Inio Asano Sun Village

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Inhaltsangabe zu „Sun Village“ von Inio Asano

In einer Hochhaussiedlung geschehen schreckliche Dinge: Menschen begehen scheinbar unbegründet Selbstmord. Die Polizei ist ratlos und beginnt fremdes Einwirken nicht auszuschließen.
Die Opfer sind auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden und die Polizei versucht die losen Fäden zu verbinden ... Inio Asano schafft es wieder einmal, den Leser in tiefe Abgründe zu stürzen.

Gesellschaftskritisch, provokant, unbequem - einfach gut!

— Yllin

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    Sun Village

    Yllin

    08. October 2017 um 13:03

    SUN VILLAGEAutor/Zeichner: Inio AsanoKategorie: MangaGenre: Drama, Mystery, Seinen*Freigabe: ab 15+Erschienen: 15. Juni 2017Bände: 1/1 (abgeschlossen)Seiten: 224Verlag: TokyopopISBN: 978-3-8420-3649-9Preis: 12,00€Rating: ♥♥♥♥♥"Denn es gibt mehr Dinge, die wir vergessen wollen, als Dinge, die wir nicht verlieren wollen. Können wir nicht einfach freier leben, so wie wir es möchten?" (S. 75)KLAPPENTEXTIn einem sonnendurchfluteten Wohngebiet namens »Sun Village« leben die unterschiedlichsten Menschen auf engstem Raum zusammen und ihre Wege kreuzen sich unweigerlich. Ein junges Ehepaar, das ein Kind erwartet, ein Mangaka, der sich Sorgen um seine Zukunft macht, eine Schülerin, die sich das Leben nehmen möchte ... Alle sind durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden, das der Schüler Tasuku fleißig knüpft und wieder zertrennt...INHALT"Tasuku lebt im »Sun Village« bei seinem Vater, der nach und nach seinen Verstand verliert und nichts weiter als seine verschimmelten Kirschtomaten gießt. Dass sein Sohn die Schule schon lange nicht mehr besucht und stattdessen lieber im Viertel herumläuft, weiß er nicht. Tasuku hat außerdem noch ein weiteres Geheimnis: Er hilft Menschen bei ihren Selbstmorden und tut manchmal auch ein klein wenig mehr ... Eine Kurzgeschichtensammlung aus Inio Asanos Anfangszeit." - Quelle: VerlagCOVER ♥♥♥♥Ich habe eine ganze Sammlung von Inio Asanos Werken bei mir zuhause und es braucht nicht viel, um zu erkennen, dass Verlag Tokyopop bei der Gestaltung seiner Mangas ein gewisses Muster einhält. Die meisten seiner Kurzgeschichtenbände oder Two-Shots sehen genau so aus: ein schwarzer Einband, auf dem in einer leuchtenden Farbe Titel und Autor abgebildet sind, ein Ausschnitt aus dem Manga im unteren Drittel, das zumeist das Gesicht einer Hauptperson zeigt. Im richtigen Licht erkennt man, dass das Schwarz des Einbands immer wieder mit dem glänzenden Namen des Autors bestückt ist. Ich kann nicht sagen, dass ich die Gestaltung außergewöhnlich schön oder außergewöhnlich kreativ finde - sie ist okay. Der Ausschnitt aus dem Manga selbst ist immer wunderbar gewählt und spiegelt das Gefühl wieder, das einen im Inneren erwartet. Gleichzeitig hat es etwas geheimnisvolles: Man muss das Büchlein aufschlagen, um zu sehen, was darin enthalten ist. Außerdem hat es einen guten Wiedererkennungswert, ich brauche nämlich keine Sekunde, um zu erkennen, dass es sich um einen Asano handelt; und er passt im Regal unglaublich gut neben die anderen Mangas des Autors, sodass es der Sammlung im Regal eine gewisse Optik verleiht. Am besten finde ich jedoch, wie sich der Manga anfühlt: eine gewisse Kunststoffbeschichtung führt zu einem etwas ledrigen Gefühl unter den Fingern, das sich nicht nur gut anfühlt, sondern auch gut Haftung hat, wenn man es in der Hand hat. Ich muss hier also die Zweckmäßigkeit der Schönheit vorziehen: Es ist gut gestaltet!CHARAKTERE ♥♥♥♥♥Da es sich um eine Kurzgeschichten-Ssammlung handelt, besitzt jedes Kapitel seine eigenen Protagonisten, was es schwer macht, sie alle im wesentlichen zu