Inge Merkel Eine ganz gewöhnliche Ehe

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Inhaltsangabe zu „Eine ganz gewöhnliche Ehe“ von Inge Merkel

Noch einmal die alte Geschichte vom »göttlichen Dulder«, vom »listenreichen Odysseus« und der geduldigen Warterin in der Weltliteratur, von Penelope. Doch wie erzählt! Es geht weniger um Götter-Intrigen und Schlachten-Gemälde, als um Kummer und Verzweiflung, um Güte und Verstehen – schließlich um ein gemeinsames Gelächter. In manchen Passagen erinnert dieser köstliche Roman an Thomas Manns ›Joseph und seine Brüder‹, so profund und so ergötzlich. Die promovierte Altphilologin Merkel kommt dem Leser nur am Rande mit Troja und Staatsaktionen, sie erzählt vielmehr von Menschen, denen übel mitgespielt wird. Dabei trivialisiert sie nicht, sie spinnt die Erzählfäden ironisch und lebensklug. Augenzwinkernd-verständnisvoll läßt die Autorin durchblicken, warum Odysseus zwanzig Jahre brauchte, um zu Weib und Sohn zurückzukehren. Das lag natürlich an diversen Frauen auf dem Weg zwischen Kleinasien und Ithaka. Aber: Auch Penelope nimmt sich ihren Teil vom Leben. Anders als bei Homer gebärden sich die Freier bei Inge Merkel nicht nur als beschauliche Verehrer. Die Autorin gilt seit ihrem Debüt, das sie mit 60 Jahren absolvierte, als eine der wichtigsten literarischen Entdeckungen der jüngeren Zeit. Kritiker nennen sie in einem Atem mit Doderer, Gütersloh oder Musil.

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  • Rezension zu "Eine ganz gewöhnliche Ehe" von Inge Merkel

    Eine ganz gewöhnliche Ehe
    erlemirs

    erlemirs

    28. November 2012 um 18:38

    "Eine ganz gewöhnliche Ehe" ist Inge Merkels freie Nacherzählung der Ilias sicher nicht. Der Untertitel Odysseus und Penelope deuten aber klar darauf hin um wen es dabei geht. Die Geschichte beginnt mit der Werbung um Penelope und bereits hier wird klar, daß sich zwei Intellektuelle gefunden haben. Odysseus bringt seine Braut in seine Heimat Ithaka, wo ihr erste Sohn Telemachos geboren wird. Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, daß sich der edle Gatte bereits ein Jahr nach der Ehe zu seiner 20 jährigen Irrfahrt aufmacht. Da kommen auch die grausamen Geschichten dieses Krieges vor, vor allem aber die Sehnsüchte und Leiden der verlassen Gattin. So wartet sie weitere 10 Jahre auf die ungewisse Rückkehr ihres vielleicht schon toten Mannes. Ausführlich wird dann die Rückkehr behandelt, mit der Hinmetzelung der Freier und dem wieder Zueinanderfinden des Paares. Hier spielt sich der wichtigste Teil des Buches ab. Es sind die klugen Gespräch der beiden, die von Beginn ihrer Beziehung eine so wichtige Rolle spielten. Da wird ausführlich über den Unterschied zwischen Neugierde und Wißbegierde diskutiert und es scheint wie selbstverständlich, wem welches Attribut zugeordnet wird. So erzählt Odysseus über seine Begegnungen mit anderen Religionen (Hinduismus und Judentum), die Wiedergeburt und den Monotheismus. Es wird aber auch die Eifersucht angesprochen und die Frage der ehelichen Treue. Auch hier scheint es selbstverständlich, daß Penelope allen Versuchungen widerstanden hat und Odysseus keine "Grotte und Höhle" unerforscht ließ. Kaum ist der Gute ein Jahr bei seiner Angetrauten, packt ihn wieder das Reisefieber. Diesmal kann ihn aber seine "Hexe" mit einem Trick davon abhalten. Inge Merkel hat eine wunderbare Sprache und versteht es die Spannung der Geschichte aufrecht zu erhalten. Neben der Kenntnis der eigentlichen mythologischen Geschichte verlangt sie dem Leser auch ein wenig die Kenntnis des Wienerischen ab. Insgesamt aber ein zeitloses Werk, das man jedem empfehlen kann, der an einer moderneren Version der Ilias interessiert ist.

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