Die Kastratin

von Iny Lorentz 
3,8 Sterne bei264 Bewertungen
Die Kastratin
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S

Vor längerer Zeit schon gelesen. Phantastisch. Ein ganz besondere Protagonistin. Man muss sie einfach lieben.

Sandra1970s avatar

Sehr gut geschrieben und recherchiert, eben ein Lorentz

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Inhaltsangabe zu "Die Kastratin"

Die junge Giulia, Tochter des Kapellmeisters Fassi aus Salerno, hat nur einen brennenden Wunsch: Sie möchte im Chor ihres Vaters singen, denn sie hat eine wunderschöne Stimme. Doch im Italien der Renaissance ist den Frauen das Singen in der Kirche verwehrt. Ein Zufall gibt Giulia die Chance, ihren größten Traum zu verwirklichen, doch sie zahlt einen hohen Preis dafür, denn fortan muss sie als Kastrat verkleidet durch die Lande ziehen...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426414880
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:431 Seiten
Verlag:Knaur eBook
Erscheinungsdatum:03.02.2012
Das aktuelle Hörbuch ist bei erschienen.

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    KiraNears avatar
    KiraNearvor 2 Monaten
    [Rezension #79] Die Kastratin

    Name: Die Kastratin
    Autor: Iny Lorentz
    Genre: Frauen, Musik, Historisches
    Preis: € 10,99
    Seiten: 543 Seiten
    Sprache: Deutsch
    Erscheinungsjahr: 2003
    ISBN: 978-3-89897-919-1
    Verlag: Droemersche Verlagsanstalt


    Rückentext:
    Im Italien der Renaissance ist es Frauen nicht gestattet, während der Messe die Stimme zu erheben. Für Giulia, Tochter eines Kapellmeisters, ist diese eine Qual, denn nichts wünscht sie sich so sehr, wie im Chor ihres Vaters zu singen. Als vor einer wichtigen Aufführung der Solist ausfällt, springt die verkleidete Giulia ein: der Erfolg ist überwältigend. Doch von diesem Moment an befindet sie sich auf der Flucht ...


    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
    Es ist nun wieder ein kleines Weilchen her, seit ich das Buch gelesen habe und nun wird es Zeit, dass ich meine Meinung dazu da lasse. An sich finde ich die Idee gut, ich finde es nur schade, dass es Giulia nicht gestattet ist, in dieser Zeit Kirchenlieder zu singen, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann, da ist doch nichts dabei. Auch finde ich es schade, dass es nicht ausreichend im Buch erklärt wird, warum es für Frauen verboten sein soll bzw war. Zwar wird hier und da mal gesagt, dass eine Frau das nicht machen darf, weil sie sonst in die Hölle kommt und dass es ein schweres Vergehen ist; dass es allgemein nicht gerne gesehen ist, aber für mich reicht diese Erklärung einfach nicht. Natürlich könnte ich das auch einfach googeln, aber ich hätte es besser gefunden, hätte die Protagonistin das mal so richtig hinterfragt oder jemand hätte ihr das mal ausführlich erklärt, damit es auch der Leser mitbekommt. Für mich gehören solche Erklärungen einfach mit rein, damit man genau weiß, was los ist und damit man mit dem Mädchen mehr mitfiebern kann.

    Aber auch ohne die genauen Hintergründe zu kennen, weiß man: Ok, sie als Frau dürfte da eigentlich gar nicht singen. Dadurch, dass sie bei ihrem ersten Auftritt als Kastrat so erfolgreich war, musste sie sich zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden treuen Dienern aus der Stadt schleichen und woanders hingehen. Kaum haben sie in einer Stadt Unterschlupf gefunden, landet Giulio, wie Giulia sich zu ihrer Verteidigung und in ihrer Verkleidung nennt, recht schnell in den besseren Gesellschaften, die allen der wundervollen Musik des Kastraten lauschen wollen. Dabei hat sie auch öfters mal Schwierigkeiten, kommt dadurch an verschiedene Orte in verschiedenen Ländern. Doch das größte Hindernis ist ihr eigener Körper, denn sie wird natürlich immer älter und auch immer weiblicher. Zwar kann sie ihren Körper verstecken, aber ist nicht von der Periode befreit, die sie immer wieder vor neue Probleme stellt. Nur dank ihrer Dienerin und ihrem Status kann sie sich immer wieder davor retten, als Frau enttarnt zu werden.

    Hier finde ich es toll, wie selbstlos die zwei Diener hinter dem Mädchen stehen und sie unterstützen, nicht nur, damit sie nicht enttarnt werden, sondern auch emotional, besonders die Frau. Denn von ihrem Vater braucht sie das leider nicht zu erwarten. Er selbst ist ein mittelmäßiger Musiker, der nur mittelmäßige Lieder schreibt, obwohl er sich selbst für den Größten hält. Als dann seine Tochter als Kastrat sehr erfolgreich ist, lässt er es sich gut gehen und lebt von dem Geld, dass seine Tochter bei den Auftritten verdient. Dazu verprasst er sein Geld für Alkohol und Huren, vernächlässigt aber auch das Training mit seiner Tochter, was nicht gerade hilfreich ist. Denn so ist sie lange nicht dazu in der Lage, selbst Lieder zu schreiben, um ihr kleines Lager an Liedern, die sie singen kann, zu erweitern. Denn die Leute wollen auch mal was anderes hören, als das, was sie sonst immer zu hören bekommen, wenn der junge und begabte Kastrat singt. Natürlich muss Giulio immer mal wieder mit Leuten kämpfen, die um seinen Erfolg neidisch sind - zum Glück gewinnt sie dann doch hier und da ein paar Menschen, die auf ihrer Seite stehen und sie unterstützen. Als sich dann auch noch jemand in sie verliebt, fand ich es total knuffig. Denn der arme Kerl dachte, er hätte sich in einen Kastraten verliebt und rang lange mit seinen Gefühlen, bis er sich irgendwann dachte: Naja, dann ist es halt eben so. Gegen meine Gefühle kann ich mich noch so wehren, dann liebe ich eben Giulio. Zwar ist es doch streng genommen ne Hetero-Geschichte, trotzdem finde ich den Werdegang ziemlich gut. Was mir auch gefällt, ist der Werdegang von Giulio selbst bzw von Giulia. Früher hatte sie vor ihrem Vater gekuscht, aber sie erkennt schnell, dass sie sich von ihm abnabeln muss, aus mehreren Gründen und schafft es dann schließlich, was ich richtig gut finde. Sie braucht keinen Parasiten, der ewig nichts tut und sich auf ihre Kosten besauft.


    Leseprobe:
    Ihre Wangen brannten von den Ohrfeigen ihrer Mutter, und in ihren Augen standen Tränen. Dennoch warf Giulia den Kopf in den Nacken und schob trotzig ihr Kinn vor. Nie, niemals würde sie verstehen, warum es Sünde sein sollte, die Lieder zu singen, die der Knabenchor oben in der Abtei fleißig einübte.
    Meist war sie vorsichtig und sang nur, wenn sie sich allein wähnte oder ihr Vater es ausdrücklich erlaubte. An diesem Morgen jedoch waren ihr ein paar Takte jener wunderbaren Melodie über die Lippen gekommen, die sie beim letzten ihre heimlichen Ausflüge erlauscht hatte und die seitdem wie ein Echo in ihrem Kopf widerhallte. Sie hatte geglaubt, niemand würde sie hören, da ihre Mutter schon seit Tagen krank im Bett lag. Zu ihrem Pech war die Mutter gerade hinter ihr aus der Tür getreten und hatte alles mit angehört.
    Zur Strafe musste Giulia anstelle der Magd die Wäsche auf dem Bleichanger tragen und dort ausbreiten. Der schwere Korb zerrte so an ihren Armen, dass sie ihn am liebsten fallen gelassen hätte. Doch sie dachte an das Strafgericht, das ihre Mutter auf sie niederprasseln lassen würde, und schleppte die Last, die für ein Mädchen von elf Jahren viel zu schwer war, weiter die schmale Treppengasse hinab, vorbei an den kleinen, aus Bruchsteinen errichteten Häusern, aus denen es sauer roch.
    Sie sehnte Assumpta herbei, die die Wäsche gern selbst zum Bleichanger getragen hätte. Mehr als einmal hatte die alte Magd ihrer Mutter Vorbehaltungen gemacht, weil diese ihrem Kind viel zu schwere Lasten aufbürdete. Die Mutter war jedoch der Meinung, sie könne ihrer Tochter nur mit harter Arbeit das Singen abgewöhnen und sie auf den Pfad der Tugend zurückführen. Giulia verstand ihre Mutter nicht, denn sie fühlte sich so unschuldig wie ein Engel im Himmel. Was konnte sie dafür, dass die Lieder, die die Chorknaben so mühsam einstudierten, in ihrem Gedächtnis haften blieben, selbst wenn sie sie nur ein einziges Mal gehört hatte.


