Ingvar Ambjørnsen

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Autor von Elling, Lieb mich morgen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ingvar Ambjørnsen

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Ingvar AmbjørnsenElling
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Elling
Elling
 (21)
Erschienen am 04.06.2008
Ingvar AmbjørnsenDie Königin schläft
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Die Königin schläft
Die Königin schläft
 (10)
Erschienen am 01.06.2004
Ingvar AmbjørnsenDen Oridongo hinauf
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Den Oridongo hinauf
Den Oridongo hinauf
 (4)
Erschienen am 29.02.2012
Ingvar AmbjørnsenInnocentia Park
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Innocentia Park
Innocentia Park
 (8)
Erschienen am 01.01.2008
Ingvar AmbjørnsenEine lange Nacht auf Erden
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Eine lange Nacht auf Erden
Eine lange Nacht auf Erden
 (4)
Erschienen am 01.03.2013
Ingvar AmbjørnsenDie Nacht träumt vom Tag
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Die Nacht träumt vom Tag
Die Nacht träumt vom Tag
 (2)
Erschienen am 26.02.2014
Ingvar AmbjørnsenEndstation Hauptbahnhof
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Endstation Hauptbahnhof
Endstation Hauptbahnhof
 (2)
Erschienen am 20.12.2013
Ingvar AmbjørnsenDie Puppe an der Decke
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Die Puppe an der Decke
Die Puppe an der Decke
 (5)
Erschienen am 01.10.2004

Neue Rezensionen zu Ingvar Ambjørnsen

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Rezension zu "Aus dem Feuer" von Ingvar Ambjørnsen

Eine herrliche Satire!
renievor 2 Jahren

Die Schriftsteller, denen ich bisher begegnet sind, habe ich alle als sehr sympathische Zeitgenossen erlebt. Und dann traf ich in dem Roman „Aus dem Feuer“ von Ingvar Ambjørnsen auf einen Krimiautor namens Alexander Irgens. Diesen Alexander Irgens kann man durchaus als echtes Ekel seiner Zunft bezeichnen. Nur gut, dass es sich bei ihm um eine fiktive Person handelt - das hoffe ich zumindest ;-)

Worum geht es in diesem Roman?
Norwegens Krimikönig Alexander Irgens schlägt gemeinsam mit seiner Geliebten Vilde einen zudringlichen Fan krankenhausreif - nach einem opulenten Dinner mit elf Buchhändlerinnen. Daraufhin flieht er vor der skandalbegeisterten Presse, seiner Geliebten und seiner Ehefrau und taucht in Island und Deutschland ab. Zurück in Norwegen, scheint er unverhofft zu sich selbst und zu etwas wie Heimat zu finden. Doch dann holt ihn seine Vergangenheit ein - und dieser Roman wird selbst zum Krimi. (Klappentext)

Die Reaktionen der Presse auf Alexanders Angriff auf seinen Fan sind Fluch und Segen zugleich. Alexander steht kurz vor der Veröffentlichung eines weiteren Krimis aus seiner Erfolgsserie rund um seinen Helden Stig Hammer. Und scheinbar gibt es seitens des Verlages keinerlei Skrupel, die negative Publicity für den Erfolg seines neuen Buches auszuschlachten. Alexander setzt sich zwar ins Ausland ab, doch Negativ-Werbung ist auch eine Werbung. Und so ist sein Buch in aller Munde. Ein weiterer Bestseller aus der Stig Hammer-Reihe scheint damit vorprogrammiert.

„‚…Solange er nicht den Geist aufgibt, bringt dir das nur jede Menge Aufmerksamkeit. Man könnte fast glauben, das sei so arrangiert worden.’“ (S. 153)

Apropos Skrupel. Skrupel scheint generell für Alexander Irgens ein Fremdwort zu sein. Sein bisheriger Erfolg ist ihm zu Kopf gestiegen. Alexander Irgens gestaltet sein Leben nach seinen eigenen Gesetzen. Ich habe selten einen derart selbstherrlichen, überheblichen und egoistischen Protagonisten in einem Roman erlebt, wie Alexander Irgens. Der Mittelpunkt seiner Welt ist Alexander Irgens. Er ist das Maß aller Dinge, und seiner Ansicht nach ist er zu gut für diese Welt. Schuldempfinden hat er sich abgewöhnt. So ist der Betrug an seiner Ehefrau eine Selbstverständlichkeit für einen Mann seines Kalibers. Und dass er einen seiner Fans krankenhausreif geprügelt hat, ist diesem selbst zuzuschreiben. Warum ist er dem großen Alexander Irgens auch auf die Nerven gegangen? Die Liste der Negativ-Eigenschaften von Alexander Irgens ließe sich endlos weiterführen. Aber eine Schwachstelle hat er doch. Er wäre gern ein „richtiger“ Schriftsteller und nicht nur jemand, der massentaugliche Krimis schreibt. In seinen Anfängen hat er sich mit Novellen versucht, die vielversprechend für seinen weiteren schriftstellerischen Werdegang waren. Nur leider hat er diesen Weg nicht weiterverfolgt. Es ist halt einfacher, Krimis nach Schema F zu produzieren, als ein literarisch anspruchsvolles Werk zu schreiben.

Der Autor Ingvar Ambjørnsen hat mit diesem Roman eine herrliche Satire auf den Literaturbetrieb und das Schriftstellertum geschaffen. Vieles erscheint übertrieben. Doch man wird den Verdacht nicht los, dass mehr Wahres dabei ist, als man sich wünschen möchte. Die Geschichte wird natürlich aus der Sicht von Alexander Irgens erzählt. Man hat den Eindruck, dass Irgens ständig auf der Suche nach neuen Ideen für einen Krimi ist. Man ertappt ihn dabei, wie er häufig versucht, sich und seine Umgebung in mögliche Plots für einen Kriminalroman einzubauen. Er scheint unter einem permanenten Erfolgsdruck zu stehen. Denn mit jedem weiteren erfolgreichen Krimi, den er veröffentlicht hat, scheint die Erfolgsmesslatte für sein nächstes Buch ein Stückchen höher zu liegen. 

„‚ … Es ist nicht so leicht, wenn man dauernd von fremder Aufmerksamkeit verwöhnt wird. Man wird, natürlicherweise, das, was wir auf gut Norwegisch als verwöhntes Arschloch bezeichnet.‘“ (S. 313)

Als Leser kann man keinerlei Sympathien für Alexander Irgens entwickeln. Wie auch? Denn schließlich hat er absolut nichts Nettes an sich. Man schwankt zwischen Sich Wundern, Aufregung und Ärger über diesen Charakter. Aber es gibt auch viele lustige Momente in diesem Roman, die mich völlig unvorbereitet getroffen und mich zum Lachen gebracht haben. Zum Ende nimmt dieser Roman eine überraschende Wendung an, die sich in keiner Weise vorhersagen lässt. Nur soviel sei gesagt: am Ende überwog bei mir die Schadenfreude.

Ich möchte noch auf eine sprachliche Besonderheit Ingvar Ambjørnsen hinweisen. Ambjørnsen versteht es, Naturszenen in einer einzigartigen Weise darzustellen. Man lässt sich durch die Bilder, die dabei hervorgerufen werden, verzaubern. Das Kopfkino läuft dabei auf Hochtouren. Man hat das Gefühl, das beschriebene Szenario mit allen Sinnen wahrzunehmen. Das ist fast wie ein kleiner Urlaub in der Natur Norwegens.

„Aber Luft und Licht gehören dem Oktober, wie ich ihn aus früheren Jahren kenne, so weit ich mich zurückerinnern kann. Der blaue klare Herbsthimmel und das Sonnenlicht, das durch die farbenfrohen Baumwipfel sickert. Der große Laubfall hat noch nicht eingesetzt. Noch ist der Waldboden nackt. Das Gras steht grün an den Hängen. Noch hängen die Farben an den Zweigen, Milliarden, Myriaden von wehenden Wimpeln in Gold, Rot, Braun und Orange, in allen Schattierungen.“ (S. 8)

Ich kann diesen Roman Lesern empfehlen, die sich für den Literaturbetrieb interessieren. Und gerade Leser, die diesen Literaturbetrieb gern mit einem verklärten Blick betrachten, werden durch dieses Buch schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Der Hauptprotagonist ist ein selbstherrlicher Widerling, der seinesgleichen sucht und zum Ende von seinem hohen Ross heruntergeholt wird. Ingvar Ambjørnsen hat damit eine eindrucksvolle Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor geschaffen, die mich großartig unterhalten hat.

© Renie

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H

Rezension zu "Die Riesen fallen" von Ingvar Ambjørnsen

Zivilcourage – wichtig damals wie heute, und ebenso gefährlich
HorstErnstvor 3 Jahren

Geschrieben wurde das Buch Ende der 1980-er Jahre. Leider ist es als Thema auch heute hochaktuell!
Wie reagieren Schüler auf Neo-Nazi-Schmierereien an ihrer Schule? Sie starten eine akribische, abenteuerliche Detektivarbeit und entdecken eine Gruppe, die über sich selbst so Erschreckendes sagt wie:
"„»Wir sind Rassisten, Jørgen. Wir sind stolz darauf, Rassisten zu sein! Und wir haben eine Aufgabe! Wir und niemand sonst muss Norwegen, unser Vaterland, von Negern und anderen Kanaken säubern! Ehe es zu spät ist, Jørgen! Ehe Araber und Juden und andere tiefer stehende Individuen das norwegische Kulturerbe zerstören!«
Auszug aus: Hey Publishing GmbH. „Die Riesen fallen - Peter und der Prof.“ iBooks. "
Als die beiden Jungs dies hören, läuft es ihnen heiß und kalt über den Rücken und sie werden beide sehr wütend.
Was machen sie mit ihrer Wut? Sind zwei Schuljungen in der Lage, etwas gegen diese Gruppe zu erreichen?

Man wünscht sich die gleiche Zivilcourage auch und besonders im Jahr 2015. Und gleichzeitig wären solche Dedektivaktionen genau so wie damals lebensgefährlich.

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*Arienette*s avatar

Rezension zu "Den Oridongo hinauf" von Ingvar Ambjørnsen

Ingvar Ambjørnsen - Den Oridongo hinauf
*Arienette*vor 5 Jahren

Ingvar Ambjørnsen wurde durch ein Gemälde von Vettriano zu seinem Roman "Den Oridongo hinauf" inspiriert. Auf dem Bild ist ein Mann mit Hut zu sehen, der einen Koffer trägt und auf das Meer hinausblickt.
Ulf Vågsvik heißt der 50-jährige Ich-Erzähler, der genau wie der Mann auf dem Bild einen Hut und einen Koffer trägt, als er auf der Insel Vaksøy ankommt.
Vaksøy ist eine kleine norwegische Insel. Ulf, der aus Oslo stammt, sucht ein neues Leben mit seiner Brieffreundin Berit.
Er verlässt sein altes Leben,' fährt den Oridongo hinauf', wie er es nennt; einen Fluss, der nur in seinem Kopf existiert.

“.... ich fahre den Oridongo hinauf, den düsteren Strom hinauf, und es ist so heiß und feucht und hämmernd einsam, so erfüllt von Krankheit und Sehnsucht, und wenn die Motoren ausgeschaltet werden, kann ich daliegen, die Hände vors Gesicht geschlagen oder zwischen die Oberschenkel geschoben, und dem Geplapper der Vögel des Dschungels lauschen, oder Lachen und Weinen aus den anderen Kajüten und von Deck [...], ich kann einfach ganz still daliegen, und Sekunden, Minuten und Stunden zerbrechen. Auf diese Weise bekomme ich eine gute Beziehung zur Zeit. Zur geträumten und zu der, die in der Welt der Wachen herrscht." Zitat, S. 8
Seine Beziehung zu Berit, die ihren Ehemann Magne verloren hat, ist glücklich, aber auch zerbrechlich. Bei ihr findet er die Ruhe, die er braucht. Aber auch Ungesagtes steht zwischen ihnen, Ulf hat das Gefühl, Magnes Platz einzunehmen.

Die Inselbewohner erwarten eine niederländische Familie und richten ein Begrüßungsfest aus. Doch die Feier endet tragisch, der holländische Ehemann stirbt, der Sohn Tom verschwindet für 5 Tage spurlos.
Als er von Ulf aufgefunden wird, ist Tom verändert. Er spricht nicht mehr, lässt niemanden an sich ran. Nur Ulf findet Zugang, erkennt sich in Tom wieder:

“Für mich jedoch gibt es Müßiggang, Alleingang, das Leben scheint keine Verwendung für mich zu haben, als Kind kann ich nicht begreifen, warum ich in dieser fast unerträglichen Einsamkeit existiere, die ja notwendigerweise in der Gemeinschaft des anderes bestehen muss, es wirkt wie ein Hohn, nein, es ist ein Hohn. Sie verhöhnen mich. Am Ende verliere ich die Sprache, genauer gesagt, ich verweigere sie.” S.241

Eindringlich beschreibt Ingvar Ambjørnsen die Gefühlswelt von einem Mann, der sein Leben verändern möchte. Mit "Den Oridongo hinauf" ist dem Autoren ein verstörender und atmosphärisch dichter Roman gelungen.
Gerne bin ich den Gedankengängen von Ulf gefolgt; Stück für Stück werden Teile seiner Vergangenheit aufgedeckt.
Die Liebesgeschichte zwischen Berit und Ulf mag etwas seltsam sein, ist dennoch wunderbar und irgendwie berührend.

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Gespräche aus der Community

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Irves avatar
Liebe Lesefreunde,
für meine Aktion "Irve hilft..." auf meinem Blog hat mir der hey!publishing-Verlag USB-Stick-Armbänder zur Verfügung gestellt.

Jeder, der einschließlich bis Freitag, den 04. Juli 2014, Bücher aus meiner Tauschliste tauscht oder kauft, kommt in den Lostopf.

Ihr könnt folgende Ebooks gewinnen:
Armband 1:
Die drei Shorties Endstation Reinbek, Todestage und Blutgericht
Armband 2:
Die Riesen fallen (Leider ist kein Cover der Ebook-Ausgabe verfügbar)
Armband 3:
Nur mir ganz allein

Vielleicht mag der eine oder andere auch meine Wunschliste teilen? Sehr gerne, denn je mehr Leute von der Aktion erfahren, umso besser!
http://irveliest.wordpress.com/wunsch-und-tauschliste/

Meine Spenden-Eule freut sich über jeden Euro :-)
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