Beerensommer

von Inge Barth-Grözinger 
4,2 Sterne bei29 Bewertungen
Beerensommer
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Neue Kurzmeinungen

Wow, tolles Buch. Grandiose Verbindung von historischen und modernen Elementen. Lesenswert.

Winterwoelfins avatar

Eine impulsive Mischung aus realer Vergangenheit, Gefühlen und jeder Menge (verwirrender) Familienbeziehungen.

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Inhaltsangabe zu "Beerensommer"

Mit einem Schlag ist nichts mehr, wie es war. Friedrichs Familie hat alles verloren und muss nun in die Stadtmühle ziehen, zu den Ärmsten der Armen. Der einzige Lichtblick ist Johannes, der Junge mit den merkwürdig hellen Augen. Schon bald verbindet die beiden eine enge Freundschaft, die jedoch im Laufe der Jahre in erbitterte Feindschaft umschlagen soll … 'Beerensommer' – ein packender Roman, der den Leser tief in die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts hineinzieht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492249300
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.07.2008

Rezensionen und Bewertungen

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    LaCivettas avatar
    LaCivettavor 3 Jahren
    Ein tiefer Einblick in das harte Leben vergangener Zeiten

    Die Geschichte handelt vom Beginn und späteren Zerfall einer ungleichen Freundschaft zweier Jungen in einem kleinen Schwarzwalddorf Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Vollwaise Johannes wächst bei seiner Ahne im Armenhaus auf. Friedrichs Familie gehört zur angesehenen Oberschicht und lebt in einem prachtvollen Haus. Sein Vater führt einen eigenen Handwerksbetrieb. Nach dessen überraschendem Tod verliert die Familie alles. Friedrich muss mit seiner Mutter und den Geschwistern im Armenhaus einziehen. Zwischen Friedrich und Johannes entwickelt sich eine ungleiche Freundschaft. Gemeinsam müssen sie die schweren Zeiten meistern, die gezeichnet sind von Entbehrungen. Die Lebensbedingungen im Armenhaus sind schlecht. Kälte, Hunger und Armut begleiten sie über viele Jahre hinweg. Der freundliche Johannes ist Friedrich in warmer Freundschaft zugetan. Friedrich erwidert diese Freundschaft nicht in gleicher Weise. Verbittert über sein Schicksaal bleibt er verschlossen und fasst verbissen den Entschluss, sich und seine Familie aus der Armut zu befreien.
    Nach Abschluss der Schulzeit entwickeln sich die Lebenswege der beiden sehr unterschiedlich. Johannes kämpft nach seiner Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg für den Kommunismus, während sich Friedrich der Nazi zuwendet. Doch die Freundschaft bleibt weiter bestehen. Als Friedrich Johannes schwer hintergeht, schlägt die Freundschaft in einen erbitterten Hass um.
    Zwischen den Kapiteln wechselt die Geschichte immer wieder in eine zweite Handlungsebene um das Jahr 2000. Die Junge Anna aus Berlin sucht nach dem frühen Tod ihrer Mutter nach den Wurzeln ihrer unbekannten Verwandtschaft. Sie reist in das Schwarzwalddorf und trifft dort die alte Grete, die zusammen mit Johannes und Friedrich im Armenhaus aufgewachsen ist.
    Durch die Tagebücher ihres verstorbenen Urgroßvaters Johannes und mit Gretels Hilfe löst Anna nach und nach die Fragen zu ihrer eigenen Familiengeschichte.

    Meine Meinung:

    Der Roman gibt einen tiefen und lebendigen Einblick in das harte Leben, besonders der nicht privilegierten Menschen während der Kaiserzeit. Johannes und Friedrich erleben den 1. und 2. Weltkrieg. Auch die weiteren Bewohner des Armenhauses und des Dorfes werden gut beschrieben. Während des Lesens hatte ich das Örtchen Grunbach lebendig vor Augen. Was mich etwas gestört hat, war der Wechsel in die zweite Zeitebene. Dadurch ging viel an Spannung verloren. Die Geschichte um Anna wirkte etwas improvisiert und war für mich weniger interessant. Statt dessen hätte ich mir gewünscht, dass die Figuren von Johannes und Friedrich noch etwas besser ausgearbeitet wären, mehr Tiefe hätten. Was zeichnet die Freundschaft der beiden aus? Weshalb bindet sich Johannes so unermüdlich an Friedrich, wo der sich ihm gegenüber eher überheblich, manchmal auch neidisch zeigt. Oder was bewegt den autoritären, rassistisch angehauchten Lehrer, ein Kind aus dem Armenhaus zu fördern? Manche Handlungen sind nicht ganz plausibel.
    Trotzdem ein insgesamt schön geschriebener und nebenbei informativer Roman. Der rückblickende, geschichtliche Teil hat mich am meisten berührt.