    Fazit:
    Nun, das Buch ist nicht perfekt und hat mich jetzt auch nicht so stark vom Hocker gerissen wie die Wanderhure, es hat mir trotzdem gefallen. Beim Lesen hatte ich viel Spaß und ich hatte die ganze Zeit gehofft, dass Giulias Geheimnis nicht aufliegen würde. Lange hatte ich gehofft, dass sie sich von ihrem Vater lösen kann, denn was er alles mit ihr getan hat oder tun wollte, war nun wirklich nicht so gut. Später habe ich mich gefragt, wie es zwischen ihr und ihrem heimlichen Verehrer ausgehen wird, natürlich hatte ich auf das Beste für die beiden gehofft. Das ganze Getue zwischen den ganzen Adeligen und der Kirche und ihren diversen Anhängern hat mich dagegen eher weniger interessiert. Ich habs zwar gelesen, aber dem nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Außerdem wäre die Erklärung, warum das Singen von solchen Liedern für Frauen Sünde ist, wie gesagt gerne etwas ausführlicher gehört, denn so schwebte das einfach in der Luft. Ist halt so. Aber warum, hab ich die ganze Zeit nicht herausfinden können. Nun ja, ich bin kein religöser Mensch und kann es an sich nicht verstehen, wenn irgendwas mit der Religion und "Ist halt so" abgestempelt wird. Ansonsten hat mir das Buch wirklich gut gefallen und nicht nur einmal wünschte ich mir, ich könnte Giulias Gesang auch hören. Insgesamt vergebe ich dem Buch 4 Rubine :-)

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    Minjes avatar
    Minjevor 3 Jahren
    Die katholische Kirche zur Zeit der Renaissance

    "Die Kastratin" von Iny Lorentz erschien 2003 bei DroemerKnaur, 2008 bei Weltbild.

    Inhalt
    Die Handlung spielt zur Zeit der Renaissance vorwiegend in Italien.  Das junge Mädchen Giulia hat eine hervorragende Stimme. So rettet sie eine wichtige Aufführung der Chorknaben von Saletto, indem sie als Chorknabe verkleidet den Solopart einer Palestrina Messe singt. Es folgen harte Jahre, in denen sie sich selbst verleugnen muss und sich hocharbeitet. Sie singt unerkannt vor dem Papst und vor Adligen. Wird sie eines Tages auf dem Scheiterhaufen brennen?

