Ingo Rose

 4,3 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Augen, die im Dunkeln leuchten, Frauen einfach genial und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ingo Rose

Ingo Rose, geboren 1963 in Wolfsburg, lebt seit fast vierzig Jahren in Berlin und schreibt seit zwanzig Jahren Bücher mit seiner Lebensgefährtin Barbara Sichtermann. "Der blaue Vorhang" ist seine zweite Romanbiografie. Außerdem arbeitet er in der Erwachsenenbildung.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ingo Rose

Cover des Buches Augen, die im Dunkeln leuchten (ISBN: 9783218012256)

Augen, die im Dunkeln leuchten

 (6)
Erschienen am 17.08.2020
Cover des Buches Frauen einfach genial (ISBN: 9783868731170)

Frauen einfach genial

 (2)
Erschienen am 24.02.2010
Cover des Buches Unternehmen (ISBN: 9783806725377)

Unternehmen

 (1)
Erschienen am 22.02.2005
Cover des Buches Ein Leben für die Kunst (ISBN: 9783868736847)

Ein Leben für die Kunst

 (1)
Erschienen am 14.04.2014
Cover des Buches Sternstunden verwegener Frauen (ISBN: 9783869151199)

Sternstunden verwegener Frauen

 (1)
Erschienen am 15.08.2015
Cover des Buches Die Wirtschaft und ihr Preis (ISBN: 9783941530102)

Die Wirtschaft und ihr Preis

 (0)
Erschienen am 28.07.2013
Cover des Buches Wertemanagement im Unternehmen (ISBN: 9783639403794)

Wertemanagement im Unternehmen

 (0)
Erschienen am 03.05.2012

Neue Rezensionen zu Ingo Rose

Cover des Buches Augen, die im Dunkeln leuchten (ISBN: 9783218012256)wandablues avatar

Rezension zu "Augen, die im Dunkeln leuchten" von Ingo Rose

Energie. Egoismus. Erfolg.
wandabluevor 4 Monaten

Helena Rubinstein (1870 bis 1965) gründete, aufgebaut auf ein paar aus der polnischen Heimat mitgebrachten Tigelchen Salbe ein Weltimperium.

Rose und Sichtermann, die Autoren, zeichnen den Weg dieser außergewöhnlichen Frau aus dem 19. Jahrhundert mit für eine Biografie erstaunlich leichter Feder nach. Das Buch liest sich runter wie ein guter Roman. Sie müssen manchmal verkürzen, die Historie tritt ein wenig zu sehr in den Hintergrund, sie haben den Fokus fast ausschließlich auf den Werdegang gelegt.

Dafür lernt man Helena so gut kennen wie es eben möglich ist, aus der Ferne. Sie muss eine energiegeladene Person gewesen sein und brauchte wenig Schlaf. Sie bricht aus den engen Verhältnisse aus, in denen sie geboren ist, verweigert die vorgesehene Ehe und wandert nach Australien aus. Dort arbeitet sie hart und erinnert sich an die Tigelchen, die sie mitgebracht hat. Schließlich baut sie quasi aus dem Nichts ihr Imperium auf und aus, zuerst in Australien, dann in London, Paris, New York, überall. Sie ist nun steinreich.

 Helena Rubinstein ist spätestens im Alter eine Exzentrikerin. Erfolgsversessen ist sie, eine Workaholikerin, die von ihren Angestellten selbstlosen Einsatz verlangt und sie dafür schlecht bezahlt, sie setzt ein Leben lang neue Ideen um und ihr Ehrgeiz geht ins Unermessliche, ein wenig Größenwahn ist wohl mit dabei. Sie besitzt Familiensinn, besetzt Führungspositionen mit Familienmitgliedern und ist gleichzeitig eine gefürchtete, fordernde Despotin. Sie ist von Anfang an eine hervorragende Geschäftsfrau, knallhart und kann sich durchsetzen, sie ist verschwenderisch und gleichzeitig geizig, sie liebt es, Leute für sich springen zu lassen und hat Null Verständnis für die Bedürfnisse anderer.

Sie kann immens großzügig sein, verliert dabei aber nie ihr Eigeninteresse aus den Augen. Sie liebt Kunst und verachtet die Künstler. Von Schriftstellern hält sie nichts und schläft selbst bei einer Lesung Hemingways ein. Sie kennt Gott und die Welt. Sie ist in der High Society zuhause. Und ißt immer noch gerne Kartoffelsuppe und Krakauer.

Aber das Beste was man von ihr sagen kann, ist, dass sie im Verlauf des Zweiten Weltkriegs vielen Menschen das Leben rettet, indem sie Schiffspassagen bezahlt und bei Existenzgründungen hilft. Wenn sie sich auch sonst nicht für Politik interessiert und ihre Interessen sich nie weit von ihrem Imperium entfernen, so sieht sie doch an diesem wichtigen und entscheidenden Punkt der Weltgeschichte nicht weg. Deshalb kann man ihr Vieles verzeihen. Sie verhilft Dalí zu einem Neustart in der Neuen Welt

 

Was man den Autoren von "Augen, die im Dunkeln leuchten", allenfalls ein wenig verübeln könnte, ist, dass sie sprachlich ständig zwischen Präsens und Imperfekt wechseln. Man hätte sich entscheiden müssen.

Fazit: Die Autoren haben ihren Job im Großen und Ganzen großartig gemacht und eine Frau sehr plastisch porträtiert, die exzentrisch war, diszipliniert und tüchtig, in persönlicher Hinsicht jedoch eng gestrickt, hart und kleinlich. Das ist spannend in Szene gesetzt worden!

