Ina Knoblauch

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen

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Ina KnoblauchFarina - Der Parfumeur von Köln
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Farina - Der Parfumeur von Köln
Farina - Der Parfumeur von Köln
 (2)
Erschienen am 10.12.2015

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Farina - Der Parfumeur von Köln" von Ina Knoblauch

Eintauchen in die Welt der Düfte
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Giovanni Maria Farina wird 1685 im Piemont geboren. Seine Eltern sind Kaufleute, die unter anderem mit Duften handeln. Schnell stellt sich heraus, dass er über einen außergewöhnlich feinen Geruchssinn verfügt. Doch diese Gabe hat auch ihre Schattenseiten. Er kann manche Leute buchstäblich nicht „riechen“. Deren Ausdünstung verrät ihm ihre Charakterschwächen. So erkennt er seinen Todfeind Bernardo meilenweit gegen den Wind.
Er durchläuft mehrere Ausbildungsstätten in ganz Europa und wird zum erklärten Liebling von „reich und schön“. Giovanni komponiert für jede Person, für jede Stimmung einen eigenen Duft. Er begegnet seiner großen Liebe, Antonia Brentano. Für sie will er den perfekten Duft erfinden. Noch bevor ihm dies gelingt, erscheint Bernardo, nun als Graf Gondo, wieder auf der Bildfläche. Antonia und Giovanni fallen Gondos Intrigen zum Opfer. Obwohl Gondos Geruch Giovanni an Bernardo erinnert, kommt er lange nicht hinter das Geheimnis.
Ina Knobloch flicht gekonnt historische Fakten und Personen mit erfunden Charakteren zu einem wunderbar dichten Sittengemälde der Zeit. Politische Tatsachen finden ebenso Platz wie kriminelle Ränkespiele.
Wunderbar auch die Sprache. Die Leser können in eine Welt der Düfte abtauchen. Interessant auch die Herstellung von Duftessenzen. Im Zeitalter der synthetischen Herstellung von Parfüms, ein spannender Ausflug in die magische Welt der Gerüche.

Fünf Sterne und eine Leseempfehlung. Der zweite Band „Farina – der Duft von Köln“ ist soeben erschienen.

Kommentare: 5
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Flohs avatar

Rezension zu "Farina - Der Parfumeur von Köln" von Ina Knoblauch

Eine kölner Dynastie geschichtlich und historisch verwoben. Grandios!
Flohvor 2 Jahren

Auf der Suche nach einem passenden Buchgeschenk für meine in Köln lebende Tante, bin ich auf diesen historisch-geschichtlichen Roman nach einer wahren Begebenheit gestoßen. In „Farina – Der Parfümeur von Köln“ erfahren wir eine packende Geschichte mit historischen Hintergründen und Fakten, die an realen Schauplätzen wiederentdeckt und intensiviert werden kann. Die ambitionierte Autorin Ina Knobloch schafft es Gegenwart und Vergangenheit in einem erlebnisreichen und intensiven historischen Roman zu vereinen, der nicht nur ein Stück kölner Dynastie, sondern auch weitere musenhafte und schillernde Kulissen aus der weiten Welt näher bringt. Dieser Roman erzählt eine wahre Geschichte: Das legendäre Kölnisch Wasser 4711!!! Nach meiner Tante, wollte und sollte ich dieses Buch auch unbedingt lesen...
Erschienen im emons Verlag (http://www.emons-verlag.de/)

Inhalt / Beschreibung:
„Norditalien 1685: Zwischen Blumenwiesen und Bergen wächst Giovanni Maria Farina heran. Gesegnet mit einem äußerst feinen Geruchsinn avanciert er vom Bauernjungen zum Liebling der Gesellschaft. Denn er kreiert etwas, nach dem alle lechzen: ein Parfüm das ewige Jugend verheißt. Im Rausch der ersten Liebe ist er besessen von dem Gedanken, einen einzigartigen Duft für seine Angebetete zu schaffen, und treibt sie damit geradewegs in die Arme seinen Nebenbuhlers. Tief verletzt ändert er die Rezeptur und widmet sie schließlich der Stadt, die seine Liebe rettet - aus seinem Aqua mirabilis wird das weltberühmte Eau de Cologne.
Zitrusfrüchte und Moschus, Ambra und Bergnarzissen: die wahre Geschichte des Parfüms in einer sinnlich-opulenten Entdeckungsreise zwischen Venedig, Paris und Köln.“

