Ingrid Mennen

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Alle Bücher von Ingrid Mennen

Ben und die Wale

Ben und die Wale

 (2)
Erschienen am 01.08.2016
Ein Kleid voller Geschichten

Ein Kleid voller Geschichten

 (0)
Erschienen am 22.08.2018

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Rezension zu "Ben und die Wale" von Ingrid Mennen

Ein einfühlsames Bilderbuch, das uns Wale näher bringt und gleichzeitig eine Geschichte z.T. Tod
Kinderbuchkistevor einem Jahr


Ein Geschichte von Abschiednehmen, Tod und Erinnerung

Ein poetisch anmutendes Sachbilderbuch

Poetisch und Sachbilderbuch das geht nicht zusammen?
Wer dies denkt, der wird bei der Lektüre dieses wunderbaren Bilderbuchs eines anderen belehrt.
Es ist ein Buch über Wale und die Wunder des Ozeans aber auch die Geschichte vom Tod des Großvaters mit dem der kleine  Ben eng verbunden ist.
Ich kann mich, in meiner langjährigen Praxis mit Bilderbüchern insbesondere auch der zum Thema Tod, nicht daran erinnern so eine wunderbare Kombination in einem Bilderbuch jemals entdeckt zu haben.
Es ist ein sehr, sehr besonders Buch und das nicht nur inhaltlich sondern auch in den Illustrationen.
Sanfte sehr stimmungsvolle, ausdrucksstarke Bilder, die die Atmosphäre und philosophische Botschaft unglaublich gut einfangen und widerspiegeln fangen uns ein und lassen uns ruhig werden. Nicht traurig aber schon sehr berührt gehen wir nach langem Verweilen und Innenhalten um Erfahrungen und Wissen reicher aus dieser Geschichte wieder hinaus.

 *
Kinder fühlen gerne erst einmal über das Buch bevor sie es aufschlagen. Diese Erfahrung habe ich nicht nur bei meinen eigenen Kindern machen können sondern auch bei den vielen mit denen ich im Laufe der Jahre gearbeitet habe.
Bei diesem Buch ist man gleich versucht es erst einmal haptisch zu erfahren. Dabei kann ich gar nicht genau sagen wieso. Vermutlich liegt es am wunderbar aquarellierten Hintergrund aus dem der Kopf des, in ein Buch vertieften, Jungen mit fester Strichzeichnung so plastisch hervorscheint. Die Haare so realistisch, dass man versucht ist den Kopf zu streicheln.
Auf den ersten Blick ist das Besondere des Covers nicht unbedingt zu sehen. Je nach dem wie man das Buch ins Licht hält wird man gewahr, dass etwas zu erfühlen ist.
Der Wal auf dem Buch des Jungen springt aus dem Buch heraus / oder hinein, je nachdem wie man es interpretieren möchte.
Wir haben uns für "hinein" entschieden und es so begründet: der Wal taucht ein und führt uns ins Buch. Es gibt aber auch Kinder, die es anders sehen.
Öffnet man das Buch nun so bekommt man reichlich Sachinformationen zum Thema Wale. Wusstet ihr, das Walmilch 50% Fett enthält und rosa gefärbt ist, das Walbabys 200 Liter davon auf einmal trinken und man die Babys Kälber nennt?
Ben weiß eine ganze Menge über Wale, denn es sind die Lieblingstiere von ihm und seinem Großvater. Wale sind Säugetiere so wie Menschen auch und deshalb finden wir zum Vergleich auch ein von Ben gemaltes Familienbild auf dem er mit seinen Eltern und dem Großvater zu sehen ist.
Gleich zu Beginn erfahren wir nicht nur etwas über die Walkälber sondern auch jede Menge über den Buckelwal. Sachwissen wie aus einem Biologiebuch, anschaulich grafisch dargestellt und beschriftet.
Ben und sein Großvater, das erwähnte ich ja bereits unternehmen viel zusammen. Am liebsten beobachten sie bei einem Spaziergang, von ihrem Aussichtsplatz am Milchholzbaum, die Wale.
Es ist schon ganz erstaunlich wie solche Kolosse sich bewegen und auch noch hoch springen können. Bens Großvater sagt es sind "fliegende Giganten des Meeres".
Im Winter wenn es kalt und ungemütlich ist lesen die beiden Geschichten über Wale, besuchen das Museum und arbeiten an ihrem ganz eigenen Sammelalbum, natürlich auch über Wale.
Doch dann geschieht etwas womit niemand gerechnet hat. Bens Großvater wird krank und stirbt wenig später.
Der Sessel bleibt leer. Doch Ben ist nicht allein. Sein Vater weiß um das enge Band zwischen Enkel und Großvater. Gemeinsam gehen sie die Wege, die Ben sonst mit dem Opa gegangen ist. Überall gibt es Momente der Erinnerung so wie am Milchholzbaum wo Ben und sein Vater nun aufs Wasser schauen. Auch der Vater war oft mit seinem Vater unterwegs um Wale zu beobachten und auch er kennt Geschichten. Eine davon erzählt er nun seinem Sohn. Man merkt deutlich wie wichtig es dem Vater ist Ben zu begleiten, ihm einen Weg der Verarbeitung und auch eines Neuanfangs zu zeigen. Er wird die Stelle des geliebten Großvaters nie einnehmen oder ausfüllen können aber er kann, und das ist ihm sehr bewusst, ein ernsthafter Wegbegleiter sein.
In der Geschichte des Vaters findet Ben viele Parallelen zu seiner Beziehung zu seinem Großvater. Als sie zurück gehen ist nicht mehr alles so trüb. Am Strand sind viele Menschen mit bunter Kleidung sie schauen aufs Meer und just in diesem Augenblick springt einer der Giganten des Meeres aus dem Wasser. Ein "fliegender Gigant des Meeres", hatte der Großvater immer gesagt. Auf einmal ist Ben leicht ums Herz.  Beflügelt und leicht "fliegt" Er nach Hause.
Er hat verstanden, dass sein liebster Opa für immer bei ihm ist und jede Begegnung mit Walen auch Begegnungen mit dem Großvater sind.
In den Erinnerungen leben die toten immer weiter bei und in uns.
Das Buch endet mit vielen weiteren Sachinformationen über die Wale, kunstvoll, und doch realistisch gezeichnet. Stimmungsvoll und doch so klar, wie das ganze Buch.
*
Es fällt schwer sich den Zauber der Geschichte und des Buches wieder zu entziehen. Die überwiegend Grau-Blau-Grünen Impressionen ziehen einen in einen besonderen Bann. Unsere Lesekinder im Alter zwischen 4 und 9 Jahren waren sehr ruhig, nicht traurig aber irgendwie tief berührt. Ein Buch zum Thema Tod in einer "normalen" Lesegruppe vorzulesen bedeutet auch immer mit beiden Augen auf die Kinder zu achten. Wie sie reagieren, wie sie empfinden, mitgehen. Die Kombination aus Sachwissen, einem Sachthema, das die meisten Kinder fasziniert, in eine Geschichte zum Thema Tod einzubetten / oder umgekehrt ist eine geniale Idee, noch dazu wenn wir dann eine Geschichte in der Geschichte erleben dürfen aus der wir langsam wieder heraus geführt werden.
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Besonders bemerkenswert die Botschaft des Vaters an den Sohn:" Du wirst auch deinen eigenen Weg finden“, sagt der Vater zu seinem Sohn, .......„und du wirst die Zeit mit Opa in guter Erinnerung behalten wie die schönsten Bilder in deinen Lieblingsbüchern.“
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Ein sehr besonders Buch, das jeder, der das Buch einmal gelesen hat verstehen wird.
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So ist es kein Wunder, das "Ben und die Wale"  auf der Shortlist des Huckepack Bilderbuchpreis 2017 zu finden war.
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Man muss nicht mit dem Thema Tod konfrontiert werden / worden sein um dieses Buch zu lesen. Wale sind faszinierende Wesen, eine Geschichte über Wale fasziniert, egal in welcher Weise sie erzählt wird.
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Auf diesem Weg möchte ich mich bei Autorin und Illustratorin für dieses besondere Buch bedanken, das das Thema Tod auf einfühlsame, sehr stimmungsvolle Weise erzählt und illustriert und gleichzeitig eine so wunderbare Sachgeschichte vermittelt.


