Ines Thorn Wolgatöchter

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Inhaltsangabe zu „Wolgatöchter“ von Ines Thorn

Weit ist das Land, groß die Hoffnung Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Ein neues Leben im fernen Russland scheint der einzige Ausweg zu sein. Doch das Leben an der Wolga ist hart: Auf kalte, raue Winter folgen heiße, staubige Sommer. Das Haus, in das die Reiches einziehen, war einst Schauplatz eines grausigen Mordes. Annmarie begibt sich auf die Spuren der Tragödie, während Aurora sich auf eine gefährlich Affäre mit einem jungen Balten einlässt. Lydia indes muss zwischen zwei Männern wählen: dem, den sie liebt, und dem, der ihr das Überleben sichern kann.

geschichtliche Daten stimmen leider nicht - für mich ein no go für einen historischen Roman

— Gartenkobold
Gartenkobold

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    Wolgatöchter
    Gartenkobold

    Gartenkobold

    11. August 2017 um 13:24

    Klappentext: Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Da begegnet Reiche durch Zufall einem Werber aus dem großen russischen Reich. Im Auftrag von Katharina II. soll er deutsche Bürger in ihr Land holen. Endlich scheint sich für die heimatlose Familie ein Ausweg aufzutun. Doch Russlands Härte trifft sie unerwartet. An der Wolga folgen auf kalte, raue Winter heiße, staubige Sommer. Das Haus, in das die Reiches einziehen, wurde einst von Kalmücken überfallen, die dort lebende Familie ermordet. Immer obsessiver begibt sich Annmarie auf die Spuren von Mariann, der ermordeten Tochter, während Aurora sich mit einem jungen Balten auf eine gefährliche Affäre einlässt und Lydia zwischen zwei Männer wählen muss: dem, den sie liebt und dem, der das Überleben an der Wolga sichert.Es ist nicht der erste Roman, den ich von Ines Thron gelesen habe, doch dieser Roman konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Ein interessantes Thema, der Klappentext versprach eine spannende Auswanderergeschichte von Deutschen, die dem Ruf Katharinas II nach Russland folgten.Schon der Einstieg war unglücklich, die geschichtlichen Daten stimmen nicht und das ist leider ein Fauxpas, der bei einem historischen Roman ein absolutes no go ist. Das französische Offiziere bereits 1765, doch einige! Jahre vor Beginn der Revolution, bereits mit der Korkarde derselben herumspazierten, wie im Roman beschrieben, hat mir das Lesen schon fast verleidet. Außerdem wurde Franz II am 14. Juli 1792 in Frankfurt zum Kaiser gekrönt und nicht 1765, um hier nur einige Beispiele aufzuzählen…Auch die Protagonisten konnten nicht überzeugen, Georg Reiche als malendes Familienoberhaupt, ein Selbstzweifler, der die aktuell angesagten Maler nicht kennt und im Dunkeln malen kann, was jeder Logik entbehrt, die Schwestern eher fade oder völlig disharmonisch dargestellt, wie Aurora, einzig die Mutter hat sympathische Züge. Gut beschrieben der schwierige Weg nach Russland, wobei sich manch aufgetürmte Schwierigkeit plötzlich und unerwartet in Luft aufgelöst hat. Durch die ungenaue Recherche und die blassen Protagonisten leider ein Roman, der meine Erwartungen in kleinster Weise erfüllt hat, selbst wenn Fiktion mit historischen Ereignissen gepaart werden, sollte nicht die Geschichte mit falschen Daten über den Haufen geworfen werden.