Handlung:
Wir befinden uns in Santa Maria Maggiore in Piemont, Norditalien im Jahr 1685: Eine kleiner Junge wird geboren. - Giovanni (zu Deutsch: Johann) Maria Farina ist noch ein Kind, als sich bereits seine besondere Gabe und Liebe zu Düften zeigt. Giovanni hat einen wahnsinnigen Geruchsinn in die Wiege gelegt bekommen, seine Familie ist in der Welt der Düfte und Parfums zu Hause, sie sind Kaufleute und haben einen guten Ruf. Doch Giovanni scheint begabter zu sein als seine anderen Geschwister, oder seine Vorfahren. Er ist ein Wunderkind der damaligen Zeit. Mit seiner Großmutter begibt er sich auf die Reise um als Kaufmann gebildet und ausgebildet zu werden. Auf seiner Reise begegnet er Antonia, die Glück und Pech zugleich ist. Die unendliche Liebe zu ihr treibt ihn an, den perfekten Duft für seine Angebetete zu kreieren. Doch Giovannis Liebe bleibt lange unerwidert, denn Antonia liiert sich mit Giovannis Nebenbuhler, Erzfeind und Widersacher Bernardo (Graf Gondo). Dass treibt Giovanni schier in den Wahnsinn und eine neue und gefährliche Idee treibt ihn zu einem gewagten Schachzug…

Der Schreibstil:
Die Autorin Ina Knobloch schreibt sehr überzeugend, verbunden und ist sich ihrer Recherche und ihren Fakten absolut sicher. Sie bewegt sich zielgerichtet und überzeugend durch den Roman. Da es sich um eine wahre Begebenheit, Legende und Dynastie handelt, und auch Giovannis Vita nachgelesen kann, bietet dieser Roman der Autorin nicht allzu viele schriftstellerische Freiheiten und Wege den Plot auszubauen oder auszuweiten. Stets ist die Autorin bemüht und willens, nah an der Realität und den historischen Fakten zu bleiben und dennoch eine spannende, unterhaltsame und erlebnisreiche historische Geschichte zu erzählen, die den Romancharakter behält und nicht in eine Biografie oder einem Sachbuch abtaucht. Dieser Spagat ist der Autorin Ina Knobloch sehr gut gelungen. In wechselnden Erzählperspektiven leitet sie ein neues Kapitel mit einer sehr rührseligen gar poetischen Überschrift ein. Toller Charme. Wir begleiten Giovanni von Kindesbeinen an und teilen sein Schicksal und sein Ansehen, in weiteren Perspektiven erleben wir jedoch genauso eindringlich die Sichtweisen und Ambitionen des Widersachers Graf Gondo, der schon seit der frühen Kindheit einen Zwist mit Giovanni hegt. Ausgerechnet dieser nimmt Giovannis große Liebe zur Frau…

All diese Emotionen und Bewegungen im Buch greift die Autorin wunderbar auf und bringt Settings, Flair, Charme, Duft und Regung an die gebannten Leser. Dieses Buch ist durchzogen von feinen sprachlichen Nuancen, die feinen Duftnoten gleichkommen. Ich fühlte mich oft an Patrick Süskinds „Das Parfum“ erinnert, ohne dass man beide Werke überhaupt vergleichen könnte. Ina Knobloch besitzt einen flüssigen Erzählstil, der sich sehr nah an den Charakteren orientiert und ein zeitgemäßes Bild der damaligen Gesellschaft, Gesellschaftsformen und Sitten und Umgang vermittelt. Genauso stelle ich mir einen guten historischen Roman vor: Reale Schauplätze, viel Gefühl, Dramaturgie, Sprachkunst und Authentizität, samt Flair und Charme.

Charaktere:
Die Charaktere, vor allem die des Protagonisten Giovanni (Johann) Maria Farina, sind liebevoll beschrieben und im Verlaufe der Geschichte habe ich vor allem mit ihm gefühlt, geliebt und vor allem seine feine Nase und seine scharfen Sinne kennengelernt und geteilt. Unfassbar, wie viele Duftnoten und Nuancen er erkennen und unterscheiden kann. Ein Meister. Durch Giovanni und auch durch seine Familiäre Abstammung und Geschichte, wurden mir seine Figur und die Kunst des Parfümeurs näher gebracht.

Sehr interessant, und ein gelungenes Pendant zum sympathischen Giovanni, ist der Widersacher und intrigante Gegenspieler Bernardo, Graf Gondo. Seine Skizzierung ist gut durchdacht und hat einen starken Charakter, der sich im Buch unglaublich weiterentwickelt und eine Wandlung vornimmt, die ihm keiner zugetraut hat. Der Wechsel der Erzählperspektiven macht seinen Part nahezu genauso wichtig und einprägsam wie die des Giovanni Maria Farina. Da er nun einmal der böse Charakter ist, und der Nebenbuhler von Giovanni, dem Liebling, konzentriert sich die eigene "Wut", die man während des Lesens entwickelt, auf ihn. Er ist böse, hinterhältig und ein Schurke. Seine Liebe zu Giovannis Angebetete Antonia, kann nicht echt sein. Somit beschreibt Bernado auch das Bild der zarten und lieblichen Figur der Antonia, an der Giovanni sein Herz verloren hat…
Aber auch all die weiteren wichtigen und interessanten Nebenrollen bilden ein stimmiges Bild damaliger Zeiten und zeigen auch das Bild der jeweiligen Regionen mit Status, Stand und Adel. Quer durch Europa erleben wir ein facettenreiches Bild an Kulissen und deren Menschen dort. Eine abwechslungsreiche Mischung aus Haupt- und Nebenrollen realer aber auch fiktiver Personen und Einflussnehmer.

