Iny Lorentz

 4 Sterne bei 8,888 Bewertungen
Autorin von Die Wanderhure, Die Rache der Wanderhure und weiteren Büchern.
Iny Lorentz

Lebenslauf von Iny Lorentz

Ein sympathisches Schriftstellerehepaar mit Bestseller-Garantie: Ihr Roman „Die Wanderhure“ aus dem Jahr 2004, der Millionenauflagen erzielte, machte sie weltweit bekannt. Hinter dem Namen Iny Lorentz stehen die Autoren Iny Klocke und Elmar Wohlrath. Sie leben in einem Vorort von München und reisen gern mit ihrem Wohnwagen. Ihre Gemeinsamkeiten beschränken sich nicht ausschließlich auf das Schreiben. Sie treten gern im Partnerlook auf und lieben Fantasy-Geschichten. Kennengelernt haben sie sich in einem Fantasy-Klub. Bevor sie sich trafen, standen sie für lange Zeit im Briefwechsel. Im Jahr 1982 heirateten die beiden. Heute sind sie ein eingespieltes Autoren-Duo. Ihre Geschichten erfinden sie gemeinsam. Elmar Wohlrath schreibt und Iny Klocke überarbeitet die Bücher. Hinzu kommt die akribische Recherche. Dass sie ihre Leser lieben, spürt man beim Lesen der Romane. Demzufolge ist es kein Zufall, dass ein Bestseller dem anderen folgt. Mittlerweile verkaufen sich ihre Romane in zahlreichen Ländern. Die Verfilmungen der „Wanderhuren-Reihe“ und der „Pilgerin“ begeisterten Millionen Fernsehzuschauer. Für ihre Verdienste im Bereich der historischen Romane erhielten sie 2014 den Homer Ehrenpreis in Gold. Iny Klocke und Elmar Wohlrath schreiben zusätzlich unter den Pseudonymen Anni Lechner (Heimatromane), Mara Volkers, Sandra Melli und Diana Wohlrath (Fantasy), Nicola Marni und Nike Andeer (Krimis und Thriller).

Neue Bücher

Die Wanderhure und die Nonne
Erscheint am 22.10.2018 als Hörbuch bei Lübbe Audio .
Die Wanderhure und die Nonne
 (2)
Neu erschienen am 01.10.2018 als Hardcover bei Knaur. Es ist der 7. Band der Reihe "Die Wanderhure".
Die Entführung der Wanderapothekerin
Erscheint am 03.12.2018 als Taschenbuch bei Knaur Taschenbuch.
Die Entführung der Wanderapothekerin
Erscheint am 17.12.2018 als Hörbuch bei Lübbe Audio .

Alle Bücher von Iny Lorentz

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Iny LorentzDie Wanderhure
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Die Wanderhure
Die Wanderhure
 (3,673)
Erschienen am 01.04.2005
Iny LorentzDie Rache der Wanderhure
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Die Rache der Wanderhure
Die Rache der Wanderhure
 (837)
Erschienen am 26.01.2012
Iny LorentzDas Vermächtnis der Wanderhure
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Das Vermächtnis der Wanderhure
Das Vermächtnis der Wanderhure
 (687)
Erschienen am 01.04.2007
Iny LorentzDie Tochter der Wanderhure
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Die Tochter der Wanderhure
Die Tochter der Wanderhure
 (463)
Erschienen am 22.12.2009
Iny LorentzDie Goldhändlerin
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Die Goldhändlerin
Die Goldhändlerin
 (255)
Erschienen am 01.11.2005
Iny LorentzDie Pilgerin
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Die Pilgerin
Die Pilgerin
 (247)
Erschienen am 01.03.2008
Iny LorentzDie Kastratin
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Die Kastratin
Die Kastratin
 (264)
Erschienen am 03.02.2012
Iny LorentzDie Tatarin
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Die Tatarin
Die Tatarin
 (227)
Erschienen am 15.03.2010

Interview mit Iny Lorentz

Iny Lorentz im Interview mit LovelyBooks, Juli 2012

1) Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem inzwischen langjährigen und stetig wachsenden Erfolg. Haben Sie ein Geheimnis oder Tipps, die Sie angehenden Autoren für den Start in der Buchbranche verraten wollen?

Ein Geheimnis haben wir mit Sicherheit nicht. Vielleicht trägt es zu unserem Erfolg bei, dass wir das schreiben, was wir gerne selbst lesen würden. Dies ist auch ein Rat an angehende Autoren. Sie sollten sich immer selbst treu bleiben und niemand nachahmen. Weiter raten wir ihnen zu Geduld und Hartnäckigkeit. Die Geduld braucht man, um die unweigerlichen Rückschläge zu ertragen, und die Hartnäckigkeit, um es allen Ablehnungsschreiben zum Trotz immer wieder zu probieren. Außerdem sollte man sich an das Sprichwort erinnern, dass Meister selten vom Himmel fallen und beim Schreiben immer weiter lernen, bis irgendwann der Durchbruch kommt.

2) Sie schreiben stets zusammen an einem Roman – die Arbeit und der Austausch ist da vielleicht nicht immer einfach und Sie sind evtl. manchmal nicht einer Meinung. Wie lange benötigen Sie für ein Buch im Durchschnitt von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung des Romans? Wie dürfen sich die Leser Ihren Schreiballtag zusammen vorstellen?

Bis jetzt haben wir uns wegen des Schreibens noch nie gestritten. Wenn wir bezüglich einer Szene unterschiedlicher Ansicht sind, so sagt jeder seine Meinung, und wir reden darüber. Meistens kommen wir dabei auf einen dritten, weitaus besseren Weg. Die Zeitspanne von der ersten Idee bis zur Fertigstellung eines Romans ist sehr unterschiedlich, beträgt im Schnitt aber etwa zwei bis zweieinhalb Jahre. Das bedeutet, dass wir immer an mehreren Romanen gleichzeitig arbeiten, indem wir bei einem die Idee entwickeln, einen zweiten recherchieren, Elmar den Rohtext des dritten schreibt und Iny den vierten überarbeitet.

3) Unter Iny Lorentz und Mara Volkers sowie weiteren Pseudonymen sind insgesamt bereits über 35 Bücher in verschiedenen Genres erschienen. Gibt es auch einen Literaturbereich, an den Sie sich bis jetzt noch nicht rangetraut haben oder den Sie gern noch erobern würden?

Wir sind immer bestrebt, unsere eigenen Grenzen zu erweitern. Deshalb schreiben wir ja unter Iny Lorentz historische Romane, unter Nicola Marni Thriller und unter Sandra Melli und Mara Volkers Fantasy. Die einzelnen Romane sind dabei recht unterschiedlich, aber es macht uns Spaß, sie zu schreiben. Ob wir einmal über diese Genres hinausgehen werden, muss die Zukunft zeigen. Bis jetzt haben wir es allerdings nicht geplant.

4) Sie sind auch im Internet sehr beliebt, Ihre Bücher stehen bei LovelyBooks in tausenden Bibliotheken. Lesen Sie solche Onlinebewertungen, googeln Sie sich?

Wir googeln zwar gelegentlich nach unseren Romanen, aber weniger wegen den Onlinebewertungen, sondern aus Interesse, wo sie überall auftauchen. Gelegentlich machen wir dabei auch einen richtigen Treffer, wenn wir z.B. auf eine neue ausländische Ausgabe stoßen, die in den nächsten Monaten erscheinen wird und wir das Cover bereits vorher ansehen können.

5) Ihre Bücher sind inzwischen fast alle als Ebook erhältlich. Wie verhält es sich mit Ihrem eigenen Leseverhalten – haben Sie einen Reader und evtl. sogar schon Social-Reading-Möglichkeiten ausprobiert?

Wir besitzen seit einem halben Jahr einen Reader, benutzen ihn aber eigentlich nur auf unseren zum Glück seltenen Flugreisen, um Gewicht zu sparen.

6) Woher nehmen Sie Ihre Ideen und können Sie auch jede Idee dann in einem Buch verarbeiten oder warten irgendwo noch viele Notizbücher darauf veröffentlicht zu werden, wie man das von anderen Schriftstellern hört?

Die Sachbücher, die wir lesen, Museumsbesuche und interessante Anblicke bringen stets neue Ideen. Oft genügt die Unterhaltung auf einem Spaziergang für die Initialzündung für einen Roman. Früher haben wir diese Ideen aufgeschrieben, um sie nicht zu vergessen, aber mittlerweile verzichten wir darauf, da wir bei weitem nicht so viel schreiben können, wie in dieser Datei steht. Außer dieser einen Datei gibt es bei uns keine Notizen. Wir haben auch alte, unveröffentlichte Manuskripte vernichtet, da wir keinen Sinn darin sehen, wenn diese irgendwann einmal in Romanform erscheinen würden. Vielleicht greifen wir die eine oder andere alte Idee einmal auf, doch dann wird sie in eine neue Form gebracht, so wie es z.B. auch mit ‚Dezembersturm‘ geschehen ist. Dieser Roman wurde ein Jahrzehnt später völlig neu geschrieben und in seinem Ablauf ganz anders gewichtet.

7) Die Fans warten natürlich immer auf Neuigkeiten. Dürfen Sie schon etwas zu „Feuertochter“ verraten, das im Herbst erscheinen wird? Wie ist das Buch entstanden und wie viel Wahrheit steckt in Ihrem neuesten historischen Roman?

Die ‚Feuertochter‘ spielt im Irland des ausgehenden 16. Jahrhunderts während des Neunjährigen Krieges. Der Hintergrund des Romans und die wichtigsten Eckpunkte des Geschehens entsprechen den historischen Tatsachen, wobei die Hauptfiguren um Ciara Ni Corra und ein Teil ihrer Abenteuer unserer Fantasie entsprungen sind. Der Roman war eine Folge unseres Wunsches, uns Mal Irland anzusehen. Nachdem wir wieder einmal über eine mögliche Reise dorthin gesprochen hatten, wachte Elmar eines Morgens auf und meinte: „Ich habe eine Idee für einen Irlandroman!“ Danach mussten wir hinfliegen und ließen uns dort inspirieren.

8) Ihre Reihe um „Die Wanderhure“ ist erfolgreich mit Alexandra Neldel für Sat1 verfilmt worden. Geben Sie dann komplett die Rechte ab oder behalten Sie sich vor einzugreifen und z.B. bei der Auswahl der Schauspieler mitzureden?

Filme sind ein ganz anderes Medium als ein Buch. Aus diesem Grund haben wir unsere Hände weit davon weg gehalten. Wir wurden zwar immer wieder über die Planungen und den Fortgang der Arbeiten informiert, doch gab es für uns keine Möglichkeit, aber auch keinen Grund, hier einzugreifen. Die Produktionsfirma TV60 und Sat 1 haben auch ohne uns ausgezeichnete Arbeit geleistet. Wir haben einige Literaturverfilmungen gesehen, in denen die Autoren sich eingemischt haben. Es war nie zum Besten des Films.

9) Sie leben immer noch in der Nähe von München und auch ihre Romane haben meistens einen deutschen Hintergrund. Was lieben Sie hier besonders – Sie könnten ja auch wie andere erfolgreiche Autoren ins Ausland gehen, nach Frankreich oder Amerika – und werden Sie oft auf der Straße erkannt?

Da gibt es einige Gründe. Zum einem wollten wir nicht zu weit von unserer Agentur und den Verlagen weg, die uns veröffentlichen. Dann sind von hier aus die Recherche- und Lesereisen leichter zu machen als von einem weiter entfernten Land, und zum anderen wollten wir im deutschsprachigen Raum bleiben, um unseren Stil nicht durch eine fremde Sprache beeinflussen zu lassen. Außerdem leben unsere Verwandten und Bekannten hier, und diese Kontakte sind für uns wichtig. Auf der Straße werden wir Gott sei Dank nur selten erkannt, da nur wenigen LeserInnen das Autorenfoto so im Gedächtnis bleibt, um uns damit in Verbindung zu bringen.

10) Durch Livestreamlesungen bietet LovelyBooks vielen Lesern die Möglichkeit ihre Lieblingsautoren auch einmal live zu sehen – durch die Aufzeichnung egal wann oder wo. Werden Sie für Ihren nächsten Roman auf eine Lesereise gehen und was bedeutet für Sie der persönliche Kontakt mit Ihren Fans?

Es sind auch heuer wieder mehrere Lesungen vor und nach der Buchmesse in Frankfurt geplant, so eine Signierstunde in Homburg/Saar und Lesungen in Flörsheim, Ingolstadt und Leutkirch. Aus verschiedenen Gründen können wir leider nur sehr wenige Lesungen im Jahr machen, doch sind uns diese sehr wichtig, da wir dabei auf unsere Leser treffen und mit ihnen reden können.

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Iny Lorentz

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sommerleses avatar

Rezension zu "Die Wanderhure und die Nonne" von Iny Lorentz

Die mittelalterliche Unterhaltungsreihe geht weiter
sommerlesevor 6 Tagen

Der siebte Band der Serie von Iny Lorentz ist der Roman "Die Wanderhure und die Nonne", der 2018 im Knaur Verlag erscheint.

Der neue Fürstbischof von Würzburg möchte Kibitzstein unter seine Herrschaft zwingen. Marie Adler geht deshalb ein Bündnis mit dem thüringischen Grafen Ernst von Herrenroda ein. Sie folgt seiner Einladung auf seine Burg und entgeht nur mit Mühe einem grauenhaften Überfall, bei dem alle Bewohner getötet werden. Neben Marie bleibt auch ihre Tochter Trudi unversehrt, ihre Begleitung, die Nonne Ignatia, wird jedoch schwer verletzt. Die Frauen können in unzugängliche Wälder fliehen.
Dort werden sie von Räubern gefangen genommen, leider stehen diese mit dem Anführer des Überfalls in Verbindung. Marie ist zwischen die kämpferische Fehde zweier Thüringer Adelsgeschlechter geraten.


Auch im siebten Teil der Buchreihe muss die ehemalige Wanderhure Marie einige Abenteuer bestehen. Sie reist mit Tochter Trudi und der Nonne Ignatia auf die Burg des Grafen Ernst von Herrenroda und dieser Besuch wird ihnen fast zum tödlichen Verhängnis. Es kommt zu einem Überfall, bei dem ein Teil der Familie blutig abgeschlachtet wird, Ignatia wird schwer verletzt, doch Marie und Trudi kommen unverletzt davon und retten die Nonne vor ihrem sicheren Tod auf der Burg. Ihre Flucht führt sie in einen Wald, wo sie in die Hände von Waldräubern gelangen.
Währenddessen nutzt der Domherr Guntram von Ebrach die Gunst der Abwesenheit Maries und Michels, der in einen Krieg gezogen ist, und hat sich in Kibitzstein eingenistet.

Die Handlung dieses Romans ist von Kampfhandlungen durchzogen und die Gefährdung Maries und ihrer Tochter sorgt für abenteuerliche Spannung. Mehrfach entkommen sie ihren Häschern, werden gefangen genommen, können sich verstecken und bekommen rettende Hilfe.

Marie wird wieder viel abverlangt, ihr gelingt jedoch das scheinbar Unmögliche, sie hat heilende und chirurgische Fähigkeiten und auch ihre Tochter beweist Klugheit, Tatkraft und Mut. Diese Heldenfiguren wirken schon recht übertrieben, mich hat es jedoch nicht sehr gestört.

Ignatia ist zunächst eine fromme Betschwester, doch sie entwickelt sich im Laufe der Handlung zu einer Frau, die Männern durchaus zugeneigt ist.

Die Rolle der Frau ist im Mittelalter selbstverständlich dem Manne untertan und manchmal auch regelrecht Freiwild. Das zeigen einige Szenen überaus deutlich.

Wie sehr Besitztümer, Ländereien, Städte und Burgen in dieser Zeit immer wieder Ziele von übergriffigen Machthabern wurden, wird in diesem Buch sehr klar. Friedliche Zusammenschlüsse wurden meistens durch Eheschliessungen erreicht, die dann den Besitz vergrößern sollten.


Eine Unstimmigkeit ist unbedingt erwähnenswert: In Teil 5 der Reihe sind die Kinder von Marie schon älter und sogar verheiratet, chronologisch passt hier also der Inhalt von Band 7 überhaupt nicht.


Dieser Roman ist wieder ein typischer Mittelalterroman, es wird gemordet, geraubt, geschändet und geplündert. Das mittelalterliche Bild wird hier stimmig umgesetzt und dank der Hauptfigur Marie endet auch dieser Band wieder für die Familie Adler im Guten.


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KiraNears avatar

Rezension zu "Das Vermächtnis der Wanderhure" von Iny Lorentz

[Rezension #82] Das Vermächtnis der Wanderhure
KiraNearvor 14 Tagen

Name: Das Vermächtnis der Wanderhure
Autor: Iny Lorentz
Genre: Drama, Historie, Frau
Preis: €10,99
Seiten: 715 Seiten
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN: 978-3-426-66202-1
Verlag: Knaur Verlag


Beschreibung:
Als Maries Todfeindin Hulda erfährt, dass ihre Rivalin wieder schwanger ist, schmiedet sie einen perfiden Plan: Marie soll entführt und für tot erklärt werden. Zunächst scheint der Plan zu gelingen und Michel, Maries Mann, trauert tief um die Liebe seines Lebens. Bald bedrängen ihn Hulda und ihre Verbündeten, sich wieder zu verheiraten. Marie ist währenddessen als Sklavin verkauft worden. Nur unter großen Gefahren für sich und ihr Kind und unter Einsatz ihres Lebens gelingt es ihr, den Weg in die Heimat zurück zu finden. Dort muss sie entdecken, dass Michel nicht mehr frei ist ...


Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Wow, das Buch war wirklich eine Achterbahnfahrt und ich hatte am Anfang so absolut keine Ahnung, was mich erwarten würde. Nun ja, dank der Beschreibung hatte ich schon eine leichte Vorahnung und trotzdem traf es mich mitten aus dem Nichts, als Marie dank eines perfiden Plans entführt wird. Dass sie dann auch noch schwanger ist und einen Sohn auf die Welt bringt, war ja für Hulda nicht gerade super. Doch da sie selbst wieder "nur" eine Tochter geboren hat, hat sie sich dazu entschlossen, einfach die Kinder auszutauschen und den Jungen als ihren eigenen auszugeben. Ich muss dazu aber auch sagen, dass Hulda verdammt viel Glück hatte. Zum einen kann sie sich mehr als gut durchsetzen, wenn auch auf die Tyrannenart, was dafür sorgt, dass ihre Bediensteten lieber kuschen als sich irgendwelche Gedanken zu machen. Ein paar von denen sind aber auch genauso skrupellos wie ihre Herrin. Außerdem hat sie einen Vater und ein paar Verbündete, die hinter ihr stehen und sie unterstützen, einfach, weil sie kein Aufsehen, keinen Ärger und keine Schande haben wollen. Dass ihr Plan so gut ging, bis Marie dann beim Sklavenhändler gelandet ist, hat mir persönlich nicht so gefallen, ich hatte es Hulda absolut nicht gegönnt. Wenigstens hat eine ihrer Leute die Idee gehabt, Marie das arme, man könnte sagen verstoßene neugeborene Mädchen zu geben. Marie hat es dann lieb gewonnen und großgezogen, obwohl sie wusste, dass es eigentlich Huldas Kind ist. Doch Marie ist schlau genug um zu wissen, dass das Mädchen nichts für die Taten ihrer Mutter kann.

Als sie dann auf dem Schiff die dunkelhäutige Alika kennenlernt, finde ich es interessant, wie sie trotz der Sprachbarriere langsam freundschaftlich zueinander finden. Zusammen können sie dann die schwere Zeit durchstehen und auch die Zeit, in der sie bei den Russen sind, als Marie dort als Amme eines neugeborenen Jungen arbeiten musste und Alika als ihre Assistentin (oder was in der Richtung). In der gleichen Zeit wurde Michel wieder neu verheiratet und ich verstehe bis heute nicht, warum das unbedingt sein musste. Und wenn er es schon wenigstens musste, warum hat man das einfach entschieden? Schwanhild war mehr als schrecklich. Er hätte sich die Frau wenigstens aussuchen dürfen, oder einfach (vermeintlicher) Witwer bleiben dürfen. Es ist schon echt stark, wie schnell sie Marie für tot erklärt hatten, noch bevor sie die Leiche gefunden hatten. Wenigstens konnte man am Ende alles wieder ins Reine bringen, aber nervig war es schon. Besonders oder fast nur wegen der nervigen Schwanhild. Kein Wunder, dass die alle wieder abgehauen sind.

Wen ich auch noch sehr interessant fand, war neben Marie und Alika die Fürstin Anastasia und Andrej, besonders er war nicht auf den Kopf gefallen oder ständig betrunken wie sein Herr, sondern hat sich auch Gedanken gemacht. Später, als sie auf der Flucht waren, hat sich ja gezeigt, dass die beiden starke Gefühle füreinander haben. Ich finds toll, dass sie am Ende zusammengekommen sind :3

Was auch noch sehr interessant war, war die Schar an Kindern, die Marie am Ende des Buches hatte. So war sie am Anfang mit ihrem Sohn schwanger, aber brachte dank ihrer Reise noch zwei weitere Kinder mit. Damals war es wohl ziemlich einfach, ein weiteres Kind in die Familie zu intergrieren, heute dürfte das dank Behörden etc. viel schwerer sein.

Anbei ist eine Karte vom damaligen Europa und Teilen Russland. Es sind sämtliche Orte, die im Buch genannt werden, verzeichnet, sodass man Maries abenteuerliche Route gut nachvollziehen kann. Außerdem ist es interessant zu sehen, wie das damals alles so hieß und aufgebaut war.


Leseprobe:
Schreie von Kriegern und Pferden hallten misstönend in Maries Ohren, und über dem Schlachtenlärm lag der Klang hussitischer Feldschlangen, die Tod und Verderben in die dicht gedrängten Reihen der deutschen Reier spien. Sie sah böhmisches Fußvolk in blauen Kitteln mit kleinen, federgeschmückten Hüten wie die Woge einer Sturmflut auf das eisenstarrende kaiserliche Heer zurollen. Zwar schützten sich die Angreifer nur durch Lederpanzer und kleine Rundschilde, doch sie schienen zahllos zu sein, und über ihren Köpfen blitzten Hakenspieße und die Stacheln der Morgensterne.

Nun vernahm sie Michels Stimme, der seine Leute zum Standhalten aufforderte. Dennoch löste sich an anderen Stellen die Formation der Deutschen auf, und ihre Schlachtreihe bröckelte wie ein hart gewordener Laib Brot, den man mit den Händen zerreibt, um ihn an die Schweine zu verfüttern. In diesem Moment begriff Marie, dass Kaiser Sigismund die Seinen in eine vernichtende Niederlage geführt hatte. Sie stöhnte auf und zog Trudi enger an sich.

