Ines Geipel Tochter des Diktators

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Inhaltsangabe zu „Tochter des Diktators“ von Ines Geipel

Ivano Matteoli, Sohn eines KP-Funktionärs, verlässt Anfang der sechziger Jahre sein toskanisches Heimatdorf gen Leningrad. Dort lernt er Bea kennen – Beate Ulbricht, das »erste Staatskind der DDR« und Tochter von Walter Ulbricht. Dies ist der Beginn einer Amour fou zwischen Ost und West, einer Liebe im politischen Geflecht zwischen Paris, Leningrad, Rom, Ost-Berlin und dem erzkatholischen Cigoli. Die Erzählerin Anni kennt Ivano von Kindesbeinen an. Auf den Dächern der alten Häuser ihres toskanischen Heimatdorfes haben sie beide zusammen gesessen und den Männern beim Bocciaspielen zugesehen. Auch, als es sie wegen des Studiums in unterschiedliche Himmelsrichtungen verschlägt – sie nach Paris, ihn nach Leningrad –, verfolgt Anni aus der Distanz Ivanos Liebe zu der Deutschen Beate. Deren Eltern, Walter und Lotte Ulbricht, versuchen die Ehe der beiden zu verhindern. Das gelingt nicht, aber der Preis dafür ist hoch. Ines Geipel ist in ihrem ganz eigenen Ton ein raffinierter und kontrastreicher Roman darüber gelungen, wie das Autoritäre ins intimste Innere des Lebens eindringt.

Ein öffentliches Leben, das nie öffentlich sein wollte. Eine Liebe, die nicht sein durfte.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

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  • Leserunde zu "Tochter des Diktators" von Ines Geipel

    Tochter des Diktators
    Knorke

    Knorke

    Werwölfe von Düsterwald - "Diktatoren Special" Dies ist eine Testrunde, um ein etwas anderes Spielprinzip auszuprobieren. Erwünscht ist deswegen am Ende ein Feedback dazu. Außerdem ist die Teilnehmerzahl stark begrenzt, damit die Runde nicht zu lange dauert.                                                                    Die Runde startet am 15.08. um 21 Uhr                         Der Tag- und Nachtwechsel findet um 19 Uhr statt#                                                         Ziel des Spiels Es gibt zwei Parteien, die Werwölfe und die Dorfbewohner. Die Werwölfe wollen alle Dorfbewohner fressen, die Dorfbewohner alle Werwölfe töten. Eine Seite gewinnt, wenn die andere tot ist.                                                               Ablauf Das Spiel teilt sich in Tages- und Nachtphasen auf, die jeweils 24 Stunden dauern. Zu Beginn werde ich den Bürgermeister aus Zeitgründen losen.In den Tagesphasen diskutieren alle Spieler (Wölfe und Dorfis), wen sie lynchen wollen. Jeder muss dabei bis zum Ende des Tages offiziell eine Stimme abgeben. Derjenige, mit den meisten Stimmen wird gelyncht und scheidet aus dem Spiel aus.In den Nachtphasen diskutieren die Wölfe im Geheimen, welchen Dorfi sie fressen wollen. Gleichzeitig gibt es noch weitere gute oder böse Rollen die in der Nacht aktiv sind. Am Ende der Nacht wird bekannt gegeben, wer von den Wölfen gefressen wurde.                                                                                                        Besonderheit - Diktator-Special Ich, der Spielleiter, bin in dieser Runde kein Gott, sondern ein Diktator. Ihr habt mir alle zu gehorchen und dürft meine aufgestellten Regeln unter keinen Umständen brechen!                                                                     Regeln Es herrscht Outing-Verbot, es darf niemand seine Rolle erwähnen oder auch nur andeuten! Niemand darf das Wort "Ich" benutzen, stattdessen darf nur von "meiner Wenigkeit" geredet werden. (Bsp: "Meine Wenigkeit hat Hunger") Über die SL wird nur als "großartige Knorke" gesprochen. Sie darf nicht Spielleiterin oder nur Knorke genannt werden Jeder muss mindestens einmal am Tag dem Diktator huldigen und ihn für irgendetwas loben. Ein Satz reicht dabei völlig aus. Kritik dagegen ist völlig verboten! In jedem Post muss das Wort "Käsekuchen" stehen, allerdings nicht unbedingt in einem sinnvollen Satz^^ Nachts müssen die Posts mit "Licht an" beginnen und mit "Licht aus" enden.                                Was passiert, wenn jemand die Regeln bricht? Wer einen Regelverstoß entdeckt, darf mir diesen per PN melden. Der Spieler, der gegen die Regeln verstoßen hat, darf bei der nächsten Lynchung nicht abstimmen. Der Spieler, der den Regelverstoß gemeldet hat, darf bei der nächsten Lynchung nicht gewählt werden. Beides wird öffentlich bekannt gegeben. Ein oder zwei Mal wird der SL einen konkreten Tag selbst überprüfen. Sollten ihm Regelverstöße auffallen, werden alle Spieler bestraft, indem sie am nächsten Tag absolutes Abspracheverbot bekommen. Weder Wölfe noch Dorfbewohner dürfen sich bei der Wahl absprechen. Jeder darf nur einen Satz posten, wen er warum gewählt hat. (Bekannt aus der Würfelrunde ;)) ## Die Rollen                                                                          1 Seherin1 Jäger 1 Heiler5 Dorfbewohner 1 Dieb 3 Werwölfe## Die Teilnehmer (maximal 12) Samea Moeriam Vanillis Mysticcat Melanie Henny Josetta Buchgeborene Mitchel livelaughlove Vucha Buchliebhaberin

