Ingrid Ganß Der Spielmann

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Inhaltsangabe zu „Der Spielmann“ von Ingrid Ganß

"Ein König hatte eine Tochter, die war über alle Maßen schön, aber dabei so stolz und übermütig, dass ihr kein Freier gut genug war. Sie wies einen nach dem andern ab..."
Ein Fürstentum in deutschen Landen: Der stolzen, schönen Fürstentochter Elisabeth ist kein Heiratskandidat gut genug. Eigenwillig wehrt sie sich gegen die Pläne ihres Vaters. Bis dieser die Geduld verliert und schwört, sie mit dem ersten Mann zu vermählen, der um ihre Hand anhält. Dies ist zwar ein dahergelaufener Spielmann, doch widerwillig muss Fürst von Messelstein seinen Schwur einlösen. Elisabeth folgt dem Musikanten Jakob in eine ihr völlig fremde Welt, in ein einzig großes Abenteuer ...
Der Roman basiert auf dem Märchen von König Drosselbart bietet aber eine ungewöhnlich aktuelle Fassung des Stoffes, die beim Lesen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
Aus der alten Erzählung wurde eine spannende Geschichte um Mut, Emanzipation und um die persönliche Entwicklung zweier Menschen, die voneinander lernen, Vorurteile über unterschiedliche Lebenswelten abzubauen und gegenseitige Achtung erlangen. Fuldaer Zeitung

hab das Buch an zwei tagen verschlungen und mir gerade den zweiten Band bestellt. :D

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Klingt sehr schön und wandert gleich auf den Wunschzettel.

— kleinfriedelchen

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  • Leserunde zu "Märchenlust" von Luisa Grimaldi

    Märchenlust

    LuisaGrimaldi

    Hallo liebe LovelyBookerInnen, es war einmal ... im vergangenen Jahr zu Weihnachten, als im Fernsehen wieder all die schönen DEFA-Märchen gesendet wurden. Ich nahm mir mein Märchenbuch vor, das bereits seit meiner Kindheit im Bücherschrank steht, und las seit langer Zeit wieder darin. Und bei einigen Märchen beschlichen mich Gedanken, die ich zuvor auch schon hatte. Zum Beispiel: Wieso, verflixt, tritt der Froschkönig die Prinzessin nicht in den HIntern, nachdem sie ihn belogen, beleidigt und am Ende gegen die Wand geklatscht hat? Da steht er da, ist nicht mehr der glibberige Frosch, sondern ein wunderschöner Prinz und - BLING - Liebe! Sofort. Sie liebt ihn aufgrund seines schönen Äußeren und er heiratet sie auch noch! Hallo? Das kann sich so nicht zugetragen haben. Nicht, wenn der Prinz kein nicht mal erwähenswerter Volltrottel war. Und König Drosselbart. Der kidnappt die Prinzessin, die ihn wie viele andere verhöhnt hat, weil sie nicht heiraten will. Und niemand fragt, wieso sie das eigentlich getan hat? Eine garstige, eingebildete Person soll sie sein - aber WARUM will sie denn niemanden heiraten? Das muss doch eine Ursache haben - jenseits der Hochnäsigkeit. Und Rapunzel. Ab in den Turm mit ihr. Prinz unten. Zopf runter. Zopf rauf und mit ihm der Prinz. Liebe! Hochzeit. Rapunzel steht auf gerademal einer dreiviertel Seite. Ich habe irgendwo gelesen oder gehört, dass die Märchen der Grimms ursprünglich viel länger waren. Sie sollen jedoch der Zensur zum Opfer gefallen sein, die in jedem seither verstrichenen Jahrhundert an etwas anderem etwas zu bemäkeln hatte. Mein Gedanke bei der geplanten und absolut spannenden Unternehmung war, dass all die (ohne Zweifel wunderbaren) Märchen so viel Potenzial für mehr Gefühl bergen. Außerdem hatte ich Lust, meine Lieblingsmärchen mit Erotik zu würzen (na klar... die haben das früher auch schon getan, wahrscheinlich noch viel hemmungsloser). Mir ist wichtig zu sagen, dass ich jedes Märchen mit echter Liebe zum jeweiligen Märchen geschrieben habe. Euch lade ich nun ganz herzlich zu meiner Leserunde ein. Lest meine Interpretation von: Dornröschen König Drosselbart Schneewittchen Aschenputtel Der Froschkönig Rapunzel In manchen Märchen hat mich meine Fantasie angestiftet, ein bisschen weiter von der ursprünglichen Geschichte abzuweichen. Nichtsdestotrotz habe ich alle Märchen Märchen sein lassen, d.h. sie spielen in der Zeit von "Es war einmal". Lasst mich mit Eurer Bewerbung wissen, welches Euer Lieblingsmärchen ist und warum Ihr gerade dieses Märchen besonders mögt. Voraussetzungen: Die Märchen enthalten erotisch explizite Passagen. Ihr solltet daher 18 Jahre oder älter sein., Ihr rezensiert das Buch (Eure Gedanken sind hierbei wichtig, denn der Inhalt steht im Buch) und veröffentlicht Eure Rezi auf LovelyBooks, auf Amazon und/oder anderen Buchhandelportalen und gern auch auf Eurem Blog. Ich bin ganz gespannt! LIebe Grüße Luisa Grimaldi a.k.a. Alexa McNight

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  • Ein Märchen tiefgründig und nicht durchgehend märchenhaft nach erzählt

