Ingo Schulze

 3,5 Sterne bei 225 Bewertungen
Autor von Simple Storys, Die rechtschaffenen Mörder und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ingo Schulze

Nach seinem Abitur 1981 absolvierte Ingo Schulze 18 Monate lang Grundwehrdienst. Von 1983 bis 1988 studierte er Klassische Philologie (Altgriechisch, Latein) und Germanistik in Jena. Von 1988 bis Angang 1990 war er Schauspieldramaturg am Landestheater Altenburg und gründete dann das "Altenburger Wochenblatt", wo er auch arbeitete. 1993 verbrachte er ein halbes Jahr in St. Petersburg und gründete das erste kostenlose Anzeigenblatte “Priwet Peterburg". Heute lebt er in Berlin in zweiter Ehe mit der Literaturwissenschaftlerin Jutta Müller-Tamm und seinen zwei Töchtern. Ingo Schulze ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Seine Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Bereits 1995 erhielt er den Förderpreis des Alfred-Döblin-Preises und den Ernst-Willner-Preis. Es folgten zahlreiche weitere Preise und Ehrungen, unter anderem der Preis der Leipziger Buchmesse (2007), der Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg (2013) und der Rheingau-Literaturpreis (2017).

Neue Bücher

Cover des Buches Tasso im Irrenhaus (ISBN: 9783423282390)

Tasso im Irrenhaus

Erscheint am 21.05.2021 als Hardcover bei dtv Verlagsgesellschaft.
Cover des Buches Die Kuh Ute (ISBN: 9783864295294)

Die Kuh Ute

Erscheint am 10.07.2021 als Hardcover bei TULIPAN VERLAG.
Cover des Buches Kakoj Koschmar (ISBN: 9783751806176)

Kakoj Koschmar

Erscheint am 22.07.2021 als Taschenbuch bei Matthes & Seitz Berlin.

Alle Bücher von Ingo Schulze

Cover des Buches Die rechtschaffenen Mörder (ISBN: 9783103900019)

Die rechtschaffenen Mörder

 (42)
Erschienen am 04.03.2020
Cover des Buches Simple Storys (ISBN: 9783941711044)

Simple Storys

 (47)
Erschienen am 18.05.2009
Cover des Buches Adam und Evelyn (ISBN: 9783423138765)

Adam und Evelyn

 (38)
Erschienen am 01.05.2010
Cover des Buches Handy (ISBN: 9783827070173)

Handy

 (19)
Erschienen am 06.12.2010
Cover des Buches 33 Augenblicke des Glücks (ISBN: 9783827072207)

33 Augenblicke des Glücks

 (20)
Erschienen am 01.07.2010
Cover des Buches Peter Holtz (ISBN: 9783596522965)

Peter Holtz

 (9)
Erschienen am 28.10.2020
Cover des Buches Eine Nacht bei Boris (ISBN: 9783423082228)

Eine Nacht bei Boris

 (5)
Erschienen am 19.03.2009
Cover des Buches Unsere schönen neuen Kleider (ISBN: 9783446250376)

Unsere schönen neuen Kleider

 (2)
Erschienen am 19.06.2015

Neue Rezensionen zu Ingo Schulze

Cover des Buches Die rechtschaffenen Mörder (ISBN: 9783103900019)ysmns avatar

Rezension zu "Die rechtschaffenen Mörder" von Ingo Schulze

Nicht ganz gelungen
ysmnvor 2 Monaten

Norbert Paulini wollte Leser werden...

...und das gelingt ihm auch. Er macht eine Ausbildung zum Antiquar und eröffnet kurz darauf mit den Büchern seiner verstorbenen Mutter sein eigenes Antiquariat in Dresden. Zuerst läuft es gut, doch nach der Wende bleiben die Kunden aus, Paulini muss sein Geschäft aufgeben, hat mit Geldsorgen zu kämpfen, sein soziales Umfeld ändert sich und er findet keinen Halt mehr im Leben.

Dieser erste Teil des Buches, also Paulinis Jugend, seine Entdeckung der Literatur, seine leidenschaftliche Betätigung als Antiquar und die Zeit der Wende waren durchaus gelungen und lasen sich leicht.

