Irène Némirovsky Die Familie Hardelot

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Inhaltsangabe zu „Die Familie Hardelot“ von Irène Némirovsky

Über den Niedergang einer Familie Im Frühjahr 1940 beginnt Irène Némirovsky die Arbeit an einem Buch, das ganz in der Tradition des großen europäischen Familienromans steht. Über Jahre hat sie die träge Selbstzufriedenheit der bürgerlichen Kreise, in denen sie verkehrte, beobachtet. Sie hat erlebt, wie diese Familien sich in Sicherheit wiegen und sich weigern, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Nun will Némirovsky ihnen den Spiegel vorhalten. Der Roman, der unmittelbar vor »Suite française« entstand, wurde erst posthum 1947 veröffentlicht und ist der illusionslose Abgesang auf ein Bürgertum, das feige vor der Wirklichkeit die Augen verschließt.

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  • Eine wohlhabende Familie in den Wirren des Krieges

    Die Familie Hardelot

    Daphne1962

    27. March 2017 um 17:06

    Die Familie Hardelot von Irene Nemirovski, gelesen von Iris BerbenDie Autorin hat die Veröffentlichung ihrer Familiengeschichte nicht mehr erleben können. Denn der Verlag hat aus Angst jüdische Bücher zu verlegen, die Veröffentlichung erst im Jahr 1947 vorgenommen. Da war die Autorin bereits einige Jahre schon tot. Sie ist im KZ umgekommen.Die Fabrikantenfamilie Hardelot aus der französischen Provinz wiegt sich vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs in trügerischem Glück. Doch innerhalb einer Generation wird ihre bürgerliche Welt für immer hinweggefegt. Einzig alleine die Kinder gut und teuer zu verheiraten, um seine eigenen Interessen und Gelder ins Trockene zu bringen, das ist das Wichtigste wofür die ältere Generation sich interessiert. Wenn es dann einer wagt, die vorgezeigten Wege nicht einschlagen zu wollen und seinem Herzen zu folgen, dann droht ihm der Ausschluss. So erging es Pierre Hardelot. Er setzte sich über den Willen seines despotischen Großvaters hinweg und ehelichte seine Agnes.Unbedarft wie die Menschen in solch reichen Kreisen waren, interessierten sie sich nur für ihre Geschäfte und sahen den nahen Krieg nicht kommen. Klatsch und Tratsch über die Nachbarn war wichtiger. Die Geschichte um die Fabrikantenfamilien spielt zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg. Die Fabrikgebäude sind völlig zerstört worden. Mühsam wurde alles wieder aufgebaut um im 2. Weltkrieg ein weiteres Mal völlig zerstört zu werden. Die Autorin konnte wohl nur so gut beobachten, weil sie sich in diesen bürgerlichen Kreisen lange Zeit bewegte. Die Familien wiegten sich in Sicherheit und weigerten sich, die schlimmen Zeiten zu erkennen, die auf sie zu gerannt kamen. Meist im aller letzen Augenblick sind sie aus den Dörfern geflohen. Als es allerdings drauf ankam, hielten sie dann doch wieder zusammen. Die Autorin hatte eine sehr feinsinnige Art, die Menschen und das Geschehen zu beschreiben. Iris Berben hat es recht gut umgesetzt mit der Erzählung. 

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  • iris berben liest... aber sie läse doch besser nicht...

    Die Familie Hardelot

    bernauerin

    27. December 2015 um 14:55

    iris berben fängt die atmosphäre sehr glaubwürdig ein, zeit und personen werden lebendig. leider aber wird man aus dieser stimmung immer wieder herausgerissen, da frau berben die französische aussprache nur ansatzweise beherrscht. so spricht sie z.b. den männlichen vornamen "julien" so aus wie den weiblichen vornamen "julienne" - sehr irritierend... also keine wirkliche empfehlung...