    Der Spielmann

    Ati

    20. April 2013 um 11:41

    Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Märchen liebe? Die lese ich allerdings meist in Form von Märchensammlungen. Deshalb wäre ich auch beinahe an dem ursprünglich bereits im Jahr 2000 und auch unter dem Titel Die Braut des Spielmanns erschienenen und 2009 neu von DRYAS aufgelegten Debütroman von Ingrid Ganß vorbeigelaufen. Zu unscheinbar und trist erschien mir ehrlich gesagt dessen Aufmachung. Weder die Covergestaltung noch die Dicke des Buches deutete auf das hin, was ich letztlich darin fand. Die 1959 geborene Autorin, Fremdsprachenkorrespondentin und Industriekauffrau schreibt seit frühester Kindheit Geschichten und Märchen. Ihr Debütroman erzählt das Märchen von König Drosselbart der Brüder Grimm auf tiefgründige und nicht durchgehend märchenhafte Weise nach. Während bei den bekannten Märchenerzählern die Prinzessin anfangs nur wankelmütig, stolz und hämisch-übermütig dargestellt wird, erfährt man durch Ganß, was hinter deren Verhalten steckt. Ihre weibliche Hauptfigur Elisabeth von Messelstein, die behütet und verwöhnt aufgewachsen ist, offenbart sich als gebildete und moderne Fürstentochter. Das geht so weit, dass sie sich weigert, den Heiratsplänen zuzustimmen, die ihr Vater für sie schmiedet. Sie schüttet genau wie ihre Grimm-Vorgängerin Spott und Häme über mögliche Kandidaten aus, um diese abzuschrecken. Und genau wie diese muss sie mit den Folgen leben. Denn ihr Vater schwört angesichts ihrer Aufmüpfigkeit, sie mit dem erstbesten Mann zu verbinden, der um ihre Hand anhält. Bei einer Verfilmung von König Drosselbart mit Ken Duken trug der einen unansehnlichen Zottelbart im Gesicht und lebte augenscheinlich mehr schlecht als recht von seinen Tonwaren. Ganß lässt ihren Spielmann Jakob, besagter Erstbester, gleich von Anfang an gut aussehen. Ein Bruch zu Elisabeths bisherigen Leben ist das an der Seite ihres Mannes auf staubigen Landstraßen, in einer schäbigen Hütte und einer Welt voller Gaukler, Zigeuner und einfachem Volk jedoch allemal. Bald schon droht sie am Kampf ums Überleben zu verzweifeln. Doch als sie erkennt, dass sie die wahren Schönheiten des Lebens in ihrem goldenen Käfig bislang nicht erkannt hat, versucht sie, an Jakobs Seite eine Existenz aufzubauen. Während die Brüder Grimm sich auf einige Aspekte beschränkten (immerhin haben ihre Märchen selten allzu viele Seiten), kann Ganß wesentlich tiefer gehen und tut dies auch. Sie siedelt ihre Geschichte im von Armut und Not gebeutelten Deutschland Mitte des 17. Jahrhunderts kurz nach dem 30jährigen Krieg an. Die von ihr heraufbeschworenen Orte sind erdacht, wirken jedoch real. Bauern versuchen sich gegen die nach wie vor im Luxus lebenden Adligen bzw. deren stete Forderungen in Form von Steuern und Abgaben aufzulehnen, was tödliche Folgen für sie haben kann. Elisabeth zeigt sich bezüglich ihrer Rolle als Frau emanzipiert. Die gleichermaßen nachdenkliche wie zunehmend sympathische weibliche Hauptfigur steht einem männlichen Part gegenüber, der an der Welt zu verzweifeln droht. Seine Gedanken werden selten explizit ausgesprochen. Doch obwohl die Geschichte größtenteils aus Elisabeths Sicht erzählt wird, kann man als LeserIn Jakobs Überlegungen, seine Zweifel und Hoffnungen allzeit klar nachvollziehen. Er scheint ein recht bewegtes, aufrührerisches Leben geführt zu haben. Während er Elisabeth mehrfach auflaufen und sie ihre Vorurteile und ihr Unwissen auf die harte Tour erkennen lässt, muss er feststellen, dass er selbst nicht von Voreingenommenheit, Intoleranz und Engstirnigkeit frei ist. Wer oder was er wirklich ist, beschäftigt LeserInnen den ganzen Roman hindurch, das Geheimnis wird erst gegen Ende etwas gelüftet. Empathisch und sorgfältig beschreibt die Autorin die Wandlung, die Elisabeth durchmacht. Das Gefühl der inneren Zerrissenheit, dass das neue Leben (welches durchaus Platz für eigene Wünsche und Träume bietet), im Zusammenhang mit dem damaligen Sinn für Sitte und Anstand und ihrer Erziehung auslöst. Und so modern die junge Frau in gewisser Weise denken mag, so unsicher ist sie bei allem, was die körperliche Seite ihrer Ehe mit Jakob angeht. Wobei man hier eindeutig sagen kann: Ein Glück, dass es Jakob ist und niemand, der sie einfach derb an ihre ehelichen Pflichten erinnert und sich über ihre Bedürfnisse hinwegsetzt. Doch einfach ist das Leben an seiner Seite wie gesagt nicht. Schlüssig und stringent verwebt Ganß einen bildhaft-detaillierten Erzählfaden mit dem anderen. So entsteht sukzessive eine dichte und stimmige Hintergrundatmosphäre, vor der die komplex herausgearbeiteten Figuren agieren. Doch birgt das Schaffen einer dichten Hintergrundatmosphäre die Gefahr von Längen; Ganß konnte sich ihr denn auch prompt nicht völlig entziehen. Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass die Autorin in dem Versuch, ihre Figuren so authentisch wie möglich darzustellen, eingangs Dialoge durch Verwendung einzelner Begriffe so hochtrabend-gekünstelt und salbungsvoll-gespreizt gestaltet, dass manche vielleicht das Buch verfrüht aus der Hand legen. Doch ist das wirklich ein Schwachpunkt? Die Dialoge mögen aus heutiger Sicht betrachtet zu gestellt wirken. Gleichzeitig zeigt sich durch diese gekünstelte Hofsprache jedoch sehr gut die vermeintliche Überlegenheit des Adels über das einfache Volk. Zumal diejenigen, die sich daran stören, bald feststellen werden, dass die Dialoge lebendiger werden, sobald Elisabeth an Jakobs Seite Messelstein verlässt. Spätestens ab da liest sich der Roman sehr flüssig. Doch während die Brüder Grimm ihre Figuren glücklich bis an ihr Ende leben ließen, steuert die Geschichte von Jakob und Elisabeth auf ein offenes Ende zu. Es vereint Hoffnung und die harte, reale Existenz auf subtile Weise miteinander. Es passt auch auf die beiden Hauptfiguren und überhaupt sehr gut, weil es aus der Geschichte heraus und in sich die einzig konsequente Lösung ist. Doch spätestens hier unterscheidet sich der Roman von der Märchenvorlage. Fazit: Ein trotz kleinerer Längen lebendig erzählter, mitreißender Mix aus Märchen, Liebesgeschichte und historischem Roman, der sich irgendwie allen Genrezuordnungen zu entziehen scheint. Ein Roman von Schuld und Sühne, Stolz und Vorurteil, Liebe und Vergebung; der zeigt, wie sehr ein erster Eindruck täuschen kann. Und einer, der glücklicherweise eine Fortsetzung gefunden hat. 2010 erschien Der König, den ich nach Der Spielmann mit Sicherheit ebenfalls lesen werde. Für das Debüt von Ingrid Ganß möchte ich sehr starke vier von fünf Punkten vergeben. Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)