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 3 Jahren
    Damals im Schwarzwald ...

    Es handelt sich bei diesem Roman um eine Familiengeschichte, die im tiefsten Schwarzwald zu Beginn des letzten Jahrhunderts ihre Anfänge hat. Die Kapitel wechseln von der Gegenwart, in der die junge Anna die Hauptrolle spielt, zurück in Friedrichs und Johannes‘ Vergangenheit. Als uneheliches Kind einer unehelichen Mutter wächst Anna in Berlin ohne Wurzeln auf. Als ihre Mutter jung an Krebs stirbt, vermacht sie Anna die Tagebücher ihres eigenen Großvaters, die Licht in das Dunkel der Familie bringen sollen. Leider vermochte Annas Mutter zu Lebzeiten nie darüber zu reden. Welche dunklen Geheimnisse birgt die Vergangenheit? Anna macht sich auf eine Reise in den ihr unbekannten Schwarzwald.

    Eigentlich liebe ich diese Art von Familiengeschichten, dennoch konnte mich dieser Roman nicht 100% überzeugen. Irgendwas fehlte, das den Funken ganz überspringen lies. Trotzdem fand ich die Geschichte zum Teil sehr spannend, besonders den Teil, in dem es zu dem großen Zerwürfnis zwischen Friedrich und Johannes kommt. Für Beide ist ab diesem Zeitpunkt nichts mehr so geblieben, wie es geplant war. Der Leser erhält beim Lesen tiefe Eindrücke in die Zeit kurz vor dem ersten bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Wie hart mussten die Leute für sehr wenig arbeiten, wie viele gingen damals hungrig ins Bett. Ich schätze mich sehr glücklich, in der heutigen Zeit leben zu dürfen.

    Ich empfehle den nächsten Lesern, den vorne im Buch platzierten Stammbaum nicht so genau zu studieren, um nicht zu viel vom Ausgang der Geschichte preiszugeben.

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    Chimikos avatar
    Chimikovor 5 Jahren
    Der moderne Teil schwächelt, der historische Teil top!

    Eigentlich habe ich dieses Buch mal mitgenommen, weil ich dachte, dass es gut in meine Kategorie der BaBüs reinpassen würde. Jedoch spielt die Geschichte nicht in Baden, sondern praktisch an der Grenze zu Baden, aber eben im Schwabenländle. Die Protagonisten bezeichnen sich auch selbst als Schwaben. Nichtsdestotrotz ist diese Familiensaga ein tolles Buch und daher möchte ich es euch dennoch ans Herz legen, denn der Schwarzwald ist nicht nur in Baden schön und interessant ;)

    Immer beliebter werden ja die Bücher, in denen Personen aus unserer Zeit auf Dokumente aus der Vergangenheit stoßen und anfangen, diese zu erforschen. Dabei müssen sie oft außer Landes reisen, um alles Geheimnisse zu lüften. Auch hier ist Anna, die Protagonistin der modernen Zeit, auf der Suche nach ihren Wurzeln, denn nach dem Tod ihrer Mutter ist sie nun praktisch allein. Ihre Reise aus Berlin in den Schwarzwald bringt sie zu Gretl und den Tagebüchern ihres Urgroßvaters, der die zweite Zeitebene gestalten wird. Diese führt einen in die Zeit vor, während und auch nach dem ersten Weltkrieg bis hin zum zweiten Weltkrieg, und so langsam entsteht die Geschichte einer bewegenden Freundschaft mit Höhen und Tiefen.
    Friedrich und Johannes - eine außergewöhnliche Freundschaft, die beide ihr Leben lang prägen wird. Der Autorin gelingt es, den Leser durch die Geschichten und das gesamte Leben der zwei Jungs zu führen, ohne dass für mich persönlich Längen aufkamen.
    Gerade der historische Plot ist wirklich fesselnd und mitreißend. Man lebt tatsächlich an der Seite der beiden, man liebt und hasst mit ihnen und fühlt mit ihnen.
    Der moderne Teil mit Anna bleibt hingegen etwas unpersönlich. Die Tiefe, die man bei den Charakteren rund um Johannes und Friedrich in ihrer Zeit findet, vermisst man hingegen bei Anna. Der Rahmen in Form der modernen Handlung hatte somit stellenweise doch etwas Gezwungenes.

