Irène Némirovsky

 4 Sterne bei 370 Bewertungen
Autorin von Der Ball, Suite française und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Irène Némirovsky

Irène Némirovsky, geboren 1903 als Tochter eines reichen russischen Bankiers, kam während der Oktoberrevolution nach Paris, wo sie französische Literatur studierte. Mit ihrem Roman "David Golder" wurde sie in der Pariser Literaturszene gefeirten. Als Jüdin erhielt sie während des zweiten Weltkriegs unter deutscher Besetzung Veröffentlichungsverbot. Am 13. Juli 1942 wurde Irène Némirovsky ins KZ Auschwitz deportiert, wo sie wenig später starb.

Alle Bücher von Irène Némirovsky

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Der Ball

Der Ball

 (48)
Erschienen am 05.11.2007
Suite française

Suite française

 (46)
Erschienen am 06.04.2009
Jesabel

Jesabel

 (44)
Erschienen am 01.07.2008
Die Hunde und die Wölfe

Die Hunde und die Wölfe

 (33)
Erschienen am 03.08.2009
Herr der Seelen

Herr der Seelen

 (22)
Erschienen am 06.04.2009
Die Familie Hardelot

Die Familie Hardelot

 (19)
Erschienen am 10.12.2012
David Golder

David Golder

 (11)
Erschienen am 03.11.2008
Der Fall Kurilow

Der Fall Kurilow

 (11)
Erschienen am 06.11.2006

Neue Rezensionen zu Irène Némirovsky

Neu

Rezension zu "Herr der Seelen" von Irène Némirovsky

Ein Buch mit tiefem Blick auf das innere der Figuren
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Monat

Nizza in den 20ern. Der mittellose und unbekannte Arzt Dario Asfar versucht Fuß zu fassen und sich einen Namen in der fremden französischen Gesellschaft der Reichen zu machen. Zunächst mit wenig Erfolg. Kurz vor seinem endgültigen Ende, trifft er auf seine zukünftige Verbündete, die ihm nicht uneigennützig den Weg zu Erfolg und Ruhm ebnet. Der spätere „Herr der Seelen“ aller Reichen und Schönen, verkauft selbst seine Seele dieser Verbündeten und auch seinem zwanghaften Drang nach Geld, Macht und Ansehen. Damit rettet er äußerlich zunächst seine Familie vor dem Hungertod. Jedoch innerlich zerbricht seine Familie mehr und mehr. Seine Frau ist krank und er sucht seine Erfüllung zunehmend bei jungen Mädchen. Sein Sohn verachtet ihn und bezeichnet ihn wahrheitsgemäß als Scharlatan.

 

Irène Némirovsky beschreibt in diesem Buch wieder einmal sehr tiefgründig und treffsicher die inneren, seelischen Beweggründe eines Menschen, die ihn zu manch zweifelhaften Taten schreiten lassen. Was zunächst als reiner Überlebenskampf beginnt, wird zunehmend von der Gier nach Geld und Macht beherrscht. Durch die Beschreibung der tiefen Abgründe menschlicher Seelen erfasst I.N. gleichzeitig auch die Abgründe innerhalb der Gesellschaft. Zudem erscheint ihr letzter Roman in Zeiten, in denen es in Frankreich nicht gerade ruhig zugeht.

In diese Zeit kommt Dario Asfar: weder gemocht noch gewollt. Dennoch will er überleben. Nach und nach wird ihm jedes Mittel recht.

 

Ich finde den Roman sehr gut, da er wiederum beweist, wie gut sich die Autorin trotz ihres jungen Alters, 36 (aus heutiger Sicht) in den Seelen und Beweggründen von Menschen auszukennen scheint. Die Art wie sie Dario Asfar in seiner Entwicklung beschreibt, ist beklemmend und aufregend zugleich, da es sehr deutlich macht, zu was Menschen, wenn sie sich an ihren Grenzen befinden, fähig zu sein scheinen.

Ihr Schreibstil wirkt trotz gewichtiger Thematik nie träge oder schwerfällig. Das Buch liest sich schnell, wird aber an keiner Stelle oberflächlich, klischeebehaftet, konstruiert oder gar trivial.

 

Für mich ist „Herr der Seelen“ ein Buch, dem ich gerne fünf Sterne gebe.


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Rezension zu "Der Ball" von Irène Némirovsky

Hübsche böse Novelle
Viv29vor 2 Monaten

In "Der Ball" schildert Irène Némirovsky unterhaltsam eine neureiche Familie im Paris der späten 1920er und zeigt ein Ehepaar, bei dem das Vermögen das Niveau weit überwiegt. So gerne möchten die Kempfs zur oberen Gesellschaft dazugehören. Das Geld ist nach vielen harten Jahren da und nun soll ein riesiger teurer Ball auch das gesellschaftliche Ansehen bringen.
Die Kempfs, insbesonder die gänzlich stillose und oberflächliche Madame Kempf, werden recht anschaulich geschildert. Größtenteils erfahren wir die Geschichte aus dem Blickwinkel der 14jährigen Tochter, die von den Eltern sehr unerfreulich behandelt wird, und dann die Möglichkeit einer sehr umfassenden Rache nutzt. Diese Schilderungen sind ganz unterhaltsam, aber lassen doch den feinen subtilen Stil vermissen, den Némirovsky in Suite Francaise bei der Schilderung ihrer Protagonisten so meisterhaft gezeigt hat. Sicher muß eine Novelle prägnanter sein, aber mir war es an manchen Stellen, gerade im Vergleich mit Némirovskys sonstigem Stil, doch etwas zu direkt.

Die anfänglich eher gemütliche Geschichte nimmt mit der kurzentschlossenen Racheentscheidung der Tochter eine gelungen überraschende Wendung und baut den Spannungsbogen gut auf. Leider verläuft dann aber der eigentliche Ballabend ohne große Überraschungen für den Leser. Letztlich geschieht nur das, was sich seit der Wendung in der Mitte der Geschichte abzeichnete. Das ist weiterhin ganz nett zu lesen, aber ich hatte dann doch erwartet, daß noch irgendein wirklicher Abschluß kommt. So ist diese Novelle eine ganz angenehme Kurzunterhaltung, aber einen bleibenden Eindruck hinterläßt sie leider nicht, die Luft ist in der zweiten Hälfte einfach raus.

Wer also entdecken möchte, was für eine wundervolle und talentierte Autorin Irène Némirovsky war, dem sei eher Suite Francaise ans Herz gelegt.


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J

Rezension zu "Suite Francaise" von Irène Némirovsky

Suite Franc
jana0511vor 2 Monaten

   

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Irène Némirovsky wurde am 24. Februar 1903 in Kiew (Ukraine) geboren.

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