Ina Freiwald Können Sie strippen?

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Inhaltsangabe zu „Können Sie strippen?“ von Ina Freiwald

Joblos glücklich? Wenn das so einfach wäre ... Was Arbeitslose ärgert, antreibt, und was die Arbeit mit Ihnen so anstrengend macht Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Da gibt es Hape. Er hat mit 25 Jahren drei abgebrochene Lehren hinter sich und rebelliert gegen das System. Die Porno-Branche erscheint ihm als reizvoller Arbeitgeber. Ex-Filialleiter Heiko Bloom musste kürzlich erst seinen Porsche verkaufen, Zirkuskind Nelly saß zwei Jahre wegen Drogendelikten ein. Die zwei Cousins aus Kasachstan beantworten Fragen stets mit einem Lächeln, denn sie verstehen kein Wort Deutsch. Adriano erscheint eine feste Stelle so abstrakt wie eine Besteigung des Mount Everest, schließlich leben Vater und Großvater seit Jahren von der ARGE. Und dann sind da noch die schrullige Ulla Schubert, mit 51 Jahren zu alt fürs deutsche Arbeitsleben, und der fusselhaarige Björn, der sich mit Tollpatschigkeit und Tobsuchtsanfällen vor jeder Job-Chance drückt. Was sie gemeinsam haben? Sie werden von ihrer ARGE-Fallmanagerin dazu verdonnert, an einem Trainingsseminar bei Ina Freiwald teilzunehmen, das sie wieder fit für den Arbeitsmarkt machen soll. Die ehemalige Klatschreporterin und inzwischen profilierte Dozentin bietet neben dem üblichen Programm wie Bewerbungsgespräche, Lebensläufe und Praktika auch Goethelesungen und Hausbesuche. Hier erzählt sie von ihren Erlebnissen mit der schrägen Realität des Sozialstaats Deutschland. Wer wissen will, was sich hinter den geschönten Statistiken der Agenturen wirklich verbirgt, sollte dieses Buch lesen.

Stehen wir nicht alle ein bisschen mit einem Bein in Hartz4? Amüsant geschriebener Tatsachenbericht über ein ernstes Thema.

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin

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    Können Sie strippen?
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    08. March 2015 um 17:05

    Irgendwie ist heute doch jedes Arbeitsverhältnis prekär - Selbstständige können ein Lied davon singen, und wer nicht seit zig Jahren beim gleichen Arbeitgeber arbeitet, weiß, wie die Realität aussieht: Das Lohnniveau sinkt, die Probezeit beträgt inzwischen ein halbes Jahr und unbefristete Arbeitsverträge sind Mangelware. Ina Freiwald wagt sich an ein Tabu, sie berichtet schonungslos von ihrer eigenen Not, sich als Freie über Wasser zu halten. Als freie Dozentin arbeitet sie für die ARGE, gibt Trainingsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose. Zunächst ziemlich hilflos, entwickelt sie unterschiedlich viel Sympathie für die einzelnen Mitglieder ihrer Gruppe. Schnell wird klar: Sonderlich erfolgreich wird sie nicht sein, aber was bleibt ihr anderes übrig? Das Buch dürfte sehr nah an der Realität sein, manches darin kommt einem leider bekannt vor. Ihr Schreibstil ist locker, leicht und amüsant, das Buch liest sich schnell weg. Doch eine gewisse Nachdenklichkeit bleibt. Es handelt sich hier um ein ernstes Thema mit stetig steigender Brisanz. Immer mehr Menschen arbeiten als Leiharbeiter, oder in Minijobs die sie nicht finanzieren. Immer mehr Menschen verharren unglücklich in Jobs, weil sie Angst davor haben, in Hartz4 abzurutschen, lassen sich viel zu viel gefallen. Verleugnen die Arbeitslosigkeit. Unseriöse Angebote. All diese Themen greift Ina Freiwald in ihren Protagonisten auf. Und ich finde: Es wird Zeit, dieses Thema anzugehen. Und eine Prise Humor schadet nicht, notfalls tut es Galgenhumor. Warum nur 3 Sterne? Weil das Buch sich leider nicht entscheiden kann. Es ist weder Komödie noch ernstes Sachbuch. Es ist irgendwo dazwischen. Bleibt an der Oberfläche. Das ist irgendwie schade. Aber: Ich werde mir den Namen der Autorin merken, sie schreibt wirklich witzig!

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  • Können Sie strippen? ;)

