Halali

von Ingrid Noll 
4,4 Sterne bei18 Bewertungen
Halali
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beckmessis avatar

Sie kann es noch, und zwar sehr gut.

AnKaLus avatar

Spanned und durchweg ,,zum Schmunzeln“

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Inhaltsangabe zu "Halali"

Natürlich sind Karin und Holda auf Männerjagd, schließlich wollen sie nicht alleine bleiben. Doch auch auf sie wird Jagd gemacht: Eine ganz besondere Sorte Romeos ist im Bonn der Nachkriegszeit im Einsatz. ›Halali‹ – das Sekretärinnendasein wird zum Abenteuer, der graue Alltag ist vorbei. Wehe dem, der ins Visier gerät.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257069969
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:26.07.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 26.07.2017 bei Diogenes erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    moccabohnes avatar
    moccabohnevor 7 Monaten
    Der Schuss ging nach hinten los....

    Holda, mittlerweile 82 Jahre, lebt im gleichen Hochhaus wie ihre Enkelin Laura.

    Regelmäßig treffen sie sich auf einen Plausch und Holda berichtet von ihrem Leben aus der Nachkriegszeit. Wie sie damals in den 50igern in Bonn im Innenministerium als Sekretärin gearbeitet hat und natürlich auch von ihrer Freundin Karin.

    Wie sie beide auf Männerjagd gegangen sind und dies im wahrsten Sinne des Wortes! In Bonn gab es eine ganz besondere Art von Romeos, die es ausfindig zu machen galt…halali!

     

    Ich muss leider sagen, dass mich dieses Buch von Ingrid Noll nicht gefangen hat. Ihre Charaktere sind recht langweilig beschrieben und der schwarze Humor fehlte gänzlich. Erst ab der Buchmitte kam etwas Fahrt auf, allerdings kein Vergleich zu Ingrid Nolls anderen Büchern.

    Mir war die Geschichte viel zu langatmig und mit den Protagonisten wurde ich nicht warm.

    Schade, das war wohl nichts….

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    Herzensbuechers avatar
    Herzensbuechervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Agentenkrimi in den 50er Jahren im typischen Stil von Ingrid Noll aber auch eine Gesellschaftsstudie
    Die Jagd ist eröffnet

    Klappentext
    Natürlich sind Karin und Holda auf Männerjagd, schließlich wollen sie nicht alleine bleiben. Doch auch auf sie wird Jagd gemacht: Eine ganz besondere Sorte Romeos ist im Bonn der Nachkriegszeit im Einsatz. ›Halali‹ – das Sekretärinnendasein wird zum Abenteuer, der graue Alltag ist vorbei. Wehe dem, der ins Visier gerät.

    Meine Meinung
    Das Buch spielt im Bonn / Bad Godesberg Mitte der 50er Jahre. Die beiden Freundinen / Arbeitskolleginnen Karin und Holda arbeiten als Sekretärinnen im Innenministerium und träumen von der großen Liebe und dem großen Abenteuer.

    Die Geschichte wird von Holda, auch Frau Holle genannt erzählt, als Rückblick auf ihr Leben. Sie ist inzwischen 82 Jahre und erzählt ihrer Enkeltochter Laura von ihrem aufregenden Leben in der damals noch jungen Hauptstadt. Dabei ist der Kontrast zwischen der Jetztzeit, in der Internet, Fastfood und alle Freiheiten selbstverständlich sind und den 50er Jahren bei denen Herrenbesuch auf dem Zimmer verboten war, Urlaube am Meer unerschwinglich und sich Deutschland noch im Wiederaufbau und kalten Krieg befand, ein sehr schönes Stilmittel.

    Karin und Holda sind zwei junge Frauen Anfang 20 die gerade von zuhause ausgezogen und noch mit den Erinnerungen an den Krieg ihr Arbeitsleben beginnen. Dabei stolpern sie eines Tages über eine Geheimbotschaft in einem toten Briefkasten und nun beginnt die Agentenjagd der beiden jungen Frauen und sie erleben Politspionage und den kalten Krieg aus nächster Nähe.

    Der Krimi nimmt erst im zweiten Teil des Buches fahrt auf, das Buch ist eher ein Gesellschaftsroman über die Zeit und die Sitten in der noch jungen Bundesrepublik. Allerdings wäre es kein Ingrid Noll Roman wenn es nicht mindestens ein männliches Mordopfer gäbe!