Doch in den letzten beiden Teilen wird die Geschichte plötzlich aus der Sicht des Biographen von Paulini erzählt und aus der Sicht von dessen Lektorin. Mit diesem Perspektivbruch geht auch eine Langatmigkeit einher. Die dem Leser unbekannten und neuen Figuren tragen kaum etwas bei und ziehen stattdessen die Geschichte nur unnötig in die Länge. Was schade ist, weil eine anfangs einnehmende Erzählung zu keinem ihr angemessenen Ende findet.

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Cover des Buches Die rechtschaffenen Mörder (ISBN: 9783103900019)wandablues avatar

Rezension zu "Die rechtschaffenen Mörder" von Ingo Schulze

Von der Macht und Ohnmacht der Literatur.
wandabluevor 6 Monaten

Ein Must -Read!

Norbert Paulini rebelliert. Er will nicht mitmachen. Beziehungsweise nur soweit, wie es unbedingt notwendig ist. Das Modell seines Ausstiegs ist ihm indes in die Wiege mitgegeben oder unters Bett geschoben worden. 

In der früheren Deutschen Demokratischen Republik gibt es wenige Inseln der Glückseligen. Norbert Paulini hat sich eine erobert. Mit Langsamkeit und Passivität mehr als durch Energie und Durchsetzungsfähigkeit. Mit seinem literarisch anspruchsvollen Antiquariat wird er sogar richtig bekannt. Später dreht man einen Dokumentarfilm über ihn. Und schreibt ein Buch dazu. Ein Buch, das ihm aber nicht gefällt. Ganz im Gegenteil, er will dem Autor gehörig einheizen, ihn mit Klagen überziehen, seinen ganzen Einfluss geltend machen, damit der Schreiberling nie wieder etwas verkauft bekommt. Das lässt sich dieser nicht gefallen. 

 Dabei ist der Schreiberling, Herr Schultz, mit tz geschreiben zur Abgrenzung vom Autorenname Schulze, was ein netter Kniff ist, aber natürlich nicht verhindert, dass man lacht und gleichsetzt, nicht eins zu eins, aber dennoch, - einst sein Eleve gewesen. Damals als Norbert Paulini erklärt hat, dass er als Beruf einfach nur „Leser“ ist. Nicht mehr, nicht weniger. Doch ganz aus dem Einflussbereich des Staates, wie er es sich einbildet, ist Paulini nie gewesen. 

Vom historischen Umbruch der Wende 1989 bleibt das Antiquariat Paulinis nicht verschont. Die vorher wertvollen Erstausgaben russischer und altdeutscher Denker sind plötzlich nichts mehr wert, sie landen tonnenweise auf der Müllhalde und werden von dort von Paulini geborgen. Man kann von ihrem Verkauf jedoch nicht mehr leben. Und trotzdem weigert sich Paulini wieder einmal nachzugeben und sich den neuen Gegenheiten des Kapitalismus anzupassen. Würde er sich umstellen, sein Sortiment anpassen, Schulbücher in sein Sortiment aufnehmen, könnte er sich schnell gesundstoßen und nebenbei sein Antiquariat pflegen. Sozusagen als Hobby. 

 Aber Paulini ist stur und querköpfig. Er macht nicht mit und alles ist gegen ihn. So sieht er es. Doch anders als in der untergegangenen DDR arbeitet seine Dickschädlichkeit dieses Mal nicht für ihn, sondern richtet sich in aller Härte gegen ihn selbst. Keine Kompromisse zu schließen bedeutet keine Versicherungen zu haben, keine Sicherheit(en). Selbst die Natur wendet sich gegen ihn und will ihn mit einem Jahrhunderthochwasser vernichten. 

 Als im zweiten Teil sein einstiger Eleve Schultz, der bei ihm und durch ihn in Literatur unterwiesen wurde, beschließt, über ihn zu schreiben, ja, eigentlich über Paulinis Niedergang, kommt es zum Streit. Im Höhepunkt deselben stellt Paulini sein bisheriges Leben zum ersten Mal in Frage. Genügen Worte alleine. Oder Gedanken? Kommt es nicht auf Taten an? Was soll das viele Bücherwissen? 

