Inge Barth-Grözinger Alexander

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Inhaltsangabe zu „Alexander“ von Inge Barth-Grözinger

Alles beginnt mit einem Traum, dem Traum von Emanzipation und Karriere: Alexander, Sohn eines jüdischen Getreidehändlers und Geldverleihers aus der schwäbischen Provinz, ist fasziniert von den Möglichkeiten, die seine Zeit bietet. Technische Erfindungen bedeuten Fortschritt für Wirtschaft und Industrie, Bismarck eint das Deutsche Reich, Juden genießen endlich dieselben bürgerlichen Rechte wie Christen. Alexander nutzt seine Chancen, steigt ein in die väterliche Bank Pflaum & Söhne in Stuttgart, knüpft Verbindungen zu führenden Unternehmern und Finanzfachleuten - und gehört bald selbst zu den profiliertesten Bankiers. Klug managt er Wirtschaftskrise und Börsenkrach, vermehrt den Pflaum'schen Reichtum, gründet Bankfilialen in Berlin und Wien. Doch auf dem Weg zu Erfolg, Reichtum und Macht hat Alexander zweierlei zurückgelassen: seine große Liebe Sofie - und seine jüdischen Wurzeln ... Inge Barth-Grözinger geht kenntnisreich und neugierig auf Spurensuche und zeichnet eine jüdische Erfolgsstory „in diesem wunderbaren Jahrhundert des Fortschritts“ nach - mit allen Höhen und Tiefen, die zu einem Leben dazugehören. Ab 13 Jahren

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  • Rezension zu "Alexander" von Inge Barth-Grözinger

    Alexander

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. March 2010 um 23:05

    Alexander Pflaum wurde im Jahre 1839 als ältester Sohn im kleinen schwäbischen Dörfchen Pflaumloch geboren. Eigentlich war die Familie sehr mit dem Ort verbunden, doch Alexanders Vater Elias Pflaum, ein tüchtiger Geschäftsmann und Geldverleiher, strebte nach Größerem. Er träumte von einem eigenen Bankhaus in Stuttgart, wovon seine Frau Nanette jedoch wenig hielt. 1856 ging Elias' Traum dann doch in Erfüllung, und er zog mit seiner Frau und den Söhnen Moritz und Alexander, der bereits damals im Geschäft des Vaters arbeitete, in die Stadt. Das Bankhaus Pflaum & Söhne wurde gegründet und durch Elias' umsichtiges Handeln zu einem der angesehensten Häuser der Stadt. Alexander und sein Bruder Moritz erhielten die beste Ausbildung, um später einmal gemeinsam die Bank führen zu können. Der Lebenstraum des Vaters wurde an seine Söhne weitergegeben und gelebt... Inge Barth-Grözinger erzählt hier die Geschichte der jüdischen Familie Pflaum, wobei sie sich besonders auf den titelgebenden Alexander Pflaum konzentriert. Mit Hilfe seiner Nachkommen, auffallend intensiver Recherche und ihrer eigenen Fantasie ist es ihr gelungen, das arbeitsame Leben des erfolgreichen Mannes sehr unterhaltsam und bildhaft zu beschreiben. Man fühlt sich beim Lesen in die Vergangenheit versetzt und kann so gut nachempfinden, wie Alexander sich an den verschiedenen Stationen seines Lebens gefühlt haben muss. Sei es die erste große Liebe, seine Ausbildungszeit, später seine Heirat und das Leben mit seiner Frau Marie oder seine Empörung, wenn er den immer wieder aufflammenden Hass auf sein Volk, die Juden, zu spüren bekam. Geschickt lässt die Autorin historisches Wissen in die Geschichte einfließen, ohne dass Längen entstehen oder Langeweile aufkommt. Deutschland ist damals im Umbruch. Technische Erfindungen treiben den lang ersehnten Fortschritt voran, Bismarck ist stark umstritten und die Juden sind den Christen endlich gleichgestellt, zumindest vor dem Gesetz. Obwohl das Leben des Alexander Pflaum nicht von spektakulären Ereignissen beherrscht wurde, ist es dennoch sehr interessant, seine Entwicklung vom Kind zum jungen, zielstrebigen Mann und schließlich zum mitten im Leben stehenden Bankchef zu verfolgen. Alexander hat einen vielschichtigen Charakter und seine Ansichten, Taten und Aussagen regen auch nach der Lektüre zum Nachdenken an. Immer wieder lockern Briefe der unterschiedlichen Familienmitglieder die Geschichte auf und ermöglichen so verschiedene Sichtweisen und Einblicke. Ein informatives Nachwort, eine Zeittafel zur Geschichte der Familie Pflaum, ein Glossar und ein Familienstammbaum der Pflaums aus Pflaumloch rundet das Werk ab und helfen beim Sortieren der unterschiedlichen Personen und Geschehnisse. Das Buch ist für Jugendliche ab ca. 13 Jahren geeignet, wird aber auch älteren Lesern gefallen. Ein ruhiges Buch, das neben Wissen über die damalige Zeit auch gute Unterhaltung bietet.

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