    Können Sie strippen?
    MissRose1989

    MissRose1989

    28. February 2015 um 01:25

     Ina Freiwald arbeite als Dozentin bei einem Bildungsträger, der im Auftrag der ARGE, Trainings anbietet. Also ist sie im engeren Sinne gesehen, keine Jobvermittlerin, sondern eine Zuarbeiterin der Behörde, weil sie nicht die Befügnisse über Anträge oder andere Entscheidungen im Bezug auf die Arbeitssuchenden hat.  Dannoch entführt Ina Freiwald den Leser in die bunte Welt der Arbeitslosen. Sie beschreibt verschiedene Fälle von Arbeitssuchenden, die zeigen, dass eben HArtz IV und alles darum herum, eben nicht nur eine blanke Zahl ist, sondern viele Menschen ernsthaft betrifft. Ina Freiwald legt einen sehr legerne Ton in ihren Schilderungen an den Tag, zeigt aber damit auch, dass es viele Unsinniges gibt, was den Arbeitssuchenden immer wieder zugewiesen wird. Sie zeigt auch auf, dass es eben auch Dinge gibt, die die Arbeitslosen wirklich ärgern und sie eben auch in ihre Lage sehr verzweifeln lassen. Die Beschreibungen von Ina Freiwald sind auf der einen Seite lustig, aber auch gleichzeitig traurig zu lesen, weil man eben weiss, dass es eben mitten in Deutschland passiert. Leider muss man auch sehen, dass es auch für die Autorin eigentlich etwas arm ist, weil sie eben aus ihre Position ein Buch schreibt, über Sachen, über die eigentlich Stillschweigen zu bewahren ist. Das zeigt auf keinen guten Charakter, aber die Autorin wirkt auch innerhalb des Buches eher unsicher und unbeholfen, was man auch an manchen Buchstellen bemerken kann. Natürlich ist das Buch auch unterhaltsam, aber es bleibt eben der bittere Beigeschmack, dass es eben auf wahren Begebenheit basiert und das das eigentlich eine Art von Umgang in der Gesellschaft ist, den wohl keiner gerne haben möchte. Fazit:   Leider ist gut gemeint nicht immer gut gemacht. Ina Freiwald wollte gerne ein Alltagseinblick bei der Jobvermittlerin geben, aber man hat eher das Gefühl, dass sie selber verunsichert ist und auch gegenüber den Leuten, die ihr anvertraut wurden, immer mal wieder einen falschen Ton anschlägt. Trotzdem beschreibt sie eine reale Situation mit witzigen Aspekten, auch wenn man sagen muss, dass einen das Buch eher traurig stimmt, da es eben wirklich mitten in Deutschland passiert.

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  • Rezension zu "Können Sie strippen?" von Ina Freiwald

    Können Sie strippen?
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. November 2011 um 13:00

    Realsatire Kurt Tucholsky sagte einmal: „Das Heiligste, das der Deutsche hat, ist die Arbeit“. Diesen Satz setzt Ina Freiwald ihrem „Erlebnisbuch“ vorweg. Ein „Erlebnisbuch“ im Übrigen, das zum einen ob des flotten Stils und der dargebotenen Inhalte ein Erlebnis ist, ebenso, wie es auf Erlebnissen beruht. Als Dozentin unter anderem auch im Rahmen von Bewerbungskursen kann die Autorin aus dem Vollen der eigenen Erlebnisse schöpfen. Was sich in Stil und Inhalt in Teilen fast liest wie eine Persiflage, hat so einen durchaus ernsten Hintergrund, nämlich den der „Wiedereingliederung“ von Arbeitslosen in das Erwerbsleben im Rahmen der ARGE und des deutschen Sozialstaates. Ein Hintergrund, bei dem einen durchaus das Schmunzeln fast im Munde stecken bleibt, so unglaublich sind einige der dargestellten Fälle, Personen und Umstände, die Ina Freiwald im tatsächlich „wahren Leben“ begegnen. Ein satirisch wirkendes Erleben, das schon im ersten Bonmont zum tragen kommt. „Was sagt ein arbeitsloser Physiker zu einem, der Arbeit hat? Eine Tüte Pommes, bitte“. Härter dann noch der Nachsatz, in dem die Autorin freiweg betont, dass kein arbeitsloser Physiker einen „so begehrten Job wie Pommesverkäufer“ bekommen würde. Man glaubt es kaum und dennoch wird bei fortschreitender Lektüre klar, dass Ina Freiwald trotz ihres ironischen und humorvollen Stils vielleicht sprachlich, nicht aber im Kern des Dargestellten hier und da überspitzt und übertreibt. Was sie übrigens auch an sich selbst erlebt, denn auch sie beschreibt im Buch ihren „ersten Einsatz“ als Jobvermittlerin und ihre Annäherung an dieses „selbstvermittelte“ Arbeitsfeld. Gibt nebenbei Einblick in das überhaupt nicht Meg-Ryan-artige Leben als freischaffende Journalistin samt der Bedeutung eines inzwischen 11jährigen und munter vor sich hin lebenden „Karriereknicks“ des eigenen Lebens als Mutter. Und wie schnell das dann geht, „Jobvermittlerin“ werden zu dürfen.... Was sie dann aber erlebt, braucht doch ihren ganzen Einsatz und, vor allem, ihre Kreativität. Desillusionierung, Demotivation, das ist eine Grundstimmung, die sie bereits in ersten Gruppe feststellt. Ein „Tsunami aus Selbsterniedrigung und Frustration“, wie es eine Kollegin ausdrückt. Ziemlich hart wird Ina Freiwald dafür arbeiten müssen, hier und da auch das ein oder andere nicht nur persönliche Erfolgserlebnis umsetzten zu können. Dies übrigens bildet auch den Kern des Buches, das „Hereinwachsen“ in die Tätigkeit. Ein wenig mehr systemischer Einblick und ein weiterer Blick über die konkrete Gruppe hinaus hätten dem Buch dabei noch gut getan. An den individuellen Beispielen dieser Gruppe von Menschen, auf die sie in ihrem ersten Einsatz trifft, führt Freiwald die Tücken des Systems und die einzelnen Schicksale vor. „Wie eine Reiseleiterin, die ein buntgemischte, völlig undisziplinierte Touristengruppe durch ein Kriegsgebiet führt“. Das Buch zeugt von dieser „Reiseleitung“, zeigt persönliche Eigenarten der Beteiligten genauso auf, wie fast unlösbare systemische Probleme, zeigt aber durchaus auch auf, wie die Autorin in ihre Aufgabe hineinwächst und mit durchaus kreativen Methoden versucht, „ihren“ Arbeitslosen einen Weg zu bahnen. Immerhin, das bleibt hängen nach diesem eigentlich ernüchternden Blick auf die deutsche Wirklichkeit der „Arbeit mit Arbeitslosen“, irgendwie geht doch was. Eine durchaus empfehlenswerte (und gut geschriebene“ Reise in die Welt der deutschen ARGEN.

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