Da stürmte einer der fliehenden Ritter direkt auf sie zu. Sein Visier stand offen, und sie erkannte Falko von Hettenheim. Er blieb vor ihr stehen und wies mit dem Daumen auf Michel, der von einer dichten Traube böhmischer Rebellen umzingelt war. "Diesmal opfert sich dein Mann für den Kaiser. Gleich wird er krepieren, und nichts kann dich mehr vor meiner Rache schützen!"

Marie versteifte sich und tastete nach dem Dolch, den sie in einer Falte ihres Kleides verborgen hielt, mochte die Waffe im Vergleich zu dem Schwert des Ritters eine Nadel sein. Falko von Hettenheim hob die Klinge zum Schlag, hielt aber mitten in der Bewegung inne und lachte auf.

"Ein schneller Tod wäre eine zu leichte Strafe für dich, Hure. Du sollst leben und dabei tausend Tode sterben!" Er griff mit der gepanzerten Rechten nach Trudi, riss das Kind an sich und wandte sich hohnlachend ab.

Mit einem verzweifelten Schrei wollte Marie ihm folgen, um ihre Tochter zu retten. Im gleichen Augenblick packte sie jemand an der Schulter und schüttelte sie kräftig.



Fazit:
Nun, was soll ich zu dem Buch noch viel sagen? Mir hat Marie schon richtig Leid getan, so viel Pech, wie sie in der ersten Buchhälfte hatte, bewundere aber auch ihren starken Willen. Besonders dank der kleinen Lisa hat sie den Weg ins Leben wiedergefunden, denn die Kleine wäre ohne sie verloren gewesen. Aber auch für Alika und am Ende für die Fürstin und Andrej war es ein großer Glücksfall, dass sie Marie begegnet sind. Wie immer konnte sich Marie irgendwann gut durchsetzen und auch mit ihrem Wissen und ihrem Können überzeugen. Dass Michel im Gegensatz zu Marie schnell einknickt, fand ich sehr schade, aber es wäre auch nicht wirklich passend zu seinem Charakter gewesen. Wie er aber teilweise über Schwanhild gedacht hat, fand ich trotzdem ein wenig seltsam, da das nicht so wirklich zu ihm passt. Wie es dann für alle ausgangen ist, finde ich super, denn jede und jeder hat bekommen, was er oder sie verdient hatte. Das Buch ist ein wenig lang, ich hab schon meine Zeit gebraucht, bis ich das Buch geschafft habe, aber ich hatte trotzdem, nicht wie bei dem Buch davor, sehr viel Spaß beim Lesen. Insgesamt vergebe ich an das Buch vier Rubine und freue mich schon auf das nächste Buch in der Reihe. Wann auch immer ich das lesen werde.

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buchfeemelanies avatar

Rezension zu "Die Goldhändlerin" von Iny Lorentz

gutes Buch
buchfeemelanievor 18 Tagen

Der Schreibstil gefällt mir gut. Er ist einfach und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind nicht zu lang.

Dem Autorenpaar ist es gelungen, eine mittelalterliche und authentische Atmosphäre zu schaffen. So fühlte ich mich direkt in die vergangene Zeit zurück versetzt. Besonders gut wurde auch die aufgeheizte, bedrückende Stimmung gegen die Juden dargestellt.

Lea ist eine sympathische Protagonistin, die mir schnell ans Herz gewachsen ist. Das Goldhandwerk wurde anschaulich dargestellt. Ich habe mit ihr mitgebangt und gehofft. 
Ihre egoistischen und eigensinnigen Geschwister haben mich zwar emotional aufgeregt, waren aber für die Handlung ebenfalls gut beschriebene Figuren.
Roland empfand ich auch als gut gelungener Charakter. Ich habe mich sehr amüsiert, wie er "Lea" gerne gereizt hat.



Das Buch war spannend mit einigen wenigen Längen.

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