Inez Velazquez

 3,8 Sterne bei 18 Bewertungen

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Neue Rezensionen zu Inez Velazquez

Cover des Buches Comisario Benitez und der Tote im Pool (ISBN: 9783732570362)Marinheiras avatar

Rezension zu "Comisario Benitez und der Tote im Pool" von Inez Velazquez

Auf Besuch in Andalusien
Marinheiravor 5 Monaten

Der Verkehr auf der Ricardo Soriano ist heute mal wieder fatal. Touristen schleichen in ihren Mietwagen dahin, Motorräder überholen rechts und links, Fußgänger schlendern bei Rot über die Ampel, als hätte sie der Urlaub nicht nur von allen Regeln befreit, sondern auch unverletzlich gemacht, Busse halten mitten auf der Fahrbahn, weil ihre Haltestellen zugeparkt sind, und als würde das alles nicht reichen, wuseln auch noch Stadtgärtner auf den Verkehrsinseln herum, rechen verwelkte Blüten von den Hibiskus zusammen oder reparieren die Rasensprenger.

Comisario Benitez und der Tote im Pool, E-Book Ausgabe, Seite 182

Unbezahlte Werbung, da Verlags- und Titelnennung. Der Kriminalroman von Inez Velazquez ist im Mai 2019 bei Lübbe erschienen und der erste Band einer Krimireihe um Comisario Benitez im spanischen Marbella. Das E-Book habe ich selbst gekauft.

Darum geht’s

Herzlich willkommen in Andalusien. Pablo Benitez kann die sonnige Urlaubsstimmung in seiner Heimat allerdings nicht genießen. Sein Vater liegt im Sterben, doch er kann seinen Geschwistern und seiner Mutter nicht lange Beistand leisten. Da sein Kollege nach einem schweren Unfall im Krankenhaus liegt, muss er in einem Todesfall ermitteln. Ein deutscher Auswanderer wird leblos in seinem Pool aufgefunden. Zunächst sieht alles nach einem Herzinfarkt aus, doch Benitez bleibt skeptisch. Gemeinsam mit seinen Kolleg*innen, seiner Zwillingsschwester und der kleinen Hündin Chica schnüffelt er im Leben des Opfer herum – ohne die Zustimmung seiner Chefin.

Mein Leseerlebnis

Inez Velazquez erschafft mit Pablo Benitez einen sympathischen und liebenswerten Ermittler, der, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, nicht allzu viele Machoallüren zu haben scheint. Auch wenn er kriminalistischen Spürsinn beweist, lässt er sich doch emotional in den Fall involvieren, was einerseits zu Verwicklungen und Spannungen führt und andererseits unprofessionell wirkt. Sein Umgang mit seiner Familie und seinen Freunden ist zugewandt und ehrlich. Mir fiel es sehr leicht, ihn bei den Ermittlungen zu begleiten. Allerdings wären ein paar Ecken und Kanten doch etwas spannender gewesen.

Grundsätzlich hält sich die Spannung in diesem leichten Fernwehkrimi in Grenzen. Der Fall und die fortschreitenden Entwicklungen sind interessant und ich wollte die Auflösung erfahren, allerdings wartet man auf Actionszenen oder einen großen Showdown umsonst. Der Leselust tut das keinen Abbruch, da sich die Ereignisse eher realistisch entwickeln.

Der Schreibstil ist leicht und locker. Inez Velazquez lässt Land, Leute, Landschaft und das Essen lebendig werden. Die Region Andalusiens mit ihren Touristenstädten, der Küste und der britischen Exklave Gibraltar stellen eine spannende Umgebung für viele Krimifälle dar. Insbesondere Pablos Familie und seine Kolleg*innen im Kommissariat sind mir als Leser*in ans Herz gewachsen und über ein Wiedersehen mit der einen oder dem anderen würde ich mich sehr freuen.

Die Kriminalgeschichte ist stimmig und wirkt realistisch. Die private Story rund um Pablos Vater, der im Sterben liegt und der anwesenden Verwandtschaft hat hingegen leicht karikatureske und ironische Züge, die aber an keiner Stelle deplatziert oder gar pietätlos wirken, sondern das gesamte Geschehen auflockern.

Das Cover und Lokalkolorit sorgen bei mir als Leserin für eine gute Portion Fernweh und einer imaginären Buchreise nach Südspanien.

Fazit

COMISARIO BENITEZ UND DER TOTE IM POOL ist ein leichter Fernweh-Krimi mit einem liebenswerten Ermittler und einem sympathischen kollegialen und familiären Umfeld. Land und Leute werden glaubwürdig und charmant beschrieben, sodass ich mich auf einen neuen Besuch in Marbella freue.

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Cover des Buches Comisario Benitez und der Mord am Strand (ISBN: 9783732572496)eigers avatar

Rezension zu "Comisario Benitez und der Mord am Strand" von Inez Velazquez

Sommer, Sonne, Mord
eigervor 2 Jahren

Comisario Pablo Benitez ermittelt dort, wo andere Urlaub machen. Sein Einsatzgebiet ist das schicke und mondäne Marbella. Doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Dort lebt nicht nur die High Society, sondern auch Menschen, die hart arbeiten und solche, die es gern würden, aber keinen Job finden. Zu dieser Sorte gehörte bis vor kurzem auch sein Neffe, Jaime, der Mathematik studiert hat und lange eine Arbeit suchte.

