Ioanna Karystiani

 3.9 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Schattenhochzeit, Die Frauen von Andros und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ioanna Karystiani

Ioanna KarystianiSchattenhochzeit
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Schattenhochzeit
Schattenhochzeit
 (4)
Erschienen am 22.04.2010
Ioanna KarystianiDie Frauen von Andros
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Die Frauen von Andros
Die Frauen von Andros
 (3)
Erschienen am 22.06.2005
Ioanna KarystianiDie Augen des Meeres
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Die Augen des Meeres
Die Augen des Meeres
 (1)
Erschienen am 20.06.2011
Ioanna KarystianiThe Jasmine Isle
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The Jasmine Isle
The Jasmine Isle
 (0)
Erschienen am 01.04.2006
Ioanna KarystianiPequena Inglaterra
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Pequena Inglaterra
Pequena Inglaterra
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Erschienen am 01.12.2002
Ioanna KarystianiSwell
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Swell
Swell
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Erschienen am 26.01.2010
Ioanna KarystianiBack to Delphi
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Back to Delphi
Back to Delphi
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Erschienen am 14.03.2013

Neue Rezensionen zu Ioanna Karystiani

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Siko71s avatar

Rezension zu "Schattenhochzeit" von Ioanna Karystiani

Die Blutrache in der Sfakia
Siko71vor einem Monat

Klappentext:
Eigentlich hat Kyriakos Roussias,erfolgreicher Wissenschaftler inden USA, die Welt seiner Kindheit schon lange hinter sich gelassen. Doch als er nach Jahrzehnten der Abwesenheit seine Heimatinsel Kreta wider besucht, wird er mit dem archaischen Ritual der Blutrache, der eigenen Familiengeschichte - und dem Mörder seines Vaters konfrontiert.

Wer wie ich die Insel und die Menschen dort kennen und lieben gelernt hat, für den ist dieses Buch ein Muss. Man bekommt tiefe Einblicke in in das Leben der Bewohner in der Sfakia. Heute ist es nicht mehr so wie es mal war. Aber es gibt schon das eine oder andere zerschossene Straßenschild.
Mir hat dieser Ausflug in die Sfakia gefallen, der Schreibstil war etwas gewöhnungsbedürfrig, aber die Geschichte ergreifend.

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NinaRichters avatar

Rezension zu "Schattenhochzeit" von Ioanna Karystiani

Ein etwas zäher Roman über die Blutrache auf Kreta
NinaRichtervor 3 Jahren

Ein Roman über die Blutrache auf Kreta, die auch heute noch, im Griechenland des 21. Jahrhunderts, Opfer fordert und immer mal wieder die nationalen Medien beherrscht.
Inhalt: Der auf Kreta aufgewachsene Kyriakos wird von seinem Vater in die USA geschickt, um ihn vor der Blutrache zu schützen, in die seine Familie verwickelt ist. Dort macht er eine erfolgreiche Karriere als Naturwissenschaftler. Erst als 43-Jähriger besucht er seine Heimat wieder, um sich seiner Vergangenheit zu stellen
Die Vendetta-Problematik auf Kreta hat mich schon immer fasziniert und so habe ich das Buch, das sehr gute Pressestimmen bekommen hatte, schon vor einigen Jahren versucht, zu lesen, es aber dann enttäuscht liegen gelassen. Vor Kurzem machte ich einen zweiten Versuch (mit dem griechischen Originaltext, deshalb kann ich zur Übersetzung nichts sagen). Besser geworden ist es dadurch nicht.
Die Autorin hat eine sehr intensive Recherche betrieben, die in dem Buch auch durchscheint. Die Hauptfigur ist authentisch gezeichnet und die Tragweite der Vendetta-Problematik, die Mitglieder einer von archaischen Regeln geprägten Gesellschaft bis in die Gegenwart beeinflusst, auch wenn sie schon lange nicht mehr dazugehören wollen, ist aus der Perspektive des introvertierten Protagonisten Kyriakos zwar realistisch, allerdings sehr einseitig dargestellt. Wenn man nicht unbedingt ein Fan von seitenlangen inneren Auseinandersetzungen, langen Rückblenden, ausführlichsten Beschreibungen und versteckter Symbolik ist, quält man sich schon sehr durch die Seiten. Dieses wirklich faszinierende Thema hat sehr viel mehr Facetten, als der Roman wiedergibt. Durch den schweren, teilweise zähen Erzählstil, bleibt der Leser auf Abstand zu den handelnden Personen – sie erwachen nicht wirklich zum Leben. Wenn mich das Thema nicht so brennend interessiert hätte, hätte ich das Buch auch das zweite Mal nicht zu Ende gelesen.