    Meinung
    Mir fehlen in diesem Buch ganz klar die Fußnoten! Gerade da es ein historischer Roman ist, möchte ich Fußnoten haben. Ich lese den ja nicht, weil meine Kenntnisse der Geschicht schon so gut sind, sondern, weil ich mehr über Geschichte erfahren möchte.  Für mich bedeutet das, das ich sämtliche Namen googel, um zu wissen, ob es sich um eine historische Persönlichkeit handelt oder nicht. Ganz schön anstrengend!
    Das Buch gibt einem Einblicke in das Denken der katholischen Kirche zur Zeit der Renaissance, in Bezug auf Frauen. Das ist sehr interessant zu lesen. Erschreckend: das Thema der heiligen Inquisition!
    Weiterhin gibt einem das Buch Einblicke, inwiefern Geld einen Menschen verändern kann. Es ist interessant, den Unterschied zwischen Vater und Tochter zu beobachten. Dieser Unterschied wurde sehr gut herausgearbeitet.
    Auch wurde aufgezeigt, was Beharrlichkeit vermag. Es ist schön, zu sehen, wie Guilia sich immer weiterentwickelt, trotz der besonderen Umstände.
    Ende: Gelungen! Mehr verrate ich nicht!

    Fazit
    Mir gefällt das Buch! Es gab interessante historische Einblicke.

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    Di_ddys avatar
    Di_ddyvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Iny Lorentz hat es mal wieder geschafft mich zu fesseln...
    Beeindruckendes Werk...

    Auch dieses Buch von Iny Lorentz ist ausgezeichnet. Es ist spannend, packend und zeigt was Geld aus manchen Menschen machen kann. Obwohl die Protagonistin mit ihrem herrschsüchtigen und rafgierigen Vater kein gutes Los hat, wendet sich alles zum Guten und sie schafft es sich aus ihrem Leben voller Lügen und Gefahren zu retten.

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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 5 Jahren
    Italien sucht den Superstar

    Die untergeordnete Rolle der Frau in der Vergangenheit scheint Iny Lorentz immer wieder zu inspirieren: die Päpstin, die Kastellanin, die Rebellin und hier bei der Kastratin läßt sie Frauen in eine Männerrolle schlüpfen, deren Zugang Frauen offiziell bei Strafe verboten war.

    Giulia Fassi hat eine engelsgleiche Sopranstimme - doch sie muss ihr Talent dafür verbergen,  und wird als Kastrat gefeiert.   
    Sie lebt ständig in der Angst, als Frau erkannt und darauf als Hexe verbrannt zu werden. Umso schwieriger wird es natürlich, als sie sich verliebt...


    „Die Kastratin" ist ein bildhaft und mitreißend geschriebenes Buch, das den Leser in die Vergangenheit katapultiert. Dabei werden die Hintergründe des Zeitalters der Renaissance jedoch vernachlässigt. Gern hätte ich mehr über die zeitgenössischen Ereignisse gelesen.
    Allerdings ist die Geschichte der Protagonistin sehr unterhaltsam und lässt den Leser mit ihr hoffen und leiden.

    Eine interessante Persönlichkeit wird hier vorgestellt, die Werdegänge könnten nicht spektakulärer sein.


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    Penelope1s avatar
    Penelope1vor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Kastratin" von Iny Lorentz