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  • Ines Geipel - Tochter des Diktators

    Tochter des Diktators
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    26. July 2017 um 12:39

    Anni Paoli will eine Geschichte erzählen. Nein, sie muss sie erzählen, damit sie nicht in Vergessenheit gerät oder wie so vieles andere einfach aus den Geschichtsbüchern gestrichen wird. Und weil alle anderen inzwischen tot sind. Es ist die Geschichte von ihrem Kindheits- und Jugendfreund Ivano Matteoli und seiner großen Liebe Bea. Ivano und Anni wachsen im italienischen Dorf Cigoli, zwischen Pisa und Florenz gelegen, auf. Wie viele der Dorfbewohner sind auch Ivanos Eltern Kommunisten und früh schon verschreibt sich der Junge ebenfalls diesen Gedanken. Anfang der 60er Jahre haben Ivano und Anni die Schule beendet und ihre Wege trennen sich. Anni geht zum Kunststudium nach Paris, Ivano nach Leningrad. Dort begegnet ihm das deutsche Mädchen Bea, eigentlich Beate, noch eigentlicher Maria und am eigentlichsten die erste Tochter der DDR: Ivano verliebt sich in die Adoptivtochter von Lotte und Walter Ulbricht. Alle kommunistisch-sozialistischen Überzeugungen reichen jedoch nicht aus, um den Vorstellungen des Landesvaters zu genügen und so ist die Liebe der beiden vom ersten Tag an zum Scheitern verurteilt.Ines Geipels Roman „Tochter des Diktators“ mag zwar fiktiver Natur sein, die Eckdaten um Ivano und Bea sind jedoch real. Geboren als Maria Pestunowa wurde sie 1946 vom Landesvater adoptiert, um dem sozialistischen Idealbild der Familie und Stalins Wünschen zu genügen. Ihr Studium in Leningrad und die Hochzeit, sowie die spätere Geburt einer gemeinsamen Tochter und die Zwangsrückkehr in die DDR sind belegt. Ebenso das Ende dieser Verbindung, das durch den Passentzug eingeleitet wurde. Der Tod Beate Ulbrichts ist bis heute ungeklärt.Erzählt wird ihre Lebensgeschichte ohne dass Bea jemals persönlich in Erscheinung tritt. Dies ermöglicht Lücken und Unklarheiten zu schließen bzw. erhebt dadurch auch nie den Anspruch auf vollständige Rekonstruktion. Ebenso müssen wir nicht spekulieren über Gedanken und Gefühle, die die junge Frau durch die Repressionen des Staates, der zugleich ihre Eltern waren, ausgesetzt war. Eine literarische Form, die sehr passend gewählt wurde. Allerdings verschiebt sich hierdurch auch der Fokus der Handlung. Er liegt viel mehr auf dem Italien der kleinen Gemeinschaften. Dem Italien der Nachkriegszeit, das durch Korruption und eine ganz eigene Art des Terrorismus geprägt war. Für Anni ist die Flucht in ein fremdes Land und in die Kunst der Weg des Ausbruchs, Ivano sucht im Kommunismus und dem Traum einer Revolution den Ausweg. Ironischerweise ist es dann Anni, die 1968 in Paris eine echte Revolution miterlebt. Mit Anni, einer Figur, die sowohl Außen- wie auch Innensicht vertreten kann, ist eine passende Erzählerin gefunden. Der Roman kann vor allem durch ironische und oftmals zweideutige Formulierungen Punkten, die besonders die im Zusammenhang mit Familie Ulbricht entstehenden Absurditäten und der festgeschriebenen Normen des italienischen Dorfes angemessen in Worte fasst: „Beate Matteoli (...), die Tochter des Berliner Mauerbauers Walter Ulbricht“ oder„Hätte Cigoli einen Beichtkatalog im Hinblick auf Niedertracht, Obsession und Verrat, er wäre bunt und schillernd wie ein Pfau.“In sehr bildhafter Sprache wird das Leben einer öffentlichen Person rekonstruiert, die nie öffentlich sein wollte: „Nur der Geheimdienst führte Buch. Über das harte Ringen einer Staatstochter, etwas außerhalb dessen zu leben, was die Staatseltern ihr zubilligten. (...) Man hatte sie zu zwei Marionetten gemacht, die an Fäden hingen, von unsichtbaren Händen weitergereicht, ein Puppenpaar ohne Boden und in Dauergefahr.“Heute ist sie aus dem Bewusstsein weitgehend verschwunden, ebenso wie der Staat, in dem sie aufwuchs. Fast ironisch, eher aber tragisch, dass ihr Ende ungeklärt bleibt, wo all ihre Handlungen zu Lebzeiten minutiös überwacht wurden. Immerhin bleibt ihr mit Ines Geipels Roman wenigstens ein lesenswertes literarisches Vermächtnis.

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