Inge Becher Lautlose Stufen

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Inhaltsangabe zu „Lautlose Stufen“ von Inge Becher

Deutschland, 1939. Hella Arnold ist 10 Jahre alt, als sie eine rätselhafte Krankheit bekommt. Immer wieder muss sie für lange Zeit ins Krankenhaus, sie fehlt in der Schule und kann auch nicht, wie ihre Freundinnen, den Jungmädeln beitreten. Hella wird zur Außenseiterin, immer stärker wird ihre Lebenswelt eingeschränkt. Dabei möchte sie doch nur eines: dazugehören wie alle anderen.
Mit 14 erfährt Hella von speziellen Kliniken, in denen schwerkranken Kindern wie ihr geholfen werden kann. Sie bittet den Chef­arzt des Krankenhauses um eine Überweisung dorthin. Als ihr Hausarzt und ihre Eltern davon hören, sind sie entsetzt: Denn aus diesen Kinderfachkliniken kam noch kein Kind lebendig zurück …

Hella Arnold ist 10 Jahre alt, geht zur Schule, wächst in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Sie selbst fühlt sich jedoch rundum wohl ...

— Sabine_Hartmann

Ein Thema das hier sehr gut verarbeitet wurde, vor allem für junge Leser

— sweetpiglet

Kaum beachtetes Thema großartig aufgearbeitet.

— ConstanzeBudde

Wäre eine tolle Schullektüre! Klasse, auch für Erwachsene!

— MargareteRosen

Ein Kinderbuch über das Leben eines 10 jährigen Mädchens in der NS Zeit, das so viel mehr ist als nur ein Kinderbuch!

— Mikki

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  • Sachbuch und Erzählung geschickt kombiniert.

    Lautlose Stufen

    Sabine_Hartmann

    21. February 2017 um 14:14

    bis sie erkrankt.   Niemand weiß genau, um welche Krankheit es sich handelt, aber sie muss oft ins Krankenhaus, versäumt Unterricht und kann - vor allen Dingen - kein Jungmädel werden. Das allein macht sie schon zur Außenseiterin, hinzu kommt noch, dass sie und ihre Eltern katholisch sind. Den Leserinnen und Lesern erschließt sich schnell, dass Hella im Nationalsozialismus aufwächst. Wir begleiten sie, bis zu ihrem 14. Lebensjahr. Bemerkungen der Erwachsenen, die Hella mit anhört, sprechen eine deutliche Sprache. Gleichzeitig steht jedem Kapitel eine kurze, sehr gut verständliche Einführung in bestimmte geschichtliche Aspekte dieser Zeit voran. Einmal geht es um die Lehrer, denen die Mitgliedschaft in der NSDAP vorgeschrieben war, ein anderes Mal um Radios und Fernseher bzw. den Volksempfänger usw. Die erzählte Geschichte um Hellas Leben ist so eingebettet und erhält einen Rahmen, der es auch jüngeren Menschen erlaubt, die Geschehnisse einzuordnen. Sicher wird vielen der Atem stocken, wenn sie die Rechenaufgabe lesen, in der die Schüler ausrechnen soll, wie viele Lehrer man einstellen könnte, wenn es keine “Krüppel” gäbe, die der Staat durchfüttern muss (S. 15). Doch dadurch wird schon an dieser Stelle das eigentliche Thema des Romans klar: es geht um lebensunwertes Leben. Auch Hella, deren Krankheit sie daran hindert zur Schule zu gehen, wird als lebensunwert eingestuft, obwohl sie nähen lernt und beim Ausbessern von Kleidungsstücken hilft. Der Titel des Romans bezieht sich auf die Stufen, die Hella in ihrem Haus nur benutzen darf, wenn sie sich nach unten schleichen will, ohne von den Eltern gehört zu werden. Sie ihrerseits hört dadurch einiges, was nicht für ihre Ohren bestimmt war. Hella ist ein tapferes, auch mutiges Mädchen, das nicht unbedingt alles versteht, was um es herum geschieht, aber immer versucht, alles richtig zu machen. Mehrmals wird die Geschichte richtig spannend. Der Autorin gelingt es, mit vielen Dialogen und eindringlichen Bildern vom Leben im Nationalsozialismus zu erzählen. Inge Becher leitet ein Museum in Georgsmarienhütte. Den Anstoß zu diesem Buch gab das Projekt “70 Jahre danach - Generationen im Gespräch”, das die Autorin 2015 gemeinsam mit der Stadt Georgsmarienhütte und dem Anne Frank Zentrum durchführte. Eine Leseempfehlung, gerade auch für Leseungeübtere.

