Das Vermächtnis der Wanderhure

von Iny Lorentz 
4,0 Sterne bei688 Bewertungen
Das Vermächtnis der Wanderhure
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (514):
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Grausames Mittelalter, spannend erzählt

Kritisch (39):
Akanthas avatar

Die Protagonistin hat in diesem Teil der Reihe zu viel Pech und gleichzeitig zu viel Glück als dass man die Geschichte ernstnehmen kann.

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Inhaltsangabe zu "Das Vermächtnis der Wanderhure"

Als Maries Todfeindin Hulda erfährt, dass ihre Rivalin wieder schwanger ist, schmiedet sie einen perfiden Plan: Marie soll entführt und für tot erklärt werden. Zunächst scheint der Plan zu gelingen: Marie landet in den Händen eines Handelsherrn, der sie als Sklavin verkaufen lässt. Zusammen mit dem Sohn, den sie inzwischen geboren hat, gerät sie in den Besitz von Anna, Gemahlin des Neffen des Großfürsten von Moskau. Es gelingt ihr, Annas Vertrauen zu gewinnen, doch dann schwebt diese selbst in höchster Gefahr und muss fliehen. Als es Marie endlich gelingt, unter Einsatz ihres Lebens den Weg in die Heimat zu finden, muss sie feststellen, dass ihr geliebter Michel nicht mehr frei ist …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426635056
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:720 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.04.2007
Das aktuelle Hörbuch ist am 03.07.2006 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    KiraNears avatar
    KiraNearvor 16 Tagen
    [Rezension #82] Das Vermächtnis der Wanderhure

    Name: Das Vermächtnis der Wanderhure
    Autor: Iny Lorentz
    Genre: Drama, Historie, Frau
    Preis: €10,99
    Seiten: 715 Seiten
    Sprache: Deutsch
    Erscheinungsjahr: 2006
    ISBN: 978-3-426-66202-1
    Verlag: Knaur Verlag


    Beschreibung:
    Als Maries Todfeindin Hulda erfährt, dass ihre Rivalin wieder schwanger ist, schmiedet sie einen perfiden Plan: Marie soll entführt und für tot erklärt werden. Zunächst scheint der Plan zu gelingen und Michel, Maries Mann, trauert tief um die Liebe seines Lebens. Bald bedrängen ihn Hulda und ihre Verbündeten, sich wieder zu verheiraten. Marie ist währenddessen als Sklavin verkauft worden. Nur unter großen Gefahren für sich und ihr Kind und unter Einsatz ihres Lebens gelingt es ihr, den Weg in die Heimat zurück zu finden. Dort muss sie entdecken, dass Michel nicht mehr frei ist ...


    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
    Wow, das Buch war wirklich eine Achterbahnfahrt und ich hatte am Anfang so absolut keine Ahnung, was mich erwarten würde. Nun ja, dank der Beschreibung hatte ich schon eine leichte Vorahnung und trotzdem traf es mich mitten aus dem Nichts, als Marie dank eines perfiden Plans entführt wird. Dass sie dann auch noch schwanger ist und einen Sohn auf die Welt bringt, war ja für Hulda nicht gerade super. Doch da sie selbst wieder "nur" eine Tochter geboren hat, hat sie sich dazu entschlossen, einfach die Kinder auszutauschen und den Jungen als ihren eigenen auszugeben. Ich muss dazu aber auch sagen, dass Hulda verdammt viel Glück hatte. Zum einen kann sie sich mehr als gut durchsetzen, wenn auch auf die Tyrannenart, was dafür sorgt, dass ihre Bediensteten lieber kuschen als sich irgendwelche Gedanken zu machen. Ein paar von denen sind aber auch genauso skrupellos wie ihre Herrin. Außerdem hat sie einen Vater und ein paar Verbündete, die hinter ihr stehen und sie unterstützen, einfach, weil sie kein Aufsehen, keinen Ärger und keine Schande haben wollen. Dass ihr Plan so gut ging, bis Marie dann beim Sklavenhändler gelandet ist, hat mir persönlich nicht so gefallen, ich hatte es Hulda absolut nicht gegönnt. Wenigstens hat eine ihrer Leute die Idee gehabt, Marie das arme, man könnte sagen verstoßene neugeborene Mädchen zu geben. Marie hat es dann lieb gewonnen und großgezogen, obwohl sie wusste, dass es eigentlich Huldas Kind ist. Doch Marie ist schlau genug um zu wissen, dass das Mädchen nichts für die Taten ihrer Mutter kann.