    Fazit
    Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und fühlte mich in die Erzählungen meiner Mutter aus dieser Zeit zurückversetzt. Pointiert und amüsant schreibt Ingrid Noll über die spießigen 50er Jahre  in denen ganz andere Moralvorstellungen herrschten und vieles was uns heute selbstverständlich vorkommt noch in weiter Ferne war.

    Die 1935 geborene Ingrid Noll war in dieser Zeit im gleichen Alter wie ihre beiden Romanheldinnen und deshalb konnte sie sich wahrscheinlich besonders gut mit diesen identifizieren.

    Ein wunderschönes und feinsinnig geschriebenes Buch welches mehr Gesellschaftsstudie als Krimi ist, aber genau das macht es so interessant!

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    Aria_Buechers avatar
    Aria_Buechervor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr gut - auch für selten-krimi-leser geeignet!
    Halali

    Ich hatte das Glück Frau Noll live in meiner Buchhandlung zu erleben! Ich kann wirklich jedem eine Lesung mit ihr nur ans Herz legen - es ist wirklich ein Genuss und die Zeit vergeht vieeeel zu schnell!

    Ich habe das Buch schon vor der Lesung zuende gelesen und war begeistert! Die Personen könnten unterschiedlicher nicht sein - Karin und Holle sind unglaublich tolle Hauptcharaktere ebenso wie der Jäger. Frau Noll schafft in diesem Buch eine unglaubliche Atmosphäre - zum einen beschreibt sie die Zeit rund um die 1950er in Bonn und dann noch zum anderen diese fast nebensächlichen Tode. Mir gefällt ihr Schreibstil und ihre Ausdrucksweise sehr gut, weil es einfach rund um stimmig ist und man bei ihr merkt,  dass sie ihre Personen durch und durch kennt!
    Also ich bin begeistert und kann es wirklich nur wärmstens empfehlen!

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    WinfriedStanzickvor einem Jahr
    Witzig und überaus amüsant ist eine solche Lektüre



    Mit den Büchern von Ingrid Noll geht es mir seit Jahren so ähnlich wie mit den Brunetti - Romanen von Donna Leon, die wie Nolls Romane ebenfalls bei Diogenes in Zürich erscheinen.  Weil ihre Vorgänger so überaus erfolgreich waren, neigen die Autorinnen dazu, auch im nächsten,  von einer treuen und nicht kleiner werdenden Fangemeinde sehnlichst erwarteten Buch mit dem gleichen Strickmuster zu arbeiten.

    Bei Ingrid Noll sind es vorzugsweise Frauen, die, mit viel schwarzem Humor beschrieben, auf die eine oder andere geniale Weise unliebsame Zeitgenossen entsorgen und sie sich vom Hals schaffen.

    Im vorliegenden neuen Roman erzählt die über 80-jährige Holda ihrer mit ihr im gleichen Hochhaus wohnenden Enkelin Laura eine Geschichte aus den Gründungstagen der Bonner Republik. In der kurzen Rahmenhandlung, den Gesprächen mit ihrer hippen Enkelin, die eigentlich nur dazu dient, die Erzählung ab und zu unterbrechen zu können, zeigt sich die alte Erzählerin als auch der modernen Sprache mächtige Frau, die sich perfekt mit ihrer Enkelin versteht und es schafft, ihre Spannung und ihr Interesse an einer unglaubliche Geschichte wachzuhalten, der eine originelle Mischung aus Kriminalkomödie und Agentenroman gelingt.

    Holda arbeitet zusammen mit Karin im Innenministerium der neuen Republik. Sie im Vorzimmer, Karin in der Dunkelkammer. Eines Tages stoßen sie in einem Versteck auf eine kryptische Botschaft. Schnell haben sie einen Vorgesetzten namens Jäger im Verdacht und furchtlos wird ihnen bald klar, dass dieser wohl in einen Spionagefall verwickelt ist. Furchtlos und bald selbst gegenspionagemäßig in Aktion tretend werden die beiden jungen Frauen aktiv. Nicht zu ihrem eigenen Nachteil wie sich bald herausstellen wird.

    Wie in allen früheren Romanen bietet  Ingrid Noll köstliche und leichte Unterhaltung mit Menschen, deren böse Seite ihrer  Persönlichkeit sie vorzugsweise  zum Ausdruck bringt und mit selbstbewussten  Frauen, die meist ohne strafrechtliche Folgen sich Probleme vom Hals schaffen.