    Italien zur Zeit der Renaissance: Giulia singt für ihr Leben gerne, doch leider ist es im Italien der Renaissance Mädchen untersagt, kirchliche Lieder in der Öffentlichkeit zu singen. Als jedoch der Solosänger des Knabenchors ausfällt, bekommt sie ihre große Chance: als Chorknabe verkleidet singt sie den Solopart und überzeugt die Zuhörer mit ihrer engelsgleichen Stimme. Ihr Vater erkennt in dem Talent seiner Tochter eine große Verdienstmöglichkeit und als Kastrat Guilio getarnt reist sie fortan durch ganz Italien, feiert einen Erfolg nach dem anderen. Dennoch fällt nicht leicht, den Schwindel aufrecht zu erhalten, denn sosehr sie als Sänger die Menschen bezaubert, steht der Ruf eines Kastraten nicht überall in hoher Gunst und die Angst vor Entdeckung ist ihr ständiger Begleiter.
    Der Preis, den Guilia für ihren Gesang zahlt, ist hoch: kommt ihre Täuschung zutage, droht ihr als Ketzerin die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Außerdem bedauert sie immer mehr, dass sie ihre Gefühle als Frau unterdrücken muss, umso mehr, als sie spürt, dass sie für ihren musikalischen Begleiter Vinzenzo tiefe Gefühle empfindet…
    **
    Dieser historische Roman gibt einen Einblick in das Leben eines Kastraten. Auch wenn es sich bei Guilia um ein als Kastrat verkleidetes Mädchen handelt, erfährt man doch einiges über das Schicksal und das Ansehen eines Mannes, der in jungen Jahren seiner Männlichkeit beraubt wurde, nur um seine hohe Stimme für den unvergleichlichen Gesang zu sichern, zu dem eigentlich nur eine Frau fähig ist. Die Kastraten wurden bedauert, verabscheut, bewundert…
    Ich begleitete Julia, ihren egoistischen Vater und ihr treues Diener-Ehepaar auf der Reise durch Europa- Italien, Wien und München. Das Autorenpaar schildert das Leben der als Mann verkleideten Guilia bildhaft, durch die recht detaillierte Schilderung z.B. von Kleidung und Lebensstil erhalten wir einen kleinen Einblick in das Europa des Mittelalters. Die Kunst der Musik und die Kirche haben einen großen Stellenwert, Protestanten und Katholiken waren sich mehr als uneins und vermeintliche Ketzer landeten nicht selten auf dem Scheiterhaufen.
    Ich fühlte mich gut unterhalten und war gespannt darauf, wie es Guilia weiter ergeht und wie lange sie ihre Tarnung aufrecht erhalten kann und will. Auch wenn das Thema „Mädchen in Jungenverkleidung“ nicht neu ist, fand ich es interessant, dies hier in ein für mich neues Thema eingebunden zu finden und einiges Wissenswerte über die Kastraten im Mittelalter kennenzulernen, über die es ansonsten nicht viel zu lesen und erfahren gibt. Lesenswert für alle Liebhaber von unterhaltsamen, historischen Romanen!

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    Lerchies avatar
    Lerchievor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Kastratin" von Iny Lorentz

    Giulia Fassi war ein fröhliches Mädchen, das leider nur zu gerne Lieder sang, die Frauen im Italien der damaligen Zeit nicht singen durften. Ihr Vater war der Kapellmeister und trainierte die Chorknaben der Kirche des hl. Ippolito. Im Moment übte er eine neue Messe ein, und Giulia konnte es sich nicht verkneifen an der Klostermauer heimlich zuzuhören. Sie konnte die Messe inzwischen fast auswendig singen, doch das durfte niemand wissen. Nur Jungen durften diese Lieder singen.
    Ludovico Moloni, der den Solopart singen sollte, kam jedoch unerwartet in den Stimmbruch, so dass der Kapellmeister und der Chorleiter des Klosters händeringend nach einem Ersatz suchten. Doch keiner der Chorknaben würde diesen Part in so kurzer Zeit lernen können. Da hörten sie Giulia heimlich singen. Und sie beschlossen, sie als Jungen auszugeben und den Part während dem Fest des hl. Ippolito singen zu lassen. Danach war für Giulia nichts mehr so wie früher. Ihre Mutter starb, und ihr Vater legte sich einen neuen Namen zu und auch Giulia hieß nun Giulio Casamonte. Ihr Vater lehrte sie alles, was er fähig war, ihr beizubringen. Und dann kam der Tag, an dem siezusammen mit ihrem Vater, der Dienerin Assumpta und deren Mann Beppo, nach Mantua zog. Vor vielen edlen Herren trat sie als der Kastratensänger Giulio Casamonte auf. Sie verdiente das Geld das ihr Vater für Wein und Huren wieder zum Fenster hinauswarf. Als der Markt in Mantua erschöpft war, zogen sie weiter und landeten letzten Endes in Rom. Dort durfte sie die Messe beim Hl. Vater singen, der sie dann nach Deutschland schickte. Zu all diesen Zeiten hatte Giulia immer Angst, dass ihre Verkleidung entdeckt werden könnte. Am schlimmsten war es, als sie sich in Vincenzo de la Torre verliebte….
    Im Gegensatz zu den Wanderhure-Büchern fehlt diesem Buch am Anfang die richtige Spannung. Denn wirklich spannend wurde es erst, als Giulia sich in Vincenzo verliebte. Vorher hatte kaum eine Gefahr bestanden. Es ist das bisher schlechteste Buch, das ich von Iny Lorentz gelesen habe. Allerdings habe ich bisher auch nur drei Wanderhure-Bücher gelesen und die waren voll spannend. Dieses Buch hier hat einige Längen. Es zieht sich. Und genau aus diesem Grund bekommt es von mir nur drei Sterne.

