„Mama, was lesen wir heute Abend?“ Mit dieser Frage beginnt eine besondere Geschichte über das Vorlesen selbst. Mama schlägt ein Buch auf und liest ihrer Tochter Alice von großen Obstbäumen im Garten vor.
Doch plötzlich stockt Alice. Bäume, die draußen wachsen und nicht im Gewächshaus? So etwas gab es wirklich? Mama erklärt, dass es das früher, zu Omas Zeiten, noch gab.
Als in der Geschichte dann auch noch Vögel vorkommen, wird Alice erneut neugierig. „Gab es Vögel denn wirklich?“ Immer wieder unterbricht sie das Vorlesen mit ihren Fragen. Stück für Stück wird klar, dass die Welt, in der Alice lebt, ganz anders aussieht als die, von der im Buch erzählt wird.
So entfaltet sich eine Geschichte in der Geschichte und langsam erkennt man, dass sie in einer dystopischen Zukunft spielt, in der vieles, was für uns selbstverständlich ist, nur noch Erinnerung ist.
💭 Meine Meinung:
Die Grundidee hat mich sofort begeistert. Eine Gutenachtgeschichte, in der wiederum eine Geschichte vorgelesen wird, ist ein spannender Kniff. Besonders gelungen finde ich, dass die unterschiedlichen Illustrationstile klar zwischen der Gegenwart und der vorgelesenen Welt unterscheiden.
Die Thematik ist tiefgründig und regt zum Nachdenken an. Ich würde das Buch eher älteren Kindern ab etwa neun oder zehn Jahren empfehlen, da sie den Perspektivwechsel besser verstehen und die dystopischen Elemente einordnen können. Für Gespräche über Umwelt, Zukunft und unsere Verantwortung bietet es auf jeden Fall viel Gesprächsstoff.