    Als sie dann auf dem Schiff die dunkelhäutige Alika kennenlernt, finde ich es interessant, wie sie trotz der Sprachbarriere langsam freundschaftlich zueinander finden. Zusammen können sie dann die schwere Zeit durchstehen und auch die Zeit, in der sie bei den Russen sind, als Marie dort als Amme eines neugeborenen Jungen arbeiten musste und Alika als ihre Assistentin (oder was in der Richtung). In der gleichen Zeit wurde Michel wieder neu verheiratet und ich verstehe bis heute nicht, warum das unbedingt sein musste. Und wenn er es schon wenigstens musste, warum hat man das einfach entschieden? Schwanhild war mehr als schrecklich. Er hätte sich die Frau wenigstens aussuchen dürfen, oder einfach (vermeintlicher) Witwer bleiben dürfen. Es ist schon echt stark, wie schnell sie Marie für tot erklärt hatten, noch bevor sie die Leiche gefunden hatten. Wenigstens konnte man am Ende alles wieder ins Reine bringen, aber nervig war es schon. Besonders oder fast nur wegen der nervigen Schwanhild. Kein Wunder, dass die alle wieder abgehauen sind.

    Wen ich auch noch sehr interessant fand, war neben Marie und Alika die Fürstin Anastasia und Andrej, besonders er war nicht auf den Kopf gefallen oder ständig betrunken wie sein Herr, sondern hat sich auch Gedanken gemacht. Später, als sie auf der Flucht waren, hat sich ja gezeigt, dass die beiden starke Gefühle füreinander haben. Ich finds toll, dass sie am Ende zusammengekommen sind :3

    Was auch noch sehr interessant war, war die Schar an Kindern, die Marie am Ende des Buches hatte. So war sie am Anfang mit ihrem Sohn schwanger, aber brachte dank ihrer Reise noch zwei weitere Kinder mit. Damals war es wohl ziemlich einfach, ein weiteres Kind in die Familie zu intergrieren, heute dürfte das dank Behörden etc. viel schwerer sein.

    Anbei ist eine Karte vom damaligen Europa und Teilen Russland. Es sind sämtliche Orte, die im Buch genannt werden, verzeichnet, sodass man Maries abenteuerliche Route gut nachvollziehen kann. Außerdem ist es interessant zu sehen, wie das damals alles so hieß und aufgebaut war.


    Leseprobe:
    Schreie von Kriegern und Pferden hallten misstönend in Maries Ohren, und über dem Schlachtenlärm lag der Klang hussitischer Feldschlangen, die Tod und Verderben in die dicht gedrängten Reihen der deutschen Reier spien. Sie sah böhmisches Fußvolk in blauen Kitteln mit kleinen, federgeschmückten Hüten wie die Woge einer Sturmflut auf das eisenstarrende kaiserliche Heer zurollen. Zwar schützten sich die Angreifer nur durch Lederpanzer und kleine Rundschilde, doch sie schienen zahllos zu sein, und über ihren Köpfen blitzten Hakenspieße und die Stacheln der Morgensterne.

    Nun vernahm sie Michels Stimme, der seine Leute zum Standhalten aufforderte. Dennoch löste sich an anderen Stellen die Formation der Deutschen auf, und ihre Schlachtreihe bröckelte wie ein hart gewordener Laib Brot, den man mit den Händen zerreibt, um ihn an die Schweine zu verfüttern. In diesem Moment begriff Marie, dass Kaiser Sigismund die Seinen in eine vernichtende Niederlage geführt hatte. Sie stöhnte auf und zog Trudi enger an sich.

