Indra Sinha Animal's People

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Inhaltsangabe zu „Animal's People“ von Indra Sinha

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  • Rezension zu "Animal's People" von Indra Sinha

    Animal's People

    Leserrezension_2009

    04. September 2009 um 09:26

    Eingereicht von Iris S.: "I used to be human once. So I'm told. I don't remember it myself, but people who knew me when I was small say I walked on two feet just like a human being." Am 3. Dezember 1984 wurden in Bhopal aus einem Werk der Union Carbide rund 40 Tonnen Methylisocyanat freigesetzt. Eine Giftgaswolke trieb dicht über dem Boden durch ein angrenzendes Elendsviertel und verursachte bei den Bewohnern Haut- und Schleimhautverätzungen, Augenschädigungen und Lungenödeme. Bis heute hat sich die Zahl der Todesopfer auf 20.000 Personen summiert, rund 100.000 Menschen, die damals dem Gift ausgesetzt waren, leiden heute noch unter chronischen körperlichen und psychischen Krankheiten. Union Carbide zahlte in den folgenden Jahren insgesamt 690 Millionen Dollar an den indischen Staat, doch nur ein kleiner Teil des Geldes kam tatsächlich auch den Opfern zugute. Für seinen Roman "Animal's People" hat der Autor Indra Sinha die Handlung von Bhopal in das fiktive Khaufpur verlegt. "That night", so bezeichnen die Einwohner Khaufpurs die Nacht des Unglücks, hat das Leben aller Khaufpuris verändert. Die von einer amerikanischen Firma (the Kampani) betriebene Chemiefabrik explodierte und setzte giftige Gase frei. Auch der inzwischen 20-jährige Animal ist eines der Opfer der Katastrophe. Seine Eltern starben, als Folge der Vergiftung krümmte sich seine Wirbelsäule, so dass er seit früher Kindheit auf allen Vieren laufen muss, und hin und wieder hört er Stimmen. Animal wohnt in den Slums von Khaufpur, seinen Lebensunterhalt kann er mit 10 cent pro Tag finanzieren und seine sehnlichsten Wünsche sind, wieder aufrecht zu gehen und mit einer Frau zu schlafen. Wobei er fest davon überzeugt ist, dass sich sein zweiter Wunsch nicht ohne seinen ersten erfüllen wird, und sein erster Wunsch erscheint ihm unerfüllbar. Längst hat er sich von der Idee verabschiedet, ein Mensch zu sein. Er sieht sich als Tier und zwar als einziges seiner Art. Eines Tages eröffnet die junge amerikanische Ärztin Elli Barber eine Klinik, in der sie alle Opfer der Katastrophe kostenlos behandeln möchte. Die Bewohner Khaufpurs sind misstrauisch. Direkt nach dem Unglück hatte sich die Kampani aus dem Staub gemacht, Schmerzensgelder wurden nie gezahlt, das Fabrikgelände wurde nie gesäubert, das Grundwasser wird weiterhin durch Chemikalien vergiftet. Die Khaufpuris vermuten, dass Elli falsche Gutachten für die Kampani schreiben soll, damit diese sich weiterhin aus der Affäre ziehen kann. Und auch ihren korrupten Politikern können sie nicht trauen. Indra Sinha lässt Animal seine Geschichte so erzählen wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Der Leser, der von Animal mit direkt mit "Eyes" angesprochen wird, soll die Geschichte durch die Augen von Menschen wie Animal sehen und nicht durch die Brille eines Sensationsjournalisten, und das gelingt ihm sehr gut, finde ich. Animal ist ein zynischer Kämpfer, der selten mit seinem Schicksal hadert, nach seinen eigenen Regeln lebt, und aber doch mitfühlender ist, als er selbst zugeben würde. Obwohl der Hintergrund der Geschichte tragisch ist, enthält das Buch sehr viele humorvolle Stellen und gleitet niemals in Betroffenheitsliteratur hinab. Die Sprache ist nicht immer einfach, Animal widerlegt erfolgreich die "Subjekt - Prädikat -Objekt"-Regel. Amüsant sind auch die eigenen Wortschöpfungen, die Animal immer wieder einbaut, wie zum Beispiel jamisponding (jamesbonding = spionieren ) Ein Besuch der Homepage des, wie gesagt, fiktiven Khaufpurs lohnt sich. Dort kann man auch Interviews mit dem ebenfalls fiktiven Animal, der aber durchaus ein Eigenleben im Kopf des Autors entwickelt hat, nachlesen. Animal's People war 2007 auf der Shortlist des MAN Bookerprize. Leider gibt es keine deutsche Übersetzung.

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