Irène Némirovsky Jesabel

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Inhaltsangabe zu „Jesabel“ von Irène Némirovsky

Vom Verlangen nach immerwährender Schönheit Paris, in den 30er Jahren: Gladys Eysenach ist eine schöne Frau und seit ihrer Kindheit von einem einzigen Wunsch besessen: ihr Leben lang von allen Männern bewundert und begehrt zu werden. Für die ewige Jugend und Schönheit ist ihr kein Preis zu hoch. Nicht einmal das Leben ihrer Tochter.

Unglaublich zu welchen (Un-)Taten ein Mensch fähig ist. Schonungslose Darstellung einer dem Jugend- und Schönheitswahn verfallenen Frau.

— Lies-inger
Lies-inger

Gladys wird bis in den letzten Winkel grell erleuchtet und erschreckt zutiefst. Meisterhaft erzählt.

— Beust
Beust

Eine Frau voller Besessenheit und kranker Begierde nach ewiger Jugend und Schönheit. Faszinierend erzählt und geschickt komponiert.

— BluevanMeer
BluevanMeer

Faszinierend, Fesselnd, Dramatisch, Erschreckend - "Jesabel".

— kleinechaotin
kleinechaotin

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  • Von der ewigen unstillbaren Gier

    Jesabel
    BluevanMeer

    BluevanMeer

    16. August 2014 um 15:10

    Ich gebe zu - ich bin ein Musicalfan. Mein liebstes Musical war lange Zeit Tanz der Vampire und die beste und tragischste Figur in dieser Geschichte ist der arme Graf, der sein ganzes Leid in einem ziemlich überzeugenden Solo " Die unstillbare Gier" thematisiert: "Gäb's nur einen Augenblick des Glücks für mich, nähm ich ewiges Leid in Kauf, doch alle Hoffnung ist vergebens, denn der Hunger hört nie auf. [...] Ich will ein Heiliger oder ein Verbrecher sein und bin doch nichts als eine Kreatur, die will was sie nicht kriegt und die zerreißen muss, was immer sie liebt." Gladys Eisenach ist dem Grafen gar nicht so unähnlich und könnte die Schwester des Vampirs sein. Wie alle Wesen der Nacht strebt sie nach ewiger Schönheit und gehört zu den reichsten und begehrtesten Frauen der Stadt. Sie ist ein Machtmensch und genießt es, so viele Männer wie möglich zu verführen: "Genau das liebte und reizte sie, ständig musste sie sich ihre Macht über die Männer beweisen."(66). Doch irgendetwas muss schief gegangen sein: die Erzählung setzt ein, als Gladys in Paris vor Gericht steht, da sie ihren Liebhaber Bernard ermordet haben soll. Die Menge der Schaulustigen ist riesig und jeder hat eine Meinung zu Gladys: "Was für eine Enttäuschung! Dabei hieß es doch, sie sei so schön. Aber sie sieht aus wie eine alte Frau ... - Seien sie nicht ungerecht .... Nach vielen Monaten Untersuchungshaft, ohne den Hauch von Schminke auf dem Gesicht, ganz zu schweigen von der Reue, da möchte ich doch mal sehen, wie Sie aussähen ... - Danke ... - Sie hat Stil, das lässt sich nicht leugnen. Sie ist zart. Sehen Sie nur ihre Hände, wie schön sie sind ... Diese Hände, die getötet haben ... Alles, was recht ist, ab einem bestimmten Einkommen tötet man nicht so leicht ..." (39) Zeugenvernehmung folgt auf Zeugenvernehmung. Ein Mitbewohner des Getöteten berichtet, dass Bernard am letzten Abend seines Lebens mit einem Zitat aus der letzten Tragödie von Racine Athalie (1691) auf Gladys verwies : "Des Nachts erschien mir meine Mutter Jesabel.." Thema des Racine Epos, der auf dem Alten Testament basiert: die Königinmutter befördert sich nach der Ermordung des Königs selbst auf den Thron und ermordet eigenhändig alle Nachkommen des Sohnes um ihre Machtposition zu sichern. Doch was hat das kryptische Zitat mit Gladys zu tun? Es gelingt nicht, Licht ins Dunkle zu bringen, ein Motiv für die Tat scheint zu fehlen, doch die Zeugenaussagen weisen eindeutig auf Gladys als Täterin hin, die zu fünf Jahren Haft verurteilt wird. Erst jetzt erfahren die Leser_innen nach und nach, wer Gladys eigentlich ist. Vom ersten Ball als junges Mädchen ist da die Rede, von der schwierigen Mutter, die nur mit Morphium betäubt im Bett lag, und dann wird tatsächlich auch ihre Tochter erwähnt, die, wie aus den Zeugenvernehmungen bekannt, an einer Lungenkrankheit in einem Sanatorium in der Schweiz verstorben sein soll. Doch je weiter die Erzählung fortschreitet, desto mehr wird das Bild von Gladys als schöne, bewundernswerten Frau dekonstruiert. Bereits als Jugendliche versucht sie den Ehemann einer anderen zu verführen, der ihr sagt, dass sie bereits jetzt "kokett und gefährlich"(63) sei. Sie heiratet einen Grafen, trennt sich und hat eine Beziehung mit einem Bankier und bekommt eine Tochter. Die Männer umschwirren sie wie Motten das Licht: "An Schwüre, flehentliche Bitten, Tränen war sie so gewöhnt wie ein Trinker an Wein; sie war ihrer nicht überdrüssig, sondern brauchte ihr süßes Gift als einzige Nahrung, die sie am Leben hielt."(67) Doch je älter ihre Tochter wird, desto mehr spürt auch ihre Mutter den Zahn der Zeit, obwohl sie weiterhin wie knapp dreißig aussieht - und ihr das eigentlich auch schon zu alt ist. Ihre Tochter Marie-Théres versucht ihr die Angst vor dem Altern zu nehmen, scheitert aber auf ganzer Linie. Als Marie-Therés sich heimlich verlobt, ist Gladys außer sich. In ihrem Wahn und ihrer Angst vor dem Alter hat sie die Realität komplett aus den Augen verloren. Zeit vergeht eben und Gladys wird nicht mehr lange der Welt erzählen können, dass ihre Tochter noch ein Kind sei, wenn diese verheiratet ist. Gladys Narzissmus ist größer, als die Sorge um das Glück ihrer Tochter. Kurzerhand verbietet Gladys die Hochzeit und verlangt, dass das Paar noch mindestens drei Jahre warten müsse. Und wenn die Königin gesprochen hat, dann werden Befehle eben ausgeführt. Auch wenn am Ende das Leben ihrer Tochter der Preis für Gladys' Gier und Narzissmus ist... Jesabel ist ein Roman, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Gladys Charakter wird so ausführlich dargestellt, ihr Narzissmus so komplex nachgezeichnet, dass ich an einigen Stellen nur fassungslos den Kopf schütteln konnte. Die Erzählung ist geschickt komponiert und ein einziges Vergnügen, das erschreckende Untiefen der menschlichen Psyche offenbart. Oder um es mit dem Grafen aus Tanz der Vampire zu halten: "Doch die wahre Macht, die uns regiert, ist die schändliche, unendliche, verzehrende, zerstörende und ewig unstillbare Gier!"

