Irène Némirovsky Das Mißverständnis

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Inhaltsangabe zu „Das Mißverständnis“ von Irène Némirovsky

Der erste Roman von Irène Némirovsky - endlich auf Deutsch

Als der von den Schützengräben des Ersten Weltkriegs traumatisierte Yves in das Seebad zurückkehrt, wo früher seine Familie zusammen mit anderen reichen Pariser Müßiggängern die Sommer verbrachte, begegnet er der verwöhnten Denise, die ihm zum Spaß den Kopf verdreht. Aus dem Zeitvertreib wird schnell eine leidenschaftliche Liebesaffäre, die jedoch an den Klippen des Alltags zerschellt.

Bereits in ihrem ersten Roman war das große Talent von Irène Némirovsky erkennbar. Sie wurde zum Star der Pariser Literaturszene, doch erst die Wiederentdeckung ihres Meisterwerks "Suite française" brachte ihr Weltruhm.

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  • Über die Leiden der Liebe

    Das Mißverständnis

    skywatcher

    09. March 2016 um 10:54

    Irène Némirovsky lancierte in Paris zum Star in der Literaturszene - ganz zu Recht, mich hat ihr Schreibstil sehr an Françoise Sagan erinnert, die etwas später geboren wurde, aber genauso leidvoll und klug über die Liebe und die Leiden der Liebe schreiben konnte.  "Das Mißverständnis" ist eine feine, kleine Geschichte über Denise, verheiratet mit einem reichen Mann, die sich im Spanienurlaub in Yves verliebt. Yves stammt  aus reichem Haus, muss nun aber ein langweiliges Angestelltendasein fristen und verspekuliert sich an der Börse. Denise verliebt sich unsterblich und verbringt ihren Tag damit, an Yves zu denken, denn andere Sorgen oder Aufgaben hat eine reich verheiratete Frau in Paris zu dieser Zeit nicht. Yves wiederum kann seine Gefühle nicht ausdrücken und je mehr er dazu gezwungen wird, ihr endlich ihr lang ersehntes "Ich liebe dich" zu sagen, desto mehr wendet er sich von ihr ab. Die Geschichte ist klug geschrieben, vor allem die Kommentare von Denises Mutter sind hilfreich und zum Teil auch philosophisch. Einerseits spürt man Unverständnis für Denise, denn wie kann sich eine Frau so aufgeben und einen Mann zu ihrem gesamten Lebensinhalt machen, den ganzen Tag auf seinen Anruf warten und ihm Szenen machen, weil sie das Gefühl hat, dass er sie betrügt. Andererseits wird in der Erzählung deutlich, wie die Rolle der Frau zu der damaligen Zeit war, dass reiche Frauen keiner Beschäftigung nachgingen und ihre Tage aus Spaziergängen und Einkaufen bestanden. Und kennen wir nicht alle das Gefühl des qualvollen Leidens bei einer nicht erwiderten Liebe?

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  • "Das war es - das Glück!" - ein wunderschönes Debüt, das lange unter Verschluss gehalten worden ist

    Das Mißverständnis

    kleinechaotin

    15. February 2016 um 21:58

    Das Buch "Das Mißverständnis" von Iréne Némirovsky ist ein großartiges Romandebüt. Die Autorin wurde 1903 in Kiew geboren und starb 1942 in Auschwitz - erstmalig erschien dieses Werk im Feber 1926 in einer Zeitschrift und das Bucherschien allerdings erst 2010 in Frankreich. Seit 2013 ist es nun endlich auch auf Deutsch erhältlich. Ich bewundere die Erzählkunst dieser Autorin seit ich "Jesabel" gelesen habe und habe mich sehr über das Erscheinen dieses Buches gefreut. Der Protagonist des Buches ist Yves, der um die 30 Jahre alt ist und schwer von dem 1. Weltkrieg geprägt ist. Die körperlichen Verletzungen konnte er überwinden, die psychischen sind jedoch noch deutlich spürbar. Der Kriegt hat ihm stark zugesetzt - davor war er reich und musste sich keine Sorgen um Geld machen, danach musste er sich einen Job suchen. Er landete in einem Büro und ist sehr unzufrieden. Der einzige Luxus, den er sich gönnt, ist der Sommerurlaub in Hendaye - er flüchtet aus seinem grauen Alltag in Paris in seine Kindheitserinnerungen. Erinnert sich an eine glückliche Zeit...  An jenem glücklichen Ort lernt er Denise kennen, die Frau eines ehemaligen Kameraden und ein alter Freund. Gemeinsam machen sie mit ihrer kleinen Tochter dort Urlaub und genießen genauso wie Yves die Vorzüge des Ortes. Die Beiden entwickeln Gefühle zueinander und nehmen sich vor, ihre Affäre in Paris fortzusetzen - doch es scheint schier unüberwindbare Probleme zu geben: Denise ist Luxus gewöhnt und frönt diesen auch, Yves muss sein Leben sparsam gestalten und leidet unter seiner Armut, da er schon immer etwas über seinen Verhältnissen gelebt hat.  Yves genießt die Gegenwart der schönen jungen Frau und möchte die Geborgenheit auskosten, Denise drängt ihn jedoch immer zu Liebesgeständnissen und pocht darauf, dass er ihr seine Liebe gesteht und die "magischen" drei Wörter sagt - egal ob sie erlogen sind oder ob er doch so empfindet.  Yves schlägt einen neuen Lebensweg ein und ihre Wege trennen sich. Denise scheint in ihrer Traurigkeit zu ersticken und denkt über die vergangene Zeit mit ihm nach und sie erkannte leider viel zu spät, dass sie etwas versäumt hatte und zu spät erkannt hatte: "[...]Doch auf einmal war eine Erinnerung da, die sie nicht gerufen hatte, lebendig, überdeutlich: Yves' Lächeln, das liebenswürdige, stets unvermutet erscheinende Lächeln, unschuldig und ernst, wie das eines Kindes, das plötzlich sein ganzes Gesicht erhellte und sich langsam auflöste, während in den Mundwinkeln ein Rest davon blieb wie ein zuckendes Licht. Sie sah es so nah vor sich, daß sie unwillkürlich die Arme danach ausstreckte, als könnte sie es berühren.  "Das war es - das Glück!" [...]" (Seite 171f.) Für dieses Buch möchte ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Es berührt auf so vielen Ebenen und regt zum Nachdenken an. Es ist wunderschön geschrieben und auch wenn ich mehrere Anläufe gebraucht habe, bis ich es durchgelesen habe, hat sich das Durchhalten auf jeden Fall ausgezahlt. 

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