Inge Meyer-Dietrich Plascha

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Inhaltsangabe zu „Plascha“ von Inge Meyer-Dietrich

Schauplatz ist das Bergarbeitermilieu des Ruhrgebiets der Jahre 1917 bis 1919. Im Mittelpunkt steht die Familie Krawczyk. Die Eltern sind um 1900 aus Polen ins Ruhrgebiet eingewandert. Der Vater ist seit Beginn des Ersten Weltkriegs in Frankreich an der Front, von ihm fehlt seit Längerem jede Nachricht. Die Mutter lebt in ständiger Sorge um ihren Mann und muss sich mit fünf Kindern mühsam durch die Hungerzeit schlagen. Franja, die Älteste, arbeitet auf einem Bauernhof und kann gelegentlich Lebensmittel beschaffen. Lischa trägt Zeitungen aus, Lodja kommt demnächst aus der Schule. Plascha, die Zweitjüngste, ist Ich-Erzählerin und im Roman zwischen zehn und zwölf Jahre alt. Sie fühlt sich als Beschützerin ihres kleinen Bruders Felix, der noch nicht zur Schule geht. Um die Familie herum gruppieren sich eine zahlreiche Nachbarschaft aus den Zechenhäusern sowie Freunde von der Zeche. Für die Kinder sind Straße und Schule wichtig, wo es auch manchen Kampf zwischen deutschen und polnischen Kindern auszufechten gilt, sogar einen regelrechten Kinderkrieg. Plascha und ihre deutsche Freundin Lisbeth aber halten zusammen wie Pech und Schwefel. Außerdem haben sie Vertraute unter den Erwachsene wie den alten Kulla, der ihnen nicht nur zuhört, sondern mit seinen Geschichten auch die Arbeitswelt der Väter unter Tage nahebringt. Oder Charly, den Klüngelskerl, der mit dem Pferdewagen durch die Lande zieht, zudem ein Zauberkünstler ist und einen Hauch von fremder Welt und Abenteuer mitbringt.
Mit Kriegsende kehren die Männer zurück. Innerlich gebrochen, seelisch zerstört viele von ihnen – die Sinnlosigkeit des Krieges ist allgegenwärtig. Es sind wieder einmal die "kleinen Leute", die für alles zahlen. Und die ihre Träume von einer besseren, gerechteren Welt mit der Niederlage der Arbeiterbewegung 1919 erneut schwinden sehen. Auch Plascha begreift schon, welche Macht die politischen Verhältnisse über den Menschen haben und wie wichtig politisches Handeln ist. Und sie macht tagtäglich die Erfahrung, wie sehr Nachbarschaft und solidarisches Handeln helfen, in diesen Zeiten zu überleben.

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