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  • Wolgatöchter

    Wolgatöchter
    Kleine8310

    Kleine8310

    26. May 2016 um 21:50

    "Wolgatöchter" ist ein historischer Roman der Autorin Ines Thorn. In diesem Buch geht es um die drei Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia. Die Geschichte beginnt in Frankfurt im Jahr 1765. Georg Reiche, der Vater, der drei Schwestern wird als Kunstfälscher und Kunstdieb im ganzen Land gesucht und so leben auch die jungen Frauen in ständiger Furcht. Durch puren Zufall begegnet Georg Reiche eines Tages einem Werber aus dem russischen Reich, der deutsche Bürger nach Russland holen soll.  Für die heimatlose Familie scheint dies die Chance zu sein, nach der sich alle so sehr sehnen. Doch sie hatten sich keine Vorstellung davon gemacht, was sie in Russland wirklich erwarten würde. Nicht nur der heiße, staubige Sommer macht dort zu schaffen, sondern auch die rauen, eiskalten Winter ... Der Einstieg in die Geschichte ist mir dank des schönen Schreibstils der Autorin sogleich gut gelungen. Frau Thorn beschreibt die Gegebenheiten sehr einfühlsam, aber zudem gelingt es ihr auch gut Spannung aufzubauen. Zum Beispiel in den Passagen, in denen sich Annmarie auf Spurensuche begibt. Sie wurde von der Neugier gepackt, als sie herausfand, dass Mariann, die Tochter, der Familie, die zuvor in dem neuen Haus der Reiches gewohnt hat, ermordet wurde.   Die zweite der Schwestern Aurora hat hingegen ganz andere Dinge im Kopf und stürzt sich gedankenlos in eine Affäre mit einem Balten, die durchaus gefährlich werden könnte. Die dritte der Schwestern, Lydia, sieht sich der Frage gegenüber, ob sie auf ihr Herz, oder auf ihren Verstand hören soll, während sie zwischen zwei Männern steht ...   Die Mischung der Geschichten, die die jungen Frauen erleben hat mir gut gefallen und es brachte auch eine gute Menge an Abwechslung. Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet und ich war neugierig, wie sie sich im Laufe der Geschehnisse weiterentwickeln würden. Wo ich mir manches mal ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht hätte, war bei den Emotionen! Möglichkeiten hierfür waren durchaus geboten. Zu den historischen Gegebenheiten und ob diese richtig wiedergegeben wurden kann ich nicht viel sagen, da mein Wissen da auch nicht tief genug reicht.   "Wolgatöchter" ist ein kurzweiliger Roman, der Einblicke in die Leben von drei verschiedenen Schwestern bietet und mich weitestgehend gut unterhalten hat!

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  • Oberflächliche Geschichte um Wolgadeutsche

    Wolgatöchter
    tinstamp

    tinstamp

    07. February 2015 um 18:41

    Von Ines Thorn habe ich schon einige Romane gelesen, wobei mir "Unter dem Teeebaum" bis jetzt am Besten gefallen hat und das ich euch gerne weiter empfehle! "Wolgatöchter" hat mich leider ziemlich zwiespältig zurückgelassen. Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, dass die Autorin hier nur "an der Oberfläche gekratzt" hat. Die Geschichte plätschert vor sich hin und ging mir viel zu wenig in die Tiefe. Die Charaktere sind auch nicht wirklich sympathisch. Ich konnte mich mit niemand aus der Familie Reiche, die hier unsere Hauptprotagonisten sind, wirklich "anfreunden", noch mit ihnen mitfiebern. Dabei meint es das Schicksal gar nicht gut mit ihnen, denn das Familienoberhaupt, Vater Georg Reiche, wird wegen Kunstfälscherei gesucht. So zieht die ganze Familie von einem Ort zum anderen und kommt mehr schlecht als recht über die Runden. Da kommt ein "Russlandwerber" gerade recht. Dieser versucht Georg Reiche "anzuwerben" und das Familienoberhaupt verspricht sich für seine Familie eine bessere Zukunft im fremden Russland. Denn die deutschstämmige Zarin, Katharina die Große, sucht nach Landsleuten, die die Steppengebiete an der Wolga kultivieren sollen. Die anstrengende Reise von Frankfurt nach Saratow, das im südöstlichen Teil des europäischen Russlands, an der Grenze zu Kasachstan liegt, wurde sehr bildhaft und interessant erzählt. Der Weg ist beschwerlich und immer wieder werden Teile der Versprechungen nicht eingehalten. Es kommt zu Scheinhochzeiten, denn neuen Ehepaaren wird ebenfalls eigenes Geld und Land versprochen. So verheiratet Georg Reiche seine älteste Tochter Lydia einfach mit dem ebenfalls in eine neue Zukunft aufbrechenden Lehrer Anton. Lydia ist darüber entsetzt und fühlt sich vom Vater verraten. Sie bleibt jedoch im Buch die Vernünftigste und diejenige, die am meisten zupackt. Ich fand Lydia noch am sympathischten von der Familie. Nach ihrer Ankunft in Saratov wird den Reiches zuerst das versprochen Haus und Land verwehrt, doch dann werden sie in ein verlassenes, jedoch komplett möblierten Haus untergebracht. Bereits auf ihrer Reise ins neue, eher unwirtliche Land, haben die Reiches von Überfällen auf deutsche Zuwanderer erfahren. Die Kalmücken, mongolische Reitervölker, sind die Schlimmsten. Schon bald erfahren sie, dass im verlassen Haus, in dem sie untergebracht sind, eine deutsche Familie von diesen überfallen und umgebracht wurde. Besonders Annemarie beginnt sich mit der damaligen Tochter Marieann zu "identifizieren" und die vorher blasse und unauffällige Annemarie beginnt sich zu verändern. Aurora, die Jüngste, ist eine verzogene Göre, die weder mit anpackt, noch jemals zufrieden ist. Sie fühlt sich als etwas Besonderes und ihr einziges Ziel ist Reichtum und das angenehme Leben des Adels. Die drei Mädchen sind sehr unterschiedliche Charaktere und trotzdem konnte keine so wirklich bei mir punkten. Auch der Vater, Georg Reiche, ist sich zwar seiner Unfähigkeit anzupacken bewusst und hin und wieder plagt ihm das schlechte Gewissen, trotzdem ist Ilse, seine Frau, diejenige, die vernünftig ist und die Familie zusammenhält. Irgendwie bleiben mir hier alle Figuren einfach zu blass. Die Ausnahme ist ein ehrgeiziger und verschlagener polnischer Kaufmann, der schon bald das Leben der Familie heftig durcheinander wirbelt. Schreibstil: Ines Thorn's Schreibstil ist angenehm zu lesen. Das Buch ist in kurze Kapitel gegliedert und gut lesbar. Man wechselt zwischen den Schicksalen und Gedanken der einzelnen Familienmitglieder hin und her. Vielleicht ist die Geschichte wegen der für einen historischen Roman eher kurzen Seitenanzahl für mich nur eine Oberflächliche geblieben...... Das Thema an sich wäre sehr interessant und habe ich in noch keinem anderen Roman vorgefunden. Cover: Das Cover finde ich ansprechend. Es nimmt Bezug zu Russland, die Farben sind harmonisch und das Gold gibt dem Cover einen edlen Touch. Fazit: Leider wurde aus dem interessanten Thema um deutsche Auswanderer nach Russland, die späteren "Wolgadeutschen", eine nur oberflächliche Geschichte mit nicht wirklich sympathischen Protagonisten. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Geschichte nur an der Oberfläche blieb....

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  • Mehr Schein als Sein

    Wolgatöchter
    Slev

    Slev

    30. September 2014 um 14:59

    Romane über das viel zu wenig beachtete Thema der Auswanderung der Deutschen nach Osten im 18. Jahrhundert hatte ich bisher kaum gesehen, daher nahm ich voller Vorfreude das neuste Werk von Ines Thorn zur Hand, da mich schon der Klappentext fesselte. Um es vorwegzunehmen: ich wurde maßlos enttäuscht. Dies hatte weniger mit dem Setting zu tun, als vielmehr mit der dürftigen Handlung, den unsympathischen Protagonisten sowie der offensichtlichen mangelhaften Recherchearbeit der Autorin. Dies beginnt bereits mit dem Klappentext: entgegen der Angaben im Klappentext, dass der Roman im Jahre 1765 spielt, steigt die Handlung wohl knapp 30 Jahre später ein. Zwar vermeidet die Autorin konsequent irgendwelche Jahresangaben, allerdings berichten die Reiche Schwestern bei ihrem Spaziergang durch Frankfurt zu Beginn des Romans von den Ereignissen der Französischen Revolution, nennen unter anderem die Hinrichtung Ludwigs XVI. (im Januar 1793) und die Ausrufung der Republik. Selbst wenn man 1793 als Handlungszeitpunkt nimmt, reihen sich zahlreiche historische Kuriositäten aneinander: So sehen die Schwestern französische Offiziere durch Frankfurts Straßen flanieren, was angesichts des Krieges mit Frankreich von 1792-1797 durchaus fragwürdig erscheint. Diese Art von historischen Ungereimtheiten zieht sich durch den gesamten Roman, so wird im späteren Verlauf über einen „Feldherr mit Namen Napoleon“ diskutiert, welcher sich anschickt „sein Reich auszudehnen“ (S. 316). In Zusammenhang mit der Tatsache, dass Zarin Katharina II. während der Handlung noch lebt, erscheinen diese Aussagen fragwürdig: Napoleons Aufstieg begann 1799 mit einem Staatsstreich, Katharina II. starb jedoch bereits 1796 und hat den Aufstieg Napoleons nicht miterlebt. Der Stil und die Sprache der Autorin lassen sich leicht und flüssig lesen. Ebenfalls hervorzuheben sind die sehr anschaulich beschriebenen „neuen Situationen“ der Familie Reiche auf ihrer Reise an die Wolga: Die Märkte und die Atmosphäre der Reise ist gut eingefangen und beschrieben. Leider gilt dies nicht für die russische Sprache, die bisweilen eingestreut wird. Exemplarisch lassen sich zwei Beispiele anführen: Zum einen konnte sich die Autorin (oder das Lektorat) nicht auf eine einheitliche Schreibweise der russischen Wörter einigen. Meiner Meinung nach gibt es dabei nur zwei Möglichkeiten. Entweder man benutzt eine Transliteration, also eine buchstabengetreue Übertragung des Wortes, oder aber man gibt das Wort phonetisch, dem Klang nach, wieder. Im Roman wechselt die Schreibweise von Seite zu Seite, wobei sogar eine gänzlich falsche Schreibweise wiedergegeben wird. Zum anderen wird falsch bzw. unzureichend übersetzt. So wird der Tochter Lydia von der russischen Nachbarin berichtet, im Russischen gebe es einen entsprechenden Namen „Ljuba“, welcher „Liebe“ bedeutet. Dieses stimmt leider nur ansatzweise, da „Ljuba“ nur der Kosename des Vornamens „Ljubow“ ist, welcher tatsächlich „Liebe“ bedeutet. Die Protagonisten Familie Reiche lässt erst zum Abschluss des Romans etwas Sympathie zu. Der Vater ist den gesamten Roman über ein selbstzweifelnder, egoistischer Verbrecher. Zwar würde er, nach eigenen Angaben, alles für seine Familie tun, tut jedoch weder vor noch während der Handlung etwas, um das Leben der Familie zu verbessern. Im Gegenteil geht es der Familie zusehends schlechter durch die Aktionen des Vaters. Daneben wird die Tätigkeit des Vaters als Maler mit zahlreichen „Fehlern“ beschrieben, der sein Atelier in Kellern und auf Dachböden errichtet. (Die Tatsache, dass zum Malen ausreichend Licht benötig wird, scheint weder den Vater noch die Autorin zu stören). Die Mutter eignet sich ebenfalls nicht als Vorbild, einzig die Erziehung ihrer Töchter kann man ihr positiv anrechnen. Im Laufe des Romans hört man öfter den Ausspruch „Das wurde mit nicht an der Wiege gesungen“ von ihr, immer zu einem Zeitpunkt, wo ihre Familie Unterstützung benötigt. Trotzdem erhält die Familie Reiche diese Unterstützung vonseiten der Mutter nicht. Die Reiche Töchter bleiben ebenfalls fade, Lydia, die in allen Dingen noch das Positive finden kann, findet kaum statt. Annmarie blüht erst auf den letzten 50 Seiten etwas auf und die jüngste Tochter Aurora zieht ständig eine „Schippe“ und kümmert sich nur ihre eigenen Angelegenheiten, ohne der Familie zu helfen. Die Handlung an sich ist schnell erzählt: Die Familie Reiche lässt sich von einem besseren Leben in Russland locken und muss, nach einer langwierigen und anstrengenden Reise, feststellen, dass man sich auch in Russland Wohlstand verdienen muss. Die im Klappentext beschriebenen Liebesgeschichten der Reiche Töchter bleiben ebenso eintönig wie die Töchter selbst. Nichtsdestotrotz erhält jede Tochter ihr Happy End, wobei auch hierbei historische Hintergründe zurechtgebrochen werden (im Falle von Auroras Ehemann). Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass mich der Roman „Wolgatöchter“ von Ines Thorn sehr enttäuscht hat. Über weite Teile des Romans hatte ich das Gefühl, dass der Handlungsort beliebig ist, die Kulisse bleibt über den Großteil des Romans austauschbar, hätte genauso gut im Wilden Westen Amerikas, in Lateinamerika oder in Afrika spielen können. Die Protagonisten können keine Sympathie erzeugen, bleiben, bis auf die beiden älteren Schwestern, bis zum Schluss unsympathisch und ihre Beweggründe abwegig. (So erhält z.B. der Vater bei seiner Ankunft in Saratow vom örtlichen Kloster eine Palette Farben geschenkt, mit denen er gleich anfängt, Ikonen zu fälschen.) Die Inhaltsangabe verspricht „Ein Epos über das bewegte Schicksal der Wolgadeutschen“, dieses Versprechen kann die Autorin mit diesem Roman leider nicht einlösen. Die zahlreichen historischen und inhaltlichen Fehler, welche auf eine mangelhafte oder unzureichende Recherche schließen lässt, verbieten m.M.n. die Bezeichnung „historischer Roman“ und zerstören jeglichen Lesefluss. Wer einen seichten Liebesroman mit ein wenig Russlandbezug sucht, ist mit „Wolgatöchter“ trotz allem gut bedient, wer jedoch einen historisch fundierten Roman über die Geschichte der Wolgadeutschen sucht, ist mit z.B. „Schön ist die Jugend bei frohen Zeiten“ (ISBN 978-3-86685-195-5) besser beraten.

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  • Ein interessantes und Geschichtliches Epos von den Wolgadeutschen