Jetzt arbeitet er seit kurzem in einer Strandbar, die eine Deutsche betreibt. Wenige Tage später wird sie tot in den Dünen gefunden. Zunächst scheint es ein privates Eifersuchtsdrama zu sein. Bald wird ihr unter Verdacht geratener Freund ebenfalls tot aufgefunden und es gibt Hinweise auf illegale Drogen. Dann verschwindet plötzlich Jaime und Comisario Benitez gerät unter doppelten Druck. Nicht nur seine Chefin möchte den Fall schnellstmöglich aufgeklärt haben, auch die große  Familie setzt ihm ganz schön zu.  Aber ist Jaime wirklich unschuldig?

Paula, die neue Kollegin von Benitez, ist auch nicht einfach und es dauert seine Zeit, bis aus beiden ein gutes Team wird. Schnell nimmt die Geschichte an Tempo auf und überraschende Wendungen bringend durchgehende Spannung. Bei diesem Krimi kommt auch der Humor nicht zu kurz, denn die Schwestern des Comisarios haben immer wieder ein Wort mit zu reden.

Das Buch ist so leicht, amüsant  und unterhaltsam geschrieben,  so dass es eine Freude macht, immer weiter zu lesen. Die Personen sind sehr gut charakterisiert und bildhaft beschrieben. Die Einbeziehung der Landschaft und örtlicher Gegebenheiten lässt Mittelmeeratmosphäre und spanisches Flair spüren.  Doch die Autorin schildert auch das heutige Spanien mit seinen Problemen, wie Jugendarbeitslosigkeit und Immobilienspekulation. So erhält dieser Fall auch einen Realitätsbezug, der dem Buch einen Hauch von Tiefe verleiht.

Der Kriminalfall ist gut ausgedacht.  Die Auflösung, nach einem Finale mit Hochspannung, ist in sich schlüssig. Mir hat die Lektüre gut gefallen und ich vergebe gern 4 Sterne. Die Familie die Comisarios hat sich für meinen Geschmack ein wenig zu sehr in den Vordergrund gedrängt und die eigentlichen Ermittlungen etwas gestört.

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Cover des Buches Comisario Benitez und der Mord am Strand (ISBN: 9783732572496)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Comisario Benitez und der Mord am Strand" von Inez Velazquez

In der Hitze Marbellas
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Dieser Krimi ist der zweite Fall für Comisario Pablo Benitez. Ort der Handlung ist der spanische Urlaubsort Marbella im August. Glühende Hitze lähmt das Leben. Doch leider hat das Verbrechen kein Einsehen mit den hitzegeplagten Spaniern. Die erste Leiche ist die Deutsche Bigi Bierwirt, die am Strand eine der begehrten Bars betreibt. Doch sie wird nicht die einzige Tote bleiben. Auch ihr eifersüchtiger Freund, der immer wieder gerne seine Nase in weißes Pulver steckt, findet einen gewaltsamen Tod. Immer wieder im Fokus der Ermittler steht Jaime, der Neffe von Comisario Benitez, denn Bigi ist (oder vielmehr war) seine Chefin. 

Meine Meinung: 

Hm, dieser Krimi lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Eigentlich müsste der Comisario sofort von diesem Fall abgezogen werden, da seine Familie betroffen ist. Ach ja, die liebe Familie! Die geht mir gehörig auf die Nerven: Die kreischende Schwestern des Comisario, die natürlich an die Unschuld des „armen, aber verdächtigen Burlis“ glauben und den Comisario zu Gesetzesbrüchen anstiften wollen oder auch der Schwager, der dasselbe vorhat. Oder die ständig greinenden alten Eltern. Nein, mit so einer Familie ist der Ermittler echt gestraft. Da könnte man fast Mitleid bekommen. Aber nur fast! Denn wirklich sympathisch ist er mir nicht. Er meckert mehrfach an seiner neuen Kollegin Paula herum, die sich zweckmäßig mit Cargohosen und Sneakern kleidet. Die eine oder andere Bemerkung ist ziemlich machohaft.

Auch die, La Chefa genannte, Vorgesetzte entkommt den Sprüchen nicht. Man spricht recht respektlos von und über sie. Ein unmögliches Verhalten. 

Comisario Benitez ist selbst ein nicht ganz einfacher Charakter. Er steht ziemlich unter der Fuchtel seiner schrecklichen Familie, ist daher Single (was mich nicht wirklich wundert). Er jammerst ständig, dass sein Gehalt nicht reicht, geht aber ständig in Gasthäuser essen, obwohl selber kochen billiger wäre. Aber, das ist wahrscheinlich unter der Würde eines spanischen Machos.

Es mag schon sein, dass die Arbeitsplatzsituation in Spanien so prekär ist, wie geschildert. Vom Jammern allein hat sich noch nichts verbessert.  

Ganz gut hingegen sind die vielen Versuchungen, das Gesetz, gegen eine entsprechende „Spende“, zu beugen, geschildert. Das scheint realistisch zu sein, da der Staat seine Beamten besonders schlecht bezahlt. Dazu passt, dass ausländische Investoren ihr (Schwarz)Geld in spanische Immobilien stecken und den Einheimischen buchstäblich das Wasser abgraben. Hier hätte ich mir noch ein wenig mehr Informationen erhofft. Was mir auch ein bisschen gefehlt hat, ist so das typische Lokalkolorit mit der Beschreibung der Umgebung sowie etwas über die schier unglaubliche Anzahl von Touristen, die Marbella jedes Jahr regelrecht belagert. Da hätte ich gerne mehr erfahren, als dass der Bagger die Orangenbäume ausreißt. 

Auffallend sind auch  zahlreiche Grammatik- und Satzzeichenfehler. Die trüben den Lesegenuss ebenso wie im Raum stehende unfertige Satzgebilde.  

Fazit: 

Dieser Krimi hat mich nicht wirklich überzeugt, daher gibt es nur 2 Sterne.

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