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  • Frage zu "Die Erben von Sevenwaters" von Juliet Marillier

    Die Erben von Sevenwaters

    Tina

    Hallo, eine Freundin hat mir gerade begeistert von der Sevenwaters-Reihe von Juliet Marillier erzählt. Sind das so ähnliche Fantasy-Bücher wie die Neben von Avalon? Die fand ich früher toll. Und in welcher Reihenfolge sollte ich die Sevenwaters Bücher lesen?

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    shao

    17. August 2011 um 23:25

    Elisabeth, die verwöhnte Tochter des Fürsten von Messelstein soll heiraten. Doch anders als üblich, erlaubt ihr Vater ihr, bei der Wahl des Ehegatten mitzusprechen, was sich als Fehler erweist, denn Elisabeth ist niemand gut genug. Bis sie eines Tages über die Stränge schlägt und die Gäste ihres Vaters aufs Übelste beleidigt. Das kann der Fürst seiner Tochter nicht durchgehen lassen und so verspricht er ihre Hand dem ersten, der darum bittet. Und das ausgerechnet ist ein junger Spielmann. Ein Musikant ohne festen Wohnsitz, ohne festes Einkommen, ohne Stand. Was für Elisabeth als reiner Albtraum beginnt, wird immer mehr zu einer Reise zu sich selbst. * Ein Roman, der ein Märchen erzählt ist nicht grundsätzlich etwas Neues. Aber ein Roman, der das Märchen so realistisch in einer passenden Zeit spielen lässt und somit mit Details und Leben füllt, das ist schon besonders. Auch wenn mir persönlich das historische Hintergrundwissen fehlt, wirken die Schauplätze und Handlungen sehr fundiert und wahrscheinlich. Überhaupt scheint die Autorin sich einige Zeit mit dem damaligen Leben beschäftigt zu haben, so eindringlich, wie sie es zu beschreiben vermag. * Die Sprache ist dem teilweise angepasst, teilweise doch sehr modern geraten, bis auf die Unterhaltungen der Adligen untereinander allerdings sehr gut verständlich und angenehm zu lesen. Diese gewissen Unterhaltungen streuen in deutschen Sätzen immer wieder französische, eingedeutschte Wörter und Formulierungen ein. Das mag damals so Mode gewesen sein, aber es liest sich sehr aufgebläht und teilweise albern. Beispiele hierfür sind unter anderem: „Ich habe mich längst daran habituiert, da seit der Renovierung meiner Gemächer bereits zwei Jahre vergangen sind.“ (Seite 29) „Er lässt Euch nach all der Zeit noch immer choissieren?“ (Seite 33). * Die Figuren sind gut ausgearbeitet, wobei Elisabeth in sich teilweise etwas widersprüchlich ist. Im Grunde wird sie erst mit zunehmender Anpassung an das einfache Leben liebenswert. Zum Ende hin jedoch macht ihre Entwicklung nochmal einen richtigen Sprung, eine ganz enorme Wandlung hin zum Positiven. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Erziehung, Moral und dem, was sie wollen würde, ihre Unsicherheit bezüglich allem Körperlichen ist sehr gut dargestellt und vor dem Hintergrund damaliger Verhältnisse wohl auch sehr nachvollziehbar. Aus heutiger Sicht wirkt ihr Zieren manchmal sehr anstrengend, zumal sie in jeder anderen Ehe kaum eine Wahl gehabt hätte, aber das ist alles vertretbar. Jakob selber ist von Beginn an sehr sympathisch, seine Handlungen nachvollziehbar. Seine Beweggründe erklärt er im Grunde selber und ja, auch die kann man sehr gut verstehen. * Die Handlung selber ließe sich im Mittelteil mit sehr wenigen Seiten zusammenfassen, so dass man behaupten könnte, dort würden viele Seiten wenig beschreiben. Allerdings nutzt die Autorin diesen Text, um das damalige Leben in all seinen Facetten darzustellen, weswegen man die lange nicht-Handlung nicht wirklich kritisieren kann. * Wirklich gestört hat mich einzig die Aufteilung des Buches. Es gibt keine Kapitel, nur zu Beginn und am Ende einige optisch abgegrenzte Einschübe. Der allergrößte Teil des Buches ist ein Text, der lediglich durch Absätze unterbrochen wird. Da hätten Kapitel eine deutliche Auflockerung gebracht und das Buch etwas lesefreundlicher gestaltet. * Das von vielen kritisierte Ende ist aus meiner Sicht ein absoluter Pluspunkt dieses Buches. Ich empfinde dieses Ende als einzige passende Möglichkeit. Jeder andere Schluss, jede andere Entscheidung hätte irgendwie einen faden Nachgeschmack gehabt, wäre erzwungen gewesen. So, wie das Buch endet, passt es zu beiden Charakteren und bringt die eben nicht rosarote Realität mit der Hoffnung in Einklang. * Unterm Strich ein Buch, in das man sich zwar erst einfinden muss und in dem über einen langen Zeitraum nicht besonders viel passiert, das aber ein wunderbares Bild der Vergangenheit zeichnet,, interessante Figuren aufzeigt und einfach eine schöne Geschichte in lesbarer Sprache bietet.

