Ingeborg Bachmann , Paul Celan Herzzeit

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Inhaltsangabe zu „Herzzeit“ von Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Lange war ihre Liebe ein großes Geheimnis, jetzt ist sie dokumentiert. Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, zwei der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter, ist das bewegende Zeugnis zweier Menschen, die sich liebten und gegenseitig verletzten, die einander brauchten und doch nicht miteinander leben konnten. Fast zwanzig Jahre lang kämpfen sie in ihren Briefen um die Liebe und Freundschaft des anderen, wiederholt herrscht Schweigen, immer wird der Briefwechsel wiederaufgenommen – bis es 1961 endgültig zum Bruch kommt.

Die Briefe und der Hintergrund sind berührend.

— Vinschen

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    Herzzeit

    The iron butterfly

    30. September 2014 um 23:29

    Unter dem Titel "Herzzeit" wurde der Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Paul Celan veröffentlicht. Der Begriff "Herzzeit" verweist auf Celans Gedicht "Köln, Am Hof", welches nach dem Wiederaufleben der Liebesbeziehung von Ingeborg und Paul im Jahr 1957 entstand. 1948 lernen sich die 21-jährige und der 27-jährige in Wien kennen und lieben. Beide noch unbekannt und jung, doch jeder für sich schon mit Erfahrungen und Ängsten belastet. Paul Celan, Jahrgang 1920, Sohn deutschsprachiger Juden, verliert seine Eltern nach deren Deportation im Winter 1942/43. Er selbst überlebt in einem rumänischen Arbeitslager, arbeitet nach dem Krieg als Übersetzer. Ingeborg Bachmann, Jahrgang 1926, in Klagenfurt geboren und aufgewachsen, befreit sie sich durch das Medium Sprache aus einer von Nationalsozialismus und Krieg beherrschten Umgebung. Und so treffen im Wien des Jahres 1948 zwei junge Menschen aufeinander, die zwar aus konträren Welten stammen, jedoch durch ihre Liebe zur Sprache zueinander finden. Das spiegelt sich sowohl im Briefwechsel an sich, als auch in den Gedichten, die beide für den anderen bzw. erst möglich durch die Beziehung zum anderen erschaffen. So stellt der Briefwechsel zwischen 1948 und 1967 einen sehr intimen Einblick in die ausgesprochen wechselhafte, aber auch wechselwirksame Beziehung, Freundschaft, Liebschaft von IB und PC dar. Näher kann man ihnen selbst in ihren Werken nicht kommen. Tief berührt lese ich von Liebe, Zuneigung, Sehnsucht, die sich quält durch räumliche und historische Distanz. Traurig stimmt mich vor allen Dingen, wie gebunden die beiden Dichtergrößen in ihrem Alltag, ihrem Dasein verharren mussten. Oft wirkt es auferlegt durch Pflichterfüllungen, durch Existenzängste. Wie die berühmten Königskinder, die nicht zueinander kommen konnten, streben IB und PC wie Sterne in unterschiedlichen Bahnen aufeinander zu, um kurz darauf wieder auseinander zu driften. Gerade Paul Celan leidet schmerzlich unter den Plagiatsvorwürfen von Seiten Claire Goll. Er kämpft gegen eine auch damals schon allmächtige Kraft; die Presse. Plattform für Parolen und Meinungen, die oft um der Diskussion willen publiziert werden, wenig hinterfragt und doch manifestiert, wenn sie einmal gedruckt wurden. Auch die mittlerweile erfolgreiche Autorin Ingeborg Bachmann sowie zahlreiche befreundete Autoren erreichen mit ihren Einwürfen nicht die Linderung, die Celan helfen oder befreien könnte. So endet die Liebe, die Freundschaft und viel zu früh beider Leben unerfüllt. Doch haben Bachmann und Celan jeder für sich ein Lebenswerk hinterlassen, welches sie durch ihr Lieblingsmedium Sprache immer wieder ins Zimmer treten lässt. Das Buch selbst gliedert sich in die chronologische Abfolge des Briefwechsels zwischen Ingeborg und Paul. Es folgt der Briefwechsel zwischen Paul und Max Frisch, der von 1958 bis 1962 mit Ingeborg eine Beziehung führte sowie die Korrespondenz zwischen Bachmann und Gisèle Celan-Lestrange, Ehefrau von Paul Celan. Abbildungen aus dem Leben von IB und PC, von Briefen oder Zeichnungen GCL's. Kommentare der Herausgeber, eine Zeittafel sowie die mit vielen weiteren Informationen und Erklärungen versehenen Stellenkommentare. Eine sehr intensive Lektüre, die Einblicke in die Leben zweier in ihren Sehnsüchten gebundenen Menschen bietet. Zudem ein Stück Geschichte, mit viel Feingefühl und Kenntnis zum Leben erweckt aus Erinnerungen, Dokumenten und Nachlässen.

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  • Rezension zu "Herzzeit" von Ingeborg Bachmann

    Herzzeit

    Tillabacke

    07. October 2010 um 15:13

    Dieses Buch war ein Geschenk und selbst hätte ich es mir bestimmt nicht gekauft! Was schade gewesen wäre, weil dieser Titel ein echtes Erlebnis ist. Die schönen Briefe und Gedichte, man mag gar nicht glauben, was man liest. Wenn die zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten Celan und Bachmann, er hat in Nazizeiten im KZ gesessen - sie behütete Tochter eines österreichischen NS-Symphatisten, aufeinandertreffen, ist von Beginn an klar, dass die Gefühle extrem sind. Extreme Liebe oder extreme Abneigung - aber sicher ist, dass sie sich gegenseitig insperieren. Ohne dieses Buch wäre ich wahrscheinlich niemals den Gedichten Celans begegnet und mir würde heute etwas fehlen. Bisher habe ich mich noch nicht dem literarischem Nachlass Ingeborg Bachmanns widmen können, aber das mag noch kommen.

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  • Rezension zu "Herzzeit" von Ingeborg Bachmann

    Herzzeit

    Lesezwerg

    06. February 2010 um 15:18

    ein unglaublich dichtes und berührendes Dokument, welches sowohl Bachmanns als auch Celans Werk an vielen Stellen in ein neues Licht rückt.

  • Rezension zu "Herzzeit" von Ingeborg Bachmann

    Herzzeit

    nickido

    07. May 2009 um 20:25

    So viele Seiten voller Unsciherheit, voller unverwirklichter Träume einer gemeinsamen Zukunft, es rührt an und macht traurig- aber das kommt ja wohl oft zusammen.
    Während sich Ingeborg Bachmann immer mehr öffnet ihre von Sehnsucht geprägte Gedankenwelt zum Ausdruck bringt, kühlt Celan immer mehr ab. Ein fascettenreiches Werk, über eine kurze Romanze die doch nie endete.

  • Rezension zu "Herzzeit" von Ingeborg Bachmann

    Herzzeit

    yoko

    05. November 2008 um 00:24

    Ein wunderbares Zeugnis über zwei Menschen, die auf besondere Art miteinander verbunden waren.

  • Rezension zu "Herzzeit" von Ingeborg Bachmann

    Herzzeit

    giulianna

    26. August 2008 um 23:11

    Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan hat mich sehr bewegt. Manchmal wirken ihre Worte fast herzzerreissend auf den Leser, bisweilen spürt man die Bitterkeit zwischen den Zeilen. Ihre Beziehung war nie einfach, wurde von Celans Vergangenheit und der Goll-Affäre überschattet. Und dennoch gab es dazwischen auch die Liebesbeziehung und eine tiefe Verbundenheit. Sehr herzlich und liebvoll sind auch die Briefe von Gisele Celan-Lestrange an Bachmann. Ich wünschte, ich hätte sie im Original verstehen können.

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