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  • Lautlose Stufen

    Lautlose Stufen

    sweetpiglet

    07. May 2016 um 12:47

    Dank Frau Fuchs vom Monika Fuchs Verlag bin ich auf dieses wunderbare Buch aufmerksam geworden. Das Thema hat mich sofort angesprochen, da man selten Bücher aus der Zeit des zweiten Weltkrieges liest, die sich nicht die jüdische Verfolgung zum Thema gemacht haben. Natürlich wird auch dieses schwere Verbrechen innerhalb des Buches angesprochen, der Fokus liegt jedoch darauf, was mit den Babys, Kindern und Jugendlichen passierte, die für das Reich nicht "lebenswert" waren. Als wir Hella als unsere Protagonistin kennen lernen ist sie 10 Jahre alt und scheint von einem Tag auf den anderen zu erkranken, und kein Arzt kann sich erklären was mit ihr nicht stimmt. Immer wieder bekommt Hella Krämpfe und Anfälle und muss für lange Zeit ins Krankenhaus. Das wirkt sich natürlich auf ihr soziales Leben und auf ihre schulische Bildung aus. Ich möchte an dieser Stelle nichts vorweg nehmen, damit auch andere Leser die Geschichte entdecken können. Inge Becher schafft es durch einfache Worte die Grausamkeiten innerhalb des deutschen Reiches verständlich zu erklären. Daher würde ich dieses Buch auch uneingeschränkt als eine Schullektüre empfehlen, denn die Wortwahl ist wirklich einfach gehalten, und die emotionale Tiefe hält sich in Grenzen, was für mich zwar leider nicht optimal war, aber für junge Leser, die sich das erste Mal mit diesem Thema auseinander setzen ideal. Am Anfang jeden Kapitels gibt es kurze, geschichtliche Informationen um den Leser auf den aktuellen Stand zu halten. Insgesamt konnte mich Hellas Geschichte, aber auch die der Nebenprotagonisten fesseln, auch wenn ich mir noch viel mehr Input gewünscht hätte, da ja auch Potenzial noch da ist, aber ich denke das Ziel, nämlich das Thema dem jungen Leser zu vermitteln ist erreicht und sehr gut umgesetzt. Fazit: Ein Buch das mich fesseln konnte, und unterhalten hat. Das Thema der Tötung von "nicht lebenswerten" Kindern und Jugendlichen ist brisant und gut aufgearbeitet, für junge Leser sehr gut geeignet, für meinen Teil fehlte mir hier noch etwas mehr emotionale Tiefe.

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  • Laut sagen, was verschwiegen wurde