Was jedoch zur Gänze fehlt, ist die Auseinandersetzung mit der Ethik, beziehungsweise deren Abwesenheit, in der Kosmetikbranche. Das Wort Tierversuche habe ich nicht ein einziges Mal gelesen. Nicht einmal eine Andeutung in diese Richtung gehend fiel. Dafür gibt es Punktabzug. Denn die Biografie einer Queen im Kosmetikbereich kommt nicht ohne eine solche Auseinandersetzung aus.

Kategorie: Biografie
Verlag: Kremayr & Scheriau, 2020

 

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Cover des Buches Augen, die im Dunkeln leuchten (ISBN: 9783218012256)sursulapitschis avatar

Rezension zu "Augen, die im Dunkeln leuchten" von Ingo Rose

Die Erfindung des Glamour
sursulapitschivor 5 Monaten

Den Namen Helena Rubinstein hat jeder schon mal gehört. Wer sie tatsächlich war, weiß man eher nicht. Höchste Zeit, ihr ein Buch zu widmen.

Chaja Rubinstein nannte sich plötzlich Helena, als sie 1896 nach Australien auswanderte. Sie war 26 Jahre alt, wollte nicht heiraten und suchte ein alternatives Lebensmodell, das zuhause in Krakau nicht denkbar war. Im Koffer hatte sie ein paar Tiegel von Dr. Lykuskis Spezialcreme, das Geheimnis ihrer eigenen zarten Haut.

Mit dieser Creme, die sie erst importierte und später selbst produzierte gründete sie ein Kosmetik-Imperium. Zu einer Zeit, wo Kosmetik als frivol galt, schaffte es diese 1,48m große Powerfrau den Gesundheitsaspekt herauszustreichen und es als Luxus zu etablieren, sein Äußeres zu pflegen.

Helena Rubinstein hat mit ihrer Kosmetik die Welt bereist und erobert, Millionen verdient, Frauen mehr Selbstbewusstsein verschafft und die Mode beeinflusst. Sie mauserte sich zur Grande Dame, die mit Künstlern und Berühmtheiten befreundet war, bis ins hohe Alter ihr Imperium ausbaute und ihr Personal schikanierte. Sie schaffte es, ihrem Namen mit Exklusivität zu verbinden und zwar so gründlich, dass man für ihre Cremes sogar heute noch um die 250 Euro zahlt.

Diese schön bebilderte Biografie stellt anschaulich ihr ganzes Leben dar und setzt ihr damit ein Denkmal. Sie war kein einfacher Mensch, aber das sind Visionäre selten. Sie hat nicht nur Cremes verkauft, sondern eigentlich den Glamour erfunden und gelebt. 

Ihre schillernde Persönlichkeit ist hier wunderbar herausgearbeitet. Ab und an hätte ich mir ein klein wenig mehr Einbindung in das historische Umfeld gewünscht, aber wer wissen möchte, wer diese sagenhafte Frau tatsächlich war, wird mit diesem Buch bestens bedient.

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Cover des Buches Augen, die im Dunkeln leuchten (ISBN: 9783218012256)Sikals avatar

Rezension zu "Augen, die im Dunkeln leuchten" von Ingo Rose

Ein aufregendes Leben
Sikalvor 6 Monaten

„Ich bin Helena Rubinstein. Geben Sie mir zehn Minuten Ihrer Zeit, und ich mache Sie zehn Jahre jünger.“

 

Helena Rubinstein (1870 – 1965) gilt als Vorreiterin der modernen Kosmetik. Geboren in ärmlichen Verhältnissen, zieht es sie relativ bald in die große weite Welt. Mit dabei hat sie 12 Cremetiegel als sie in Australien an Land geht und das ist auch der Beginn einer großen Weltkarriere. Nachdem sie anfangs bei ihrem Onkel Unterschlupf findet, will sie bald auf ihren eigenen Beinen stehen und setzt auf Risiko. Doch ihr Ehrgeiz und ihr Eifer in ihrer „Küche“ zu experimentieren bringen sie weiter nach London und dann auch nach Paris.

 

Wichtige Posten besetzt sie mit Familienmitgliedern, sie holt ihre Schwestern laufend nach und vertraut ihnen die Leitung ihrer Salons an. Sie fordert höchsten Einsatz von allen und fungiert hier als Vorbild. Es zieht sie immer wieder quer über die Kontinente, um ihr Imperium auszubauen und einen Salon schöner als den anderen zu gestalten. Dass sie zur High-Society gehörte, versteht sich von selbst.

 

Die Autoren Ingo Rose und Barbara Sichtermann haben hier in Romanform eine interessante Biografie geschrieben. Das Buch liest sich flüssig und ich durfte viel Neues erfahren. Auch über den ewigen Konkurrenzkampf mit Elisabeth Arden erfährt man einiges.

 

Das Privatleben beschränkte sich auf zwei Ehen und zwei Söhne, wobei sie bis zuletzt das Zepter ihres Imperiums in der Hand hatte. Sie „regierte“ in den letzten Jahren vom Bett aus.

 

Es ist ihr gelungen, den Frauen ein Stück Freiheit zu geben. Freude am Pflegen, Sich-Schönmachen und ein Gestalten des eigenen Lebens. Heute ist vieles für uns selbstverständlich, was sich die Frauen zu dieser Zeit erst erkämpfen mussten. Helena Rubinstein hat hierbei mitgeholfen. 4 Sterne

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