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    Solitude

    23. May 2010 um 12:37

    Nach den ersten Kapiteln war ich skeptisch,ob der Roman so ganz mein Fall ist. Aber ich muss ehrlich sagen, dass meine Meinung sich dann mit der Zeit geändert hat und ich das Buch sehr unterhaltsam fand. Ich würde den Roman als schönen historischen "Schmöker" bezeichnen, der im Laufe der Geschichte mehr Tiefgang entwickelt, als man am Anfang erwartet. Mein Fazit: Gute Unterhaltung mit leichten sprachlichen Schwächen.

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    Piezke

    07. May 2010 um 10:10

    Soso, ein Roman, der auf einem altbekannten Märchen beruht. Sowas, da weiß man doch schon, wie es ausgeht. Weiß man aber eben nicht. Die Geschichte spielt in Deutschland im 17. Jahrhundert, wenige Jahrzehnte nach dem 30jährigen Krieg. Das Land ist gebeutelt vom Krieg und der Pest. Der Pranger und Hexenverbrennungen gehören noch zum Alltag. In dieser Zeit wächst die Prinzessin Elisabeth von Messelstein zu einer sehr gebildeten Frau heran - besonders für damalige Verhältnisse. Sie liebt die Werke der Philosophen und macht sich viele eigene Gedanken, vor allem darum, dass sie nicht so bald die Frau hinter einem Mann werden möchte, der sie daraufhin als sein Eigentum betrachten kann. Um nicht heiraten zu müssen vergrault sie die Freier, die ihr Vater an den Hof hat holen lassen. Unter diesen befindet sich auch König Philipp von Reupen, den sie mit ihren Sticheleien schwer verletzt. Es beginnt ein Ränkespiel als ein zauseliger Spielmann am Hofe erscheint, um die Prinzessin zur Frau zu nehmen. Die Prinzessin wird herausgerissen aus ihrer heilen Welt, lernt das Elend des einfachen Volkes, aber auch deren Freuden kennen. Sie lernt viel über sich und das Leben, angefangen bei den einfachsten Verrichtungen im Haushalt. Debatten mit ihrem Ehemann über das Leben des Volkes und das Unrecht, das der Adel begeht, wandeln nach und nach ihre Sicht auf die Dinge. Ein sehr stimmungsvoller und dicht geschriebener Roman, man taucht voll und ganz in die Zeit und die Umgebung ein. 4 Sterne gibt es von mir, da das Buch wirklich gut geschrieben war, jedoch fehlte mir an manchen Stellen die Spannung, um weiterzulesen wenn ich z.B. abends müde war. Daher brauchte ich relativ lange für die 600 Seiten des Romans, da es sich zu einfach aus der Hand legen ließ. Da es aber wirklich gut geschrieben war, hat man es am nächsten Tag aber immer wieder zur Hand genommen.

