Rezension zu "Friedrich Engels zur Einführung: Konstitution des Marxismus" von Ingar Solty
Grim-PeterOkay, 30 Seiten? Klar, auch ein nicht-kapitalistischer Verlag muss in der Marktwirtschaft mitspielen, aber wüsste ich nicht, dass die folgenden Bände alle deutlich umfangreicher sind, hätte ich mehr Fragezeichen im Gesicht als das Buch auf seinen Seiten.
Formalia beiseite, hier geht es um Friedrich Engels, einen der großen kommunistischen Vordenker. Aber war er das überhaupt - oder handelt es sich bei ihm bloß um einen Sekundanten, Saufkumpanen und Geldgeber, also eine geradezu vernachlässigbare Gestalt linker Frühgeschichte? Ein Dr. Watson für den großen Sherlock? Solty sagt: nein! Ohne Engels kein Marx. Und das eben nicht nur wegen seiner beratenden (und finanzierenden) Funktion, sondern auch, weil Engels Marx' Werk überhaupt erst in einer Art und Weise aufbereitet hat, die dessen Gedanken zur Bewegung machen konnte. Engels hat Marx überlebt, überarbeitet und ein Stück weit auch überdacht, bevor er seine unveröffentlichten Werke herausgegeben hat. (Und damit eher ein wenig der Rolle Platons für Sokrates vergleichbar.)
Solty arbeitet auch schön heraus, wie Marx und Engels sich in ihren Theorien gegenseitig beeinflusst haben. Umso unverständlicher, wieso die Reihe der Marxismen nicht mit einem Marx-Engels-Doppelband gestartet ist. Platz wäre, siehe oben, genug zwischen den "Buch"-"Deckeln" gewesen. Inhaltlich sind wir weiterhin auf Fünf-Sterne-Kurs - die Balance zwischen Verständlichkeit und Anspruch gelingt erneut.