    Witzig und überaus amüsant  ist eine solche Lektüre  und ihre treuen  Fans wünschen sich von der agilen Ingrid Noll noch viele weitere  Romane.


    Kommentare: 1
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    AngiFs avatar
    AngiFvor einem Jahr
    Jäger und Gejagte

    Die 82jährige Holda lebt mit ihrer Enkelin Laura im selben Hochhaus, in unterschiedlichen Appartements versteht sich. An Abenden, die die beiden in regelmäßigen Abständen gemeinsam verbringen, erzählt Holda ihre Geschichte. Wie das war, das Leben, in den Nachkriegsjahren, Anfang der 50er in Bonn. Holda hat als Vorzimmerdame im Innenministerium gearbeitet. Laura hat einen ähnlichen Beruf ergriffen, allerdings nennt sich das heute „Assistenz der Geschäftsführung“. Unverheiratete Frauen wurden damals noch Mädchen und Fräulein genannt, vieles was heute als selbstverständlich gilt, war damals noch unschicklich. Ziel der jungen Frauen war es, einen Ehemann zu ergattern, denn dann galten sie als versorgt. So wurde in der Kantine versucht zu flirten mit den unverheirateten jungen Regierungsräten oder mit den Studenten. Aber wer ist hier Jäher und wer der Gejagte?


    In feiner, auserwählter Sprache, durchzogen mit Sätzen im Bonner Dialekt erzählt Ingrid Noll eine wunderbare Geschichte. Mich begeistert besonders, dass sie dafür ihre Protagonistin Holda erzählen lässt. Holda und ihre Enkelin Laura, die so verschieden sind und doch soviel gemeinsam haben, faszinieren mich. Meine persönliche Heldin ist jedoch die Gräfin, die Tante von Holdas Freundin und Kollegin Karin. Eine feine Dame, zwar nicht reich, aber vornehm und mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Ingrid Nolls Gespür für feinsinnigen Humor ist einzigartig und unerreicht. Die Geschichte selbst ist spannend wie fesselnd und nimmt völlig unerwartete Wendungen. Der kalte Krieg und dessen Auswirkungen sind beängstigend greifbar.


    Ganz still und leise hat sich dieses Buch in mein Herz geschlichen und nimmt nun dort einen Favoritenplatz ein. Selbstverständlich vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es nur zu gerne weiter. Wer ein bisschen Bonner Luft in den 50er Jahren schnuppern möchte, sollte sich unbedingt auf diese Zeitreise begeben und er wird nicht enttäuscht werden – versprochen! Ganz wundervoll beschreibt die Autorin zudem die Unterschiede zwischen damals und heute – was waren die Lieblingsessen, wie war der Ablauf im Büro, die Moralvorstellungen.

    https://angisbuecherkiste.blogspot.se/2017/08/halali-von-ingrid-noll.html

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    himbeerbels avatar
    himbeerbelvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Heimelige Zeitreise die 1950er Jahre
    Heimelige Zeitreise die 1950er Jahre

    „Bevor ich ins Gras beiße, soll Laura erfahren, dass die vermeintlich so biedere Jugendzeit ihrer Großmutter ziemlich aufregend war.“ (S. 156)
    Das denkt sich die 82jährige Witwe Holda, deren Enkelin Laura im gleichen Hochhaus wohnt und oft zu Besuch kommt. Als Leser wird man Zeuge der herzlich erfrischenden Beziehung zwischen der Großmutter und ihrer jungen erwachsenen Enkeltochter und fühlt sich, als nehme man gleich neben Laura auf dem Sofa platz und ließe sich durch Holdas Erzählungen ins Bonn der 1950er Jahre versetzen.
    Nach und nach erfährt man Holdas Geschichte. Wie sie mit 20 Jahren, als noch nicht volljähriges unverheiratetes Fräulein nach Bad Godesberg zieht und als Sekretärin im Innenministerium in Bonn arbeitet. Wie sie mit ihrer gleichaltrigen Kollegin und besten Freundin Karin ihre Freizeit verbringt. Wie sie einen passenden Ehemann suchen und etwas finden, das einen Agenten auf sie aufmerksam macht. Wie Karin und Holda sich immer mehr in kriminelle Handlungen verstricken – und natürlich wie das alles ausgeht.
    Beim Erzählen zieht Holda direkte Vergleiche zwischen damals und heute und verdeutlicht die technische Entwicklung, die Änderung von Berufsbildern und Berufsbezeichnungen und den Zeitgeist. Dabei ließ sie vor meinem inneren Auge ein ums andere Mal einen humorvollen herzlichen Schwarzweißfilm der 1950er Jahre entstehen, der zwar in Agentenmanier daherkommt, dem man vor Leichtigkeit seiner Charaktere aber trotz schwerwiegender Handlungen keine Ernsthaftigkeit abnimmt – geschweige denn Holda und ihre Freundin womöglich für bösartig halten könnte.
    Mit „Halali“ unternimmt man eine heimelige Zeitreise in die 1950er Jahre und taucht in das Lebensgefühl junger Frauen dieser Zeit ein – ein unterhaltsamer humorvoller Roman mit einem besonderen Flair, den ich nicht aus der Hand legen mochte.

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    UteSeiberths avatar
    UteSeiberthvor einem Jahr
    Blick junger Frauen auf die Nachkriegszeit

    Karin und Holda sind Kolleginnen und Freundinnen,als sie im Bonn der Nachkriegszeit Sekretärinnen waren. Damals waren junge Frauen
    oft auf der Jagd nach dem richtigen Ehemann um ihreWunschträume zu erfüllen.Man spioniert  hinter dem Anderen her und es kommt
    sogar zu zwei Mordfällen,die zum Glück ungeklärt bleiben.
    Daraus entsteht ein leicht zu lesender Roman über ein Stück
    deutscher Zeitgeschichte.

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    Girdies avatar
    Girdievor einem Jahr
    Kriminalkomödie mit rheinischem Lokalkolorit und Zeitgeist der 1950er

     „Halali“ ist ein Jägergruß mit dem in der allgemeinen Bedeutung die Jagd beendet wird. Im Kriminalroman mit gleichlautendem Titel von Ingrid Noll begleitet der Gruß ein Verbrechen und eröffnet damit erst eine Reihe von weiteren Gesetzesübertretungen. Die Erzählung nimmt den Leser mit zu Ereignissen, die die Protagonistin Holda Mitte der 1950er Jahre in der Nähe der damaligen Bundeshauptstadt erlebt hat. Das Cover des Buchs ziert ein Ausschnitt aus dem Gemälde von Caravaggio mit dem Titel „Judith enthauptet Holofernes“. Die Frage, ob das Bild einen Bezug zur Erzählung hat, kann ich bejahen, auch wenn hier niemand geköpft wird.

    Holda ist 82 Jahre und Witwe. Ihre Enkelin Laura wohnt im gleichen Hochhaus und kommt oft zu Besuch. Dabei erzählt Holda gerne aus ihrer Jugendzeit und zieht Vergleiche zu früher. Dabei stellt sie technische Errungenschaften von damals und heute gegenüber, Jugendsprache, Berufsbezeichnungen und Benimmregeln. Mit 20 Jahren, also sie noch nicht volljährig war, zog sie aus einem Eifeldorf nach Bad Godesberg und arbeitete als Sekretärin im Innenministerium in Bonn. Mit ihrer gleichaltrigen Kollegin Karin verbrachte sie ihre Freizeit in der sie auch darüber reden, wie man einen passenden Ehemann findet. Bei einem Spaziergang finden sie in einem Starenkasten ein Briefkuvert mit geheimnisvollem Inhalt. Diese Begebenheit ist der Beginn einer Reihe von ungewöhnlichen Verkettungen. Holda und ihre Freundin verstricken sich eher versehentlich in unangenehme Situationen mit kriminellen Folgen.

    Ingrid Noll weiß, wovon sie in diesem Roman schreibt. Einige Male habe ich mich gefragt, wie viel Ingrid in Holda steckt, denn nicht nur das Alter ist identisch. Die Autorin lebte in den 1950ern ebenfalls in Bad Godesberg. Ihre Erfahrungen aus dieser Zeit sind sicher in die Schilderungen eingeflossen. Als Rheinländerin war es mir ein ganz besonderer Genuss immer wieder Sätze in Mundart zu lesen, denn auch ich bin mit diesem Slang aufgewachsen. Überhaupt verhielten sich viele Personen so, wie ich es aus meiner Kindheit in den 1960er her kenne und so kann ich sagen, dass ich mich rundum wohl im Umfeld der Geschichte gefühlt habe.