    Lautlose Stufen

    ConstanzeBudde

    24. April 2016 um 17:43

    An ihrem 10. Geburtstag ist Hella ein Kind wie jedes andere auch in den 1930er Jahren. Sie freut sich, bald zu den Jungmädeln zu kommen und mit ihren Freundinnen Abenteuer zu erleben. Doch kurz darauf erkrankt sie auf rätselhafte Weise, muss für lange Zeit ins Krankenhaus, ohne dass die Ärzte herausfinden können, was ihr fehlt.Hella kann nicht mehr zur Schule gehen, ihre Freundinnen kapseln sich von ihr ab und das Leben scheint nur so an ihr vorbeizugehen. Vier Jahre später erfährt Hella von besonderen Kliniken, in denen schwerkranken Kindern geholfen werden kann und sie hofft, dorthin überwiesen zu werden. Ihre Eltern und ihr Hausarzt sind über diesen Wunsch jedoch entsetzt. Denn aus den vermeintlichen Wunderkliniken ist noch kein Kind lebend zurückgekehrt. Wieder so ein Kriegs- und NS-Zeit-Buch könnte man denken. Und tatsächlich erweckt Lautlose Stufen zunächst den Anschein eines der Bücher zu werden, in denen die Schrecken der Nazi-Diktatur jungen Lesern veranschaulicht werden soll. Aber Inge Becher bringt in ihrem Roman ein bisher wenig beachtetes Thema zur Sprache. Das Streben der Nazis nach einer gesunden Rasse, die durch die Ausmerzung kranken Lebens auf perfide Weise perfektioniert werden sollte. Behinderte und Kranke wurden in Spezialkliniken vermeintlich behandelt, fielen aber früher oder später dem "Euthanasie"-Gedanken zum Opfer. Den Angehörigen wurde brieflich berichtet, die Kinder seien leider an einer Lungenentzündung verstorben. Auch Hella, die Protagonistin des Romans, landet schließlich auf einer der Listen sogenannten "unwerten Lebens" und soll in eine solche Spezialkinderklinik überwiesen werden. Hella ahnt nichts von den Methoden dieser Kliniken, nur ihr Hausarzt und ihre Eltern hegen einen Verdacht und sind entsprechend entsetzt. Die Autorin schildert in leicht zugänglichen und sehr eindrücklichen Bildern, wie die kränkelnde Hella sich im immer enger werden Netz der Diktatur entwickelt und welchen Gefahren und Ausgrenzungen sie ausgesetzt ist. So wie ihre Brüder Mitglieder in der Hitlerjugend sind, will sie genauso dazugehören, zusammen mit ihren Schulfreundinnen. Doch bedingt durch ihre Krankheit, die sie immer wieder ans Bett fesselt, hat sie keine Gelegenheit zu den Treffen, Aufmärschen und Versammlungen zu kommen und wird so schnell zur Außenseiterin. Der Schule wird sie verwiesen, weil sie ihre Mitschüler beim Lernen aufhalte. Hella wird in die Isolation getrieben. Erst als ihre Tante ihr eine Nähmaschine bringt, blüht Hella wieder ein wenig auf. Sie beginnt zu Nähen und bekommt kleinere Aufträge aus der Klinik, alte Kleidung umzunähen. Hier fügt Inge Becher dezent Hinweise auf die Judenverfolgung ein. Die Kleidung, die Hella umnäht, stammt zum größten Teil aus dem Besitz enteigneter und verschleppter Juden. Diese kurzen Hinweise, die nicht weiter großartig thematisiert werden, zeigen sehr gut, wie das Denken der damaligen Gesellschaft war. Manche wussten wohl tatsächlich nicht, was um sie herum geschah, Inge Becher zeigt aber deutlich auf, dass es oftmals auch eine Frage dessen war, was man sehen und verstehen wollte. Lautlose Stufen zeichnet sich durch typische Charaktere dieser Art von Roman aus. Es gibt den cholerischen Lehrer, die linientreuen Parteimitglieder, die Bürger, die sich der Einfachheit halber anpassen und Geschehnisse nicht weiter hinterfragen, sowie die wenigen Menschen, die Hitler kritisch gegenüber stehen und sich durch Kleinigkeiten bemühen, sich von der Masse abzusetzen und ihren moralischen Vorstellungen treu zu bleiben. Um jede Gruppe glaubwürdig zu zeichnen, benötigt die Autorin nur wenig Worte. Sie lässt die einzelnen Typen durch ihre Handlungen sprechen und fügt nur selten wertende Gedanken durch Hella ein. Jedes Kapitel beginnt die Autorin mit einer kurzen historischen Einführung, die nur wenige Sätze umfasst und sich typographisch von der Geschichte absetzt. Dies hilft Lesern, die das nötige historische Wissen nicht haben, die Geschehnisse im entsprechenden Rahmen zu sehen. Für alle anderen ist es eine Einführung auf das jeweilige Kapitel, die aber auch überlesen werden kann. Ein wenig schade ist, dass in diesen Texten hin und wieder irritierende Tempuswechsel auftauchen, die sich nicht schön lesen lassen. Mit seinen 106 Seiten ist Lautlose Stufen insgesamt aber ein durchaus überzeugender Roman, der aufgrund seiner Kürze sicherlich auch Jugendliche ansprechen wird, die nicht so lesebegeistert sind. Auch ein Einsatz als Unterrichtslektüre ist für Inge Bechers Debüt gut vorstellbar. Eine Geschichte, die mit ihrer Thematik definitiv Aufmerksamkeit verdient und gleichzeitig neugierig macht auf mögliche weitere Romane der Autorin.

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  • Zeitgeschichte spannend erzählt! Die NS-Zeit aus der Sicht von Jugendlichen!

    Lautlose Stufen

    MargareteRosen

    06. April 2016 um 18:06

    So wie die Stufen lautlos werden, schleicht sich die Gefahr in das Leben der 10jährigen Hella ein. Über 4 Jahre steigert sich die Kontrolle der Nazis im eigenen Land zu einer totalen und alltäglichen Gefahr. Die 10jährige Hella erkrankt und wird als "unwertes Leben" eingestuft. Um wieder ein normales Mädel zu sein, meldet sie sich ohne Wissen der Eltern, in einer Kinderklinik an. Kann sie doch noch gerettet werden? In der Geschichte erfahren wir auch über andere Kinder. Das Schicksal Margaretes hat mich natürlich selbst sehr betroffen gemacht. Vieles wußte ich schon über Eutanasie im 3. Reich und doch konnte mich die Autorin mit neuen Informationen überraschen. Inge Becher schreibt in einem für 10 - 14jährige gut zu verstehenden und klaren Stil. Die am Beginn jeden Kapitels stehenden Informationen über die Nazizeit sind ohne Wertung - klar und deutlich. Ich merkte beim Lesen mit wieviel Andacht und Liebe Inge Becher diese Geschichte geschrieben hat. Dieses Buch ist herrvorragend für den Deutsch- und Geschichtsunterricht geeignet. Ich kann es LehrerInnen nur ans Herz legen. Ihre SchülerInnen werden diese Geschichte verschlingen, und dann ganz viele Fragen haben. Mein Tipp für Eltern: Lesen Sie mit Ihrem Kind das Buch zusammen, damit die aufkommenden Fragen auch direkt beantwortet werden können. Ein ruhiges, sachliches und neutral geschriebenes Buch, für die Zielgruppe ideal. Faszinierend wie dieses kleine feine Taschenbuch Zeitgeschichte auf 100 Seiten spannend und informativ erzählt. Ich danke Monika Fuchs vom "Die Bücherfüxin"-Verlag für das Angebot, dieses Buch zu lesen. Es hat sich gelohnt!

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    • 2
  • Interessant & spannend ...

