wiederholt!

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    momo15vor 7 Jahren
    Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertesz

    Ein Muss! Eindrucksvoll und beeindruckend.

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    Serenity482s avatar
    Serenity482vor 7 Jahren
    Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertesz

    Ungarn zu Zeiten des 2. Weltkrieges. Eine Familie wird durch die Nazis auseinander gerissen. der Vater kommt ins Arbeitslager, der Sohn ins Konzentrationslager Auschwitz... Eine Geschichte über die Erlebnisse des Jungen im KZ. Erst Auschwitz und dann Buchenwald. Die Behandlung der SS, die Gaskammern, das systematische Hungern... Ein roman der zeigt, wie grausam, wie emotionslos gehandelt worden ist.
    Inhaltlich super, und authentisch. leider ist der schreibstil sehr schwer. Man kommt nur langsam vorwärts, zu lange sätze und kapitel. Oft muss man den satz nochmal lesen um ihn komplett zu verstehen..

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    Bibipianovor 8 Jahren
    Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertesz

    Eine ganz besondere Biografie eines Holocaust-Überlebenden. Der Sprachstil bildet einen regelrechten Sog in den man eintaucht. Sehr zu empfehlen!

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    varietys avatar
    varietyvor 8 Jahren
    Rezension zu "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertesz

    Ein unglaublich wichtiges, beklemmendes und literarisch hochstehendes Werk, das jede/r gelesen haben müsste. Der Literaturnobelpreisträger von 2002 erzählt hier seine eigene Geschichte, die ihn mit 14 Jahren (!) ins KZ Auschwitz, dann nach Zeitz und Buchenwald führte. Wie er diese Zeit überlebte (mit unvorstellbarem Hunger, den Verletzungen und Krankheiten) schildert er so bewegend und teilweise in einer naiv-unschuldigen Art und Weise, dass es schmerzt.
    Gegen Schluss fasst er seine grausamen Erfahrungen zusammen, und zwar mit beeindruckenden Sätzen und Gedanken. "Dann ist zum Beispiel ein dummer Kuss vom gleichen Grad der Notwendigkeit wie [...] die Gaskammern." - "Jeder hat seine Schritte gemacht, solange er konnte." - "Wir selbst sind das Schicksal."

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    Golondrinas avatar
    Golondrinavor 8 Jahren
    Rezension zu "Roman eines Schicksallosen." von Imre Kertész

    Das Buch habe ich lange auf meinem SuB liegen gehabt, weil ich ahnte, das ist starker Tobak.
    Der 14jährige Jude György wird in Budapest aufgegriffen und landet nach Zwischenstation Auschwitz im KZ Buchenwald. Das Buch beschreibt seine Sicht auf das Geschehen und die Art und Weise, wie das beschrieben wird - mit viel Verständnis für die Täter - ist hinreichend kommentiert worden. Immerhin habe ich auch mit klopfendem Herzen weitergelesen obwohl die unbeteiligte, verharmlosende Erzählweise des Helden verwundert. Verwirrt bin ich ob der letzten Seiten: György kommt nach Hause und trifft auf alte Bekannte. Für ihn sind die glücklichen Momente im KZ bewahrenswert, weil sie ihn überleben lassen haben. Er ist ein Schicksalloser, weil das Schicksal KZ nicht einfach über ihn gekommen ist, sondern auch er bewusst seine Schritte dahin gelenkt hat. Genau wie die Täter?

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