Ippolito Nievo

 4.8 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Ein Engel an Güte, Am Ufer des Varmo und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ippolito Nievo

Ein Engel an Güte

Ein Engel an Güte

 (2)
Erschienen am 27.09.2010
Am Ufer des Varmo

Am Ufer des Varmo

 (1)
Erschienen am 18.03.2015
Bekenntnisse eines Italieners - Band 1

Bekenntnisse eines Italieners - Band 1

 (0)
Erschienen am 08.04.2005
Bekenntnisse eines Italieners - Band 2

Bekenntnisse eines Italieners - Band 2

 (0)
Erschienen am 08.04.2005
LE CONFESSIONI DI UN OTTUAGENARIO

LE CONFESSIONI DI UN OTTUAGENARIO

 (0)
Erschienen am 23.03.2010

Neue Rezensionen zu Ippolito Nievo

Neu
W

Rezension zu "Am Ufer des Varmo" von Ippolito Nievo

Von einfachen Menschen und ihren Schicksalen
WinfriedStanzickvor 4 Jahren




Ippolito Nievo, geboren 1831 in Padua, war bis zu seinem Tod 1861 im Freiheitskampf Italiens ein Intellektueller, der sich mit Leidenschaft für die italienische Einigung engagierte. Er wollte mit seinen Büchern auf seine Landsleute einwirken. Besonders sein nach seinem Tod erschienenes 1500 seitiges Hauptwerk „Die Bekenntnisse eines Italieners“ eine Mischung aus Abenteuergeschichte, Schauermärchen, Memoirenliteratur und ländlichem Sozialroman hat ihn über die Grenzen Italiens bekannt gemacht.

Der Folio Verlag in Bozen legt nun erstmals in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Am Ufer des Varmo“ drei Dorfgeschichten vor, „novelles paesane“, in denen Nievo die herbe und ihn sein Leben lang bezaubernde Schönheit Friauls beschreibt. Dem idyllischen Leben auf dem Land stellt er den Niedergang des Adels gegenüber, ein Thema, das er auch in seinen anderen Romanen immer wieder variierte.

In den drei Geschichten spielt der Erzähler mit einem humorvollen Tonfall, wenn er von einfachen Menschen und ihren Schicksalen erzählt. Immer wieder formuliert er literarische Seitenhiebe auf die bürgerliche Klasse und deren falsches Leben.

Als er 1861 im Alter von nur 29 Jahren auf dem Weg mit Garibaldis Freiheitskämpfern nach Sizilien ums Leben kam, konnte er schon auf ein umfangreiches Werk blicken, das aber erst nach seinem Tod in Italien und außerhalb die ihm gebührende Achtung erhielt.

Vielleicht ermutigt die Lektüre dieser drei Geschichten den einen oder anderen Leser, einen seiner bei Manesse lieferbaren Romane zu lesen.


Kommentieren0
7
Teilen
Gospelsingers avatar

Rezension zu "Ein Engel an Güte" von Ippolito Nievo

Rezension zu "Ein Engel an Güte" von Ippolito Nievo
Gospelsingervor 7 Jahren

Engelsgüte und Unschuld, dafür war im Venedig des 18. Jahrhunderts kein Platz. Denn die Gesellschaft war äußerst dekadent. Es wurde intrigiert, gelogen, betrogen, gesoffen. Und die Sexualität war wesentlich freier, als man gedacht hätte.
Mit diesem Verfall der Sitten wird Morosina, die bisher in einem Kloster der Seraphininnen untergebracht war, wo sie nicht besonders viel Kontakt mit den anderen jungen Mädchen hatte, schlagartig konfrontiert, als sie das Kloster verlässt und bei ihrem Paten, den Inquisitor Formiani, in Venedig unterkommt. Jetzt bewegt sie sich in der höchsten Gesellschaftsschicht, wo ihre Unschuld für Koketterie gehalten wird, weil man unschuldiges und freundliches Benehmen schon gar nicht mehr erkennen kann. Die venezianische Gesellschaft spielt fortwährend Theater, die Menschen zeigen sich nicht als Persönlichkeiten, sondern in ihren Rollen, die an die Commedia della Arte erinnern.
Das gilt auch für Cavaliere Celio, der nicht merkt, dass Morosina tatsächlich in ihn verliebt ist. Ihre Freude ist groß, als ihr eröffnet wird, dass der Pate sie verheiraten will, geht sie doch davon aus, dass ihr Bräutigam wird. Weit gefehlt. Der über 70jährige Formiani selbst möchte sie ehelichen und sogar noch Vater werden. Morosina ist es gewöhnt zu gehorchen, sie geht also diese Ehe ein und wird zur Krankenpflegerin ihres Mannes, der eine maßgebliche Rolle in den politischen Intrigen Venedigs spielt.
Die Unschuld und die Güte Morosinas sind für ihre Umgebung so ungewohnt, dass Morosina als Engel gesehen wird, als Engel der Güte. Und damit schafft sie es auch, das verschüttete Gute in den Menschen ihrer Umgebung zum Vorschein zu bringen.
Ich habe diesen Roman, der mal Komödie, mal historischer Roman ist, sehr genossen. Besonders die komödiantischen Elemente, am besten verkörpert durch den Gerichtsschreiber Chirichillo, der sogar ein eigenes Romanende bekommt, haben es mir angetan. Ippolito Nievo hat eine so reiche Erzählkunst, dass er es spielend hinbekommt, das Komödiantenhafte mit dem Ernsten zu verbinden und daraus einen in sich stimmigen Roman zu gießen.
Die im Verfall begriffene venezianische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts wurde mir hier auf wunderbare Art nahe gebracht. Dazu tragen auch die Anmerkungen und das Nachwort bei.
Im Nachwort wird dieses Buch als Vorspeise und „Bekenntnisse eines Italieners“ als Hauptgang bezeichnet. Das werde ich mir zu Herzen nehmen und meinen durch die Vorspeise angeregten Appetit möglichst bald durch den Hauptgang stillen lassen.

Kommentieren0
15
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 6 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks