Irenäus Eibl-Eibesfeldt

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Lebenslauf von Irenäus Eibl-Eibesfeldt

Irenäus Eibl-Eibesfeldt: österreichischer Verhaltensforscher. Prof. emeritus; Leiter des Humanethologischen Filmarchivs der Max-Planck-Gesellschaft in Andechs; Ordentliches Mitglied des Humanwissenschaftlichen Zentrums (HWZ) der Ludwig-Maximilians-Universität; apl. Prof. für Zoologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München; Direktor des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Stadtethologie in Wien; bis zu seiner Emeritierung 1996 Leiter der Forschungsstelle für Humanethologie in der Max-Planck-Gesellschaft

Alle Bücher von Irenäus Eibl-Eibesfeldt

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Wider die Mißtrauensgesellschaft

Wider die Mißtrauensgesellschaft

 (2)
Erschienen am 01.08.1995
Die Biologie des menschlichen Verhaltens

Die Biologie des menschlichen Verhaltens

 (2)
Erschienen am 01.10.2004
Galápagos

Galápagos

 (1)
Erschienen am 15.03.2013
Weltsprache Kunst

Weltsprache Kunst

 (0)
Erschienen am 01.12.2008
Liebe und Haß

Liebe und Haß

 (0)
Erschienen am 01.01.2001
Der vorprogrammierte Mensch

Der vorprogrammierte Mensch

 (1)
Erschienen am 01.08.1988

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Rezension zu "Galápagos" von Irenäus Eibl-Eibesfeldt

"Wir brauchen Selbstbeherrschung - und diese setzt Kenntnis über uns selbst voraus."
HeikeGvor 3 Jahren

"Am Morgen (den 17.) landeten wir auf der Chatam-Insel ... Nichts konnte weniger einladend sein als die erste Erscheinung. Ein zerklüftetes Feld schwarzer basaltischer Lava, welche in die verschiedenartigst zerrissenen Wellen geworfen und von großen Spalten durchsetzt ist, von verkümmertem, sonnenverbranntem Buschholz bedeckt, welches nur wenige Zeichen von Leben gibt. Die trockene und ausgedorrte, von der Mittagssonne erhitzte Oberfläche gab der Luft ein eingeschlossenes und drückendes Gefühl, wie ein Ofen." Derart schreibt Charles Darwin in seinem Buch 'Reise um die Welt' über seine Eindrücke bei seinem Besuch der Galápagos-Inseln im Jahre 1835. Als er im Oktober die Inseln vor der Westküste Ecuadors wieder verließ, im Gepäck jede Menge neuer Tierarten, ahnte er noch nicht die volle Tragweite seines Unterfangens. Erst 1859 veröffentlichte er seine Theorie der 'Evolution'. Heute weiß man, dass die Galapagos Inseln ein wahres Evolutions-Laboratorium sind. Wegen ihrer Isolation, aber auch ihrer Nähe, herrschen dort die besten Voraussetzungen zu deren Erklärung.

Enge Beziehungen zu diesen besonderen Eilanden hat auch der österreichische Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibelsfeldt. Der Schüler von Konrad Lorenz, der am 15. Juni dieses Jahres 85 Jahre alt wurde, besuchte die Galapagos-Inseln auf seinen Forschungsreisen zur Verhaltensevolution der Landwirbeltiere nahezu 30 Mal. Noch immer flattern Darwins berühmte Finken über die Inseln. Hunderte Tierarten gibt es, davon in etwa die Hälfte endemisch, also nirgendwo sonst auf der Welt. "Schildkröten größer als Autoreifen tapsen über einige Inseln, Tölpel mit Schlumpf-blauen Füßen watscheln über die Strände, fliegen beim Jagen wie ein Pfeil ins Meer und füttern ihre weißfedrigen, zerzausten Jungen. Galápagos-Pinguine, die einzige Pinguin-Art der nördlichen Hemisphäre, schwimmen in kleinen Grüppchen gleich daneben.", schreibt der Spiegel in einem Reisebericht. Zudem kennen sie fast alle keine Scheu. Egal ob Kielschwanzleguan, Baumkakteen, die bunten Meerechsen, die flugunfähigen Komorane oder der überaus zutrauliche Galápagos-Bussard... die bizarre Lebenswelt dieser von Feuer und Wasser geformten wild-herben Landschaft, die an die Entstehungstage unserer Erde mahnt, hat den Lebensweg des bekannten Forschers in entscheidender Weise geprägt.

Das vorliegende Buch ist beredtes und anschauliches Zeugnis dieser Erfahrungen von Irenäus Eibl-Eibelsfeldt, die mit dem ersten Schritt 1954, als Teilnehmer der Hans Hass Expedition, ihren Anfang nahmen. Auf über 300, reich bebilderten Seiten nimmt der Forscher den Leser mit und vermittelt "ein abgerundetes Bild von der Natur dieses außergewöhnlichen Inselreiches" und eine vertiefende Schau für deren verborgenen Wunder. Gegliedert in zwölf Kapitel, in denen er sich vornehmlich einer Tierart widmet, zeichnet der Autor interessant und anschaulich, mitunter etwas sprunghaft, aber immer wettgemacht durch einen sehr persönlichen und leidenschaftlichen Text, ein engagiertes und faszinierendes Bild dieses "Garten Edens" mit seinen so einzigartigen Sonderformen. Sei es nun die tangfressende Meerechse, der kakteenfressende Drusenkopf oder die großen Elefantenschildkröten. Entstanden ist ein Buch voller Verve, das "die Augen für die kleine verborgenen Wunder, für den Mikrokosmos, der im Grunde alle Lebensrätsel birgt" öffnet.

Eibl-Eibesfeldt warnt allerdings auch eindringlich vor den Gefahren, die vor allem durch unsere Rasse - den Menschen - drohen. Das empfindliche biologische Gleichgewicht auf den Galápagos-Inseln wird durch ihn und eingeführte Haustiere nachhaltig gestört und bedroht dadurch die weitere Existenz vieler merkwürdiger Geschöpfe. Daher wiegen die nachfolgenden Worte des Autors besonders schwer: "Nach und nach überziehen wir unseren Planeten mit Asphalt und Beton, und wir sehen zu, wie in wenigen Jahrzehnten Naturschönheiten, die in Jahrmillionen heranwuchsen, für immer vernichtet werden. Vielleicht kann man diese Entwicklung in den fruchtbaren Ackerbaugebieten unserer Erde nicht ganz vermeiden. Umso mehr ist zu wünschen, dass wenigstens die wirtschaftlich wertlosen, aber an Naturwundern so reichen Galápagos-Inseln unzerstört der Nachtwelt erhalten bleiben."

Galápagos - ein ebenso einmaliges wie faszinierendes Naturlaboratorium: Danke für dieses wunderbare Buch!

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Irenäus Eibl-Eibesfeldt wurde am 15. Juni 1928 in Wien (Döbling) (Österreich) geboren.

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