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  • Welche Bücher soll ich mir kaufen? Brauche Buchtipps!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo, ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese. Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!) Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben. Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben. Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen. Dankeschön! Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:

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  • Jederzeit aktuell

    Jesabel
    ninchen1809

    ninchen1809

    01. May 2013 um 19:40

    Der Roman beginnt im Gerichtssaal, in dem die zu diesem Zeitpunkt 60-jährige Gladys Eisenach angeklagt wird ihren 20-jährigen Liebhaber ermordet zu haben. Gladys Eisenach ist eine reiche und wegen ihrer Schönheit umschwärmte Frau, die diesen Einfluss auf die Männer in vollen Zügen genießt. Und das bis hin ins hohe Alter. Sie hat eine Tochter, die sie im Zustand eines Kindes hält, weil sie nicht ertragen kann, dass sie eine erwachsene Tochter hat. Ständig wird sie von der Angst heimgesucht nicht mehr zu den jungen umschwärmten Menschen zu gehören. Wirklich dramatisch wird es, als ihre Tochter heiraten möchte. Sie verbietet die Hochzeit, der junge Mann stirbt im Krieg und die Tochter stirbt bei der Geburt ihres Kindes. Nur ihr Enkelsohn überlebt, den sie auch sogleich weggibt. Es vergehen die Jahre und auch mit steigerndem Alter ändert Gladys nichts an ihrem Lebensstil. Doch eines Tages taucht ihr Enkel auf… Ein sehr spannender auf hohem Niveau geschriebener Roman, der genauso in unsere heutige Zeit passt. Die Angst vor dem Altern und Altaussehen ist heutzutage genauso präsent wie damals. Aber auch aus anderer Perspektive ist das Buch aktuell. Man geht über Leichen, um bestimmte Ziele zu erreichen, bspw. um Erfolg im Beruf zu haben oder wegen Geld. Die Bücher von Irène Nemirovsky sind eine absolut lesenswerte Wiederentdeckung. Absolut empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Jesabel" von Irène Némirovsky