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    Adnava

    01. May 2010 um 21:32

    Inhalt: Der Spielmann ist eine Art Neu- oder vielleicht besser Umerzählung des Märchens „König Drosselbart“. Die Prinzessin von Messelstein, nämlich Elisabeth, will nicht heiraten. An dem Ball, an dem sich alle heiratsfähigen adligen Herren zusammenfinden, beleidigt sie einen jeden. Und wird infolge dessen an den nächst besten verheiratet: an einen mittellosen Spielmann. Bewertung Text: Als ich den Buchrückentext des Romans gelesen hatte, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste, da ich historische Romane doch recht gerne lesen und Märchen über alles liebe. Andererseits hatte ich einige Zweifel, ob das Buch dann auch wirklich spannend sein würde, da es doch recht stark auf dem bekannten Märchen „König Drosselbart“ aufbaut. Ich kann aber zu meiner Erleichterung sagen, dass – obwohl die Haupthandlungsteile des Märchens auch im Buch vorkommen – der Roman keine langweilige Nacherzählung ist. Ingrid Ganss hat aus dem Stoff eine ganz neue Geschichte mit sympathischen Charakteren gemacht. Die Geschichte hat mich total gepackt und ich konnte jeweils kaum aufhören zu lesen, weil es mir durch die bunte Erzählweise total einfach wurde, in diese Welt gänzlich einzutauchen. Wirklich – der Schreibstil ist so einfach und flüssig, dass man gar nicht mehr richtig merkt, dass man liest, sondern vielmehr den Eindruck erhält, direkt im Geschehen zu stehen und alles mit eigenen Augen zu sehen. Das war zwar ein Buch, bei dem es nicht diese „herausstechenden Sätze“ gibt, bei denen man mitten im Buch den Atem anhält und denselben Satz immer und immer wieder liest, aber ich glaube, das liegt daran, dass das Buch eben sehr ausgewogen und angenehm zu lesen ist. Was mir aber auch aufgefallen ist – und wahrscheinlich auch etwas die andere Seite des wirklich tollen Schreibstils ist, ist, dass wenn man mal einige Zeit nicht weiter lesen konnte, es recht schwer ist, wieder genauso rein zu kommen, wie man vor der Pause drin war. Nach höchstens zwanzig Seiten ist man aber wieder völlig mit dabei. Einziger wirklicher Kritikpunkt ist das Ende. Für meinen Geschmack ist es eindeutig zu offen und ich mag es halt nicht so sehr, weil ich mir da etwas Bestimmtes gewünscht hätte. Es gibt jedoch einen Nachfolgeband, was mich sehr glücklich macht. Das offene Ende des ersten Bandes ist jedoch nicht dem Nachfolgeband zuzuschreiben, wie Frau Ganss erklärte. Trotzdem muss ich mir den zweiten Band einfach auch noch holen – ich will nicht, dass die Geschichte einfach fertig ist. Bewertung Cover / Gestaltung: Ja, die Gestaltung dieses Buches ist so ein Thema: Das Cover ist wunderschön und ich mag es total, dass für einmal kein (historisches) Gemälde das Cover eines historischen Romans ziert, sondern eine tolle Illustration, welche eigens für dieses Buch angefertigt worden ist. (So scheint es jedenfalls.) Die Verarbeitung und Innengestaltung des Buches entspricht jedoch der tollen Geschichte und dem hübschen Cover leider nicht. Das Innenleben ist doch recht herzlos gestaltet, ausserdem löste sich bei meinem Buch so eine Art Folie von den Coverrändern und in der Mitte des Buches spreizten sich die Seiten gegen aussen. (In der Leserunde auf lovelybooks meinte ein Leser, das sei, weil es falsch „gebunden“ sei.) Fazit: Ich liebe es einfach und kauft es, kauft es, kauft es, auch wenn die Verarbeitung nicht top ist!

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    kubine

    26. April 2010 um 18:23

    Es war einmal eine Prinzessin namens Elisabeth, die lebte im Fürstentum Messelstein und wurde von ihrem Vater abgöttisch geliebt. Er erfüllte ihr jeden Wunsch und war auch damit einverstanden, dass sie sich ihren Ehemann selbst aussucht. Aber sie lehnte alle in Frage kommenden Kandidaten ab. Als Elisabeth auf einem Ball auch noch König Phillip von Reupen höhnisch verspottete, platzte dem Fürsten der Kragen: Er versprach dem ersten, der einen Monat später um die Hand seiner Tochter anhält, sie ihm zur Frau zu geben. Und so kam, was kommen musste: Ein armer, umherziehender Spielmann sprach vor und bekam Elisabeth zur Frau. Mit nichts weiter als dem, was sie am Leibe trug, musste sie Messelstein an Jakobs Seite verlassen. Nach einer, vorallem für Elisabeth, beschwerlichen Reise kamen sie an ihr Ziel: einer kleinen Hütte im Wald, in der Nähe des Schlosses von Reupen. Jakob zwang Elisabeth zu arbeiten, um etwas zum sehr bescheidenen Haushaltsbudget beizutragen. Auch wenn Elisabeth anfangs widerwillig an die Sache heranging, sah sie doch die Notwendigkeit rasch ein, den kein Geld bedeutete kein Essen. Nach dem Versuch Körbe zu flechten und Flachs zu spinnen, verkaufte sie auf dem Marktplatz des kleinen Städtchens Geschirr und arbeitete später als Küchenhilfe im Schloss. Dort macht sie nach einiger Zeit eine überraschende Entdeckung... „Der Spielmann“ von Ingrid Ganß ist die Adaption des Märchens „König Drosselbart“ der Gebrüder Grimm. Aber es geht tiefer. Ingrid Ganß skizziert sehr gekonnt die Lebensstituation der Menschen einige Jahre nach Beendigung des dreißigjährigen Krieges. Das Land hat sich noch nicht ganz erholt, die Spuren sind noch allgegenwärtig. Mit dem harten, entbehrungsreichen Leben der einfachen Menschen konfrontiert Jakob Elisabeth, die bis dato in einem fürstlichen Elfenbeinturm aufgewachsen ist und von dem wirklichen Leben keine Ahnung hat, obwohl sie meint vieles zu wissen, da sie ihre Zeit am liebsten in Büchern verbracht hat. Doch die Realität ist anders. Hunger, Armut, Hexenverbrennungen und Folter sind an der Tagesordnung, auch in Reupen. Und so muss Elisabeth bestimmte Dinge auf die harte Tour lernen, andere lernt sie in Streitgesprächen mit Jakob. Und so nach und nach macht Elisabeth eine ertaunliche Wandlung durch. Sie wird reifer, vernünftiger und stellt immer öfter Dinge in Frage, die früher für sie selbstverständlich waren. Ab und zu kommt zwar noch die Prinzessin in ihr durch, aber schnell merkt sie, wie oberflächlich sie war. Da sie sehr wißbegierig ist, hinterfragt sie auch ständig Dinge, die sie sieht und hört. Ungerechtigkeit ist ihr zuwider und sie philosophiert gemeinsam mit Jakob, welche Gesellschaftsordnung wohl die ideale wäre. Und obwohl der Roman im 17. Jahrhundert spielt, lassen sie viele angesprochene Dinge auch ins Heute übertragen: Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Armut und vieles mehr. So wird aus dem Märchen „König Drosselbart“ ein faszinierender historischer Roman, der den Leser in eine längst vergangene Zeit führt und trotzdem aktuell ist. Ingrid Ganß lässt vor unseren Augen eine längst vergangene Welt erstehen. Ihre Figuren sind lebensnah gezeichnet und man fiebert mit, wie ihr weiteres Schicksal verlaufen wird. Und obwohl dass Buch kleinere Längen hat, wird es niemals langweilig. Und auch der recht offene Schluss passt sehr gut zum Buch und animiert dazu, die Fortsetzung „Der König“ zu lesen. Der einzige Kritikpunkt ist das unhandliche Taschenbuchformat. Hier wäre eine gebundene Ausgabe die bessere Wahl gewesen. Aber wer historische Romane und Märchen liebt, sollte sich davon nicht abschrecken lassen.

