Inés Garland

 3.9 Sterne bei 39 Bewertungen
Autorin von Wie ein unsichtbares Band, In den Augen der Nacht und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Inés Garland

Inés Garland ist eine argentinische Journalistin, Übersetzerin und Autorin von Romanen und Drehbüchern. Außerdem leitet sie verschiedene Schreibwerkstätten. Viele Jahre schlummerten ihre Texte in der Schublade, bevor sie beschloss sich damit an die Öffentlichkeit zu wagen. Nach Veröffentlichung wurden ihr dafür auf Anhieb mehrere Auszeichnungen verliehen. Für ihren Jugendroman „Wie ein unsichtbares Band“ erhielt sie 2014 als erste spanischsprachige Autorin den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Alle Bücher von Inés Garland

Inés GarlandWie ein unsichtbares Band
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Wie ein unsichtbares Band
Wie ein unsichtbares Band
 (30)
Erschienen am 21.02.2013
Inés GarlandIn den Augen der Nacht
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In den Augen der Nacht
In den Augen der Nacht
 (9)
Erschienen am 22.10.2015
Inés GarlandEl jefe de la manada
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El jefe de la manada
El jefe de la manada
 (0)
Erschienen am 01.09.2014

Neue Rezensionen zu Inés Garland

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Damariss avatar

Rezension zu "In den Augen der Nacht" von Inés Garland

So besonders ...
Damarisvor 3 Jahren

Inés Garland, argentinische Journalistin und Autorin, erhielt für ihren Roman "Wie ein unsichtbares Band" den Deutschen Jugendliteraturpreis. Ihre Bücher üben eine einfache Faszination auf den Leser aus, die sich festsetzt und noch eine ganze Weile in Gedanken bleibt. Der neue Roman "In den Augen der Nacht" handelt vom Leben, (unerfüllten) Sehnsüchten, Schmerz und Glück.

"In den Augen der Nacht" ist eine leise Geschichte, ganz wie ich das von der Autorin erwartet habe. So normal und doch so besonders. Hauptprotagonistin Dalila geht mit ihrer Schwester und deren Freundinnen zelten. Sie hat sich dazu überreden lassen, um über ihre Beziehung zu Pablo nachzudenken. Zwischen den unterschiedlichen Mädchen gibt es so manche Anspannung und vieles brodelt im Verborgenen. Das soll nicht heißen, dass dem Buch die Spannung fehlt. Ganz im Gegenteil. Neben der Haupthandlung braut sich schnell etwas zusammen, bei dem man als Leser grob erahnen kann wie es sich entwickelt. Das ist nicht nur offensichtlich spannend, sondern sorgt für aufgewühlte Emotionen.

In dieser Nacht dachte ich vor dem Einschlafen an unerfüllte Liebe. Was bringt uns dazu, hartnäckig jemanden zu lieben, der unsere Gefühle nicht erwidert? War dieser Hunger nach etwas, das nie eintrat, Liebe? - S. 106

Im Gegensatz zu einem langen Buch ist es viel schwerer, eine kurze Geschichte aussagekräftig und besonders zu erzählen. "In den Augen der Nacht" punktet in dieser Hinsicht auf ganzer Linie. Es ist kein Buch der großen Worte, sondern es wirkt durch Gedanken und Handlungen. Dalilas Begegnung mit Tharo und seiner Familie ist sehr eigen, knapp und geht dennoch tief. Hier sollte man als Leser den Willen mitbringen, sich auf individuellere Charaktere einzulassen. Diese agieren abseits der Norm und besitzen gleichzeitig eine natürliche Authentizität.
Das Ende des Romans ist ein echter Herzensmoment, der das Buch abschließt, dessen Fortgang ich aber zu gerne verfolgen würde.

Fazit
Inés Garland ist eine Autorin, der es gelingt, die scheinbar normalsten Geschichten besonders zu machen und ihnen einen kritischen Hintergrund zu geben. Auch "In den Augen der Nacht" ist solch ein Buch. Auf wenigen Seiten wird man in eine Handlung gezogen, die polarisiert und teilweise auch ängstigt. Die nachdenklich stimmt und gleichzeitig vertraut wirkt. Die Geschichte liest sich deutlich, sehr ursprünglich, und wirkt lange nach. Dafür gibt es 4,5 von 5 Punkte.

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Buchfee81s avatar

Rezension zu "In den Augen der Nacht" von Inés Garland

Eine echte Überraschung!!!
Buchfee81vor 3 Jahren

Eigentlich wollte Dalila den Sommer mit ihrem Freund in Brasilien verbringen, doch dieser entscheidet sich kurz vor Beginn des Trips, ihn alleine anzutreten.
Wütend und enttäuscht schließt sich Dalila ihrer Schwester und ihren Freundinnen an, die in der argentinischen Einöde einen Zelturlaub planen.

Dies war mein erstes Buch von Inès Garland und ihr Schreibstil hat mich wirklich fasziniert. Inès Garland gelingt es mit wenigen, wohl bedachten Worten eine Vielzahl an Gefühlen auszudrücken und dem Leser nahezubringen.
Fast schon poetisch schafft sie eine ganz besondere Atmosphäre und trotz der kurzen 192 Seiten , ist dieses Buch ein riesiges Juwel am Bücherhimmel.

