Ina Hartwig

 3.6 Sterne bei 7 Bewertungen
Autorin von Wer war Ingeborg Bachmann?, Sexuelle Poetik und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ina Hartwig

Ina Hartwig wird 1963 in Hamburg geboren und wächst in Lüneburg auf. Nach ihrem Abitur 1983 studiert sie Romanistik und Germanistik in Berlin und Avignon, 1998 promoviert sie an der Universität-Gesamthochschule Essen. Sie unterrichtet einige Zeit an der FU Berlin, arbeitet als Redakteurin für Literatur bei der Frankfurter Rundschau, erhält Gastprofessuren für Literaturkritik in verschiedenen Städten wie St. Louis und Göttingen. Zwischen 2003 und 2005 war sie als Herausgeberin an der Zeitschrift „Kursbuch“ beteiligt. Seit 2010 ist Hartwig freie Autorin, Kritikerin und Moderatorin. Nebenher schreibt sie regelmäßig für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und ist zu Gast in den Sendungen „Kulturzeit“ und „Buchzeit“. Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums und der Kommission zur Verleihung der Goethe-Medaille des Goethe-Instituts. Hartwig lebt heute in Frankfurt am Main. Seit 2016 ist sie Kunstdezernentin der Stadt.

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Rezension zu "Wer war Ingeborg Bachmann?" von Ina Hartwig

Herausragende Biografie
HEIDIZvor 3 Monaten

... neulich habe ich das Buch endlich gelesen - und mir ist klar, wer Ingeborg Bachmann war.


Sie ist untrennbar mit der deutschen Nachkriegsliteratur in Verbindung zu bringen. Ihre Beziehungen zu Paul Celan und Max Frisch machten sie besonders und berühmt - aber auch ihr Geschriebenes und rätselhaft war allemal ih tragischer Tod. Ina Hartwig hat sich der Person Ingeborg Bachmann genähert. Sie hat Zeitzeugen zurate gezogen (Henry Kissinger oder Martin Walser u.a.)


Die Biografie ist eine besondere, sie zielt nicht darauf ab, komplett den gesamten Lebensweg von Kindheit bis Tod zu präsentieren, vielmehr nimmt sie sich bestimmte Elemente und breitet diese detailliert bruchstückhaft vor dem Leser aus. Diese allerdings sind sehr lebendig und schildern fesselnd und informativ, decken auf und sind nachvollziehbar. Der historischer Hintergrund der Nachkriegszeit wird eingebunden und in den Kontext genommen. Höhen und Tiefen werden thematisiert - das Innerste wird offengelegt. Das Porträt dieser Ingeborg Bachmann hat mich berührt und informiert, bereichert. Wundervoll gemacht. 

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Rezension zu "Wer war Ingeborg Bachmann?" von Ina Hartwig

Brandwunden und kalter Entzug
Aliknechtvor 7 Monaten

Ingeborg Bachmann starb 1973 in Rom im EUR in einer Klinik, die   spezialisiert auf Brandverletzungen war. Sie starb vermutlich nicht so sehr wegen ihrer Brandwunden, sondern wohl eher am kalten Entzug. 

Die Biographin Ina Hartwig fuhr eigens mit dem Taxi von Roms Zentrum ins EUR, um die Distanz von etwa 10 km zu erfassen und man ahnt schon, es wird auch hier wieder nix, wenn Journalisten Bücher schreiben und sich in Rom nicht einmal besonders gut auskennen. Die Biographie ist bruchstückhafter, als der Titel erahnen lässt. Interviews mit "Zeitzeugen"  unterschiedlicher Qualität nehmen einen breiten Raum im Buch ein. Darunter sogar solche, die Ingeborg Bachmann nicht einmal persönlich gekannt haben, manche "Interviews" nur am Rande eines Empfangs oder telefonisch. 

Hans Magnus Enzensberger erinnert sich an die Dichterin in Paillettenkleidern. Es war ein kumpelhaftes Verhältnis auf Arbeitsebene. Martin Walser saß mit ihr in ihrer Wohnung in Rom auf dem Boden und sie tranken zusammen Whisky. Walser sah seine Aufgabe darin, bestimmte Formulierungen in "Malina" zu verhindern. Klaus Wagenbach sah Ingeborg Bachmann als eindrucksvolle tief verschlüsselte Person. Peter Handke hat mit ihr  getanzt und sagte "Sie wird bleiben." Marianne Frisch geb. Oellers fragte Ingeborg Bachmann  gut erzogen  , ob sie wohl mit Max Frisch ein  Verhältnis beginnen dürfe. Die römischen Freundinnen Christine Koschel und Inge von Weidenbaum erzählen, wie es bei Bachmanns Tod wirklich zuging und wie sie von bedeutenderen "Freunden" beiseite gedrängt wurden.  Adam Opel berichtet von gemeinsamen Reisen nach Griechenland und Ägypten. Nun versteht man endlich, warum Ingeborg Bachmann träumte, mit einem Kamel zu schlafen [1]. Und Henry Kissinger schließlich "liked her very much" und sagte, sie wäre "inherently in trouble" aber "very strong in her head" gewesen. 

Jetzt muss ich erst mal eine bessere Biographie über  Ingeborg Bachmann  suchen. 

Ausgabe: Wer war Ingeborg Bachmann ? Eine Biographie in Bruchstücken, S. Fischer Frankfurt am Main, 2017.

Autor: Ina Hartwig

Referenzen:

[1] Ingeborg Bachmann >Male Oscuro< Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit Werke und Briefe Salzburger Bachmann Edition Piper Suhrkamp 2017

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Ina Hartwig wurde am 11. Juli 1963 in Hamburg (Deutschland) geboren.

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