    Am Besten hat mir jedoch wirklich das historische Schwarzwalddorf gefallen, das einfach so typisch war, dass ich sofort ein Bild davon im Kopf hatte. Hier passt die Bezeichnung 'aus dem Schwarzwald' wirklich, denn die Gegend und ihre Kultur, ihre Entwicklung, ihre Wirkung wird miteinbezogen und man merkt einfach die Schwarzwälder Gepflogenheiten.

    Die Autorin entwickelt die Geschichte wirklich sehr feinfühlig und hat dabei einen angenehmen Schreibstil. Emotionen bringt sie damit hervorragend rüber und lässt einen doch immer wieder mitfiebern.

    Fazit

    Der moderne Teil ist für mich zwar schwächer, doch der historische Teil, die Geschichte, die sich um Friedrich und Johannes dreht, reißt es für mich doch wieder heraus: Die Entwicklung der beiden Jungs zu Männern im Rahmen der Gegebenheiten ist einfach sehr authentisch und bewegend, so dass ich einfach immer weiter lesen musste!

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    Birgit_Hermanns avatar
    Birgit_Hermannvor 7 Jahren
    Rezension zu "Beerensommer" von Inge Barth-Grözinger

    interessante, verworrene Familiengeschichte. Gut recherchiert, leider fehlt etwas die Spannung

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    Buecherladys avatar
    Buecherladyvor 7 Jahren
    Rezension zu "Beerensommer" von Inge Barth-Grözinger

    Beerensommer - Eine Familiensaga aus dem Schwarzwald

    von Inge Barth-Grözinger

    Piper Verlag

    588 Seiten

    Inhalt:

    Mit einem Schlag ist nichts mehr, wie es war. Friedrichs Familie hat alles verloren und muss nun ins Armenhaus ziehen. Der einzige Lichtblick ist Johannes, der Junge mit den merkwürdig hellen Augen. Schon bald verbindet die beiden eine enge Freundschaft, die jedoch im Laufe der Jahre in erbitterte Feindschaft umschlagen soll..Ein packender Roman, der den Leser tief in die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts hineinzieht.

    Meine Meinung:

    Ein Buch, das einen sehr nachdenklich und auch traurig macht....Man merkt gleich am Anfang, das die Autorin eine Art Biografie schreiben wollte und das ist Ihr auch auf eine sehr eindrucksvolle Art gelungen...ich habe bis zum Nachwort gedacht, ich lese eine echte Biografie...so wie sie alles geschildert hat, muss es wirklich früher ausgesehen haben....das Buch springt zwischen zwei Epochen hin und her, also in einem Kapitel handelt es von Anna, die nach dem Tod Ihrer Mutter in deren kleines Heimatdorf irgendwo im Schwarzwald aufsucht und entfernte Verwandte nach der Herkunft Ihrer Mutter befragt und durch alte Tagebücher, die Ihr Urgroßvater für sie geschrieben hat, eintaucht in die Zeit 1911 bis ca 1950. Im nachfolgenden Kapitel dann wieder die Erzählweise aus der Sicht von Urgroßvater Johannes und seinem Freund Friedrich....man taucht also immer hin und her...das hat es mir manchmal auch nicht ganz leicht gemacht...auch wenn es am Anfang des Buches einen Chronologischen Stammbaum der Familien gibt, so tauchen doch immer sehr viele neue Menschen auf und man muss sich doch sehr konzentrieren...das Buch ist definitv nicht für so mal eben "zwischendurch" zu lesen, sondern man muss sich Zeit nehmen und dabei auch ungestört, also nicht abgelenkt werden....auch macht einen das Buch sehr nachdenklich....gerade zum Ende hin wenn über den zweiten Weltkrieg erzählt wird...ich bin ja nun lange nach dem Krieg geboren, aber es hat mich dennoch ziemlich erschüttert und aufgewühlt! Aber trotzdem lohnt es sich das Buch zu lesen...aber wie gesagt, davor und danach besser wieder eine leichte und lustige Kost lesen:-)

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    B
    buchlingAnnavor 10 Jahren
    Rezension zu "Beerensommer" von Inge Barth-Grözinger

    Toll!!!!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Wow, tolles Buch. Grandiose Verbindung von historischen und modernen Elementen. Lesenswert.
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    Winterwoelfins avatar
    Winterwoelfinvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Eine impulsive Mischung aus realer Vergangenheit, Gefühlen und jeder Menge (verwirrender) Familienbeziehungen.
    Marie83s avatar
    Marie83
    C
    coffeegirl

    Gespräche aus der Community zum Buch

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