    Wolgatöchter
    Arietta

    Arietta

    Die Familie Reiche gerät im Jahr 1765 in Frankfurt , mal wieder durch ihren Vater Georg einen Künstler in große Not. Er fälscht gekonnt Bilder von großen Meistern. Mal wieder droht es ihm erwischt zu werden. Wieder muss die Familie fliehen . Sie leben von der Hand in den Mund, Geld ist so gut wie keines da. Da begegnet Georg beim Besuch eines Kaffeehauses einem Werber der für Katharina die Große in Russland Leute aus Deutschland anwirbt. Er verspricht , Geld, Land , Haus Vieh und noch vieles Meer , ein Eldorado das Wohlstand und Reichtum verspricht... Georg ist so fasziniert von den Versprechungen , wäre er doch alle Sorgen auf einmal los, das er einschlägt und den Vertrag unterschreibt..... Die Familie ist mehr entsetzt als sie davon hört , aber ihnen bleibt wohl nichts anderes übrig als sich dem Schicksal zufügen... In einem großen Tross machen sie sich auf einen Entbehrungsreichen und beschwerlichen und strapaziösen Weg. Auf dem Schiff verheiratet Georg seine Tochter Lydia gegen Geld an Anton einen Lehrer. Lydia zeigt Anton die Kalte Schulter zu sehr ist sie verletzt , Anton liebt Lydia und gibt ihr Zeit.... Auch bei der Ankunft in Russland ist nichts wie es sein soll. Die Menschen ihre Kultur, Sitten und Gebräuche sind ihnen Fremd. Das Klima ist Kalt im Winter und im Sommer brütend heiß.... Man weißt ihnen nach langem hin und her das Haus einer ermordeten Familie zu. Annemarie plagen Schuldgefühle und Alpträume. Sie findet Arbeit in einem Kramladen.... Aurora die Jüngste spielt mit dem Leichtsinnig Feuer , in dem sie sich mit dem jungen Grafen Roman einlässt und begibt sich damit in große Gefahr.. Die Frauen der Familie Mutter Ilse , Lydia und Annemarie , kämpfen für ein besseres Leben. Von Früh bist Spät Arbeiten sie bis zum Umfallen, außer Aurora die in den Tag hineinlebt …. Nur harte Arbeit wenig Lohn , ob sich ihr unendliches bemühen für eine bessere Zukunft und ihr Verzicht auf viele sich lohnen wird . Aber auch wird Lydia , Annemarie und Aurora ihr Glück noch finden........ Die Autorin Ines Thorn erzählt in ihren neuen Roman , in flüssigen Sätzen von den Wolgadeutschen. Die sich im Namen der Zarin Katharina der Großen und ihrer Versprechungen aufmachten nach dem großen Reich Russland . Ihrer Naivität , der Glaube an Wohlstand und Reichtum. Von den Strapazen während der hinreise , dem Hunger , Krankheit und Tod , den großen Enttäuschungen bei ihrer Ankunft. Von der Hitze und der Kälte dieses fremden Landes, den Sitten und Gebräuchen, von den Tödlichen Gefahren durch die Angriffe der Kalmückenstämme. Von dem harten Kampf der Familien auf ein besseres Leben. Das hat sie alles Spannend und üppig verpackt. „ Ein interessantes und Geschichtliches Epos von den Wolgadeutschen „

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    • 3
    Sabine17

    Sabine17

    04. September 2014 um 21:35
  • Wolgatöchter

    Wolgatöchter
    Klusi

    Klusi

    30. August 2014 um 22:04

    Frankfurt, Mitte des 18. Jahrhunderts: Der erfolglose Maler Georg Reiche hält sich und seine Familie mit Fälschungen und kleinen Diebstählen über Wasser. Als er einem russischen Werber begegnet und erfährt, dass Katharina II. deutsche Familien sucht, die gewillt sind, sich in Russland eine neue Existenz aufzubauen, sieht Georg darin seine große Chance. Zusammen mit seiner geliebten Frau und den drei Töchtern macht er sich auf die lange, beschwerliche Reise an die Wolga. Nach ihrer Ankunft in dem fremden Land kommt die Ernüchterung, denn es ist alles nicht so einfach, wie es am Beginn der Reise ausgesehen hat. Viele Auswanderer sind schon unterwegs zurück geblieben und haben ihr Ziel nie erreicht. Die Familie Reiche wird in einem verlassenen, aber komplett möblierten Haus untergebracht. Schon bald erfahren sie, dass die vorherigen Bewohner von Kalmücken überfallen und umgebracht wurden. Annmarie Reiche fühlt sich der Tochter der ermordeten Familie verbunden und entdeckt immer mehr Gemeinsamkeiten zwischen der Toten und sich selbst. Auroras größter Wunsch ist, reich zu sein, und um das zu erreichen, lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel ein. Lydia, die älteste Tochter der Reiches, fühlt sich hin und hergerissen, zwischen der Pflicht ihrer Familie gegenüber und ihren Träumen. Georg und Ilse Reiche versuchen, sich so gut wie möglich in ihrer neuen Heimat einzurichten, mit den Gegebenheiten zu arrangieren und ihren drei Töchtern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Das wunderbar gestaltete Cover hat mich gleich verlockt, den neuen Roman von Ines Thorn zu lesen. Ich liebe den schönen Schreibstil der Autorin und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Sie hat eine ganz besondere Art, Schicksale und Begebenheiten zu schildern. Ich muss gestehen, dass ich über die damalige Zeit in Russland sehr wenig weiß und mit den historischen Daten nicht vertraut bin. Daher kann ich mir auch kein Urteil erlauben, was die Zeitangaben betrifft. Aber es geht hier auch mehr um eine Familiengeschichte im historischen Rahmen. Geschichtliche Details werden nur angerissen und bleiben eher im Hintergrund. Die meisten Charaktere und ihre Schicksale sind fiktiv, und es kommen kaum historische Persönlichkeiten im Roman vor. Für mich war es hier auch hauptsächlich interessant, wie die Lebensumstände damals in Russland waren und wie sich die Protagonisten in dem neuen Umfeld behaupten konnten, und das ist sehr lebendig und eindringlich geschildert. Nun weiß ich auch, wie es zu dem Begriff „Russlanddeutsche“ gekommen ist. Die einzelnen Charaktere und ihre Beweggründe sind sehr ausführlich und detailliert dargestellt, und man kann sich gut in die beschriebenen Situationen versetzen. Hauptsächlich dreht sich der Roman um die drei Reiche-Schwestern, die so völlig unterschiedlich sind und sich anfangs sehr fremd und verloren in der neuen Heimat fühlen. Letztendlich müssen sie ihren Weg finden, und jede von ihnen tut das auf ganz eigene Weise. Der Roman hat mich von Anfang an fasziniert und bis zuletzt nicht mehr losgelassen. Das weite Land, die Kälte, die Probleme und Ängste, dies alles kann man sich sehr gut und plastisch vorstellen, so wie es die Autorin darstellt. Mir hat diese Geschichte einen faszinierenden Blick in die damalige Zeit und in ein Land eröffnet, das mir bisher völlig fremd war.

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  • Ausgewandert - und jetzt?

    Wolgatöchter
    BettinaR87

    BettinaR87

    24. August 2014 um 17:15

    Kürzlich erschien Ines Thorns neuester historischer Roman: Unter der Zarin Katharina II, die ursprünglich eine deutsche Prinzessin aus Zerbst war, werden die weitläufigen Gebiete Russlands erschlossen. Besiedelt werden sie mit Auswanderern anderer Länder. Auch Georg, seine Frau Ines und ihre 3 äußerst unterschiedlichen Töchter machen sich auf ins Ungewisse. Deutsches Reich, das Jahr ist 1765. Die Familie Reiche ist am Darben. Vater Georg ist eigentlich Künstler, doch sein Repertoire umfasst kaum Eigenwerke: Er hält seine Familie mit Fälschungen über Wasser. Doch wo kriminelle Kräfte walten, ist auch die Justiz nicht weit – ständig befindet sich die Familie Reiche auf der Flucht. Georgs Frau Ines kommt damit einigermaßen klar, doch gerade für die drei Töchter der beiden ist das Nomadentum ein schweres Los. Wer nirgendwo richtig ankommt, wird von Männeraugen kaum wahrgenommen. Die Suche nach Ehemännern ist damit einigermaßen verdammt. Als Georg mal wieder vor dem Ruin steht, begegnet er einem Anwerber Russlands. Dieser sucht auswanderwillige Leute, die er mit vielen Versprechungen auf Haus, Land, Hab und Gut lockt. Um seiner Familie endlich die Möglichkeit für ein arbeitsreiches, aber ehrliches und ruhiges Leben zu geben, unterschreibt er den Vertrag. Dann geht es so schnell, dass Familie Reiche nicht recht weiß, wie ihr geschieht. Das neue Zuhause ist längst nicht das, was ihnen versprochen wurde: Kein Haus, unbestelltes Land, hartes Klima und niemand, der der Künstlerfamilie das Bauerndasein beibringt. Nicht zu vergessen die Kalmücken, wilde Steppenbewohner, die das Land für sich beanspruchen wollen und dafür gerne zu ihren scharfen Klingen greifen … Es ist ein Kapitel in der deutsch-russischen Geschichte, das sich einmal nicht um einen der großen Weltkriege dreht. Ein Zeitrahmen, der auch noch vor dem vielbesungenen Napoleon liegt und damit leider oft vergessen wird. Damit wird schon einmal ein frisch anmutender Hintergrund gestellt. Darauf garniert die Autorin fünf wichtige und extrem unterschiedliche Charaktere. Trotz ihrer Vielzahl gelingt es ihr, jeder Person in ihrer Erzählung die Luft zum Atmen zu geben. Soll heißen: Gleich wie unterschiedlich die Persönlichkeiten, Ines Thorn entwickelt ihre Charaktere weiter. Dabei kratzt sie nicht nur an er Oberfläche, geht aber auch nicht zu stark in die Tiefe. Herausgekommen ist nicht unbedingt ein Epos, aber eine interessant gestrickte Erzählung über das Leben der Wolgadeutschen zu Zeiten der deutschen Kaiserin.

