Ioanna Karystiani Schattenhochzeit

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Inhaltsangabe zu „Schattenhochzeit“ von Ioanna Karystiani

Kyriakos Roussias, angesehener Genforscher in den USA, kehrt nach fast dreißig Jahren erstmals nach Kreta, an den Ort seiner Kindheit, zurück und steht damit unwissentlich in einer in der Familie langwährenden Tradition der Blutrache: Die Reihe ist an ihm, den Tod seines Vaters zu rächen. Von Amerika in die dörfliche kleine Gemeinschaft versetzt, sieht sich der Wissenschaftler plötzlich mit diesem archaischen Ritual konfrontiert. Kann er sich diesem entziehen? Mit jedem Tag seines Aufenthalts wird ihm das ungeschriebenen Gesetz der Vendetta vertrauter, und als es zur Begegnung mit dem Mörder seines Vater kommt, muß er handeln.§Kreta - das ist die Heimat Alexis Sorbas', die Insel der Männer in ihren schwarzen Hemden und den weißen Stiefeln, deren Großväter Helden im Unabhängigkeitskampf gewesen sind und deren Väter im Zweiten Weltkrieg ihr Leben in der Schlacht auf Kreta ließen. §Kreta ist aber auch die Insel der Frauen, die Rache schüren, wie einst Elektra, mit Worten oder mit Schweigen, und sie müssen für sich die Frage entscheiden, ob sie Ehefrauen bzw. Mütter eines Mörders oder eines Opfers sein wollen - meist sind sie beides.§Ein angesehener Wissenschaftler kehrt aus den USA nach Kreta an den Ort seiner Kindheit zurück und wird erstmals mit dem Drama seiner Familie konfrontiert: einer seit Generationen währenden Tradition der Blutrache. Auch sein Vater war Mörder - und Opfer. Wird er dem Zwang von Mord und Vergeltung entkommen? (Quelle:'Fester Einband/23.07.2003')

Ein etwas zäher Roman über die Blutrache auf Kreta

— NinaRichter
NinaRichter

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  • Ein etwas zäher Roman über die Blutrache auf Kreta

    Schattenhochzeit
    NinaRichter

    NinaRichter

    09. February 2016 um 21:14

    Ein Roman über die Blutrache auf Kreta, die auch heute noch, im Griechenland des 21. Jahrhunderts, Opfer fordert und immer mal wieder die nationalen Medien beherrscht. Inhalt: Der auf Kreta aufgewachsene Kyriakos wird von seinem Vater in die USA geschickt, um ihn vor der Blutrache zu schützen, in die seine Familie verwickelt ist. Dort macht er eine erfolgreiche Karriere als Naturwissenschaftler. Erst als 43-Jähriger besucht er seine Heimat wieder, um sich seiner Vergangenheit zu stellen Die Vendetta-Problematik auf Kreta hat mich schon immer fasziniert und so habe ich das Buch, das sehr gute Pressestimmen bekommen hatte, schon vor einigen Jahren versucht, zu lesen, es aber dann enttäuscht liegen gelassen. Vor Kurzem machte ich einen zweiten Versuch (mit dem griechischen Originaltext, deshalb kann ich zur Übersetzung nichts sagen). Besser geworden ist es dadurch nicht. Die Autorin hat eine sehr intensive Recherche betrieben, die in dem Buch auch durchscheint. Die Hauptfigur ist authentisch gezeichnet und die Tragweite der Vendetta-Problematik, die Mitglieder einer von archaischen Regeln geprägten Gesellschaft bis in die Gegenwart beeinflusst, auch wenn sie schon lange nicht mehr dazugehören wollen, ist aus der Perspektive des introvertierten Protagonisten Kyriakos zwar realistisch, allerdings sehr einseitig dargestellt. Wenn man nicht unbedingt ein Fan von seitenlangen inneren Auseinandersetzungen, langen Rückblenden, ausführlichsten Beschreibungen und versteckter Symbolik ist, quält man sich schon sehr durch die Seiten. Dieses wirklich faszinierende Thema hat sehr viel mehr Facetten, als der Roman wiedergibt. Durch den schweren, teilweise zähen Erzählstil, bleibt der Leser auf Abstand zu den handelnden Personen – sie erwachen nicht wirklich zum Leben. Wenn mich das Thema nicht so brennend interessiert hätte, hätte ich das Buch auch das zweite Mal nicht zu Ende gelesen.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Rezension zu "Schattenhochzeit" von Ioanna Karystiani

    Schattenhochzeit
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    06. September 2011 um 16:34