Meinung / Leseeindrücke:
Zu Beginn des Buches war ich ehrlich gesagt unglaublich verwirrt, da sich viele Namen ähnelten und die Schauplätze und Jahreszahlen vielseitig wechselten. Ich brauchte doch schon etwas länger, um meinen Platz im Roman zu finden. Ich wurde nur sehr zögerlich warm und hatte um Seite 80 das Gefühl vielleicht doch nicht das richtige Buch gewählt zu haben. Doch diese Hürde ebnet sich schnell und findet danach durch sehr viel Sympathie, Atmosphäre, Verbundenheit und Charme seinen Platz im Leserherz. Ob kölsche Mädchen oder Jung, ganz egal, auch ich als Westfälin habe große Begeisterung für diese Geschichte finden können. Das Buch animiert zu weiterer Recherche und lässt den Leser mit dem Wunsch zurück, das Touristenziel des Farina-Hauses in Köln zu besuchen. Ganz zu Anfang des Romans wird bereits erklärt und eingeleitet, wer mit wem agiert, eine Verbindung hegt und zusammenwirkt. Es empfiehlt sich von Beginn an Zeit und Muße für den Roman zu nehmen, um die historische Chronologie und die Personen einordnen zu können. Besonders beeindruckt haben mich die vielen Details, die dieses Buch wirklich wie ein feines Gewirk durchziehen. Als Leser könnte man annehmen, die beschriebenen Düfte zu riechen und die Sonne auf der Haut zu fühlen, die Essenzen zu erkunden und die perfekte Mischung zu kreieren. Man ist einfach ausnahmslos dabei. Sorgt für Flair, Charme, Atmosphäre, aber auch für Dramaturgie, Intrigen und Wut.

Wir wandern innerhalb der Geschichte zwischen den Zeiten – befinden uns im Köln des Jahres 1713, am Genfer See 1702, Santa Maria Maggiore 1685 und 1699, Schloss Bensberg 1713, Köln 1713 … etc. Bei Hofe, in der Natur, in Herbergen, auf Märkten, im Handel und unter Kaufleuten… Jedem neuen Kapitel ist ein passender Spruch eines berühmten Menschen voran gestellt, diese wunderbaren Zitate lohnt es sich herauszuschreiben und für sich zu verwahren. Eines ist schöner und trefflicher als das andere. Mir haben die Schreibweise und die detaillierten und bildhaften Beschreibungen der Charaktere und Szenen rundherum sehr gut gefallen, auch wenn ich einige seiten brauchte um eins mit dem Buch zu werden und mich in das Geschehen zu begeben. Liebevoll, sinnlich und überzeugend werden immer wieder die Düfte beschrieben, das Parfüm und die natürlichen Düfte, sodass man sie sich wirklich vor Augen bzw. vor der Nase führen kann, in welcher Welt sich Giovanni bewegte. Zudem nimmt der Roman Einfluss auf die Entstehungsgeschichte des legendären Kölnisch Wasser, was bis heute ein Erfolgsgarant ist.

Kritikpunkte:
Das Buch jongliert mit einer wortgewandten Sprache, und bewegt sich nah an den realen Fakten. Somit weist es passagenweise eine gewisse Starre auf und füllt sich sehr mit Fachbegriffen und Fremdworten. Das zögert mitunter etwas den Lesefluss. Zudem erfordert der Roman zu Beginn die ganze Aufmerksamkeit des Lesers, um direkt die möglichen Konstellationen und Hintergründe, sowie die Zeitschiene verfolgen und verinnerlichen zu können. Daher wirken womöglich, so erging es mir, die ersten knapp 80 Seiten etwas trocken und Anspruchsvoll, bis die Geschichte dann schnell Öl ins Wasser gießt und eine Eigendynamik entwickelt, die dem Lesefluss und Lesetempo sehr zu Gute kommt.

Einige Namen wirken sehr ähnlich und verwirren, mit unterschiedlichen Schauplätzen. Doch auch dieser Knackpunkt wendet sich rasch und einige der anfangs aufgeführten Akteure verlieren an späterer Wichtigkeit, sodass man sich voll und ganz auf den Fokus einstellen kann: Die Geschichte des Giovanni Maria Farina mit seinem Eau de Cologne…

Die Autorin:
„Ina Knobloch lebt und arbeitet in Frankfurt und Costa Rica. Nach ihrer Promotion in Botanik hat sie bei verschiedenen Medien volontiert und erstmals publiziert. Seither Moderation und Produktion zahlreicher Sendungen und Sendereihen, Bücher und Artikel. Für ihre Recherchen hat sie die ganze Welt bereist und Medizinal- und Duftpflanzen aufgespürt, die in ihre fiktionalen wie nicht-fiktionalen Werke einfließen, von Piratengeschichten bis zum Parfümeur von Köln.“

Fazit:
Eine wahre Geschichte in literarisch ansprechende und spannende Worte verpackt. Man kann sich gut vorstellen, dieses Buch verfilmt zu sehen. 4 Sterne für dieses lokale und weitreichende historische Werk!

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