„In dieser Nacht dachte ich vor dem Einschlafen an unerfüllte Liebe.
Was bringt uns dazu, hartnäckig jemanden zu lieben, der unsere Gefühle nicht erwidert?
War dieser Hunger nach etwas, das nie eintrat, Liebe?“
Seite 106

Dalila genießt die Natur und die Stille um sich herum und trifft auf einem ihrer Spaziergänge den verschlossenen Tharo.
Sie fühlt sich sofort stark zu ihm hingezogen, ist er doch ganz anders als die Jungs zu Hause in Buenos Aires.
Doch Tharo ist verschlossen, fast schon abweisend .
Er lebt bei seinen Großeltern und ein Geheimnis umgibt seine Familie.

Es hat mich wirklich beeindruckt, mit welcher Klarheit Dalila die Welt sieht und sie bestaunt, trotz ihrer inneren Zerrissenheit.
Tharo konnte bei mir leider nicht punkten, er war einfach nicht mein Fall.

Einen Stern Abzug gibt es aufgrund der fehlenden Tiefe.
Natürlich ist es nicht möglich, auf 192 Seiten in aller Ausführlichkeit auf jedes Detail einzugehen, aber zu einigen Situationen hätte ich mir mehr Inhalt gewünscht.

Fazit

"Die Nacht in deinen Augen" ist eine spannende Mischung aus Liebesgeschichte und Coming of Age - Roman.
Liebe, Hass, Zweifel und eine ordentliche Portion Spannung regen den Leser zum Nachdenken an.

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Hazel93s avatar

Rezension zu "Wie ein unsichtbares Band" von Inés Garland

„Wir werden 50.000 Menschen töten müssen."
Hazel93vor 3 Jahren

„Wir werden 50.000 Menschen töten müssen. 25.000 Subversive, 20.000 Sympathisanten und wir werden 5.000 Fehler machen.“ Dies erklärte General Menéndez kurz nach der Machtübernahme 1976.

Der Schrecken, der aus diesem einzigen Zitat spricht, kann niemals mit
einer Liebesgeschichte und ein paar nebenbei eingestreuten
Fakten, die aber für einen Leser ohne Vorwissen keinen Sinn ergeben,
verdeutlicht werden!

Über die Militärdiktatur in Argentinien von 1976 bis 1983 wusste ich vor "Wie ein unsichbares Band" kaum etwas.... und nach der Lektüre ebenfalls nichts. Allein diese Tatsache zeigt, wie wenig dieses Buch über diese schreckliche Zeit informiert, in der 30.000 Menschen starben und die noch nicht allzu lange her ist!

 Ich muss zugeben, dass es eine Kunst darstellt, eine Geschichte, die zu dieser Zeit spielt und davon handelt, vollkommen am Thema vorbei zu erzählen. Die naive und meiner Meinung nach ziemlich dummer Protagonistin Alma lebt in ihrer eigenen Traumwelt und wir somit als Leser ebenfalls. Warum wird nicht aus der Sicht von Mirto erzählt? Oder von Carmen? Wieso sind wir als Leser in Alma gefangen, die wirklich nichts versteht, obwohl sie mit einem Widerstandskämpfer zusammen ist! Vielleicht hat die Oberschicht damals wirklich nichts davon mitbekommen. Darüber wage ich mir kein Urteil zu erlauben. Aber einer Autorin steht es absolut frei ihre Protagonisten selbst zu wählen und eine Hauptperson, die nichts versteht, ist meiner Meinung nach in keinster Weise geeignet Jugendlichen Geschichtswissen zu vermitteln!

 Das Ende berührt überhaupt nicht, da vorher nie über die Kindesentführungen geschrieben wurde. Es wirkt fast als hätte Garland plötzlich gemerkt: "Huch, ich wollte doch ein anspruchsvolles Buch schreiben, da muss noch etwas Anspruchsvolles und Trauriges kommen!" Das klingt vielleicht zynisch, aber genauso wirkte die Handlung auf mich. Wenn sie eine Liebesgeschichte schreiben wollte, warum hat sie es nicht einfach getan? Ich mag Liebesgeschichten. Aber ich mag keine Geschichten, die mir vorheucheln, dass ich dabei etwas über die jüngere Geschichte lernen kann und mich dann bitter enttäuschen.

 Wird den Jugendlichen nicht zugetraut ernstere Themen zu verstehen? Denken Autoren, dass es zu "hart" ist über bestimmte geschichtliche Themen mehr als nur ein paar Sätze zu verlieren? Ich bin der Meinung, dass Jugendliche deutlich mehr verkraften als ihnen zugetraurt wird. Es geht mir ja gar nicht darum möglichst blutig alle Details zu schildern. Aber zu erwähnen, dass während der Diktatur in den Geheimgefängnissen geborene Kinder verschleppt und ihre Mütter ermordet wurden, gehört einfach dazu und hätte das Verständnis deutlich erleichtert. Und ja, diese Infos habe ich nicht durch das Buch erlangt, sondern durch Wikipedia. Und das sagt viel aus.

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