    Lautlose Stufen

    Mikki

    28. March 2016 um 18:17

    Wie der Klappentext bereits verrät beschäftigt sich das Buch mit dem Leben eines jungen Mädchens in der NS Zeit. Doch nicht einfach nur mit dem Leben, sonder auch mit den Tücken und Schwierigkeiten dieser Zeit, vor allem wenn man eben nicht so in das System gepasst hat.Das Buch wird teilweise aus verschiedenen Perspektive erzählt, zum Großteil aber aus der Sicht der 10 jährigen Hella. Sie würde gern am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und einfach nur sein wie ihre Freundinnen, jedoch wird sie von einer mysteriösen Krankheit immer wieder ausgebremst. Dies stoppt jedoch nicht ihre Gedanken, denn Hella versteht nicht alles was um sie herum passiert, aber sie merkt, dass manches definitiv nicht mit rechten Dingen zugeht. Doch was genau passiert eigentlich in Deutschland? Die Charaktere sind vielseitig und verkörpern verschiedene Menschengruppen. Hella ist jemand, der nicht einfach alles schluckt was ihm vorgesetzt wird. Sie reflektiert das Handeln der Anderen und beobachtet verschiedene Reaktionen. Sie denkt nach und zieht ihre eigenen Schlüsse. Ihre Freundinnen sind da schon anders, sie gehen voll in ihren Tätigkeiten auf, sind von Hitler überzeugt und sich defintiv nicht immer einig mit Hella. Auch dies fand ich eine sehr wichtige Entwicklung für die gesamte Story des Buches. Auch die erwachsenen Charaktere lassen sich auf ähnliche Weise differenzieren, es gibt eben solche und solche. So wie es 1939 wohl auch wirklich gewesen sein wird. Ich finde die Gestaltung des Buches sehr gelungen. Der Titel findet im Buch immer mal wieder Anklang, mal offensichtlicher, mal weniger offensichtlich, sowas mag ich ja immer sehr! Außerdem finde ich es sehr toll, dass es an Stellen, an denen es wichtig & passend war, geschichtliche Fakten erklärt wurden. Dies finde ich besonders unter dem Gesichtspunkt wichtig, dass das Buch an jüngere Leser gerichtet ist, die vielleicht noch nicht so über alle geschichtlichen Hintergründe informiert sind. Ich finde, das Buch gibt eine gute Möglichkeit ein erstes Gefühl für die NS Zeit aus Kinderaugen zu vermitteln, was auch absolut gelungen ist. Es wird wichtiges vermittelt, zum Nachdenken angeregt aber auch nicht zu sehr schockiert, sodass auch ein Kind dieses Buch definitiv sehr gut lesen kann um einige Eigenschaften der Zeit unter Hitler kennen zu lernen. Das einzige was mich ein bisschen überrascht hat, dass der Klappentext doch schon einiges an Handlung vorweg nimmt. Die Story ist definitiv noch spannend und super interessant, aber es wird eben doch auch schon viel verraten. Insgesamt ist "lautlose Stufen" mehr als ein Buch für Kindern. Auch ich habe noch etwas Neues daraus gelernt und einen neuen Blickwinkel auf manche Entwicklungen erfahren. Die NS Zeit ist ein Teil unserer Geschichte der wohl immer aktuell sein wird, "lautlose Stufen" bietet Kindern einen gut konzipierten Einstieg in die Geschichte und älteren Lesern eine neue Perspektive auf dieses Thema.

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  • Sehr gutes Jugendbuch

    Lautlose Stufen

    GrueneRonja

    20. March 2016 um 16:14

    „Du bist aber kein ordentliches deutsches Mädchen. Du bist ein krankes, unnützes Geschöpf. So was wie du ist lebensunwertes leben.“ (S. 78) Bei Hellas Familie knarren die Stufen, bis auf Fünf. Von unten sind es die zweite, die fünfte, die achte, die zwölfte und die fünfzehnte, die lautlos sind. Hella nutzt die Stufen, um ihre Eltern manchmal zu belauschen. Und am Ende retten sie ihr auch noch das Leben. Dieses Jugendbuch ist sehr gut. Am Anfang von jedem Kapitel gibt es Erklärungen zu der Nazizeit, zu einigen Erlassen gegen Juden, zu den Morden in Lagern, und auch wie mit kranken Menschen, also den zu der Zeit unheilbaren kranken Menschen, umgegangen wurde. Dabei sind die Erklärungen sehr leicht zu verstehen, ohne dass sie an Grausamkeit oder Wahrheit einbüßen. Lautlose Stufen beschreibt das Leben von Jugendlichen von 1939 bis zum Ende des Krieges, mit der Geschichte von Hella im Mittelpunkt, die durch eine Krankheit zur Außenseiterin wird. Hella ist 10 und sollte im nächsten Frühjahr zu den Jungmädel gehen, als sie krank wird. Nach langen Krankenhausaufhalten wird sie auch aus der Schule ausgeschlossen, und gerät so immer weiter in den Schatten, der am Ende ihr Leben bedroht. Die Schreibweise ist sehr leicht verständlich, die Geschichte gut recherchiert und besteht aus Teilen von Zeitzeugenberichten. Alles in allem ein sehr gutes Buch, dass die Nazizeit und seine Grausamkeiten auch Jugendlichen nahe bringt, gerade weil es um die Jugend zu dieser Zeit geht.

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