    Jesabel
    firlefanz

    firlefanz

    26. September 2009 um 11:25

    Vom Boden der Thalia-Grabbelkiste zu Tage gefördert. Ein echter Glücksgriff, wie sich herausgestellt hat. Ein Roman voller Besessenheit, Angst und Verbrechen. Der Kampf um ewige Jugend endet in einem Gerichtssaal. Und es stellt sich heraus, dass keiner der Anwesenden etwas verstanden hat. Die schöne Gladys kann ihr Spiel treiben, bis zum Schluss. Mit diesem Schluss beginnt das Buch. Danach wird die Geschichte von Gladys erzählt, ihrer Kindheit mit einer entehrten Mutter, die Besuche bei den reichen Verwandten und ihren ersten Kontakten mit der Gesellschaft. Der Autorin gelingt es wunderbar, die Entwicklung zum Wahnsinn hin darzustellen. Deshalb ist das Buch auch so fesselnd, obwohl mich die Figuren allesamt abstießen.

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  • Rezension zu "Jesabel" von Irène Némirovsky

    Jesabel
    Anja_Lev

    Anja_Lev

    28. April 2009 um 09:29

    Irene Nemirovsky beschreibt in diesem Buch das Leben von Gladys Eisenach, Mutter, Witwe, Geliebter vor allem aber altersloser Frau zu Beginn des 20. Jh. Gladys entdeckt mit 18, wie ihr ihre Jugend und Schönheit Macht über Männer verleihen und richtet als folge dessen, ihr Handeln vollständig auf dieses Ziel aus, der Erhalt ihrer Schönheit und auch das Geheimnis um ihr wahres Alter sind die beiden Säulen, zwischen denen sie ihr Leben lebt und die Dinge, die ihre volle Aufmerksamkeit erhalten. Ihrem Geheimnis opfert sie ihre Tochter, die mögliche Ehe mit einem jüngeren Mann und auch einiges ihres Glücks. Die Erzählung von Nemirovsky bleibt dabei weitgehend beschreibend, man erfährt zwar von Gladys' erstem Ball und dem Gefühl der Macht, anschließend bleiben ihre Beweggründe jedoch weitgehend unerklärt, stattdessen wird ihr Handeln beschrieben. Einzige Ausnahme bilden die Reflektionen, die sie vor dem Spiegel über das Altern und dessen (mögliche) Auswirkungen anstellt. Trotz dieser scheinbaren Oberflächlichkeit hat mich das Buch schockiert und die Figur der Gladys auch berührt. Der Wahn, mit dem sie sich 10 oder 15 Jahre jünger macht und diesem alles unterordnet, ihre Tochter so erzieht und anzieht, dass sie jünger scheint, ihre Liebe opfert, obwohl sie sich die Ehe wünscht ist erschreckend.

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  • Rezension zu "Jesabel" von Irène Némirovsky

    Jesabel
    kleinechaotin

    kleinechaotin

    02. September 2008 um 11:30

    Ein sehr bewegendes Buch. Eine Frau ist süchtig nach der ewigen Jugend und versucht alles, damit sie auch jung bleibt bzw. jung scheint - sie verleugnet das Alter ihrer Tochter, sie nimmt ihr Enkelkind nicht an und sie setzt alles daran, dass niemand erfährt, wie alt sie wirklich ist....

  • Rezension zu "Jesabel" von Irène Némirovsky

    Jesabel
    Oryx

    Oryx

    17. June 2008 um 11:58

    Wohin Menschen getrieben werden können, wenn sie sich zu sehr in ihren eigenen Lebenslügen verstricken.

  • Rezension zu "Jesabel" von Irène Némirovsky

    Jesabel
    datjulchen

    datjulchen

    20. May 2008 um 09:59

    Beim Lesen habe ich, glaub ich, zum ersten mal verstanden, was es für manche Menschen bedeutet, älter zu werden.
    Wirklich erschreckend und man hofft, dass man dem Alter mit mehr Würde entgegen treten kann.