Inge Grolle Die jüdische Kauffrau Glikl (1646 - 1724)

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die jüdische Kauffrau Glikl (1646 - 1724)“ von Inge Grolle

Eine jüdische Kauffrau, Unternehmerin und Perlenhändlerin aus Hamburg, ist 200 Jahre nach ihrem Tod als 'Glückel von Hameln' berühmt geworden. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts hatte sie begonnen, ihre Lebenserinnerungen aufzuschreiben. Erstmals veröffentlicht wurden ihre Memoiren 1896. Wir erfahren von Glückel, die historisch korrekt 'Glikl' heißt, wie die Juden in Hamburg und Altona nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges lebten, was ihnen möglich und was ihnen verwehrt war. Wir gewinnen Einblick in das familiäre Alltagsleben von Juden, lernen ihre Sitten und Gebräuche kennen, verfolgen die Handelstätigkeit jüdischer Geschäftsleute, werden eingeweiht in das Verhältnis zwischen Ehegatten und beobachten ihre Haltung gegenüber den Kindern. Nachdem in den letzten 20 Jahren verschiedene wissenschaftliche Studien über diese ganz einzigartige Quelle erschienen sind, wirft Inge Grolle nun einen aktuellen Blick auf die außergewöhnliche Hamburgerin.

Nicht nur die Biographie selbst, sondern auch die Geschichte zu diesem Buch ist mehr als bemerkenswert.

— Bellis-Perennis

Stöbern in Biografie

Zum Aufgeben ist es zu spät!

Sehr lesenswert!

Wedma

"Ich mag, wenn's kracht."

Ein Buch für Fans von Jürgen Klopp und dessen Trainerstil, das allerdings für den Kenner nicht viel Neues bereithält.

seschat

Nachtlichter

Eine sehr bewegende Rückkehr zu den eigenen Wurzeln.

AmyJBrown

Unorthodox

wirklich lesenswert! die aufrüttelnde Geschichte einer außergewöhnlichen jungen Frau die ausbricht.

Gwenliest

Victoria & Abdul

Eher ein Sachbuch als ein Roman. Trotzdem eine schöne Geschichte.

Nora_ES

Ich mag mich irren

Ein Leben mit Geheimagenten, der Weltpolizei und Außerirdischen. Definitiv lesenswert und hochinteressant!

Kunterbuntegrunewelt

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein bemerkenswertes Zeitdokument aus dem Hamburg des 17. Jh.

    Die jüdische Kauffrau Glikl (1646 - 1724)

    Bellis-Perennis

    Ich habe das Buch im Hamburger Museum gesehen und musste es sofort kaufen. Sowohl die Geschichte selbst als auch die Geschichte der Aufzeichnungen sind bemerkenswert. Das Buch basiert auf der Autobiographie der Glückel, Pinkerle oder Glikl bas Judah Leib, Tochter des Judah Loeb, die zwischen 1646 und 1724 in Hamburg lebte. Das außergewöhnliche an diesem Zeitdokument ist die Tatsache, dass Frauen selten Biographien verfassten. Meistens waren sie des Lesens und Schreibens unkundig. Wenn sie aber dennoch über diese Kulturfähigkeiten verfügten, so schrieben sie allenfalls Kochbücher oder ihre Geschichten wurden niemals veröffentlicht. Bevor Inge Grolle den ursprünglich in jiddisch geschriebenen Text bearbeitete, hatte der schon eine weite Reise hinter sich. Das Original ist verschollen. Glikls Sohn Moses hat es vorab kopiert, landete die Kopie in Budapest, danach in Wien (wo er von Berta Pappenheim auf Deutsch übersetzt wurde). Inge Grolle hält sich ziemlich genau an das Original. Lediglich die „Gute-Nacht-Geschichten“ sind des besseren Leseflusses wegen in ein extra Kapitel zusammengefasst. Was berichtet nun Glikl über ihr Leben? Als junges Mädchen (zwölfjährig!!) – wie üblich – mit einem weitaus älteren Mann, Chajim, verheiratet, dreht sich lange Zeit alles um die „drei berühmten Ks“ Kinder-Küche-Kirche“, wenn auch die „Kirche“ Synagoge heißt und die Reihenfolge vielleicht anders ist. Sie bringt insgesamt 14 Kinder zur Welt, die bis auf zwei überleben. Mit Chaijm lebt sie lange glücklich und in einigem Wohlstand. Als der Ehemann stirbt, führt sie seine Geschäfte erfolgreich weiter. Das Blatt wendet sich, als Glikl den reichen Bankier Hirsch Levy aus Metz heiratet. Der macht Bankrott und der mühsam aufgebaute Wohlstand seiner Gemahlin wird bis zum letzten Zinnlöffel zur Abdeckung der Schulden verwendet. Auch Glikls Mitgift ist verloren. Die letzten Jahre verbringt Glikl in völliger Abhängigkeit im Haus ihrer Tochter. Das ist die eigentliche Tragik der Glikl bas Judah Loeb. Sie, die immer alles daran gesetzt hat, selbstständig zu sein, ist auf das Wohlwollen anderer angewiesen. Vieles ist über Leben und Alltag der Glikl bekannt, über ihre Gemütsregungen, Wünsche, Trauer, Enttäuschung. Sie berichtet – und das ist äußerst bemerkenswert – wie eine Chronistin über alltägliche Ereignisse. Sei die Pest, die in Hamburg wütet, sei es Mordgeschichten und Aufstände. Inge Grolle hat behutsam das Manuskript bearbeitet. Manchmal ist es nicht einfach zu lesen. Es ist aber ein bemerkenswertes Zeitdokument. Die Abbildung ist eine Verfälschung der Geschichte, da hier Berta Pappenheim in einer Kostümierung des 17. Jahrhunderts abgebildet ist. Ich finde, dass das der Lebensgeschichte der Glikl keinen Abbruch tut. Der Leser kann sich selbst ein Bild der Kauffrau von Hamburg erschaffen. Für Leser mit Interesse an der jüdischen Geschichte Hamburgs und interessanten Frauengestalten ein unbedingtes MUSS.

    Mehr
    • 3
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks