Inger Christensen

 4 Sterne bei 10 Bewertungen
Autorin von Alfabet /Alphabet, Das gemalte Zimmer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Inger Christensen

† 2. Januar 2009.

Alle Bücher von Inger Christensen

Sortieren:
Buchformat:
Inger ChristensenDas gemalte Zimmer
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das gemalte Zimmer
Das gemalte Zimmer
 (3)
Erschienen am 28.05.1996
Inger ChristensenDas Schmetterlingstal
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das Schmetterlingstal
Inger ChristensenEin chemisches Gedicht zu Ehren der Erde
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Ein chemisches Gedicht zu Ehren der Erde
Ein chemisches Gedicht zu Ehren der Erde
 (0)
Erschienen am 01.01.1997
Inger ChristensenAzorno
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Azorno
Azorno
 (0)
Erschienen am 01.01.1991
Inger ChristensenTeil des Labyrinths
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Teil des Labyrinths
Teil des Labyrinths
 (0)
Erschienen am 01.01.1993
Inger ChristensenMassenhaft Schnee für die darbenden Schafe
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Massenhaft Schnee für die darbenden Schafe
Massenhaft Schnee für die darbenden Schafe
 (0)
Erschienen am 26.02.2003
Inger ChristensenDas Schmetterlingstal
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das Schmetterlingstal
Das Schmetterlingstal
 (0)
Erschienen am 13.09.2007
Inger ChristensenAlphabet
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Alphabet
Alphabet
 (0)
Erschienen am 01.08.2007

Neue Rezensionen zu Inger Christensen

Neu
ConstanzeBuddes avatar

Rezension zu "Alfabet /Alphabet" von Inger Christensen

Bedrückend genial
ConstanzeBuddevor 3 Jahren

Wie sieht die Welt nach einer atomaren Katastrophe aus? Wie verändern sich Natur und Gesellschaft? - Wird es überhaupt die Möglichkeit geben, sich darüber Gedanken zu machen?
Dies sind Fragen, die in Inger Christensens Gedichtband Alphabet aufgeworfen werden.

Die formale Struktur des Werks trägt wesentlich zu seinem Charakter bei.
Der Aufbau der Gedichte folgt dabei den ersten 14 Zahlen der Fibonacci-Reihe.
In dieser Zahlenfolge ergibt die Summe zweier aufeinanderfolgenden Zahlen die jeweils nachfolgende Zahl: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34 ...
Inger Christensen bedient sich der ersten 14 Buchstaben des Alphabets und ordnet die Gedichte jeweils einem Buchstaben und der entsprechenden Zahl der Fibonacci-Folge zu.
Das erste Gedicht zählt zum Buchstaben A und hat einen Vers.
"die aprikosenbäume gibt es, die apikosenbäume gibt es."
Das zweite Gedicht hat entsprechend den Buchstaben B als Titel und zwei Verse.
"die farne gibt es; und brombeeren, brombeeren
und brom gibt es; und den wasserstoff, den wasserstoff."
Was mit einer bloßen Aufzählung von vorhandenen Dingen in einem Jetzt-Zustand beginnt, wird im Laufe der immer umfangreicheren Gedichte mehr und mehr zu einer postapokalyptschen Vision einer Welt nach der Atombombe.

Die einzelnen Gedichte werden, der Fiboncci-Folge geschuldet, immer länger und nehmen in ihren Versen immer mehr prosaische Strukturen auf, die sich jedoch über mehrere Verse aufbauen. Daraus ergibt sich eine ewige Suche nach dem Ende eines begonnenen Satzes, die während des Lesens eine Verzweiflung spüren lässt, die schreit: "Es muss noch weitergehen, es ist nicht alles gesagt."
Dieses beklemmende Gefühl, das durch den rein sprachlichen Aufbau zustande kommt, wird noch durch die Bedrückung verstärkt, die sich unwillkürlich breitmacht, wenn man Inger Christensens eindringliche Beschreibungen von scheinbar banalen Handlungen im Alltag liest.
Die Ausführlichkeit mit der die Autorin in den Gedichten auf das Kartoffelschälen eingeht, ist in der Literatur sicher einmalig, und in diesem Fall keineswegs langweilig. Denn die Banalität dieser Arbeit reiht sich ein und wird überschattet von der Erkenntnis, dass es solche Kleinigkeiten sind, an die man sich erinnert, wenn es zur atomaren Krise kommt, und plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist.

Es ist beinahe unmöglich, Alphabet zu lesen ohne die Gedichte zu interpretieren.
Allegorien und Metaphern finden sich zu genüge und lassen sich leicht zwischen den Zeilen entdecken, auch wenn man kein Literaturexperte ist.
Aber auch, wenn man sich weigern sollte, die Parallelen und Hinweise zu Propheten der Bibel oder den Kalten Krieg zu sehen, wird diese Gedichtsammlung berühren.
Denn über die bloße Vision einer atomverseuchten Welt ist Alphabet ein gelungenes Werk, das schon allein durch seinen sprachlichen Aufbau spannend zu lesen ist, und das noch lange nach der Lektüre im Gedächtnis bleiben wird.
Auch über 30 Jahre nach Erscheinen dieses Werks ist es lohnenswert, sich ein paar Stunden dafür Zeit zu nehmen.  

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Inger Christensen wurde am 16. Januar 1935 in Vejle (Dänemark) geboren.

Community-Statistik

in 11 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks