Ira Ebner Cold Britannia

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Inhaltsangabe zu „Cold Britannia“ von Ira Ebner

Am Anfang stand die Gier. Ein wildes Feuer in vergifteten Herzen, das fraß und verschlang. Außer Kontrolle verbrannte es die Erde. Am Anfang stand die Gier Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Staat zum Feind … Als im Frühjahr 1984 die britische Regierung die landesweite Schließung der Kohlebergwerke bekannt gibt, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. Auch die Kumpels der „Umbrage“-Zeche in Nordengland legen die Arbeit nieder und folgen ihrem Anführer James Thornton, genannt Red Jim. In den eigenen Reihen gibt es Verrat und Abtrünnige, die seinen Kampf für die Bergleute erschweren. Mehr als eine Verbündete in der gemeinsamen Sache ist ihm die eigensinnige Hester. Mit der Journalistin Phyllis Bundle und dem Wirtschaftsboss Alan Delaney hat James einflussreiche Feinde. Bald kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und der Streik wird zu einem langandauernden Konflikt, der das Land spaltet und den nur eine Seite gewinnen kann. Ein packender und aufwühlender Roman über Menschen, die zum Äußersten gehen. „Cold Britannia“ lässt niemanden unberührt.

Eine perfekte Darstellung des britischen Gesellschaftwandels in den 80ern.

— MsPingu
MsPingu

Ein Streik, der die eiserne Lady in die Knie zwingen sollte.

— dia78
dia78

Eine spannende Geschichte über den Bergbau Englands im Jahre 1984

— Diana182
Diana182

Kurzweilig und gut!

— Stelze74
Stelze74

neue englische Geschichte spannend dargstellt

— Gwhynwhyfar
Gwhynwhyfar

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  • "Cold Britannia" von Ira Ebner

    Cold Britannia
    VerenaChinoKafuuChan

    VerenaChinoKafuuChan

    17. August 2016 um 02:40

    Hallo :) Heute möchte ich euch das Buch " Cold Britannia" von Ira Ebner vorstellen. ***** Name: Cold Britannia Erschien: Januar 2016 Autor: Ira Ebner Verlag: AAVAA Verlag Erhältlich als Taschenbuch für 11, 95 € Seitenanzahl: 272 Inhalt / Klappentext: Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Statt zum Feind.... Als im Frühjahr 1984 die britische Regierung die landesweite Schließung der Kohlebergwerke bekannt gibt, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. Auch die Kumpels der "Umbrage"- Zeche in Nordengland legen die Arbeit nieder und folgen ihrem Anführer James Thornten, genannt Red Jim. In den eigenen Reihen gibt es Verrat und Abtrünnige, die seinen Kampf für die Bergleute erschweren. Mehr als eine Verbündete in der gemeinsamen Sache ist ihm die eigensinnige Hester. Mit der Journalistin Phyllis Bundle und den Wirtschaftsboss Alan Delaney hat James einflussreiche Feinde. Bald kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und der Streik wird zu einem langandauernden Konflikt, der das Land spaltet und den nur eine Seite gewinnen kann. Ein Packender und aufwühlender Roman über Menschen, die zum Äußersten gehen. " Cold Britannia" dürfte niemanden unberührt lassen. (Quelle: Klappentext von Cold Brittannia, Verlag AAVAA Verlag, Autorin Ira Ebner) ***** Meine Meinung: Der Schreibstil von Ira Ebner hat mir sehr gut gefallen. Es ist direkt von Anfang erkennbar, dass sich Ira Ebner mit dem Thema der Schließung der Kohlebergwerke auseinander gesetzt hat. Sie schafft es ein anspruchsvolles Thema spannend zu verpacken und dieses an den Leser zu bringen. Ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der gerne etwas " schwerere" Kost zu sich nehmen möchte. Ich gebe Cold Britannia 4 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️ Lg Verena/ Instagram: Chino_Kafuu_Chan

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  • Es geht mir um die Umbrage...

    Cold Britannia
    MsPingu

    MsPingu

    30. March 2016 um 17:49

    "Cold Britannia" behandelt den Streik der englischen Kohleindustrie während der Regierungszeit von Margaret Thatcher (die eiserne Lady), die England fast in die Pleite geführt hätte. Aufgrund der Umstrukturierung des Landes von einem Industriestaat zu einem überwiegend dienstleistungsorientiertem Staat, mussten sämtliche Zechen geschlossen werden.Die "Umbrage" - Zeche (in Nordengland) sollte das selbe Schicksal erleiden, doch die Kohlebergmänner widersetzen sich der Schließung und ziehen in den Streik. Angeführt von dem Leiter der Gewerkschaft NUM (National Union of Mineworkers), James Thornton, legen die Kumpel die Arbeit nieder und protestieren gegen das Vorhaben der eisernen Lady. Motiviert von den positiven Ausgängen der Streiks aus der Vergangenheit, nehmen sie kritische Umstände auf sich: Armut, Hunger, Auseinandersetzungen mit der Polizei, Keile zwischen Familienmitgliedern und Freunden. Der Streik, der viel länger dauert, als erhofft, leert die Kassen der Streikenden und erweckt in vielen von ihnen einen inneren Konflikt: Sollen sie weiterhin Streiken und dadurch die Existenz der eigenen Familien aufs Spiel setzen; oder sollen sie die Arbeit wieder aufnehmen und damit in Kauf nehmen, dass sie von der Gewerkschaft verstoßen und beschimpft werden?Die Personenkonstellation ist komplex aufgebaut, mit Personen aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten, in den verschiedensten Situationen: Bergmänner, die Angst um ihre Arbeit und um ihre Existenz haben; Frauen, die ihre Männer unterstützen (oder auch nicht - siehe Caitlin); Schlägertrupps; Polizisten, die das Volk brutal zusammenschlagen; die Presse etc.Im Mittelpunkt des Romans steht James Thornton (auch Red Jim genannt). Er lebt für die Umbrage; sein Großvater, sein Vater und sogar er selbst waren Bergmänner in der Zeche. James führt eine unglückliche Ehe. Er fühlt sich nicht verstanden und ihm fehlt auch jegliche Unterstützung seitens seiner Frau, Caitlin. Was ich aber traurig finde ist, dass er sich kaum bzw. gar nicht um seine Kinder kümmert. Diese schrittweise Distanzierung zu seiner Familie treibt ihn in die Arme von Hester, seiner Sekretärin, die seine Leidenschaft für den Bergbau teilt. Thornton ist außerdem ein Kämpfer und ein sehr guter Redner. Er schafft es immer wieder seine Leute zu motivieren, trotz der misslichen Lage und den negativen Aussichten.Auf der anderen Seite des Kampfes steht der Sozialist Alan Delaney, zusammen mit seinem Schützling, der Chefredakteurin Phillys Bundle. Die beiden stehen auf der Seite des Staates und versuchen (vor allem durch die Macht der Presse), den Streik zu boykottieren.Der Roman widerspiegelt mit Bravur die wandelnde britische Gesellschaft der 80er Jahre. Ira Ebner hat einen äußerst flüssigen Schreibstil, der sich schnell lesen lässt, ohne aber langweilig zu werden. Die akkurate Beschreibungen der handelnden Personen und der Handlungsorten geben dem Leser (mir zumindest) das Gefühl, er wäre Teil der Ereignisse. Was mich allerdings etwas irritiert hat, war die Affäre von James und Hester, da ich ihn anfangs als einen ehrlichen und aufrichtigen Mann eingeschätzt habe...aber dem Herz kann man nunmal nichts vorschreiben.Im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen!

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  • Leserunde zu "Cold Britannia" von Ira Ebner

    Cold Britannia
    ira_ebner

    ira_ebner

    Liebe Lovelybooker, seid ihr bereit für die nächste Lese-Challange? Diesmal geht es um meinen neuen Roman „Cold Britannia“, der euch ins England der 1980er Jahre führen wird. Der Bergarbeiterstreik von 1984/85 bildet den historischen Rahmen, Schauplatz ist ein Zechendorf im Norden, Akteure sind u.a. der charismatische Arbeiterführer James Thornton, die Gewerkschafterin Hester Simmons und die manipulative Journalistin Phyllis Bundle. Der Streik entzweit ein Land und verändert es für immer. Freundschaften, Familien und Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt, oder zerbrechen. Aber einigen bietet das Chaos auch einen Neuanfang, und fordert ihren Mut heraus. Nicht nur Liebhaberinnen und Liebhaber der Insel dürften bei „Cold Britannia“ auf ihre Kosten kommen, sondern auch Fans historischen und zeitgeschichtlichen Stoffs. Wer mit Menschen mitfiebern will, die nichts mehr zu verlieren haben, außer dem, um das sie kämpfen; wer von ihren Geschichten mit allen damit verbundenen Emotionen mitgerissen werden will, ist hier richtig. Weil der erste Eindruck nun einmal ist, was er ist, findet ihr hier die Leseprobe: http://iraebner.blogspot.de/2015/11/der-tag-x-leseprobe-cold-britannia-1.html sowie das Making Of mit Impressionen aus England: http://iraebner.blogspot.de/2015/01/making-of-cold-britannia-1.html Unter allen Teilnehmern, die sich verbindlich anmelden, verlose ich 9 Ebooks und 1 persönlich signiertes Taschenbuch von „Cold Britannia“.

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    • 66
  • 1984 - Ein Streik

    Cold Britannia
    dia78

    dia78

    25. March 2016 um 20:39

    Dieses Buch stellt einen Überblick dar, über die Geschehnisse im Jahre 1984, als die Kohlearbeiter streikten und versuchten die eiserne Lady in die Knie zu zwingen. Das Buch ist aus mehreren Sichten geschrieben. Aus der Sicht der Kohlearbeiter und Gewerkschaft, welche sich gegen die Machenschaften der Regierung auflehnen und kämpfen. Vor allem das Leben des Gewerkschafters 'Big Jim' und der Sekretärin 'Hester Simmons' wird genauer beleuchtet. Und aus der Sicht des Lebens einer Journalistin Phyllis, welche als Chefredakteurin immer tiefer in die Geschichte und der Politik hineingezogen wird. Für jeden, der an der Geschichte Englands interessiert ist, ist dieses Buch ein Muss zum Lesen.

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  • Cold Britannia - ein spannender Roman über den Bergbau in England im Jahre 1984

    Cold Britannia
    Diana182

    Diana182

    18. March 2016 um 20:24

    Das Cover zeigt den Zugang eines Bergwerkes. Dieses Bild ist passend gewählt und macht interessierte Leser direkt neugierig. Nun kurz zum Inhalt: der Klappentext:Am Anfang stand die Gier. Ein wildes Feuer in vergifteten Herzen, das fraß und verschlang. Außer Kontrolle verbrannte es die Erde. Am Anfang stand die Gier Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Staat zum Feind … Als im Frühjahr 1984 die britische Regierung die landesweite Schließung der Kohlebergwerke bekannt gibt, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. Auch die Kumpels der „Umbrage“-Zeche in Nordengland legen die Arbeit nieder und folgen ihrem Anführer James Thornton, genannt Red Jim. In den eigenen Reihen gibt es Verrat und Abtrünnige, die seinen Kampf für die Bergleute erschweren. Mehr als eine Verbündete in der gemeinsamen Sache ist ihm die eigensinnige Hester. Mit der Journalistin Phyllis Bundle und dem Wirtschaftsboss Alan Delaney hat James einflussreiche Feinde. Bald kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und der Streik wird zu einem langandauernden Konflikt, der das Land spaltet und den nur eine Seite gewinnen kann. Ein packender und aufwühlender Roman über Menschen, die zum Äußersten gehen. „Cold Britannia“ lässt niemanden unberührt. Meine Meinung:Geschichten über den Bergbau kenne ich bisher nur aus Höhlenführungen in den dieser Beruf ausführlich geschildert wurde. Ein harter Job, welcher den Bergmännern stets viel Kraft abverlangte. Um so interessanter fand ich dieses Buch über den Bergbau Englands im Jahre 1984.Leider geht es hier Thematisch um die Schließung der Kohleberkwerke und die darauf folgenden Streiks. Die Autorin erzählt hier eine authentische Geschichte, der man stets gut folgen kann. Sie ist spannend verpackt und nimmt den Leser mit auf eine Reise untertage. Die einzelnen Figuren werden Charakterlich tief gezeichnet und können direkt voneinander unterschieden werden. Dank der einzelnen, detailliert beschrieben Szenen konnten schnell Bilder entstehen und mein Kopfkino wurde gut versorgt. Mein Fazit: Ein wirklich spannender, faszinierender Roman über die harte Arbeit in Bergwerken. Gespickt mit einer guten Portion Spannung lässt sich diese Geschichte wirklich sehr gut und flüssig lesen.

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  • Kurzweilig und gut!

    Cold Britannia
    Stelze74

    Stelze74

    14. March 2016 um 20:13

    Ich gebe diesem Buch 5 Sterne, weil ein zunächst vordergründig nicht sehr spannendes Thema, perfekt in Szene gesetzt wurde.Dieses Buch ist durchgängig spannend.Als 1984 zum Streik der Kohlebergmänner aufgerufen wird ahnt niemand, dass sich dieser länger als angenommen andauern wird.Und es ahnt niemand, dass die englische Presse die Macht des Wortes so radikal gegen die Streikenden einsetzt und damit Stimmung gegen die Bergleute macht.James Thornton, der Anführer des Streiks schafft es lange, seinen Männern Mut zuzusprechen. Unterstützt wird er hierbei von Hester,  die anfangs nur für ihn gearbeitet hat, dann aber seine Freundin wird.Mit der Zeit und immer weniger Geld in der Kasse der Gewerkschaft und den eigenen Taschen der Bergleute bröckelt der Zusamnenhalt und immer mehr Männer zieht es an ihre Arbeitsplätze zurück.Ira Ebner hat diese Geschichte toll recherchiert und geschrieben. Die Protagonisten polarisieren, was das Buch noch spannender macht.

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  • einfach Klasse

    Cold Britannia
    Siko71

    Siko71

    08. March 2016 um 22:05

    März 1984, in England streiken landesweit die Kumpel der Kohlebergwerke, gegen deren Schließung. Ganz vorn steht James Thornton, der Leiter der Gewerkschaft NUM, und seine Sekretärin Hester Simmons. Beide halten bis zum bitteren Ende am Streik fest, obwohl es manche Situation gegeben hat, wo beiden böse mitgespielt wurde. Die Journalistin Phyllis Bundle, Alan Delany und Anthony Lyndon spielen gegen Thornton und seine Gewerkschaft. Neben dem Streik kommt das Elend der Bergleute zur Sprache. Nachdem die Streikkassen leer sind, leben viele am Existenzminimum. Einige verraten die ganze Sache, werden zu Scab's und gehen wieder unter Tage. Das Land ist gespalten und nur einer wird als Sieger aus der ganzen Sache rausgehen. Ein wirklich gut recherschierter und packenter Roman, den Ira Ebner da geschrieben hat. An manchen Stellen glaubt man sogar wirklich mit im Geschehen dabei zu sein. Einfach toll. Ich gebe 5 Sterne und ein absolut lesenswert.

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  • Der Stoff, aus dem die Geschichte gewebt wird …

    Cold Britannia
    CarolinOlivares

    CarolinOlivares

    26. February 2016 um 18:10

    „Cold Britannia“, erschienen am 1. Januar im AAVAA-Verlag, ist Ira Ebners dritter Roman. Nachdem die Handlungen von „Schwalben“ und „Erde, Feuer, Schnee“ in Estland angesiedelt waren, kehrt die Autorin mit ihrem neuesten Werk zumindest literarisch dem Baltikum den Rücken, um sich dem Großbritannien der Jahre 1984 und 1985 zuzuwenden. Auch dieses Werk ist einerseits ein Roman über komplexe und komplizierte Beziehungen, andererseits ein Stück Zeitgeschichte. Letzteres kommt nicht von ungefähr. Gesellschaftspolitik und Zeitgeschichte ‑ das ist Ira Ebners Ding! Auf ihrem Blog beschäftigt sich die Autorin mit aktuellen politischen Themen und der jüngeren Geschichte. In einem weiteren Blog schreibt sie einen Fortsetzungsroman über die „Endzeitstimmung der Perestroika“. Gerade hier zeigt sich ihre Experimentierfreudigkeit und ihr Mut. Sie scheut sich nicht, auch brisante Themen anzusprechen.   „Cold Britannia“ handelt vom Streik der britischen Bergarbeiter im Jahre 1984 gegen die geplanten Zechenschließungen. Die Regierung Thatcher hatte die Privatisierung staatseigener Unternehmen beschlossen, um den Staat zu modernisieren und wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Als der Streik nach einem Jahr endete, waren die Streikkassen leer, die Bergarbeiter verschuldet und ohne Arbeit. Erzählt werden die Vorgänge und Ereignisse bei der Bestreikung der  Umbrage-Zeche in Nordengland. Hauptpersonen sind der Anführer der Gewerkschaft,  James Thornton, genannt Red Jim, und die engagierte, emanzipierte Gewerkschaftssekretärin Hester. James ist verheiratet, unterhält aber eine Liebesbeziehung mit Hester. Ihre gefährlichsten Gegenspieler sind die Journalistin Phyllis Bundle und Daddy Delaney, einflussreicher Wirtschaftsboss und Anhänger des Thatcherismus, der die Bergarbeiter als „das Proletariat“ bezeichnet. Innerhalb der Kumpel besteht keine Einigkeit über den Streik. Von dem Streikgeld können die Familien auf Dauer nicht leben. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Streikbrechern. Durch manipulative Berichterstattung, die Gründung einer Pseudo-Gewerkschaft und gewalttätige Polizeieinsätze wird versucht, die Streikenden mürbe zu machen, was am Ende gelingt. Auch die Standhaften müssen einsehen, dass der Kohlebergbau bald der Vergangenheit angehören wird.    Ira Ebners Roman befasst sich damit, wie Menschen fühlen, denken und handeln. Es geht darum, was in Beziehungen eine Rolle spielt, nämlich individuelle Befindlichkeiten, Ängste, Zwänge, Leidenschaften auf der einen Seite und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auf der anderen. Alles dies zeigt sich in besonderer Weise, sozusagen akzentuiert, in Krisensituationen. Als Kulisse dient daher eine gesellschaftliche Situation, in der folgenschwere politische Entscheidungen zu Umbrüchen führten. Es geht um persönliche Not, Existenzangst, Intrigen, Abhängigkeiten, Zwänge, Gefühle sowie um den verzweifelten Kampf für eine Gemeinschaft und einen Lebensstil. Aus einer anderen Perspektive kann man sagen, dass das große Thema des Romans die Geschichten sind, welche die große Geschichte speisen. Das, was auf einer abstrakten Ebene „Auseinandersetzung mit der Staatsmacht“ heißt, wird heruntergebrochen auf konkrete Ereignisse, auf das Erleben von Menschen, die das Kanonenfutter für die große Geschichte abgeben.   Die Frage ist, wie Ira Ebner all das umgesetzt hat. Ist es ihr gelungen, dieses an sich konfuse Thema so zu bündeln, dass eine „griffige“ Geschichte daraus wird? Es ist ihr gelungen. Stellt sich als nächstes die Frage, wie sie es gemacht hat. Voraussetzung für dieses Gelingen ist die gründliche Recherche. Der Roman spielt vor über dreißig Jahren. Diese Vergangenheit ist noch zu jung, um als  historisch bezeichnet zu werden. Trotzdem kann man darüber nur schreiben, wenn gründlich recherchiert wurde. Das hat die Autorin getan. Sie kennt die geschichtlichen Eckdaten und die Zusammenhänge.  Aber darüber hinaus hat sie sich in das Leben und die Alltagskultur der Bergleute eingestimmt. U.a. las sie englische Bücher zum Thema, auch von Betroffenen, hörte sich Midlands English im Originalton an. Diese intensive Recherche ist mit dafür verantwortlich, dass Plot und Setting überzeugen. Logische oder inhaltliche Fehler habe ich nicht entdeckt. Wie sie über das Leben der Menschen schreibt, ist absolut überzeugend. Dabei muss man sich hin und wieder allerdings auch konzentrieren. Zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten, mich zu orientieren. Es dauerte eine Weile, bis ich ganz im Thema und bei den Akteuren war. Das war schnell vorbei und kann mit meiner Ungeduld zusammenhängen.   Ira Ebners Figuren zeichnen sich durch psychologische Tiefe aus, sind echte Menschen. Auf diese Weise gelingt es ihr auch, aufzuzeigen, wie sehr die persönlichen Geschichten für Verhalten und Entscheidungen verantwortlich sind. Charaktereigenschaften wie  Mut und Loyalität, Feigheit und Verrat, sind aus dieser Perspektive keine Bewertungen mehr, sondern erklären sich aus der Biografie und der spezifischen Lebenssituation eines Akteurs. Schwarz-Weiß-Malerei wird konsequent vermieden. Diese vielschichtig angelegten Figuren haben einen Großteil ihrer Lebendigkeit und Überzeugungskraft der genauen Beobachtungsgabe ihrer Schöpferin zu verdanken. Ira Ebener schaut sich um, interessiert sich für das ganz Alltägliche. (Wahrscheinlich hat sie immer einen Notizblock parat.) Situationen und Routinen des täglichen Lebens werden minutiös beschrieben. Genaue Beobachtung, eine psychologisch angelegte Figur und, als weitere Voraussetzung, eine ebenso klare wie ausdrucksvolle Sprache, führen dazu, dass der Leser zutiefst mitfühlen kann. Da ist beispielsweise  die Szene zu nennen,  in der Hester von heftigen Gefühlen bewegt wird, als sie ein wichtiges Schreiben für James in die Schreibmaschine tippt, einen Brief, der für die Existenz der Bergleute von grundlegender Bedeutung ist:   „Hesters Finger glitten über die Tastatur. Die Schreibmaschine ratterte. Ihre Hoffnung hielt sich an jedem Wort fest, das James ihr diktierte. Sie hing an seiner Unterschrift und vervielfältigte sich mit jeder Kopie.“ (S. 10)   Diese Kostprobe ist ein Beweis dafür, dass die Umsetzung des Themas auf sprachlicher Ebene ebenfalls gelungen ist. Die Sprache ist nüchtern und klar, der Lebenswelt, von der sie erzählt, angemessen. Aber sie kann auch gefühlvolle Stimmungsbilder malen. Ira Ebners Credo dabei ist: Nicht zu viel! Weniger ist mitunter mehr!   "Er nahm einen leichten Rosenduft auf, der von ihr ausging. Rosen im kalten Frühling. Ihr Lippenstift war über den Tag verblasst."   „Cold Britannia“ ist ein rundum empfehlenswerter Roman. Die Leser tauchen ein in die Welt der britischen Bergarbeiter der 80er, nehmen teil an ihrem Leben und den Vorgängen rund um die Bestreikung der Umbrage. Das Besondere an dem Roman ist für mich seine Stimmigkeit und zwar auf zwei Ebenen. Einerseits ist die Geschichte „rund“, logisch wie auch sprachlich ‑ das ist ganz wunderbar, weil das leider nicht unbedingt Standard ist. Es existiert aber noch eine weitere Dimension von Stimmigkeit. Der Leser spürt, dass die Geschichte und die Schreiberin zusammenpassen. Der Roman ist ein „echter Ebner“. Die Autorin interessiert sich für Menschen und all das, was zwischen ihnen vorgeht. Sie schaut genau hin. Mit Leidenschaft widmet sie sich gesellschaftspolitischen und historischen Themen, engagiert sich. Und sie mag es, mit Sprache Situationen und Stimmungen zu malen. In gewisser Weise ist „Cold Britannia“ eine Symbiose aus all diesen Vorzügen und Talenten. Mein Fazit: Unbedingt lesenswert für Menschen, die Romane mit Tiefgang mögen und sich auch mal gerne auf zeitgeschichtliche Themen einlassen. Ganz sicher ist „Cold Britannia“ ein Genuss für solche mit einem Faible für „schöne, fließende Sprache“. Fünf Sterne – was sonst!    

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  • Eiszeit

    Cold Britannia
    juergen_schmidt

    juergen_schmidt

    19. January 2016 um 18:23

    Nach Band 1 und 2 der „Himmel Erde Schnee“-Romane sowie „Schwalben“, meinem heimlichen Favoriten, verlässt die 38-jährige bayrische Autorin nun das Baltikum und wendet sich dem Großbritannien der Achtziger zu. Einer Zeit, in der England von harter Hand durch die „eiserne Lady“ regiert und an den Rand der Pleite geführt wurde. Zu einem Schlüsselereignis der Thatcher-Ära wurde 1984 der Streik britischer Bergarbeiter gegen die geplanten Schließungen ihrer Zechen. Der Streik dauerte ein Jahr und endete mit leeren Streikkassen der Gewerkschaften. Viele Bergleute mussten bereits zwischendurch Kredite aufnehmen, die sie später aufgrund fehlender Arbeit nicht zurückzahlen konnten. Ira Ebners wieder einmal lesenswerter Roman spielt in dieser Zeit. Er handelt vom Streikführer James Thornton, seinen verzweifelten Kumpels, seiner komisch-verständnislosen Ehefrau (wie konnte aus denen nur ein Paar werden?) und seiner Liebe zu Hester, seiner Verbündeten. Selbstverständlich hat James, übrigens auch Red Jim genannt, viele Feinde, allen voran den einflussreichen Wirtschaftsboss Delaney und seine Tochter, die die Redaktion einer Zeitung leitet und ihrem Team zu verstehen gibt, was sie lesen will. Das Land und seine Einwohner sind zerrissen, das ist ganz offensichtlich. Es geht um Macht, Geldgier, Rachegelüste, Polizeiwillkür, Stolz und Liebe. All das erleben wir mit, spüren sogar teilweise die Stimmungen. Ira Ebner verknüpft die Geschichte geschickt mit den menschlichen Schicksalen und verschafft dem Leser einen spannenden und realistischen Einblick in das England dieser eisigen Zeit.     

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  • berührender Roman zur englischen Geschichte der 80ger

    Cold Britannia
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    13. December 2015 um 17:34

    „Es geht mir um die Umbrage“, sagte James. „Beinahe jede Familie im Ort lebt von ihr. Mein Vater war Bergmann, ich bin selbst unter Tage gefahren. Du arbeitest dort, du auch. Also. Wir beliefern die Kraftwerke, wir heizen ihre Wohnungen.“ Ein historischer Roman, der eine fiktive Geschichte so erzählt, dass man glaubt, mitten im Geschehen zu sein. Keine Schnörkel, spannend erzählt, Geschichte korrekt wiedergegeben. Während der Thatcher-Ära lag Groß Britannien kurz vor der Staatspleite und dies hatte weitreichende Reformen zur Folge. Thatcher funktionierte das Land vom Industriestaat zum Dienstleistungsbetrieb um. In dieser Folge wurden viele Staatsbetriebe zu eigenständigen Gewerben umfunktioniert und mit einem Gesetz wurde die Zwangsmitgliedschaft zu Gewerkschaften abgeschafft. Nach der Zerschlagung der Stahlindustrie war die Kohleindustrie als nächstes an der Reihe. Viele Minen wurden geschlossen. Der Streik der Bergarbeiter dauerte ein Jahr. Die NUM (Gewerkschaft National Union of Mineworkers) stemmte sich mit aller Gewalt dagegen. 1985 stimmte die NUM für das Ende des Arbeitskampfes, die Kassen waren leer, viele Bergarbeiter hoch verschuldet. „Cold Britannia“ behandelt dieses eine Jahr. Durch die Vielschichtigkeit der Personen zeigt Ira Ebner alle Seiten des Kampfes auf, das Verschließen vor Realitäten, Existenzkrisen, Machthunger von Einzelnen, Rachegelüste, Erpressungen, Pflichtbewusstsein, der Glaube an die Gemeinschaft, die ganze Palette des Menschlichen in einer Situation, in der niemand weiss, auf welcher Seite er letztendlich stehen soll. Hauptperson ist James Thornten, der Gewerkschaftsführer auf der einen Seite, seine junge Sekretärin Hester, die sich bissig und angstlos hinter die Kumpel stellt, sich in der Frauenbewegung engagiert. Auf der anderen Seite steht Phyllis Bundle, die Chefredakteurin einer Zeitschrift, die sich für die Regierungsseite einsetzt, zusammen mit Daddy Delany. Polizisten, die härter durchgreifen als sie müssten, verschlagene Typen, die sich kaufen lassen, um zu spionieren, Gewerkschafter, die offen Auges ins Messer laufen, weil sie nicht sehen wollen, was die Zeit schreibt, nicht begreifen wollen, dass die Zeit ihrer Macht abgelaufen ist, nicht aus der Stahlindustrie gelernt haben, Schlägertrupps, die zur Einschüchterung der Gewerkschaften gekauft werden, Situationen, die eskalieren, die Bandbreite der Geschichte ist von allen Seiten beleuchtet. Auch der kleine einzelne Arbeiter, der zwischen den Stühlen sitzt, wird glänzend von Ira Ebner beschrieben. Die NUM zahlt Streikgeld, ja, aber das reicht in vielen Familien hinten und vorn nicht, auf dem Sparkonto ist kein Geld vorhanden. Wenn man zum Streikbrecher wird, ist man bei den Kameraden durch. So entscheiden sich manche Leute, heimlich in einer fremden Zeche zu arbeiten. Andere brechen offen den Streik. Vor den Eingängen der Zechen stehen die Streikenden, im Bus bitten die Streikbrecher um Einlass. Die Polizei muss eingreifen. Freunde zerstreiten sich, Familien steuern auf die Armut zu, haben nicht einmal genug Geld, Essen zu kaufen. Die Zeche von Umbridge ist der Hauptort der Geschichte. Familien die seit Generationen in den Zechen arbeiten, von ihr abhängig sind, können sich nicht vorstellen, dass dieser Arbeitsort geschlossen wird. Denn die Zeche ist mehr als Arbeit, sie ist Familie, Tradition, Heimat, Zukunft. Aber es geht um mehr in diesem Roman. James ist verheiratet. Seine Frau stellt ihn zu Hause unter Druck, ausgeblendet der Realität. Was ist mit dem Urlaub, was mit dem Wintergarten, James hat sich zu kümmern, zu zahlen … Die Ehe ist schon länger kaputt, denn verschiedener könnten Menschen nicht sein als die beiden. Doch da ist die junge Hester, wild, idealistisch, mutig. Mit ihr hat James ein Verhältnis. Wie wird sich James entscheiden? Hat eine dieser Beziehungen die Chance, in diesen Zeiten zu überleben? Ist James überhaupt in der Lage, den Druck von allen Seiten auszuhalten? Wird er Gewerkschaftsführer bleiben? In schnörkelloser, prägnanter Sprache führt uns Ira Ebner durch diesen Streik. Keiner der Protagonisten ist gut, keiner böse, jeder verfolgt sein Ziel und ist damit menschlich. Genau das macht diesen Roman aus. Historisches gut aufgearbeitet in eine komplexe Geschichte von allen Seiten ausgeleuchtet, in einer leicht spröden Sprache, die dem Geschehen eine Sachlichkeit verleiht. Gleichzeitig verliert die Autorin nie die literarische Melodie: „Der Morgen kroch nasskalt über London herauf. Die Kuppel von St. Paul’s und die Türme des Big Ben und Westminster Abbey verschwammen im Sprühregen. So, als weigerte sich der Tag, überhaupt zu beginnen und mit dem Tempo der Stadt mitzuhalten.“ Für mich hebt sich dieses Buch von vielen anderen historischen Romanen ab. Die Autorin schafft es, eine spannende Geschichte zu erzählen, entfernt von jedem Kitsch, dicht an den historischen Ereignissen. Ein Buch das berührt und nachdenklich macht, das man erst beiseitelegt, wenn man an der letzten Seite angelangt ist.

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