    Dieses Buch erzählt von einem fremden Land mitten in Europa, das, obwohl an der Küste touristisch seit Jahrzehnten erschlossen, in seinem Innern eine zutiefst archaische Gesellschaft am Leben erhält. Dieses Buch beschreibt die Geschichte des angesehenen Genforschers und Biophysikers Kyriakos Roussias. Er liebt seine Insel Kreta und hält auch in seiner neuen Heimat USA außerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit fast nur Kontakt zu Landsleuten. Er kann seiner Heimat und deren Traditionen nicht entkommen, so sehr er diese Tatsache auch verdrängen möchte. Mit 15 Jahren von seinem Vater in die USA geschickt, lässt ihn diese abrupte Entwurzelung nie wirklich los, sie gärt in ihm. Selbst seine wissenschaftliche Arbeit, in die er sich Tag und Nacht flüchtet, bietet ihm davor keinen Schutz. Sie bringt ihm großen Ruhm – seine erfolgreichen Forschungen u.a. zum Aids-Virus künden bis in die hinterste Ecke seiner Heimatinsel. Doch in all diesen Jahren – fast 30 sind es am Ende – hat er es nie geschafft, in seine Heimat zurückzukehren. Seine Vorträge führen ihn in alle Erdteile, Kreta lässt er bewusst aus. Er telefoniert ab und zu mit seiner Mutter, holt sie dann auch etwa alle 5 Jahre für mehrer Monate zu sich in die USA, aber über der Vergangenheit liegt ein dunkler , bleierner Schleier des Schweigens. Als er sich kurz vor der Jahrtausendwende plötzlich ( für den Leser nicht wirklich nachvollziehbar) entschließt, eine Vortragsreise nach Japan abzusagen und auf dem Flughafen nach Kreta umbucht, wird dem Leser mit jeder weiteren Seite deutlich, warum er vor seiner Vergangenheit geflüchtet ist und die Auseinandersetzung mit ihr gescheut hat. Die Geschichte seiner Familie ist die Geschichte einer generationenlangen Kette von Morden aus Blutrache. Insgesamt 7 Menschen sind in den vergangenen 50 Jahren in dieser Familie ums Leben gekommen – und jedes Mal war der Täter ein Familieangehöriger! Ioanna Karystiani gelingt es überzeugend, diese archaische Kultur zu beschreiben. Sie erzählt von kargen Landschaften, von Hirten und ihrem armseligen Leben. Die Menschen sprechen nur wenig miteinander, wichtig ist, was nicht gesagt wird. Die Männer tragen schwarze Hemden, sind bis an die Zähne bewaffnet und leben nach ganz eigenen Regeln und Gesetzen. Von rachelüsternen rauen angestachelt, folgen sie einer eigenen blutigen und tödlichen Logik von Ehre und Rache. Wenn Ioanna Karystiani Menschen und Landschaften beschreibt, dann hat man das Gefühl, dort zu sein, die sprachlose, drückende Hitze zu spüren. Kyriakos Roussias sieht sich bald nach seiner Ankunft der unausgesprochenen Erwartung – auch seiner eigenen Mutter ! – ausgesetzt, den letzten Mord an seinem Vater zu rächen. Der war von einem Cousin mit gleichem Namen vor über zwei jahrzehnten getötet worden, nachdem er kurz vorher selbst dessen Zwillingsbruder – einen begnadeten Sänger – abgeschlachtet hatte. Das berühmteste Lied dieses Siris heißt bezeichnenderweise „Der Jüngling und der Tod“. Fast 300 Seiten lang beschreibt die Autorin in wirklich eindrucksvoller Weise, wie ihre Hauptfigur mit dem Druck umgeht, den die Tradition ihm auferlegt hat. Ihr ist abzuspüren, wie sie zusammen mit ihrer Hauptfigur darum kämpft, ob es nicht doch einen zivilisierten Ausweg aus dem archaischen Dilemma gibt, einen Ausweg, der ihre eigenen Wurzeln und ihre Kultur in ihren Festen erhält und sie dennoch modernen Werten öffnet. Der Leser wird hineingezogen in diese innere Auseinandersetzung und bleibt zurück mit dem Gefühl, ein wundervolles Buch über ein wunderbares Land gelesen zu haben, das dennoch niemand wirklich verstehen kann und das mit seiner Hinwendung zu modernen Werten seine wahre – eben archaische- Identität verliert. Michaela Prinzinger hat für ihre Übersetzung von „Schattenhochzeit“ aus dem Griechischen 2003 den Deutsch-Griechischen Übersetzerpreis erhalten. Sie hat ihn verdient.

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  • Rezension zu "Schattenhochzeit" von Ioanna Karystiani

    Schattenhochzeit
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    06. September 2011 um 16:34

    Dieses Buch erzählt von einem fremden Land mitten in Europa, das, obwohl an der Küste touristisch seit Jahrzehnten erschlossen, in seinem Innern eine zutiefst archaische Gesellschaft am Leben erhält. Dieses Buch beschreibt die Geschichte des angesehenen Genforschers und Biophysikers Kyriakos Roussias. Er liebt seine Insel Kreta und hält auch in seiner neuen Heimat USA außerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit fast nur Kontakt zu Landsleuten. Er kann seiner Heimat und deren Traditionen nicht entkommen, so sehr er diese Tatsache auch verdrängen möchte. Mit 15 Jahren von seinem Vater in die USA geschickt, lässt ihn diese abrupte Entwurzelung nie wirklich los, sie gärt in ihm. Selbst seine wissenschaftliche Arbeit, in die er sich Tag und Nacht flüchtet, bietet ihm davor keinen Schutz. Sie bringt ihm großen Ruhm – seine erfolgreichen Forschungen u.a. zum Aids-Virus künden bis in die hinterste Ecke seiner Heimatinsel. Doch in all diesen Jahren – fast 30 sind es am Ende – hat er es nie geschafft, in seine Heimat zurückzukehren. Seine Vorträge führen ihn in alle Erdteile, Kreta lässt er bewusst aus. Er telefoniert ab und zu mit seiner Mutter, holt sie dann auch etwa alle 5 Jahre für mehrer Monate zu sich in die USA, aber über der Vergangenheit liegt ein dunkler , bleierner Schleier des Schweigens. Als er sich kurz vor der Jahrtausendwende plötzlich ( für den Leser nicht wirklich nachvollziehbar) entschließt, eine Vortragsreise nach Japan abzusagen und auf dem Flughafen nach Kreta umbucht, wird dem Leser mit jeder weiteren Seite deutlich, warum er vor seiner Vergangenheit geflüchtet ist und die Auseinandersetzung mit ihr gescheut hat. Die Geschichte seiner Familie ist die Geschichte einer generationenlangen Kette von Morden aus Blutrache. Insgesamt 7 Menschen sind in den vergangenen 50 Jahren in dieser Familie ums Leben gekommen – und jedes Mal war der Täter ein Familieangehöriger! Ioanna Karystiani gelingt es überzeugend, diese archaische Kultur zu beschreiben. Sie erzählt von kargen Landschaften, von Hirten und ihrem armseligen Leben. Die Menschen sprechen nur wenig miteinander, wichtig ist, was nicht gesagt wird. Die Männer tragen schwarze Hemden, sind bis an die Zähne bewaffnet und leben nach ganz eigenen Regeln und Gesetzen. Von rachelüsternen rauen angestachelt, folgen sie einer eigenen blutigen und tödlichen Logik von Ehre und Rache. Wenn Ioanna Karystiani Menschen und Landschaften beschreibt, dann hat man das Gefühl, dort zu sein, die sprachlose, drückende Hitze zu spüren. Kyriakos Roussias sieht sich bald nach seiner Ankunft der unausgesprochenen Erwartung – auch seiner eigenen Mutter ! – ausgesetzt, den letzten Mord an seinem Vater zu rächen. Der war von einem Cousin mit gleichem Namen vor über zwei jahrzehnten getötet worden, nachdem er kurz vorher selbst dessen Zwillingsbruder – einen begnadeten Sänger – abgeschlachtet hatte. Das berühmteste Lied dieses Siris heißt bezeichnenderweise „Der Jüngling und der Tod“. Fast 300 Seiten lang beschreibt die Autorin in wirklich eindrucksvoller Weise, wie ihre Hauptfigur mit dem Druck umgeht, den die Tradition ihm auferlegt hat. Ihr ist abzuspüren, wie sie zusammen mit ihrer Hauptfigur darum kämpft, ob es nicht doch einen zivilisierten Ausweg aus dem archaischen Dilemma gibt, einen Ausweg, der ihre eigenen Wurzeln und ihre Kultur in ihren Festen erhält und sie dennoch modernen Werten öffnet. Der Leser wird hineingezogen in diese innere Auseinandersetzung und bleibt zurück mit dem Gefühl, ein wundervolles Buch über ein wunderbares Land gelesen zu haben, das dennoch niemand wirklich verstehen kann und das mit seiner Hinwendung zu modernen Werten seine wahre – eben archaische- Identität verliert. Michaela Prinzinger hat für ihre Übersetzung von „Schattenhochzeit“ aus dem Griechischen 2003 den Deutsch-Griechischen Übersetzerpreis erhalten. Sie hat ihn verdient.

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