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W

Rezension zu "Schattenhochzeit" von Ioanna Karystiani

Rezension zu "Schattenhochzeit" von Ioanna Karystiani
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Dieses Buch erzählt von einem fremden Land mitten in Europa, das, obwohl an der Küste touristisch seit Jahrzehnten erschlossen, in seinem Innern eine zutiefst archaische Gesellschaft am Leben erhält.
Dieses Buch beschreibt die Geschichte des angesehenen Genforschers und Biophysikers Kyriakos Roussias. Er liebt seine Insel Kreta und hält auch in seiner neuen Heimat USA außerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit fast nur Kontakt zu Landsleuten. Er kann seiner Heimat und deren Traditionen nicht entkommen, so sehr er diese Tatsache auch verdrängen möchte.

Mit 15 Jahren von seinem Vater in die USA geschickt, lässt ihn diese abrupte Entwurzelung nie wirklich los, sie gärt in ihm. Selbst seine wissenschaftliche Arbeit, in die er sich Tag und Nacht flüchtet, bietet ihm davor keinen Schutz.
Sie bringt ihm großen Ruhm – seine erfolgreichen Forschungen u.a. zum Aids-Virus künden bis in die hinterste Ecke seiner Heimatinsel. Doch in all diesen Jahren – fast 30 sind es am Ende – hat er es nie geschafft, in seine Heimat zurückzukehren. Seine Vorträge führen ihn in alle Erdteile, Kreta lässt er bewusst aus. Er telefoniert ab und zu mit seiner Mutter, holt sie dann auch etwa alle 5 Jahre für mehrer Monate zu sich in die USA, aber über der Vergangenheit liegt ein dunkler , bleierner Schleier des Schweigens.

Als er sich kurz vor der Jahrtausendwende plötzlich ( für den Leser nicht wirklich nachvollziehbar) entschließt, eine Vortragsreise nach Japan abzusagen und auf dem Flughafen nach Kreta umbucht, wird dem Leser mit jeder weiteren Seite deutlich, warum er vor seiner Vergangenheit geflüchtet ist und die Auseinandersetzung mit ihr gescheut hat.

Die Geschichte seiner Familie ist die Geschichte einer generationenlangen Kette von Morden aus Blutrache. Insgesamt 7 Menschen sind in den vergangenen 50 Jahren in dieser Familie ums Leben gekommen – und jedes Mal war der Täter ein Familieangehöriger!

Ioanna Karystiani gelingt es überzeugend, diese archaische Kultur zu beschreiben. Sie erzählt von kargen Landschaften, von Hirten und ihrem armseligen Leben. Die Menschen sprechen nur wenig miteinander, wichtig ist, was nicht gesagt wird. Die Männer tragen schwarze Hemden, sind bis an die Zähne bewaffnet und leben nach ganz eigenen Regeln und Gesetzen. Von rachelüsternen rauen angestachelt, folgen sie einer eigenen blutigen und tödlichen Logik von Ehre und Rache.

Wenn Ioanna Karystiani Menschen und Landschaften beschreibt, dann hat man das Gefühl, dort zu sein, die sprachlose, drückende Hitze zu spüren.

Kyriakos Roussias sieht sich bald nach seiner Ankunft der unausgesprochenen Erwartung – auch seiner eigenen Mutter ! – ausgesetzt, den letzten Mord an seinem Vater zu rächen. Der war von einem Cousin mit gleichem Namen vor über zwei jahrzehnten getötet worden, nachdem er kurz vorher selbst dessen Zwillingsbruder – einen begnadeten Sänger – abgeschlachtet hatte. Das berühmteste Lied dieses Siris heißt bezeichnenderweise „Der Jüngling und der Tod“.

Fast 300 Seiten lang beschreibt die Autorin in wirklich eindrucksvoller Weise, wie ihre Hauptfigur mit dem Druck umgeht, den die Tradition ihm auferlegt hat. Ihr ist abzuspüren, wie sie zusammen mit ihrer Hauptfigur darum kämpft, ob es nicht doch einen zivilisierten Ausweg aus dem archaischen Dilemma gibt, einen Ausweg, der ihre eigenen Wurzeln und ihre Kultur in ihren Festen erhält und sie dennoch modernen Werten öffnet.

Der Leser wird hineingezogen in diese innere Auseinandersetzung und bleibt zurück mit dem Gefühl, ein wundervolles Buch über ein wunderbares Land gelesen zu haben, das dennoch niemand wirklich verstehen kann und das mit seiner Hinwendung zu modernen Werten seine wahre – eben archaische- Identität verliert.

Michaela Prinzinger hat für ihre Übersetzung von „Schattenhochzeit“ aus dem Griechischen 2003 den Deutsch-Griechischen Übersetzerpreis erhalten. Sie hat ihn verdient.

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