    Da stürmte einer der fliehenden Ritter direkt auf sie zu. Sein Visier stand offen, und sie erkannte Falko von Hettenheim. Er blieb vor ihr stehen und wies mit dem Daumen auf Michel, der von einer dichten Traube böhmischer Rebellen umzingelt war. "Diesmal opfert sich dein Mann für den Kaiser. Gleich wird er krepieren, und nichts kann dich mehr vor meiner Rache schützen!"

    Marie versteifte sich und tastete nach dem Dolch, den sie in einer Falte ihres Kleides verborgen hielt, mochte die Waffe im Vergleich zu dem Schwert des Ritters eine Nadel sein. Falko von Hettenheim hob die Klinge zum Schlag, hielt aber mitten in der Bewegung inne und lachte auf.

    "Ein schneller Tod wäre eine zu leichte Strafe für dich, Hure. Du sollst leben und dabei tausend Tode sterben!" Er griff mit der gepanzerten Rechten nach Trudi, riss das Kind an sich und wandte sich hohnlachend ab.

    Mit einem verzweifelten Schrei wollte Marie ihm folgen, um ihre Tochter zu retten. Im gleichen Augenblick packte sie jemand an der Schulter und schüttelte sie kräftig.



    Fazit:
    Nun, was soll ich zu dem Buch noch viel sagen? Mir hat Marie schon richtig Leid getan, so viel Pech, wie sie in der ersten Buchhälfte hatte, bewundere aber auch ihren starken Willen. Besonders dank der kleinen Lisa hat sie den Weg ins Leben wiedergefunden, denn die Kleine wäre ohne sie verloren gewesen. Aber auch für Alika und am Ende für die Fürstin und Andrej war es ein großer Glücksfall, dass sie Marie begegnet sind. Wie immer konnte sich Marie irgendwann gut durchsetzen und auch mit ihrem Wissen und ihrem Können überzeugen. Dass Michel im Gegensatz zu Marie schnell einknickt, fand ich sehr schade, aber es wäre auch nicht wirklich passend zu seinem Charakter gewesen. Wie er aber teilweise über Schwanhild gedacht hat, fand ich trotzdem ein wenig seltsam, da das nicht so wirklich zu ihm passt. Wie es dann für alle ausgangen ist, finde ich super, denn jede und jeder hat bekommen, was er oder sie verdient hatte. Das Buch ist ein wenig lang, ich hab schon meine Zeit gebraucht, bis ich das Buch geschafft habe, aber ich hatte trotzdem, nicht wie bei dem Buch davor, sehr viel Spaß beim Lesen. Insgesamt vergebe ich an das Buch vier Rubine und freue mich schon auf das nächste Buch in der Reihe. Wann auch immer ich das lesen werde.

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    L
    Lesebegeistertevor einem Jahr
    ...Band 3...

    Marie lebt nun glücklich mit Mann und Kind. Doch ihre Erzfeinding Hulda gönnt ihr das so gar nicht und schmiedet einen fiesen Plan. Marie wird entführt und für tot erklärt. Michael kann es nicht fassen und ist in tiefer Trauer. Doch Marie lässt sich nicht unterkriegen und kämpft sich den Weg zurück zu ihrem Mann…
    Absolut empfehlenswert! Eine Reihe zum süchtig werden! 

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    Petzi_Mauss avatar
    Petzi_Mausvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der 3. Teil der Wanderhure-Reihe
    Der 3. Teil der Wanderhure-Reihe

    Mit einem Alptraum beginnt dieses Buch, welches der dritte Teil der "Wanderhure"-Saga ist.
    Die schwangere Marie träumte von Falko von Hettenheim, ihrem Erzfeind, den sie jedoch im vorigen Buch besiegen konnte.
    Leider ist da noch seine schwangere Witwe Hulda, die bis jetzt nur Töchter geboren hat und somit Falkos Besitztümer nicht erben kann. Sie entführt Marie und gibt deren Sohn als ihren eigenen aus, da sie kurz zuvor ihre siebente Tochter geboren hat. Hulda verkauft Marie, die von einer Magd Huldas Tochter in die Arme gelegt bekommen hat, in die Sklaverei und Marie kommt unter schrecklichen Bedingungen nach Russland. Dort wird sie als Amme einer Fürstin gekauft.
    König Sigismund verheiratet derweil Maries Mann Michel neu, da Marie als tot gilt.
    Es geht natürlich gut aus, Marie kann in die Heimat fliehen, und holt sich ihren Sohn, besiegt ihre Erzfeindin Hulda und bekommt ihren Michel wieder.

    Ich war schon von den ersten beiden "Wanderhure"-Büchern total begeistert, und auch der dritte Teil ist von Anfang bis Ende mega spannend und man zittert ständig mit Marie mit. Und wie immer geht natürlich alles gut aus!

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    Natti24s avatar
    Natti24vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr schönes Ende!
    Der dritte Teil der "Wanderhure"

    Auch in diesem Teil gerät Marie wieder in Gefahren aus denen sie sich mit ihrem Lebenswillen und ihrer Stärke immer wieder hinaus windet.
    Aber wie auch in den anderen beiden Teilen ist es zwischendurch ein wenig lang atmig, deswegen ein Sternchen abzug. Doch zum Schluss ist es wieder sehr packend und für mich bis jetzt der beste Abschluss!

    Es folgt der vierte Band...!

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    M
    Marcsbuechereckevor 4 Jahren
    Die Originaltriologie findet ihr Ende

    Da es ab Band vier (Die Tochter der Wanderhure) nicht mehr hauptsächlich um Marie geht, betrachte ich diesen Band als Abschluss der ursprünglichen Trilogie. 

    Meine Meinung:

    Schreibstil: Iny Lorentz legt auch in diesem Buch einen angenehmen Schreibstil vor und konnte mich voll und ganz von sich überzeugen. 
    Charaktere: Nun ja, was soll ich sagen. Marie gerät (mal wieder) in große Gefahr und versucht Alles, um sich daraus wieder zu befreien. Ihr Charakter hat sich weiterentwickelt und ist reifer geworden. Auch die anderen Charaktere konnten mich in ihrer Entwicklung und ihrer Handlungsweise für sich einnehmen. 
    Handlung: Hier liegt für mich der Knackpunkt, dass ich dieses Buch bei Weitem nicht so gut fand, wie die letzten beiden Bände: Es wird einfach unrealistisch, dass ein und dieselbe Person ständig und immer wieder in Gefahr gerät und spurlos verschwindet, dann aber genau zum richtigen Zeitpunkt wieder auftaucht und Alles gut werden lässt. Hier gilt nun wirklich die Devise: kennste eins, kennste alle. Daher habe ich mich entschieden den vierten Band nur als Hörbuch zu hören. 
     
    Fazit:
    Abschluss der eigentlichen Trilogie, der in meinen Augen nicht so ganz gelungen ist. 
     
    Viel Spaß beim Lesen!
     Bis bald!

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    Thommy28s avatar
    Thommy28vor 5 Jahren
    Das dritte Abenteuer der Wanderhure

    Zum Inhalt möge sich der Leser auf der Buchseite hier informieren. Ich werde nur meine persönliche Meinung kundtun.

    Das Buch ist in der gewohnten Schreibweise der Autorin/des Autorenpaares verfasst; d.h. recht gut zu lesen, aber in einer drastischen gewollt altertümlichen Ausdrucksweise geschrieben. Inhaltlich ist der Handlungsbogen diesmal sehr weit gefasst und geschickt in tatsächliche historische Gegebenheiten eingeflochten. Das hat mir gut gefallen. 

    Positiv ist auch zu vermerken, dass im Anhang die geschichtlichen und damaligen politischen Verhältnisse näher erläutert werden.

    Insgesamt ein gutes Buch, dass insbesondere als unverzichtbarer Teil der inzwischen 5- teiligen Wanderhuren-Reihe gefällt. Als "stand alone" eher weniger zu empfehlen.

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    Aljonas avatar
    Aljonavor 5 Jahren
    War unterhaltsam

    ich habe mich unterhalten gefühlt. Jedoch war es auch oft zu weit hergeholt und man hat gemerkt das die Autoren einfach versuchen alles mögliche aus dieser Geschichte noch ziehen zu können.
    Ich meine soviel wie Marie erlebt und immer wieder rauskommt ist wirklich nicht glaubhaft.
    Das hat mich oft geärgert, deshalb habe ich persönlich lange gebraucht um das Buch durchzulesen.
    An sich wäre das Buch ganz gut, aber als drittes Band nicht mehr.
    Kennt ihr das wenn man einen Film sieht und den gut und spannend findet. Die Geschichte endet aber und auf einmal kommt ein zweiter Teil raus und man fragt sich was wollen die denn noch zeigen. Und dann kommt noch einer und noch einer raus und es wird einfach immer absurder und schlechter, weil alles in sich abgeschlossene Geschichten sind,
    So ist das mit der Reihe der Wanderhure,

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    maxibienes avatar
    maxibienevor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Vermächtnis der Wanderhure" von Iny Lorentz

    Kaum dass Marie und ihr Michel zurück in der Heimat sind und sie sich ein wenig auf ihrer neuen Burg Kibitzstein eingelebt haben, plagt Marie das schlechte Gewissen, Michi, den Sohn ihrer besten Freundin Hiltrud nicht länger seinen Eltern zu entziehen. Zusammen mit ihren neuen Mägden und Michi reist Marie nach Rheinsobern um dort eine Weile bei ihrer Freundin Hiltrud zu bleiben. Unverhofft begegnet dort Hulda ihrer Todfeindin Marie und beschließt mithilfe einer ehemaligen Magd Maries einen perfiden Plan umzusetzen. Hulda, die genau wie Marie schwanger ist, befürchtet allerdings zu recht eine Tochter zu gebären und somit wieder ohne Erben da zu stehen und ihr Vermögen zu verlieren. Mitten in der Nacht lässt Hulda Marie entführen und in das Verlies der Ottenburg sperren. Spätestens nach der Geburt ihres Kindes wollte sie Marie los werden. Nachdem Hulda, wie befürchtet eine Tochter zur Welt bringt, tauscht sie nur wenige Wochen später das Kind mit Maries Kind, einem kleinen Jungen, aus. Völlig kaltherzig und gewissenlos überließ sie das Mädchen ihrem Schicksal. Um sich endgültig Marie und dem Kind zu entledigen, stellt sie einem bekannten Edelmann frei, mit ihnen machen zu dürfen was er wolle.

    Iny Lorentz hat die Geschichte um die einstige Wanderhure Marie weiter geführt. Marie, die inzwischen eine Dame von Stand ist und ihren Michel über alles liebt, befindet sich gerade in freudigen Umständen, als sie von ihrer Erzfeindin entführt wird. Die Entführung zieht sich von Speyer bis ins tiefe Russland. Trotz der Umstände, dass Marie alles genommen worden ist was sie besaß und nur das zerlumpte Hemd und die Tochter von Hulda ihr blieben, trifft Marie immer wieder auf Personen, die ihr wohl gesonnen sind. Nur so blieb sie vom Schlimmsten verschont, nämlich als Sklavin zu enden, von der körperlich alles abverlangt werden konnte.
    Der Leser wird in eine Zeit zurück versetzt, die von Intrigen, Kriegen und Machtkämpfen, aber auch von Tod, Verbrechen und immer wieder von Vergewaltigungen der Frauen beherrscht wird.
    Gerade in der oberen Adels- und Ritterschaft war es wichtig, den Ruf zu bewahren und dafür Sorge zu tragen, dass mindestens ein männlicher Erbe verfügbar sein musste.
    Die 3. Folge der Wanderhuren-Serie beginnt sehr verhalten und ziemlich langatmig, wird aber von mehreren Handlungssträngen begleitet, sodass die Spannung immer wieder mal ins Schwanken kommt. Sehr ausführlich schildert das Autorenpaar auch die Kriegs- und Machenschaften in Russland.
    Erstaunlicherweise schafft es Marie auch immer wieder durch ihr einnehmendes und freundliches Wesen Freunde zu finden, aber auch Feinde zu Freunden zu machen. Dass sie selbst in den tiefsten und verlassensten Gegenden von Russland eine Altbekannte aus ihrer Zeit, als sie sich als Marketenderin verdingte, wieder traf und durch sie, auf Umwegen, die endgültige Flucht zurück in ihrer Heimat gelang, ist zwar sehr unrealistisch aber dennoch nicht uninteressant geschildert.
    Alles in allem hat mich auch die 3.Folge gut unterhalten. Sie ist zwar bei Weitem nicht so stark, wie die beiden Vorgängerbücher, dafür hege ich die Hoffnung, dass mich die nächste Folge wieder stärker einnehmen wird.

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    kessis avatar
    kessivor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Vermächtnis der Wanderhure" von Iny Lorentz

    Mit Begeisterung habe ich die beiden ersten Teile gelesen. Und so wurde ich auch nicht von diesem Teil enttäuscht.
    Für Iny Lorenz Liebhaber einfach ein Muß.

    Mit einem schlechten Traum, den Marie in einer Nacht hat, beginnt das Buch. Auch wenn es nur ein Traum war, und Marie weiß das Falko von Hettenheim tot ist. So glaubt sie doch, dass dies ein schlechtes Omen ist.

    Es wird sich heraus stellen, das Maries Bedenken sich bewahrheiten sollen. Als Falkos Witwe Hulda nämlich erfährt, das Marie schwanger ist, schmiedet diese einen fatalen Plan. Dieser hat schlimme Folgen für Marie und ihr noch nicht geborenes Kind.

    Marie muß wieder viele Hürden nehmen und erlebt das ein oder andere Abenteuer. Und als sie es schafft wieder nach Hause zu kommen, muss sie trauriges feststellen, was ihren Michel angeht.
    Das Buch liest sich flüssig und behält seine Spannung.

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    lieblings avatar
    lieblingvor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Vermächtnis der Wanderhure" von Iny Lorentz

    Zum Inhalt: Für Marie und Michel könnte es nicht besser laufen. Marie ist zum zweiten Mal schwanger und die beiden leben glücklich mit ihrer Tochter Trudi auf Burg Kibitzstein. Doch stur wie Marie nunmal ist, lässt sie es sich nicht ausreden, noch in ihrem schwangeren Zustand ihre Freundin Hiltrud zu besuchen. Die Reise nach Rheinsobern ist aber lang dort erfährt zudem ihre größte Feindin Hulda von Maries Schwangerschaft und lässt diese verschleppen.

    Wieder einmal findet sich Marie in einer fast auswegslosen Situation wieder, denn sie wird ins ferne Russland verschleppt und Hulda schafft es, dass sogar Michel glaubt, seine Frau wäre tot. Kurzum wird er mit einer neuen Frau verheiratet und ist nicht mehr frei, als seine Frau doch wieder einmal den Weg nach Hause zurück findet.

    Meine Meinung: Es gab endlich mal wieder ein Wiedersehen mit Marie und Michel. Ich gebe zu, dass ich die Bücher von Iny Lorentz niemals nacheinander lesen könnte, denn natürlich sind sie stellenweise auch sehr kitschig. Wenn man dann so einen Schinken durch hat, braucht man erstmal Pause davon. Trotzdem freue ich mich auch immer wieder auf das nächste Buch. Wobei ich die Reihe der Wanderhure ja auch bald durch habe.