Ob Paulini und dessen Sohn in welcher Weise von Worten zu Taten übergegangen sind, bleibt verschleiert, doch gibt es hinreichende Andeutungen, die ihn in Verbindung mit rechtsextremem Gedankengut bringen. Fest steht nur, dass er seinem Sohn ein falsches Alibi gibt und dieser Sohn gewalttätig ist. 

 

Im dritten Teil besucht die Lektorin Schultzens die sächsische Schweiz, die häufig Schauplatz des Geschehens gewesen ist, da diverse Protagonisten zur Entspannung dort wandern gehen, und insofern ist der vorliegende Roman auch eine Huldigung an die Sächsische Schweiz, schöne Gegend, in der Tat. Vor Ort will die Lektorin nach ihrem Autor suchen, der verschwunden ist. Was ist bloß passiert? Und was ist aus der antiquarischen Buchhandlung Paulinis geworden?

 

Die Figur Paulini ist vom Autor gebrochen und umgedreht worden. Der Held wird zum Antihelden. Die Anbindung an den Titel bleibt trotzdem lose. Die Motivsuche schwierig. 

 

Worüber schreibt der Autor Ingo Schulze augenzwinckernd wirklich? Einerseits über den Untergang der DDR und darüber, dass Literatur nicht die ganze Welt abbildet. Darüber, dass sich auch Autoren in ihren Themen/Helden verirren können? Stellt er West und Ost einander gegenüber? Oder ist das ganze Buch nur eine Eifersuchtsgeschichte? Von allem etwas und noch viel mehr! 

 

Fazit: Es lässt sich trefflich streiten über diesen Roman. Er ist vielschichtig. Uneindeutig. Nahe an historischer Wahrheit und auch wieder ganz fern. Auf alle Fälle ist der Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ faszinierend und schlägt eine Brücke von der alten Form des Erzählens zu den Kunstformen heutiger Zeit(en). Was er nicht ist, er ist kein Kriminalroman. Und was er noch ist: kein Stück langweilig. 

Ich gebe ein klare Leseempfehlung! 

 

Kategorie: Belletristik
Verlag: S. Fischer/Hätte auf die Longlist 2020 gehört. 

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Cover des Buches Die rechtschaffenen Mörder (ISBN: 9783103900019)solveigs avatar

Rezension zu "Die rechtschaffenen Mörder" von Ingo Schulze

Politik, Liebe, Tod
solveigvor 7 Monaten

„Im Antiquariat Paulini … erlebte ich, was Hingabe an die Literatur bedeutete.“

Aus dem Blickwinkel des jungen Schultze, der seinen Wunsch, Schriftsteller zu werden, erfolgreich in die Tat umsetzt, nehmen wir an dem Leben des Dresdner Antiquars Norbert Paulini teil. Der junge Paulini wächst in der DDR auf, buchstäblich zwischen den zahlreichen Büchern seiner Mutter, die zu Lebzeiten ein kleines Antiquariat führte. Paulini setzt diese Tradition fort, weitet sein Angebot auf Autorentreffen und -lesungen aus und muss sich gegen vielerlei Hindernisse behaupten. Als schließlich die Wiedervereinigung stattfindet, fühlt er sich von einigen seiner Autorenfreunde verraten: sie ziehen in den Westen und machen in der BRD Karriere.

In seinem gehobenen, aber gut und flüssig lesbaren Stil schildert Schulze, wie nach und nach  Paulinis rechte Gesinnung und die seines Sohnes Julian sichtbarer und zunehmend radikaler werden. Er lässt zwar autobiografische Details in seinen Roman einfließen, ist jedoch nicht mit dem Ich des Erzählers identisch. Politik, eine verwickelte Liebesgeschichte und schließlich sogar krimihafte Details werden von Schulze zu einem vielschichtigen Roman verabeitet, der wirklich lesenswert ist.

 

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Zusätzliche Informationen

Ingo Schulze wurde am 15. Dezember 1962 in Dresden (Deutschland) geboren.

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