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  • Spannende Geschichte um die Wolgadeutschen - Eine Familie geht ihren Weg

    Wolgatöchter
    Lesegenuss

    Lesegenuss

    18. August 2014 um 10:37

    Mitte  des 18. Jahrhunderts zieht es viele Deutsche in das Land der unendlichen Weiten, nach Rußland, dem Reich von Katharina der Großen. Dort hofften sie auf ein besseres Leben. Für viele Siedler schien es ein Neuanfang zu sein, ihre Bedingungen, dort zu leben, äußerst verheißungsvoll. Doch niemand war darauf vorbereitet gewesen, wie hart das Leben sein würde. Monatelanger kalter, unbarmherziger Winter an der Wolga, und dann die extremen heißen Sommermonate. Lebensumstände, die die drei Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia nicht kannten. Über das Schicksal der Wolgadeutschen kann man viel nachlesen. Als die Reiches erfahren, dass in ihrem jetzigen Haus die vorherige Familie von den Kalmücken ermordet worden war, fängt Annmarie an, sich für die Geschichte und vor allem der Tochter des Hauses, Mariann, zu interessieren. Manche Situationen wirkten sehr beklemmend, doch im nachhinein betrachtet, war es so zur damaligen Zeit. Und das die Schwestern verständlicherweise auch nach Liebe, Hoffnung für ihre Zukunft suchten, lässt hoffen. Wobei Lydia inzwischen schon verheiratet war. Vom Schreibstil her hat mich die Geschichte von Anfang an begeistert. Die Autorin versteht ihr Fach. Und so hat durch die Thematik der Wolgadeutschen und ihren sehr lebendig beschriebenen Protagonisten eine wirklich wunderbare Geschichte geschrieben. Die fiktiven Charaktere der Familie Reiche und anderen Nebencharaktere – eine gute Mischung zwischen all dem. „Weit ist das Land, groß die Hoffnung“ – so steht es auf der Coverrückseite. Und hier muss ich sagen, dass das Cover wirklich ein Blickfang ist – wunderschön!  Fazit: Ines Thorn hat mit ihrem Roman „Wolgatöchter“ eine sehr bewegende Geschichte um die Siedler, den Wolgadeutschen zu Zeiten von Katharina der Großen geschrieben. Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch auch mit Leseunterbrechungen sehr gut lesen. Die Geschichte hat mich abgeholt und gefesselt von Anfang an.

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  • Spannende Geschichte um die Wolgadeutschen - Eine Familie geht ihren Weg

    Wolgatöchter
    Lesegenuss

    Lesegenuss

    18. August 2014 um 10:37

    Mitte  des 18. Jahrhunderts zieht es viele Deutsche in das Land der unendlichen Weiten, nach Rußland, dem Reich von Katharina der Großen. Dort hofften sie auf ein besseres Leben. Für viele Siedler schien es ein Neuanfang zu sein, ihre Bedingungen, dort zu leben, äußerst verheißungsvoll. Doch niemand war darauf vorbereitet gewesen, wie hart das Leben sein würde. Monatelanger kalter, unbarmherziger Winter an der Wolga, und dann die extremen heißen Sommermonate. Lebensumstände, die die drei Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia nicht kannten. Über das Schicksal der Wolgadeutschen kann man viel nachlesen. Als die Reiches erfahren, dass in ihrem jetzigen Haus die vorherige Familie von den Kalmücken ermordet worden war, fängt Annmarie an, sich für die Geschichte und vor allem der Tochter des Hauses, Mariann, zu interessieren. Manche Situationen wirkten sehr beklemmend, doch im nachhinein betrachtet, war es so zur damaligen Zeit. Und das die Schwestern verständlicherweise auch nach Liebe, Hoffnung für ihre Zukunft suchten, lässt hoffen. Wobei Lydia inzwischen schon verheiratet war. Vom Schreibstil her hat mich die Geschichte von Anfang an begeistert. Die Autorin versteht ihr Fach. Und so hat durch die Thematik der Wolgadeutschen und ihren sehr lebendig beschriebenen Protagonisten eine wirklich wunderbare Geschichte geschrieben. Die fiktiven Charaktere der Familie Reiche und anderen Nebencharaktere – eine gute Mischung zwischen all dem. „Weit ist das Land, groß die Hoffnung“ – so steht es auf der Coverrückseite. Und hier muss ich sagen, dass das Cover wirklich ein Blickfang ist – wunderschön!  Fazit: Ines Thorn hat mit ihrem Roman „Wolgatöchter“ eine sehr bewegende Geschichte um die Siedler, den Wolgadeutschen zu Zeiten von Katharina der Großen geschrieben. Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch auch mit Leseunterbrechungen sehr gut lesen. Die Geschichte hat mich abgeholt und gefesselt von Anfang an.

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  • Wolgatöchter

    Wolgatöchter
    enila

    enila

    11. August 2014 um 11:06

    Im 18. Jahrhundert verpflichtete Katharina die Große Werber, die u.a. Deutsche für einen Neubeginn nach Russland anwarben. Eine der Familien, die sich für ein Leben in Russland entschieden hat, ist die Familie Reiche. Vater Georg ist Kunstfälscher und muss daher von Stadt zu Stadt vor den Häschern fliehen. Mutter Ilse und die Töchter Lydia, Annmarie und Aurora leiden unter der Situation und der drohenden Armut. Als ein Werber mit Georg übereinkommt, fügt sich der Rest der Familie und gemeinsam brechen sie mit anderen Aussiedlern auf, in das ferne Russland, nach Saratow an der Wolga. „Wolgatöchter“ von Ines Thorn ist ein lesenswerter historischer Roman. Hier steht das Leben von einer ganzen Familie im Vordergrund. So wird die Geschichte um die Familie Reiche von einem personalen Er-/Sie-Erzähler dargestellt. Dieser berichtet etappenweise aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder, sodass die Gedanken und Gefühle jedes Einzelnen in den jeweiligen Situationen ersichtlich sind. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die drei Töchter. Ich habe das Buch sehr zügig lesen können, da Thema und Handlung besonders bildhaft beschrieben wurden. Hin und wieder gab es unvorhersehbare Wendungen, die die Spannung weiter steigerten und vor allem das Ende interessant gestalteten. Ebenso zu bemerken ist, dass die Charaktere sehr gut herausgearbeitet wurden.  „Wolgatöchter“ ist ein historischer Roman, der wieder zu einem besonderen Leseerlebnis verhilft. Interessant und spannend gestaltet, begleitet man hier eine Familie durch Höhen und Tiefen ihrer Aussiedlung nach Russland und dem Aufbau eines neuen Lebens.

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  • ein sehr schön geschriebenes historisches Buch

    Wolgatöchter
    ulla_leuwer

    ulla_leuwer

    18. July 2014 um 09:21

    Meine Meinung: Bisher hatte ich mich mit diesem Teil der deutschen und russischen Geschichte wenig auseinander gesetzt. Natürlich ist bekannt, dass die Zarin Katharina die Große Deutsche in ihr Land holte. Aber über die näheren Lebensumstände weiß man doch weniger. Deshalb hatte ich nach dem Lesen des Klappentextes große Lust dieses Buch zu lesen und ich wurde nicht enttäuscht. Ich konnte die Familie Reiche auf ihrem Weg an die Wolga begleiten und habe dabei sowohl etwas aus ihrem Leben und auch über die Probleme der Auswanderer erfahren. Ines Thorn hat es sehr gut verstanden, beides mit einander zu verknüpfen. Nicht nur Ilse und Georg Reiche mit ihren drei Töchtern hatten große Erwartungen an das neue Leben in dem ihnen unbekannten Land. Mit ihnen ging es Hunderten so, wovon leider viele das Ziel nicht erreichten. Sehr eindrucksvoll schildert die Autorin die Strapazen der Reise und dem Neubeginn. Die Familie hat es wirklich nicht leicht. Dachten sie doch, dass Georg seiner Arbeit als Maler nachgehen könnte und damit den Lebensunterhalt seiner Familie bestreiten würde. Dass sie nun als Bauern ihr Auskommen sichern sollten, hat sich niemand träumen lassen. Oder wie sagte Ilse des öfteren: Das wurde mir nicht an meiner Wiege gesungen. Auch die drei Töchter hatten die unterschiedlichsten Vorstellungen und Träume über ihre Zukunft. Aurora war in meinen Augen zu Beginn die größte Träumerin und auch ein verwöhntes dummes Ding. Zu gerne hätte ich ihr mal den Kopf gewaschen. Zu meiner Freude konnte ich dann aber doch feststellen, dass sie erwachsen wurde. Lydia und Annmarie haben ihren Weg auch gefunden und die Entscheidungen getroffen, die für ihr weiteres Leben wichtig waren. Alle Familienmitglieder habe ich ins Herz geschlossen, den einen mochte ich weniger, die andere mehr. Aber so ist es ja nun auch im wirklichen Leben. Von Anfang bis Ende hat mich dieses Buch gefesselt. Mir hat es sehr gefallen etwas mehr über die Auswanderung und deren Umstände zu lesen. Natürlich habe ich mich auch schlau gemacht, wohin denn die Reise genau ging. Das Land ist ja so unermesslich groß und ich weiß nicht, ob ich den Mut gehabt hätte, mich auf die beschwerliche Reise ins Unbekannte zu machen. Aber vielen Menschen ging es zu der Zeit sehr schlecht und sie sahen darin für sie die große Hoffnung. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es von diesem Buch Fortsetzungen geben könnte. Auf der anderen Seite wüsste ich jetzt nicht, ob ich wirklich alles wissen will, denn den Familien standen schlimme und grausame Zeiten bevor. Fazit: Wer historische Romane liebt und neben der Handlung rund um die Auswandererfamilie etwas über Geschichte erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

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