Inga Rogg

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Inga Rogg

Lebenslauf von Inga Rogg

Inga Rogg ist Türkei- und Nahost-Korrespondentin der »NZZ« und der »NZZ am Sonntag«. Sie studierte Ethnologie, Osmanische Geschichte und Soziologie in München. Von 2003 bis 2012 war sie NZZ-Korrespondentin in Bagdad. Seit 2011 berichtet sie über die Umbrüche und Konflikte in der arabischen Welt und der Türkei. Inga Rogg lebt und arbeitet in Istanbul.

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Inga RoggTürkei, die unfertige Nation
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Türkei, die unfertige Nation
Türkei, die unfertige Nation
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Erschienen am 24.10.2017

Neue Rezensionen zu Inga Rogg

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Rezension zu "Türkei, die unfertige Nation" von Inga Rogg

Zusammenfassung der Geschichte vom Osmanischen Reich bis zur heutigen Lage
nicekingandqueenvor 7 Monaten

"Türkei - Die unfertige Nation - Erdogans Traum vom Osmanischen Reich" von Inga Rogg ist eine kompakte Zusammenfassung der Geschichte beginnend vom Osmanischen Reich bis zur heutigen Situation. 


Inhaltlich ist Rogg kritisch Erdogan gegenüber, aber gleichzeitig teilt sie Meinungen der Mehrheit der Türkei mit, bei denen ich mir denke: Wo sind die Analysen? Wer sagt, dass Erdogan diese Statistiken nicht fälschen hat?


Außerdem ist ein grober Fehler in einem Punkt eingeschlichen - die Jahreszahl und der Sultan sind auf S. 14. falsch - einem guten Lektor wäre das sicherlich nicht untergegangen... 


Aber insgesamt habe ich viel Neues erfahren und mir wirklich viele Notizen an den Rand geschrieben. Daher ist es trotz der Kritik ein wirklich guter Einblick für das Verständnis der heutigen Lage der Türkei. 

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Rezension zu "Türkei, die unfertige Nation" von Inga Rogg

Ein gespaltenes Land
Sikalvor 8 Monaten

„Eine Nation, eine Flagge, ein Vaterland, ein Staat“, lautet das Credo der türkischen Regierungspartei AKP unter Recep Tayyip Erdogan. Die Autorin Inga Rogg ist Türkei- und Nahost-Korrespondentin der NZZ, lebt in Istanbul und erfährt so manches aus erster Hand. Ihr ist es ein Anliegen, nicht nur Erdogan als Sündenbock dastehen zu lassen, sondern eine Entwicklung der Türkei aufzuzeigen, vom Anbeginn der Atatürk-Ära, der z.B. den Laizismus in der Verfassung festschreiben ließ. Seine Ideologie beruhte auf sechs Pfeilern: Nationalismus, Republikanismus, Revolutionismus, Populismus, Laizismus und Etatismus. Interessant finde ich folgende Aussage:

 

„Dass Atatürk ein Diktator war, räumen heute selbst viele seiner Anhänger ein. Das sei nötig gewesen, um die Türkei in die Moderne zu führen, sagen sie. Die Kulturrevolution wurde denn auch nicht von einem Bürgertum getragen, sondern von Staat und Partei von oben nach unten rigide durchgesetzt.“

 

Als Erdogan vor Jahren in die Politik ging, erschien es als sei nun der große Retter an die Macht gekommen, Religion und Demokratie schienen vereinbar. Doch was hat sich geändert? Was ist passiert, dass die Türkei heute von demokratischen Regeln weit entfernt scheint? Als begnadeter Rhetoriker schafft er es immer wieder, die Massen zu mobilisieren. Mit seinen ehemals großen Demokratieversprechen ist es nicht allzu weit her, er ist ausschließlich darauf programmiert, seine eigenen Macht zu vergrößern – egal mit welchen Mitteln. Sein Ziel ist es, die Gesellschaft nach seinen Vorstellungen zu gestalten, erlässt Steuern und Verbote, wie es ihm gefällt.