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    vormivor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Kastratin" von Iny Lorentz

    Wieder ein gutes Buch von dem Autorenehepaar.
    Gewohnt spannend, flüssig geschrieben und es lässt sich wie immer toll lesen.
    Aber es gibt auch sehr viel bessere, mitreissendere Bücher von Iny Lorentz.
    Mich hat hauptsächlich die Vorhersehbarkeit der Story gestört.
    Es hat auch ein paar Längen, als Fazit gilt wohl- Handwerklich gut, aber noch ausbaufähig.

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    renatchens avatar
    renatchenvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Kastratin" von Iny Lorentz

    Das Buch ist nicht unbedingt erste Wahl für die Autorin. Da gibt es wirklich besser Bücher von ihr. Dennoch ist es lesenswert, wenn man historische Romane liebt. Manchmal hat es seine Längen, aber man kann sich sehr gut in die Gefühlswelt der Prodagonistin hineinvesetzten. Außerdem erfährt man auch hier sehr viel über die Gepflogenheiten der damaligen Zeit.

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Kastratin" von Iny Lorentz

    Gulia, begabte und leidenschaftliche Sängerin, muss im Italien des Mittelalters miterleben, dass das Singen kirchlicher Lieder den Mädchen unter Strafe verboten ist. Doch als der regierende Fürst die Aufführung einer Messe vor kirchlichen Würdenträgern befiehlt, fällt der Solosänger wegen Stimmbruchs aus. Gulia wird als Junge verkleidet und übernimmt den Solopart.
    Aus Sicherheitsgründen flieht sie danach mit ihrem Vater aus dem Heimatort. Das bringt ihren Vater auf die Idee, Gulia als Kastrat auszugeben. Fortan zieht der Kastrat Gulio als Sänger durch die Lande. Der Erfolg kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie als „Halbmann“ verspottet oder bemitleidet wird. Bei Entdeckung des Betrugs droht ihr in Italien der Scheiterhaufen. Iny Lorentz ist es sehr gut gelungen, die Lebensverhältnisse des Mittelalters darzustellen. Die Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken bis in die Familien hinein, der Krieg mit den Türken, die starren moralischen Regeln und die Inquisition in Italien bilden die Rahmenhandlung. Das Buch ist spannend geschrieben, die Charaktere gut strukturiert, die Handlung ist stimmig. Nur der Schluss erscheint mir etwas aufgesetzt und etwas plötzlich. Doch das Urteil sollte sich jeder selbst bilden!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Kastratin" von Iny Lorentz

    Nicht das beste Buch von Iny Lorentz, aber auch nicht das schlechteste.

    Ich fand die Story sehr faszinierend, obwohl ich denke, dass man etwas mehr daraus hätte machen können. Ein bisschen hat es mich an "Die Päpstin" erinnert. Aber - wie hier schon mal erwähnt - ohne historischen Hintergrund.

    Die einzigen "historische" Personen, die erwähnt wurden, waren Papst Pius sowie Galileo Galilei.

    Das Ende war für mich sehr seicht, da hat es sich Iny Lorentz doch etwas zu leicht gemacht.

    Trotzdem ein leicht zu lesendes Buch.

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