besprechen. Deswegen nehme ich mir die Freiheit, es etwas allgemeiner zu halten. Inio Asano ist dafür bekannt, die Schattenseiten der (japanischen) Gesellschaft aus allen möglichen Blickwinkeln heraus zu beleuchten und zu bewerten. In Sun Village macht er das anhand der Bewohner eines Wohnblocks, die aufgrund einer arbeitsbedingten Beziehung zu einem Pharmakonzern in der Nähe, in dieses 'sonnendurchflutete' Gebäude umgesiedelt wurden. Doch die fehlende Nähe zur Natur und die harten Arbeitsbedingungen im Konzern haben so ihre Auswirkungen auf die Psyche der Menschen, die hier zwar äußerst überspitzt, dafür aber nicht weniger eindrucksvoll dargestellt werden. Ein bestes Beispiel für die Radikalität in der Charakterumsetzung ist Tasuku, der kleine Junge, der selbstmordgefährdeten Menschen dabei hilft, den letzten Schritt zu tun und Selbstmord zu begehen. Dafür bekommt er Geld, hat die Schule geschmissen und sammelt nach getaner Arbeit die Handys seiner 'Kundschaft' ein, um nicht gefasst zu werden. Man möchte ihn für einen Wahnsinnigen, einen Psychopathen halten, aber auch er ist nur ein Opfer der Gesellschaft, in der er lebt: Sein Vater verlor nach einem schlimmen Unfall bei der Arbeit den Verstand und tut heute nichts anderes mehr, als jeden Tag den bereits verschimmelten Tomaten-Strauch zu gießen und dabei nicht mehr wirklich ansprechbar zu sein. Seine Mutter starb bei einem Unfall. Tasuku muss also sehen, dass er irgendwie überlebt, in einer sonnigen Siedlung, in der nicht einmal die Zikaden singen, weil der Beton ihre Eier in der Erde erstickt hat. Das grandiose an Inio Asanos Charakteren ist, dass sie einerseits so übertrieben wirken, dass man denken könnte: "Einen 9-Jährigen, der so etwas tut, das kann es gar nicht geben." - sich andererseits aber auch nicht sicher ist, denn wer weiß schon, was es alles gibt? Es wirkt abwegig, aber nicht unmöglich. Asano spielt bei seinem Charakterdesign mit dieser grotesken Furcht, dass wir den wahren Abschaum der Welt gar nicht kennen können und spielt so mit unseren Ängsten. Aber auch mit unseren Sympathien. Denn anstatt uns in reine Gegenposition zu diesen absonderlichen Figuren zu stellen, gibt er ihnen einen Charakter, eine Vergangenheit, eine Intention und etwas, das sie lieben, sodass sie für uns menschlicher und begreifbarer werden, als wir das gerne hätten. Ich mochte Tasuku auf eine seltsam abnorme Weise, obwohl er schreckliche Dinge tut. Und gerade das macht gute Gesellschaftskritik aus: es reicht nicht aus, einfach nur das Böse in den Menschen zu karikieren, es muss immer auch einen Hinweis auf das 'Warum' geben - und die erschreckende Erkenntnis, dass Menschen wie diese, einmal genauso 'bürgerlich' gewesen sein könnten, wie wir. Niemand wird mit der Veranlagung geboren, böse Dinge zu tun. Es sind die äußeren Umstände, die einen Menschen dazu bringen.ZEICHENSTIL ♥♥♥♥♥Das erste Mal auf einen Asano gestoßen bin ich auf der AnimagiC 2014 in Bonn: Am Tokyopopstand sprang mir der sonderbare Zeichenstil sofort ins Auge und ich wurde sogleich von einer besonders netten Verkäuferin darauf aufmerksam gemacht, wie grandios dieser Mangaka ist und wie anders seine Geschichten funktionieren. Und ja, das stimmt! Inio Asano ist anders. Seine Figuren sind nicht die typischen großäugigen, großbusigen Magical Girls, die man im stereotypen Manga der heutigen Zeit finden kann. Er setzt auf Realismus, aus dem er aber manchmal auch gerne ausbricht, um seine Philosophie mit Surrealismus zu untermalen. Die Realität ist eben manchmal nicht einfach zu begreifen. Sein Talent liegt darin, Emotionen subtil darzustellen, so subtil, wie sie in der japanischen Gesellschaft eben wirklich zumeist vorkommen - und damit gleichzeitig modernen Schrecken abzubilden. Die Menschen, die er zeichnet, sind alle nahe des Wahnsinns, doch jeder von ihnen drückt diesen Wahnsinn anders aus. Ein vom Leben gezeichneter alter Mann ist verhärmt, während die Jugend glatt und ausdruckslos aussieht. Er ist einer der wohl schärfsten Beobachter, die unsere Zeit kennt, und das sieht man auch, wenn nicht sogar vor allem, an seinen Zeichnungen. Den Manga-Stil verliert er dabei aber nie ganz, das spielerische Element verschiedenster Gesichtsausdrücke gehört zu den Werkzeugen eines guten Mangaka.HANDLUNG ♥♥♥♥♥Wie bereits erwähnt handelt es sich bei "Sun Village" um eine Kurzgeschichten-Sammlung. Sie stammt aus dem Jahr 2005 und steht damit für einen jungen, einen früheren Inio Asano. Wer seine Werke kennt, der kennt jedoch das Muster, nachdem sie auch heute noch funktionieren. Wir nehmen verschiedene Perspektiven ein. Die des Jungen Tasuku habe ich eben bereits durchgespielt, doch es gibt auch noch die Sicht eines Mädchens, das sich umbringen will, die Sicht eines wenig erfolgreichen Mangaka, dessen Freundin schwanger ist und der nicht wirklich genug verdient, um eine Familie durchzubringen, die eines Mörders und Messerstechers, der mit seinem Mitbewohner gemeinsam ein 5-jähriges Mädchen großzieht, von dem sie nicht genau wissen, wer von beiden eigentlich der wahre Vater ist, ... Es sind Episoden aus den Leben dieser Menschen, die einen Wendepunkt erleben und etwas ändern, sei es zum Positiven oder zum Negativen. Dabei steht die Frage 'Was ist eigentlich wichtig im Leben?' wie ein überdimensioniertes Fragezeichen über dem Ganzen und man hat die ganze Zeit das Gefühl, die Antwort auf der Zunge liegen zu haben - den letzten Schritt, nämlich den zur Erkenntnis, muss man dann aber selbst gehen - dann, wenn die Geschichte aus ist und der Kopf vor philosophischen Fragen nur so summt.Ihr seht, über die Handlung lässt sich recht wenig sagen, denn es handelt sich um mehrere Kurzgeschichten und damit nicht nur um eine einzige Handlung - und jedes Wort wäre schon zu viel, man sollte es einfach selbst erleben. Das Schöne an der Konzeption dieses Bandes ist jedoch, dass alle Geschichten irgendwie miteinander verbunden sind: Alle Charaktere leben in Sun Village, was sie so gesehen alle zu Nachbarn macht, und sie haben alle aufeinander einen mehr oder weniger starken Einfluss.GESAMTWERTUNG ♥♥♥♥♥Sun Village ist eines der besten Werke, das ich von Inio Asano bisher lesen durfte. Obwohl die Geschichte schon über 10 Jahre alt ist, fühlt sie sich zeitlos wichtig an und sie verrät nicht nur viel über die japanische Gesellschaft, sondern auch über die eigene. Die eigenen Wünsche, Ängste, die eigenen Einstellungen zu gut und böse, richtig oder falsch werden auf Herz und Nieren geprüft und abgetastet. Asano nimmt kein Blatt vor den Mund und er scheut auch nicht davor, das zu thematisieren, was andere tabuisieren würden. Er zwickt und zwackt, er kneift da, wo es unangenehm ist und das ist es, was ihn zu einem so großen Mangaka macht, bei dem ich inzwischen blind zugreife, wenn ich eine neue Veröffentlichung von ihm entdecke. Bis jetzt ist meine Sammlung seiner Tokyopop-Veröffentlichungen immer uptodate. Ich kann Sun Village jedem empfehlen, der über die Klischees des modernen Manga hinausgehen und ein philosophisches Selbstexperiment wagen will. Ich warne aber auch davor, dass Asanos Mangas nicht für jeden Leser etwas sind: Die einen finden ihn zu langatmig, die anderen zu abgedreht, manchmal kriegt man ihn auch einfach nicht zu fassen. Im Vergleich zu Werken wie "Gute Nacht Pun Pun" ist Sun Village aber immer noch recht konkret!*SEINEN beschreibt ein Genre im japanischen Manga (und Anime), das thematisch für junge, erwachsene Männer als Zielgruppe zugeschnitten ist.Eure Bücherfüchsin

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