 

„Das alles geschieht unter dem Deckmantel von Volksgesundheit und Jugendschutz und mit dem Verweis auf Europa. Der Haken daran ist dass die Türkei kein wirkliches Alkoholproblem hat, die überwiegende Mehrheit der Türken ist abstinent oder trinkt in Maßen. Die Verbote führen stattdessen dazu, dass der Konsum von billigen und gefährlichen synthetischen Drogen steigt.“

 

Inga Rogg versucht sachlich einen Blick auf ein konfliktgebeuteltes Land zu werfen und diese Probleme zu analysieren. Obwohl man natürlich merkt, dass sie nicht zur Pro-Erdogan-Liga gehört, versucht sie den mahnenden Zeigefinger nicht immer zu erheben. Sie interviewte überzeugte Anhänger Erdogans ebenso, wie Menschen, die Angst haben, eine gegenteilige Meinung zu äußern. Sie wird vom Sog einer AKP-Demo mitgezogen und versucht zu verstehen, warum Menschen sich dermaßen mitreißen lassen – Manipulation lässt grüßen.

 

Man merkt, dass der Autorin das Land und die Menschen am Herzen liegen. Sie wünscht sich eine Türkei, in der alle Menschen zusammenleben können, ohne irgendwelche Nationalmythen in den Fokus zu stellen.

 

Das Buch ist sehr flüssig und informativ geschrieben, jedoch hätte ich mir ein Literaturverzeichnis gewünscht. In Sachbüchern möchte ich weitere Literatur ebenso wie ein Quellenverzeichnis (auch dieses fehlt).


 

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Gespräche aus der Community

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diewortklauberins avatar

Die Türkei am Scheideweg

Die NZZ-Korrespondentin Inga Rogg analysiert die Lage in der Türkei: Ausgehend von der Geschichte des Landes beleuchtet sie die neuesten Entwicklungen in der Politik Recep Tayyip Erdogans und zeigt seine Pläne auf. In ihrem Buch "Türkei, die unfertige Nation" zeichnet die Autorin ein vielschichtiges Bild einer zerrütteten Gesellschaft und analysiert ein politisch hochaktuelles Thema aus den verschiedensten Blickwinkeln. 

An diesem Fragefreitag habt ihr die Gelegenheit, der Autorin Inga Rogg alle eure Fragen zur politischen Lage in der Türkei und der Rolle des Westens zu stellen. Also ran an die Tastatur! Zu gewinnen gibt es 5 Exemplare von "Türkei, die unfertige Nation".

Mehr zum Inhalt
Ein gescheiterter Putschversuch und mehrere Terroranschläge erschüttern 2016 die Türkei. Trotz der explosiven Lage kommt Recep Tayyip Erdogan seinem Ziel, als Präsident uneingeschränkter Herrscher über die Türkei zu werden, immer näher.
Inga Rogg zeichnet Erdogans Werdegang vom Reformer zum Autokraten nach. Eingebettet in die Geschichte des Landes, zeigt ihre Analyse, welches Ziel er mit der Errichtung der »neuen Türkei« verfolgt und welche Auswirkung seine repressive Politik hat.
Rogg untermauert ihre Ausführungen mit Reportagen, in denen unterdrückte Minderheiten ebenso zu Wort kommen wie Anhänger von Erdogan, und vermittelt so ein Stimmungsbild des zutiefst zerrissenen Landes.
Dieses Buch ist eine umfassende und differenzierte Analyse von Erdogans Politik: von seinen Anfängen bis zur brisanten Volksabstimmung über die Verfassungsänderung im April 2017. Es zeichnet ein vielschichtiges Bild einer zerrütteten Gesellschaft, deren Minderheiten durch Erdogans Machtausdehnung immer mehr an die Wand gedrängt werden und enthält eine kritische Betrachtung der Rolle des Westens.


>> Blick ins Buch

Mehr zur Autorin
Inga Rogg ist Türkei- und Nahost-Korrespondentin der NZZ und der NZZ am Sonntag. Sie studierte Ethnologie, Osmanische Geschichte und Soziologie in München. Von 2003 bis 2012 war sie NZZ-Korrespondentin in Bagdad. Seit 2011 berichtet sie über die Umbrüche und Konflikte in der arabischen Welt und der Türkei. Inga Rogg lebt und arbeitet in Istanbul.

Gemeinsam mit Orell Füssli verlosen wir 5 Exemplare von "Türkei, die unfertige Nation" unter allen Fragestellern! Einfach auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klicken und fleißig Fragen stellen!

Wir freuen uns, dass Inga Rogg Zeit gefunden hat und wünschen euch und natürlich der Autorin ganz viel Spaß beim Fragen stellen und Fragen beantworten!



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