Ingrid Walther präsentiert mit „“Das Schweigen der Kanarienvögel“ womöglich und hoffentlich den Start in eine recht außergewöhnliche Krimireihe, deren erster Ausflug auf die Kanareninsel Teneriffa führt. Ich lerne die beiden Hauptfiguren Amalia Fink und Lydia Denk kennen, bei denen schon die Namen wahrlich Programm sind, denn die Erstgenannte ist Ornithologin im (Un)ruhe(zu)stand und die Zweite überzeugt als ebenso agile und passionierte Philosophin.
Dass ich Inhaltliches nicht offenbaren werde, versteht sich von selbst, denn niemand, der das Buch noch nicht gelesen hat, möchte doch - gerade bei einem Krimi - schon zu Anfang mehr Informationen haben als unbedingt notwendig. Jede und jeder sollte diesen Krimi mit durch den Klappentext gewecktem Interesse lesen und genießen.
Die Autorin hat mit Amalia und Lydia zwei herrlich eigensinnige, aber mindestens genauso sympathische Hauptfiguren geschaffen, die in Salzburg zuhause sind, ihr Leben aber zurzeit auf Teneriffa genießen, dort jedoch nicht nur Urlaub machen und in Sachen Vogelkunde und Philosophie unterwegs sind, sondern - nicht gerade unabsichtlich - auch kriminalistischen Erkundigungen nachgehen.
Die Beschreibungen der beiden umtriebigen Damen sowie all der anderen Figuren, die Teil dieser Geschichte sind, sind genauso wie die Schilderungen der Orte, Fincas und der Natur Teneriffas so bildhaft, dass man meint, alles vor sich zu sehen, ob Fink und Denk nun von A nach B fahren und sowohl die Landschaft als auch die Orte der Kanareninsel oder in Lokalitäten örtliche Köstlichkeiten genießen. Man möchte sich am liebsten gleich zu ihnen gesellen.
Amalia entlockt mir immer wieder ein Lächeln, weil sie ihre Mitmenschen mit – zumindest ihrer Meinung nach ;-) - in Optik oder Verhalten zu ihnen passenden Vogelnamen betitelt, während Lydia mit dem einen oder anderen Bonmot philosophischer Natur zu unterhalten weiß. Dass auch einige spanische Wörter in das Buch haben einfließen dürfen, genieße ich sehr und so manch typisch kanarisches Gericht lässt mir beim Lesen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Das nenne ich sowohl im wahrsten Sinne des Wortes als auch im übertragenen Sinn eine wahrlich geschmackvolle Atmosphäre!
Was ich lese, ist touristisch interessant, literarisch unterhaltsam, kulinarisch verlockend, kriminell detailliert-raffiniert und deshalb zum Mitermitteln einladend und auch durch geschickt platzierte Perspektivwechsel, die den Fokus mal auf diese, mal auf jene Person legen, durchweg spannend…bis zum Schluss!
Dass mitunter auch besondere ;-), weil sprichwörtliche Schmetterlinge eine Rolle spielen und man so ganz nebenbei etwas zu Flora und Fauna Teneriffas lernt, sind Feinheiten, die ich sehr zu schätzen weiß.
„Das Schweigen der Kanarienvögel“ ist optisch und inhaltlich ein Schmankerl, eine wunderbare Mischung aus unterhaltsam-humorvoller Geschichte und spannend-kriminellem Geschehen, herrlichen Charakteren und Sehnsucht weckendem Lokalkolorit. Von Amalia und Lydia würde ich sehr, sehr gerne mehr lesen! Es wäre mir eine Freude, wenn die Autorin Fink und Denk erneut auf Reisen schicken würde, was auch immer ihr Ziel dann sein sollte.