  • Rezension zu "Die Familie Hardelot" von Irène Némirovsky

    Die Familie Hardelot

    yoko

    17. January 2011 um 20:55

    Irène Némirovsky ist eine literarische Perle. Wenn man ihre Werke für sich entdeckt hat, möchte man sich aus jedem Buch eine Kette basteln und sie nie mehr ablegen. Sie ist eine der größten Schriftstellerinnen, die ich verehre. Nun habe ich „Die Familie Hardelot“ als Hörbuch genossen. Iris Berben hat das Werk, das 1947 posthum in Frankreich erschienen ist, auf beeindruckende Art vorgetragen. Allein, wenn ich daran denke, kräuselt sich meine Haut. „Der Mensch schöpft seine Kräfte aus dem Unglück und je größer das Unglück ist, um so größer sind diese Kräfte.“ Dies ist einer von vielen Sätzen, den ich begeisternd aufsog. Wie stark man sein kann, das zeigen uns Pierre Hardelot und Agnès Florent. Er ist der Sohn aus gutem Hause, Erbe eines Papierfabrikimperiums und sie ist die Tochter eines Bierbrauers. Pierres Zukunft ist längst arrangiert: Er soll die wohlhabende Simone heiraten. An Eheschließungen, die aus Liebe getroffen werden, ist in den Anfängen des 20. Jahrhunderts nicht zu denken. Stets gilt es, den Besitz zu wahren und wenn möglich diesen sogar durch Familienzusammenführungen zu vergrößern. Doch Pierre und Agnès widersetzen sich den Regeln und geben sich schließlich das Ja-Wort. 30 Monate später bricht der Krieg aus, zu dem auch Pierre von seinem Regiment eingezogen wird. Pierre bringt seine Frau und seinen Sohn, der in der Zwischenzeit geboren wurde, nach Saint-Elme, dem Heimatort beider Liebenden. Genau ab dem Zeitpunkt setzt sich in die äußere Hülle des Romans allmählich eine Kälte durch, die nur ein Krieg auslösen kann. Es wird finster und unendlich traurig. Die Autorin schildert die Kriegszeit, von ihren Anfängen bis zum Ende. „Aber zu Beginn eines Krieges ist das Herz noch weich, es hat sich noch nicht verhärtet.“ Die Menschen in Saint-Elme bleiben vor den schrecklichen Ereignissen nicht verschont. Jeder hat einen Mann oder einen Sohn, der in den Krieg gezogen ist. Plötzlich rücken alle näher zusammen und vergessen alte Streitigkeiten. Sie werfen böswillige und neidische Gedanken über Bord. Irène Némirovsky schildert detailgetreu und mit ihrer besonderen, scharfsinnigen Beobachtungsgabe, wie sich das Leben während des Krieges angefühlt hat. Wie aus erquickender Vorfreude eine schmerzliche Qual werden kann. Oder wie aus sechs Tagen Heimaturlaub einzigartige, kostbare Momente werden. Sie holt uns das Stöhnen und das Klagen ganz nah heran. Das berührt. Ich hatte oft Tränen in den Augen, Gänsehaut und so einen Klos im Hals. Betroffenheit verscheuchte jeglichen Wortlaut von mir, dafür lauschte ich Iris Berben, die mit Irène Némirovskys Worten sagt: „Es war die tiefe Finsternis des Krieges. Jener aus der man nie mehr herauszufinden glaubt, denn der Krieg scheint bis ans Ende der Zeiten zu dauern.“ Die Autorin zeichnet aber auch ein facettenreiches Sittengemälde. Zwischen leidenschaftlicher Liebe zwingt sich Hass, Eifersucht, Neid und Missgunst. Die Autorin bleibt in jeder Passage auf Augenhöhe mit ihren Protagonisten und verurteilt nicht. Sie schenkt viel mehr jeder Figur eine eigene Stimme. Irène Némirovsky ist dabei wunderbar klar an einigen Stellen, kühl wie ein Luftzug, der durch das offene Fenster huscht. In anderen Passagen verliert sie sich in den Gefühlen ihrer Protagonisten. Bei vielen wundervollen poetischen Beschreibungen vergesse ich jegliches Zeit- und Raumgefühl und bin stumm wie ein Fisch, aus Angst ich könnte ein Wort verpassen. Ich sitze in Agnès Herzen, zittere leise vor lauter Sehnsucht und liebe mit allen Sinnen. Ich lausche Pierres Gedanken über das Leben und über die Erschütterungen des Krieges. Ich schüttele den Kopf über Charles, der sich seinem herrschsüchtigen Vater niemals widersetzt und sich lieber hinter Sätzen wie diesen versteckt: „Das gesellschaftliche Leben hängt ganz und gar von Nuancen ab.“ Iris Berben liest das Hörbuch auf eine Art, wie ich es bis dahin noch nie erlebt habe. Damit verleiht sie dem Roman eine einzigartige Note. Sie verwandelt den Roman in ein beeindruckendes Theaterstück, bei dem das Publikum auf der Bühne sitzt, einen Zuschauerraum gibt es nicht. Sie spielt meisterhaft und löst sich vollkommen aus der Rolle der Vorleserin. Die Schauspielerin passt ihre Stimmlage jeder Situation an. Dadurch denkt man, Agnes, Pierre und all die anderen sprechen tatsächlich. Sie sind da, ganz bei dir, bei mir. Hier trennt keine künstliche Fassade den Leser von der Geschichte. Iris Berben hat aus einem Hörbuch ein schauspielerisches Erlebnis geschaffen, dem man sich nicht entziehen und immer wieder hören möchte.

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