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    eiertanz30

    21. April 2010 um 21:27

    Ach, war das schön!!!!!! Das Buch ist stark an dem Märchen König Drosselbart angelehnt und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht! Elisabeth wird von heiratswilligen Männern umschwärmt. Keiner ist ihr gut genug. Ihr Vater gibt ihr zu Ehren einen Maskenball, wo sie sich einen Gemahl aussuchen soll. Aber stattdessen verspottet sie die Männer. Sie möchte einfach nicht heiraten und da ihr Vater ihr sonst nie etwas abschlagen konnte, denkt sie, sie kommt damit durch. Sie hat sich geirrt, ihr Vater lässt verlauten, dass der erste Mann der um ihre Hand anhält, sie zur Frau bekommt. Er hält sein Wort und Elisabeth muss den Spielmann heiraten. Sie muss mit ihm nur mit der Kleidung auf dem Leib den Hof verlassen und fortan mit ihm seines Weges ziehen. Natürlich ist es für sie am Anfang nicht einfach und Elisabeth hat Probleme mit dem einfachen Leben und dessen Gefahren klar zu kommen. Frau Ganß ist mit diesem Buch eine ganz tolle Geschichte über Mut und Emanzipation zweier Menschen geglückt. Ein schöner Roman mit viel liebe zum Detail für das Leben und die Kleidung in der damaligen Zeit. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen.

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    Malibu

    16. April 2010 um 18:34

    In Messelstein lebt die schöne, stolze Fürstentochter Elisabeth. Ihr ist kein Freier genug, so wehrt sie sich gegen die Heiratspläne ihres Vaters und verspottet die Freier. Da verliert der Vater die Geduld und lässt sie nicht mehr selbst entscheiden, was eh unüblich ist zu dieser zeit, und gibt sie dem Mann, der als erstes um ihre Hand anhält. Der Vater hält sein Wort und muss seine schöne Elisabeth widerwillig einem Spielmann mitgeben. Elisabeth zieht sodann mit Jakob dem Musikanten in ein Abenteuer fort... Man merkt ziemlich schnell, dass dieser Roman auf dem Märchen des "König Drosselbart" basiert, das ist auch das faszinierende daran. Das Buch fesselt einen auch, aber es hat seine Höhen und Tiefen - manchmal dachte ich, ich lese nur auf der Stelle und komme einfach nicht weiter. Mir haben die vielen Dialoge gefehlt, die an manchen Stellen angebracht wären. In die Protagonisten kann man sich sofort hineinversetzen und auch wenn Elisabeth einem am Anfang nicht gleich sympathisch ist, wird sie es im Laufe des Buches, da sie doch eine starke Persönlichkeit ist und alles auf ihre Art schafft, was einem imponiert, da sie doch die verwöhnte Prinzessin des Hofes Messelstein war. Man kann nach jeden Seiten bewundern, wie Elisabeth sich verändert, zu einer anderen Person wird und auch ihre Gedanken sich wenden. Wer hier einen Liebesroman sucht, wird ihn nicht ganz so typisch finden, wie die anderen, die Liebe kommt in leisen Dosen angeschlichen, umso schöner aber wenn sie kommt. Das viele Französische hat mich zwar etwas verwirrt am Anfang, aber nicht gestört, das tut dem Buch keinen Abbruch, irgendwie war es noch peppig. Manche Sachen hätte man in diesem Roman auslassen können und andere dazufügen und für mich war es einfach etwas zu viel durchschaubar - vielleicht sollte es ja genau so sein, aber ich mag es lieber undurchschaubar bis kurz vor Ende. Das Ende ist nicht so, wie man ein Ende erwartet, aber das sollte wohl so sein, denn es gibt ja einen zweiten Teil! Ich kann das Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen und der Autorin ein Lob mitgeben an ihre schöne sprachliche Veranschaulichung des Romans!

