Cover des Buches Ich sehe dich (ISBN: 9783442480616)L
Rezension zu Ich sehe dich von Irene Cao

Ein Roman, der weder eine tiefgründige Geschichte noch starke Charaktere bietet

von Lese_Leni vor 7 Jahren

Review

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Lese_Lenivor 7 Jahren

Eine konstruktive Kritik soll man bekanntlich mit den positiven Aspekten beginnen. Also: Ich liebe Italien, ich liebe Venedig, das Buch spielt in Venedig ... Top! :D Das passt schon mal. Die Atmosphäre war super toll. Die kleinen Gassen, der Kanal, die vielen Brücken und das italienische Flair insgesamt verleihen dem Buch etwas ganz besonderes. Außerdem ist die Autorin Italienerin und hat selbst in Venedig studiert. Heißt, sie weiß ganz genau wovon sie schreibt, wenn sie zuvor genanntes beschreibt :)

So das also zum positiven. Leider habe ich auch ein paar Punkte, die mir während des Lesens negativ aufgefallen sind.


Punkt eins: Elena, die Protagonistin hat mir persönlich nicht viel Raum gegeben um mich mit ihr zu identifizieren. Das liegt nicht daran, dass sie Ende 20 ist und ich erst 18, denn ich habe es in anderen Romanen schon geschafft mich in eine 40 jährige dreifache Mutter hineinzuversetzen :D Also an Empathie fehlt es mir eigentlich nicht ;D Der Grund war eher, dass sie mir nicht sehr konsequent vorkam. Das lag - denke ich - besonders an den Beschreibungen der Autorin. Manche Chrakterzüge waren in Bezug auf andere widersprüchlich und auch die Entwicklung, die Elena im Laufe der Geschichte durchlaufen ist war mir etwas suspekt. Mir ist mehr als klar, dass genau diese Veränderung ihres Charakters provokant und beabsichtigt sein soll, aber mir persönlich kam das alles etwas seltsam vor.


Punkt zwei: Leonardo, der männlich Part in diesem Buch, hat mich so gar nicht angesprochen. Ich weiß, dass das Geschmackssache ist, aber ich bezweifle wirklich, dass die Vorstellung eines Mannes mit rötlichem Dreitagebart, zerknitterten Leinenklamotten und ungepflegten Haaren viele Frauen anspricht. Dazu kommt die oft sehr unpassende Ausdrucksweise. Zwischendurch habe ich oft überlegt ob das im Original auch so klingt und von der Autorin beabsichtig ist oder ob in der Übersetzung öfters Wörter benutzt worden sind und das somit an der Interpretation liegt. Da wären wir auch schon gleich beim nächsten Punkt.



Punkt drei: Die Übersetzung hat mir gar nicht gefallen. Ich kann euch nicht mal genau sagen warum. Aber zwischendurch musste ich Sätze wirklich zwei, drei mal lesen, weil ich mir dachte: Das klingt so gar nicht italienisch! Und ja, mir ist klar, dass ich die deutsche Ausgabe gelesen habe ^^ Vielleicht versteht ihr ja, was ich meine. Manche Wörter waren so richtig deutsch, also so richtig! :D Nachdem ich das Buch durch hatte, habe ich gegoogelt woher die Übersetzerin gebürtig kommt: Rheinland-Pfalz. Und jetzt denkt ihr wahrscheinlich 'Mein Gott, ist die bescheuert', aber ich habe tatsächlich dann nach typischen Wörtern gesucht, die in dieser Region normal im Sprachgebrauch verwurzelt sind. Uuuund ... ich bin wirklich fündig geworden. Ich werde diese Wörter jetzt nicht wiederholen ... aber ich bin mir sehr sehr sicher, dass mir die Übersetzung komisch vorkam, weil sie im pfälzischen Dialekt verfasst worden ist. Natürlich ist das weiterhin nur eine Vermutung und ich würde es niemals wagen der Übersetzung irgendwas zu unterstellen, aber es ist mir nun mal sehr stark aufgefallen und wollte es deshalb ansprechen. Wenn ihr so etwas auch schon einmal erlebt habt, schreibt es mir bitte!


Punkt vier: Die Geschichte an sich konnte mich leider einfach nicht mitreißen. Vorher war mir natürlich klar, dass ich bei einem Roman auf dem schon "Erotischer Roman" drauf steht, mit einigen erotischen Szenen zu rechnen habe. Die Häufigkeit hat mich also nicht überrascht, das was mich aber gestört hat war das Niveau dieser Szenen. Das liegt höchstwahrscheinlich auch an mir persönlich und meinen ... ich nenne es mal Ansichten, aber wie gesagt, mir haben sie einfach nicht gefallen.


Fazit

Ein Roman, der weder eine tiefgründige Geschichte noch starke Charaktere bieten konnte.

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