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W

Rezension zu "Ben und die Wale" von Ingrid Mennen

Besticht durch seinen zarten und poetischen Text und durch tief beeindruckende Illustrationen
WinfriedStanzickvor 2 Jahren



Dieses 2012 in Südafrika zuerst erschienene Bilderbuch besticht durch seinen zarten und poetischen Text und durch wunderbare und tief beeindruckende Illustrationen von Irene Berg. Es verbindet auf magische Weise die Trauer eines kleinen Jungen um seinen verstorbenen Großvater mit vielen Informationen über das Leben von Walen.

Es beginnt damit, dass Ben zusammen mit seinem naturkundigen Großvater auf einem Küstenpfad entlanggeht, wo er mit ihm die Wale beobachtet, die dort an der südafrikanischen Küste ihre Kälber zur Welt bringen. Einen ganzen Winter lang studieren die beiden Bücher über Wale und sie besuchen auch ein Museum. Doch dann, als es Frühsommer wird, wird der Großvater krank und stirbt.

Ben ist traurig, Es fällt ihm schwer, von Opa Abschied zu nehmen. Bens Vater spürt, was in seinem Sohn vorgeht und nimmt  ihn mit auf den Küstenpfad. Oben an dem alten knorrigen Milchholzbaum angekommen, setzten sie sich in Gras und der Vater erzählt er zählt seinem Sohn die Geschichte von einem kleinen Wal, dessen Großvater irgendwann kurz vor der Rückreise in die Antarktis an der Küste strandet und stirbt. Ben spürt, dass er Ähnliches spürt wie das Walkind in Papas Geschichte. Daher kann er sich auch mit dem Walkind identifizieren, das in den Geschichte bald wieder zusammen mit den anderen singt und sich von den Wellen in seine Heimat tragen lässt.
„Du wirst auch deinen eigenen Weg finden“, sagt der Vater zu seinem Sohn, „und du wirst die Zeit mit Opa in guter Erinnerung behalten wie die schönsten Bilder in deinen Lieblingsbüchern.“

Ich bin sicher, dass dieses wunderbare Bilderbuch zu einem Lieblingsbuch werden kann für die Kinder, denen man es schenkt, denn seine faszinierenden Bilder gehen einem nicht aus dem Sinn.

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