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    Carriecat

    16. April 2010 um 15:00

    Cover: Zeigt wohl die Hauptfiguren, wie sie sich am Anfang auf den Weg machen. Durch den leicht verwaschenen impressionistischen Stil lassen sich eigene Vorstellungen in die Züge der Protagonisten einbauen. Das Bild würde ich mir zwar nicht aufhängen, aber es passt ganz gut zur Geschichte. Hauptfiguren: Elisabeth von Messelstein: Eine junge Edeldame mit besonderen Talenten und Ansichten. Sie weiß, was sie will und das bekommt sie auch meistens. Sie ist gebildet und schön, eine gefährliche Kombination, wie die Männer in ihrem Umfeld finden. Sie aber will keinem „gehören“ und lehnt alle Kandidaten ab. Jakob der Spielmann: Ein mysteriöser Fahrender, der nur mit seiner Laute fremde Länder durchquert und sein Brot ersingt. Er kennt die seltsamsten Leute, von bettelarm bis zum Edelmann, und er schweigt über seine geheimnisvolle Vergangenheit. Inhalt: Der Vater von Elisabeth lässt einen Maskenball ausrichten, um seine ungebärdige Tochter endlich unter die Haube bringen. Da sie alle Kandidaten rundweg ablehnt und beleidigt, setzt der stinkwütende Vater eine letzte Frist: Jeder der dann noch will, soll seine Tochter heiraten, egal ob diese dann will oder nicht! Dummerweise will aber gerade ein mittelloser Spielmann! Elisabeth ist von jetzt auf gleich gezwungen, ihr bisheriges Leben aufzugeben und selbst eine bettelarme Fahrende zu werden. Stil: Die Autorin beschreibt die Protagonistin Elisabeth sehr gut und gibt dem Leser das Gefühl, immer ganz nah dran zu sein, an ihrer Gefühlslage, den Sorgen und auch den Freuden. Elisabeth ist die ideale Identifikationsfigur, denn genau wie der Leser, taucht sie in eine völlig neue, fremde Welt ein. Ebenfalls detailliert und farbenfroh werden die Schauplätze im Roman beschrieben: Schloss, Marktplatz, Waldhütte… alles entstand lebensecht vor meinem geistigen Auge. Die Sitten und Gepflogenheiten der Leute bei Hofe oder im Bauerndorf wurden eindringlich geschildert, als ob man es selbst miterleben würde…. Großes Lob an das Erzähltalent der Autorin. Fazit: Manchmal hatte ich das Gefühl: Ich lese und lese und es geht einfach nicht voran! Ein bisschen Spannung oder Pep, Wortwitz oder spritzige Dialoge haben mir gefehlt. Ohne all das hatte das Buch eindeutig ein paar Längen zu viel. Zumal schon früh klar war, wohin der Hase läuft… Die Idee mit der Adaption eines Märchens ist allerdings super und wurde auch meist gut umgesetzt. Für Fans von historischen oder Liebesromanen gibt es von mir die klare Leseempfehlung! (Wer auf „Dauer- Action“ steht sollte lieber was anderes lesen.)

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    Sarista

    14. April 2010 um 20:43

    Der überheblichen Königstochter ist kein Freier gut genug und so gibt ihr Vater sie schließlich an den erstbesten Bettler. Nach anfänglichen Schwierigkeiten verliebt sie sich in ihn, erfährt dass er doch ein König ist und sie sind glücklich bis ans Ende aller Tage. So besagt es das Märchen, aber was wenn es anders war? Wenn die Königstochter nicht arrogant war, sondern einfach nur unwissend und freiheitsliebend in einer Welt, in der Frauen keine Freiheit haben sollen? Wie sieht dieses Märchen in der wirklichen Welt des Mittelalters aus, ohne den Kitsch der modernen Märchenerzählung? Diese realistische Version des wohlbekannten Märchens stellt Ingrid Ganß in „Der Spielmann“ dar und ihr gelingt damit einer der besten historischen Romane, die ich je gelesen habe. Ich kenne das Märchen seit ich denken kann, aber in diesem Roman habe ich es aus einer völlig anderen Perspektive betrachtet. Sehr lebhaft und realistisch beschreibt Ingrid Ganß die mittelalterliche Welt, die Stellung der Frau und viele andere Probleme der Zeit. Dabei lässt sie weder die grausamen Seiten wie die Hexenverfolgung noch die leicht nervige Sprache des Adels voller französischer Begriffe aus. Trotzdem bleibt ein Rest des Märchens erhalten und zeigt sich an den unerwartesten Stellen, in den dunkelsten Stunden des Romans. „Der Spielmann“ ist keine bloße Nacherzählung des Märchens, sondern ein davon inspirierter historischer Roman, der die Abgründe des Mittelalters ebenso darstellt, wie die fröhlichen Momente der Freiheit und Unbekümmertheit der damaligen Zeit. Die Charaktere sind durchgängig sehr vielschichtig gezeichnet und auch wenn ich das Ende sehr gelungen fand, werde ich so bald wie möglich mit dem Lesen der Fortsetzung beginnen. Ein sehr beeindruckender Roman, den ich nicht nur Fans von historischen Romanen, sondern jedem vielseitig interessiertem Leser empfehlen würde.

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. April 2010 um 13:16

    Es ist die Zeit nach dem 30jährigen Krieg in den deutschen Landen und die Fürstentochter Elisabeth von Messelstein ist im besten heiratsfähigen Alter. Doch keiner der Kandidaten ist ihr gut genug und sie lässt einen nach dem anderen abblitzen, mehr noch, sie beleidigt sie sogar vor aller Augen. Da wird es dem Fürsten zuviel und er verspricht sie dem Ersten, der um ihre Hand anhält, zur Frau zu geben. So geschieht es, so wird Elisabeth zur Frau eines Spielmanns und zieht von nun an mit ihm durch die Lande... Das Lesen hat mir unheimlich viel Spaß bereitet, denn schon von Anfang an kommt man nicht umhin zu schmunzeln, wenn die Fürstentochter wieder einmal einen Kandidaten verspottet, denn die Erzählung darüber ist überaus witzig zu lesen. Zwar wird Elisabeth einem dadurch nicht unbedingt sympathischer, aber man merkt doch, dass sie ihren eigenen Kopf hat und diesen auch auf Teufel komm raus durchsetzen möchte, da sie es nicht einsieht sich unterzuordnen. Leider lässt ihr Vater ihr dies nicht länger durchgehen und zu spät bemerkt sie, dass er es ernst damit meint. Zunächst glaubt Elisabeth noch an einen Scherz, als sie mit dem Musikanten Jakob los zieht, doch bald merkt sie, dass niemand sie nach Hause holen wird und sie dem Spielmann ausgeliefert ist. Im Laufe dieser Reise, die wir sehr detailliert miterleben, geschieht etwas in Elisabeth. Sie wird zwar nicht zu einem gänzlich anderen Menschen, aber dennoch merkt man, dass etwas in ihr sich verändert und ihre Ansichten nicht mehr so engstirnig sind wie noch zuvor. Vor allem wohl auch deswegen, weil sie nun merkt wieviel ihr vorenthalten wurde und womit man sie früher gar nicht erst behelligt hatte, wie z.B. Armut und Krieg. Somit wird Elisabeth für den Leser auch im Laufe der Zeit immer sympathischer und man beginnt mit ihr zu fühlen, egal ob sie leidet oder sich freut. Auch die Beziehung zu dem Spielmann wächst immer mehr. Es ist sehr deutlich zu sehen wie sie immer mehr Vertrauen erlangt und sie sich immer näher kommen. Generell haben mir die Darstellungen der Charaktere sehr zugesagt, da sie detailreich dargelegt wurden, so dass man sich ein sehr gutes Bild machen kann, welches nicht nur oberflächlich ist, sondern auch bis in die Gedanken der einzelnen Personen reicht. Genauso detailliert wurde die Umgebung und das Geschehen an sich beschrieben, was einem das Gefühl gab den Situationen beizuwohnen und diese mitzuerleben. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und auch die Wendung, die es am Ende noch gibt, passt ins Gesamtkonzept sehr gut hinein. Das Buch weist ein offenes Ende auf, welches aber, wie ich denke, in der Fortsetzung 'Der König' zu einem Schluss gebracht werden wird.

