Inge Barth-Grözinger Beerensommer

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Inhaltsangabe zu „Beerensommer“ von Inge Barth-Grözinger

Mit einem Schlag ist nichts mehr, wie es war. Friedrichs Familie hat alles verloren und muss nun in die Stadtmühle ziehen, zu den Ärmsten der Armen. Der einzige Lichtblick ist Johannes, der Junge mit den merkwürdig hellen Augen. Schon bald verbindet die beiden eine enge Freundschaft, die jedoch im Laufe der Jahre in erbitterte Feindschaft umschlagen soll …

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  • Ein tiefer Einblick in das harte Leben vergangener Zeiten

    Beerensommer
    LaCivetta

    LaCivetta

    08. April 2016 um 18:21

    Die Geschichte handelt vom Beginn und späteren Zerfall einer ungleichen Freundschaft zweier Jungen in einem kleinen Schwarzwalddorf Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Vollwaise Johannes wächst bei seiner Ahne im Armenhaus auf. Friedrichs Familie gehört zur angesehenen Oberschicht und lebt in einem prachtvollen Haus. Sein Vater führt einen eigenen Handwerksbetrieb. Nach dessen überraschendem Tod verliert die Familie alles. Friedrich muss mit seiner Mutter und den Geschwistern im Armenhaus einziehen. Zwischen Friedrich und Johannes entwickelt sich eine ungleiche Freundschaft. Gemeinsam müssen sie die schweren Zeiten meistern, die gezeichnet sind von Entbehrungen. Die Lebensbedingungen im Armenhaus sind schlecht. Kälte, Hunger und Armut begleiten sie über viele Jahre hinweg. Der freundliche Johannes ist Friedrich in warmer Freundschaft zugetan. Friedrich erwidert diese Freundschaft nicht in gleicher Weise. Verbittert über sein Schicksaal bleibt er verschlossen und fasst verbissen den Entschluss, sich und seine Familie aus der Armut zu befreien. Nach Abschluss der Schulzeit entwickeln sich die Lebenswege der beiden sehr unterschiedlich. Johannes kämpft nach seiner Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg für den Kommunismus, während sich Friedrich der Nazi zuwendet. Doch die Freundschaft bleibt weiter bestehen. Als Friedrich Johannes schwer hintergeht, schlägt die Freundschaft in einen erbitterten Hass um.Zwischen den Kapiteln wechselt die Geschichte immer wieder in eine zweite Handlungsebene um das Jahr 2000. Die Junge Anna aus Berlin sucht nach dem frühen Tod ihrer Mutter nach den Wurzeln ihrer unbekannten Verwandtschaft. Sie reist in das Schwarzwalddorf und trifft dort die alte Grete, die zusammen mit Johannes und Friedrich im Armenhaus aufgewachsen ist. Durch die Tagebücher ihres verstorbenen Urgroßvaters Johannes und mit Gretels Hilfe löst Anna nach und nach die Fragen zu ihrer eigenen Familiengeschichte.Meine Meinung:Der Roman gibt einen tiefen und lebendigen Einblick in das harte Leben, besonders der nicht privilegierten Menschen während der Kaiserzeit. Johannes und Friedrich erleben den 1. und 2. Weltkrieg. Auch die weiteren Bewohner des Armenhauses und des Dorfes werden gut beschrieben. Während des Lesens hatte ich das Örtchen Grunbach lebendig vor Augen. Was mich etwas gestört hat, war der Wechsel in die zweite Zeitebene. Dadurch ging viel an Spannung verloren. Die Geschichte um Anna wirkte etwas improvisiert und war für mich weniger interessant. Statt dessen hätte ich mir gewünscht, dass die Figuren von Johannes und Friedrich noch etwas besser ausgearbeitet wären, mehr Tiefe hätten. Was zeichnet die Freundschaft der beiden aus? Weshalb bindet sich Johannes so unermüdlich an Friedrich, wo der sich ihm gegenüber eher überheblich, manchmal auch neidisch zeigt. Oder was bewegt den autoritären, rassistisch angehauchten Lehrer, ein Kind aus dem Armenhaus zu fördern? Manche Handlungen sind nicht ganz plausibel. Trotzdem ein insgesamt schön geschriebener und nebenbei informativer Roman. Der rückblickende, geschichtliche Teil hat mich am meisten berührt.

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