Institut für Bankhistorische Forschung e.V. Die Geschichte der DZ BANK

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte der DZ BANK“ von Institut für Bankhistorische Forschung e.V.

Die DZ BANK ist das Spitzeninstitut der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland und zählt zu den wichtigsten Kreditinstituten des Landes. Ihre Geschichte ist der breiteren Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Ein internationales Team von Wirtschaftshistorikern legt nun die erste Gesamtdarstellung vor. Die Wurzeln der DZ BANK liegen im genossenschaftlichen Zentralbankwesen des 19. Jahrhunderts, vor allem in der 1895 gegründeten Preußischen Zentralgenossenschaftskasse. Den genossenschaftlichen Finanzinstituten kommt seit ihrer Gründung eine große Bedeutung für die Kreditversorgung weiter Wirtschaftskreise zu, und sie haben entscheidend zur Herausbildung des Stabilitätsfaktors "Mittelstand" in Deutschland beigetragen. Die Geschichte der Kreditgenossenschaften ist jedoch von der wirtschaftshistorischen Forschung bisher wenig beachtet worden. Das gilt ebenso für die Rolle des kreditgenossenschaftlichen Zentralbankwesens. Diese Lücken zu schließen, ist das zentrale Anliegen dieses Buches. Die Autoren spannen den Bogen von den Gründervätern, vor allem Hermann Schulze-Delitzsch, Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Wilhelm Haas, bis in die Gegenwart und betten die Geschichte des genossenschaftlichen Zentralbankwesens ein in die allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen.

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  • Rezension zu "Die Geschichte der DZ-BANK" von Timothy Guinane

    Die Geschichte der DZ BANK

    michael_lehmann-pape

    30. January 2013 um 13:47

    Von den Gründervätern bis in die Gegenwart Knapp 500 Seiten, ein breiter Anhang und ein ebenso breites Literaturverzeichnis verdeutlichen schon in der äußeren Form die Gründlichkeit des vorliegenden Werkes. Sehr sorgfältig, in Teilen aber auch sehr kleinteilig, vollziehen die Autoren die Geschichte der „dezentral organisierten deutschen Genossenschaftsbanken“ nach, die in ihrem Entstehen u.a. eng verbunden ist mit dem Namen Friedrich Wilhem Raiffeisens und seiner Erkenntnis: „Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele....“. Eine Geschichte, die aber letztlich aber auf einer „ganzen Bewegung“ gemeinschaftlicher Banken beruht, deren Zentralinstitut die DZ heute darstellt, Eine Bankgeschichte, eine Darstellung auch der Entwicklung der Finanzwirtschaft über 150 Jahre hinweg und zudem auch eine Geschichte gesellschaftliche Veränderungen, die sich in der Geschichte der Genossenschaftsbanken widerspiegelt, die im Buch Schritt für Schritt von den ersten Ideen an in ihren Entwicklungen bis zur Gegenwart hin nachgezeichnet wird. Eine Geschichte mit überraschenden Wendungen, mit Reibungen, menschlicher Größe und menschlichem Versagen, mit Krisen und durchaus auch Machtkämpfen, die zwei Dinge vor allem aufzeigt: zum Einen, „das es geht“, die Zusammenarbeit eines Zentralinstitutes mit den Genossenschaftsbanken an der Basis, und zum Zweiten, dass eine solche Kooperation sich immer auch erst finden und bewähren muss, in ihrer Rahmenfindung einen offenen Prozess darstellt und mit Umwegen und Irrungen durchaus versehen ist. Eine einfache Lösung für die gesamte Finanzwirtschaft, „einfach“ auf dezentrale Banken in Verbindungen mit einem zentralen Institut „umzustellen“, findet sich im Beispiel der DZ Bank nicht und wird auch im Buch nicht einfach so abzuleiten sein. Dennoch fasziniert diese „Bankgeschichte“ und die Grundideen, die hinter den genossenschaftlichen Banken stehen durchaus gerade in der aktuellen Situation, denn es wäre ein Modell, sich massiven Krisen durch Verwerfungen vielleicht erst gar nicht schutzlos auszusetzen. So ist es durchaus interessant, die „Bewährungsprobe“ der Deutschen Zentralgenossenschaftsbank im Rahmen der allgemeinen Bankenkrise seit 2008 und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit gerade in der turbulenten Phase der Krise im Buch nachzulesen. Eine Neustrukturierung, die als Programm des „Building DZ-Bank“ erfolgreich bis dato auf den Weg gebrachte und als „Bündelung der Kräfte“ hier durchaus Vorbildcharakter in sich trägt. Fast ein wenig Kurz schienen hier zum Ende des Buches hin die Einlassungen zu sein, während doch im Blick auf die Geschichte der Bank an sich häufig durchaus kleinteilig eingegangen wird. Immer aber bewahren die Autoren einen sachlich-nüchternen Ton. Weder eine Verherrlichung des genossenschaftlichen Systems findet im Buch statt, noch eine prinzipiell kritische Haltung ist abzulesen. Fakten sind es, welche die Autoren dem Leser (in weiten Teilen allerdings ziemlich trocken in Form und Stil) vor die Augen legen und diese immer in Verbindung mit der „allgemeinen Lage“ zu bringen verstehen. Weder Fehlentwicklungen noch persönliche Fehlentscheidungen noch Erfolge des Zentralinstitutes werden dabei verschwiegen. In der Struktur gehen die Autoren hierbei chronologisch vor. „Gründerzeit“ (Ausbreitung genossenschaftlicher Banken im 19. Jahrhundert), „Dualismus“ (Preußenkasse als Vorläufer der DZ und Entwicklung der Dreistufigkeit des Genossenschaftsbankwesens unter auch der Krise der Inflation bis fast zum Zusammenbruch der Preußenkasse), „Vereinigung in der Diktatur“ (mit der Haltung einer „Loyalen Distanz“ zum Regime, dennoch aber natürlich dem Versuch des „Gewinns“) und dem, nach dem Krieg folgenden, „Aufbaus einer Universalbank“. Zu all diesen historischen Abläufen finden sich im Buch fundierte Beiträge, die im Gesamten ein klares Bild der Geschichte und Entwicklung der DZ bieten, und die es auch nicht versäumen, die Geschichte der DZ mit der wechselhaften wirtschaftlichen und politischen Geschichte zu verbinden. Wer den trockenen Ton und die Darstellung vieler Fakten nicht scheut, wird in diesem Buch eine umfassende Darstellung des „anderen“, gemeinschaftlichen Bankwesens in Deutschland finden, die sehr informativ im Buch daherkommt.

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