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    felicity hale

    13. April 2010 um 16:43

    "Der Spielmann" ist eine außergewöhnlich gute Mischung aus einem wohlbekannten Märchen und einem historischen Roman. Ein Musikant entführt eine Prinzessin in eine andere Welt, fernab von dem ihr vertrauten Prunk und Luxus. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich aus einer unwilligen Verbindung eine Liebe, deren Werdegang von Ingrid Ganß einfühlsam und wunderschön erzählt wird. Zwei anfänglich gegensätzliche Ansichten prallen aufeinander, um dann voneinander zu lernen und zu respektieren. "Der Spielmann" besitzt alles, was einen gelungenen Roman ausmacht und noch mehr.

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  • Rezension zu "Der Spielmann" von Ingrid Ganß

    Der Spielmann

    Solifera

    11. April 2010 um 21:24

    ** Kurzinhalt ** Der Roman orientiert sich als Grundlage an dem Märchen vom König Drosselbart. Die schöne und verwöhnte Fürstentochter Elisabeth von Messelstein soll endlich heiraten, aber keiner der von ihrem Vater vorgeschlagenen Kandidaten ist ihr gut genug. Er macht das Verhalten seiner Tochter eine Weile mit, bis ihm der Kragen platzt. Nach Ablauf einer Monatsfrist wird er sie an den erstbesten Mann verheiraten, der das Schliss betritt. In diesem Fall ist es der Spielmann Jakob, der Elisabeth sogelich mitnimmt, auf eine Reise in ein ihr unbekanntes Leben, in dem es um den täglichen Überlebenskampf geht. Wer die Märchen-Vorlage kennt, weiß wie es endet. Ist hier der Spielmann Jakob nicht der, der er vorgibt zu sein? Und warum verbirgt er seine Herkunft? Die Autorin nimmt uns mit auf eine spannende Entdeckungsreise eines altbekannten Stückes, das doch hier völlig neu erscheint. ** Stil und Sprache ** Die Sprache schildert einerseits sehr eindringlich das Leben, wie es in den Zeiten war, zu denen das Buch konzipiert ist, auf eine einfache, teils milieuhafte Weise. Das steht im krassen Gegensatz zu der Sprache der Adeligen, die sehr stark von französischen Einflüssen geprägt ist. Abgesehen von einem Teil des Buches, wo es so seine Längen hatten, war ich wirklich fast durchgehen gefesselt und konnte es kaum zuschlagen. ** Figuren ** Prinzessin Elisabeth von Messelstein ist wunderschön, verwöhnt, leicht arrogant und überheblich. Gleichzeitig ist sie aber auch sehr intelligent und belesen. Im Kontrast dazu steht das einfache Leben des Spielmanns Jakob Meger. Jeden Tag aufs Neue muss er ums nackte Überleben kämpfen, um genug Geld zum Essen. Je weiter der Roman fortschreitet desto mehr gewöhnt sich Elisabeth an das neue einfache Leben, sie wird sogar immer selbstbewusster und selbstständiger. Und ein Hauch von aufkeimender Zuneigung der beiden sich völlig fremden Menschen wird spürbar. ** Persönliche Meinung ** Mich hat dieser Roman wirklich sehr angesprochen, durch seine Kombination altes Märchen im Gewand eines historischen Romans. [Und das obwohl ich sonst nicht der Freund von „Historienschinken“ bin]. Nach wenigen Anlaufschwierigkeiten war er dann richtig richtig spannend und fesselnd bis zum Schluss. ** Kritikpunkte ** 1) Zum einen das Französisch: Gerade für jene, die davon keine Ahnung haben hätte ich mir so was wie ein Glossar oder eine Übersetzung in Fußnoten gewünscht. 2) Eine Einteilung in Kapitel oder wenigstens in größere Abschnitte, damit man auch mal Pause machen kann [Klar, es ist nicht lebensnotwenig, aber ich bin es so von vielen Romanen her gewöhnt.] 3) Die Aufmachung: Das großformatige Taschenbuch ist unheimlich schwer und verhältnismäßig unhandlich. Man muss beim Lesen und Umblättern schon ein wenig aufpassen, dass man keine Leserillen produziert. [Gut, das hat ja hier nix mit dem Inhalt zu tun, und als Autor hat man da auch nicht immer Mitspracherecht, aber trotzdem wollt ich’s angemerkt haben]. ** P.S.: ** An die Autorin: Nicht alles was ich hier an Kritik angemerkt habe, meine ich so negativ, wie es vielleicht rüberkommt!!! Liebe Ingrid Ganß: Ein wirklich gutes empfehlenswertes Buch!

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