    Auch in "Das Vermächtnis der Wanderhure" kommt wieder viel Kitsch vor, es wird wieder viel übertrieben und natürlich hat Marie auch wieder einmal mehr Glück als Verstand. Sicherlich ist sie fortschrittlicher als die meisten Frauen ihrer Zeit. Sie glaubt nicht blind an alles, was ihr Religion und Klassengesellschaft vorgeben, hinterfragt auch gern mal Dinge und fügt sich vor allem nicht bedenkenlos in eine ihr zugeteilte Rolle. Dadurch wäre sie sicherlich in vielen Situationen weitergekommen, als die meisten anderen Frauen. Aber dass sie nur deshalb ständig genau die richtigen Personen auf ihrer Seite hat, halte ich doch für etwas übertrieben.

    Überhaupt muss ich sagen, dass mir im 3. Teil der "Wanderhuren"-Reihe doch so einiges sauer aufgestoßen ist, was ich bei den Vorgängern zumindest nicht so übertrieben wahrgenommen hatte. Vor allem scheint das Buch diesmal sehr zwischen zwei Extremen zu schwanken und dabei nur einen wackligen Spagat halten zu können. Auf der einen Seite ist die extreme Sexualität. Obwohl Maries Jahre als Wanderhure nun lange vorbei sind, handelt eigentlich alles nur von sexuellem Verlangen. Klar waren das damals andere Zeiten und Frauen hatten da sicher weniger Mitspracherecht, aber es vergehen wirklich kaum 10 Seiten, bis wieder die Rede von irgendeinem Schäferstündchen, einer Vergewaltigung oder "ehelichen Pflichten" ist. Dabei bringt das in diesem Buch wirklich die Geschichte nicht oder kaum weiter. Auf der anderen Seite sind die wirklich lang und ausgiebig beschriebenen politischen Situationen und Schlachtszenen. Kein Schwerthieb vergeht, ohne im Detail beschrieben zu werden. Insgesamt merkt man sehr gut, dass hier ein älteres Paar das Buch geschrieben hat, wobei beide ihr Augenmerk auf unterschiedliche Schwerpunkte gelegt haben. Doof nur, wenn man wie ich mit beidem in diesem Fall nicht mehr viel anfangen konnte. Deshalb habe ich diesmal wirklich sehr viele Stellen mehr überflogen als gelesen.

    Die Geschichte selbst ist dafür aber wieder mal sehr originell. Zunächst hatte ich ja befürchtet, dass sie dem Vorgänger zu sehr ähnelt und im Kern tut sie das ja auch. Wieder sind Marie und Michel getrennt, wieder muss Marie eine lange Reise auf sich nehmen und wieder gibt es jede Menge glückliche Zufälle. Aber dadurch, dass die Ausgangssituation diesmal eine andere ist und dass es Marie in eine ganz andere Ecke verschlägt, ist doch wieder alles anders. Sehr gut umgesetzt finde ich hier die generelle Stimmlage in Russland. Allein durch die Beschreibung der Menschen dort und deren Sprache gibt das dem Buch eine andere Atmosphäre. Damals waren die Unterschiede zwischen den Menschen in den verschiedenen Ländern und Regionen ja noch viel größer als heute und das wird hier sehr gut dargestellt. Und nicht nur darin zeigt sich wieder mal, dass die beiden Autoren sich wirklich sehr gut vorbereitet und umfangreiche Recherche betrieben haben. Wie schon seine Vorgänger orientiert sich die Handlich wieder stark an der politischen Situation, wie sie damals nunmal war.

    Ich muss also sagen, dass ich immer noch ein Fan von Iny Lorentz bin, allerdings weiß ich nicht, ob es eine so gute Idee war, die Geschichte der "Wanderhure" noch weiterzuführen, denn langsam scheinen Schlachten und Sex an vielen Stellen als Lückenfüller eingesetzt zu werden. Vielleicht hätten die beiden besser gleich an einem neuen Wert arbeiten sollen.

    Diese und weitere Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog: http://rabbitholereading.blogspot.com

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