    Holda ist ein eine junge Frau, die aus ihrem Leben mehr machen möchte, als in der heimischen Bäckerei zu verkaufen. Sie ist strebsam und fleißig und hält sich im Allgemeinen an Regeln und Vereinbarungen. In dem für sie typischen sarkastisch lakonischen Erzählstil lässt die Autorin ihre Protagonistin das Geschehen in der Ich-Form schildern. Es brachte mich zum Schmunzeln, wie Holda ihre Contenance verteidigte. Wieder einmal gelingt es Ingrid Noll einige schrullige Charaktere zu schaffen, wie die lebenslustige Karin, die standesbewusste Gräfin oder den disziplinierten Regierungsrat.

    Bereits auf den ersten Seiten vertraut Holda dem Leser an, dass sie den Pfad der Tugend in ihren jungen Jahren auch mal verlassen hat. Ab diesem Zeitpunkt wartete ich gespannt darauf, worin ihre kriminelle Aktivität denn bestehen würde. Auch diesmal schafft es die Autorin mit einem Augenzwinkern mir zu vermitteln, dass so ein Gesetzesübertritt ungewollt, aber kaum ungewöhnlich ist. Der Vergleich zwischen dem Heute und Gestern erdet den Roman in der Realität. Die Intrigen sind zwar bitterböse, reihen sich aber in den damaligen Alltag ein.

    Wer die Romane von Ingrid Noll mag, der wird auch mit „Halali“ bestens unterhalten werden wie ich. Mir hat vor allem gefallen, dass die Autorin diesmal mit dem zeitlichen Vergleich mal einen ganz anderen Handlungsrahmen für ihre Erzählung geschaffen hat. Sehr gerne gebe ich für dieses Buch eine Leseempfehlung.

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    Daniel_Allertseders avatar
    Daniel_Allertsedervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tolles Buch!
    Tolles Buch!

    Meine Meinung

     

    Ingrid Noll hat mich mit ihren Romanen „Hab und Gier“, „Der Mittagstisch“ sowie „Über Bord“ vollkommen überzeugt! Die Autorin, die mit ihrem humorvollen Schreibstil spannende Geschichten kreiert, hat endlich ihren neuen Roman veröffentlicht: „Halali“!

     

    Der „Agentenroman“, wie die Autorin ihn selbst betitelt, bedient sich einer ganz simplen Grundatmosphäre: Die 50er Jahre, Nachkriegsdeutschland; geprägt von Spionen und korrupten Personen. Zwei Freundinnen, unsere Hauptfiguren, arbeiten im Ministerium in Bonn und stoßen auf exzentrische und eigenbrötlerische Personen. Die beiden Hauptfiguren, Holda und Karin, leben in unterschiedlichen Wohnverhältnissen: Holda bei einer Wirtin in einem kleinen Zimmer, Karin ist bei ihrer Tante, einer Gräfin mit Villa, untergebracht. Zusammen fahren sie jeden Tag zur Arbeit und sind unzertrennliche Freunde, bis der Jäger kommt, und sich die Mord- und Todesfälle häufen…

      Mir hat der Roman von der ersten Seite – wie üblich bei einer fantastischen Autorin wie Frau Noll – sehr gefallen, und ich verfolgte mit stetigem Interesse dem Treiben im Buch. Besonders abwechslungsreich fand ich die Einschübe in der Gegenwart: Holda unterhielt sich in diesen Szenen – die zumeist bei den Kapitelanfängen ihren Platz fanden – mit ihrer Enkelin Laura und erzählt ihr die Geschehnisse früherer Jahre, welcher als unser Plot dient. Dabei präsentiert uns Ingrid Noll mit ihrem humorvollen und zynischen Schreibstil eine unterhaltsame Geschichte, die mir wie immer sehr gefiel!

      Holda war eine grandiose und sehr sympathische Person, die mir als junge, wie auch als alte Dame sehr gefiel. Sie war eher die hilflose und nachdenkliche Person, wobei Karin die tapfere und mutige war. Diese Kombination war für den Roman ein großer Pluspunkt – zwei Gegensätze, die beste Freundinnen waren, und den Alltag, der manchmal etwas schwer war, meisterten. Bewundernswert fand ich, wie man aus einem so doch faden Grundthema einen so spannenden (Agenten)Roman machen konnte!

     

     

    Fazit

    Ein toller Roman mit großem Unterhaltungswert, von niemand anderem geschrieben als von der fantastischen Autorin Ingrid Noll! Sehr empfehlenswert – wie immer!

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    beckmessis avatar
    beckmessivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sie kann es noch, und zwar sehr gut.
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