Irene Dische

 3.8 Sterne bei 314 Bewertungen
Autorin von Großmama packt aus, Loves / Lieben und weiteren Büchern.
Irene Dische

Lebenslauf von Irene Dische

Irene Dische wurde in New York geboren und lebt heute in Berlin und Rhinebeck. Nach einer Weltreise als Tramperin, studierte sie an der Harvard University und veröffentlichte erste Reportagen in amerikanischen Zeitungen. 1993 veröffentlichte Irene Dische ihren ersten Roman „Ein fremdes Gefühl oder Veränderungen über einen Deutschen“. Mit Hans Magnus Enzensberger und Michael Sowa zusammen schrieb sie mit „Esterházy“ ihr erstes Kinderbuch. Dische wurde mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet und erhielt als erste Preisträgerin den Jeanette Schocken Preis.

Alle Bücher von Irene Dische

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Großmama packt aus

Großmama packt aus

 (206)
Erschienen am 12.10.2015
Loves / Lieben

Loves / Lieben

 (21)
Erschienen am 01.06.2008
Der Doktor braucht ein Heim

Der Doktor braucht ein Heim

 (16)
Erschienen am 01.12.2009
Fromme Lügen

Fromme Lügen

 (14)
Erschienen am 01.04.2009
Schwarz und Weiss

Schwarz und Weiss

 (9)
Erschienen am 05.10.2017
Clarissas empfindsame Reise

Clarissas empfindsame Reise

 (11)
Erschienen am 01.08.2010
Zwischen zwei Scheiben Glück

Zwischen zwei Scheiben Glück

 (6)
Erschienen am 29.01.2018
Ein Job

Ein Job

 (4)
Erschienen am 16.02.2009

Neue Rezensionen zu Irene Dische

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mabuereles avatar

Rezension zu "Zwischen zwei Scheiben Glück" von Irene Dische

Liebe in finsteren Zeiten
mabuerelevor 3 Monaten

„...Aber die Aufgabe des Arztes besteht darin, Leben zu retten und Leben retten ist seine Freude...“


Die ersten sechs Jahre verlebt Peter bei seinem Vater. Seine Mutter war bei einem Autounfall gestorben. Laszlo Nagel, studierter Jurist in diplomatischen Dienst, nimmt sich Zeit für den Jungen. Er sprüht vor Lebenslust. Dann aber kommt Peter zu seinem Opa nach Ungarn. Dort herrscht ein geregelter Tagesablauf. Dr. Nagel ist Arzt.

Im Jahre 1938 geht Laszlo Nagel als Diplomat nach Berlin und nimmt seinen Sohn mit. Doch die gemeinsame Zeit ist kurz. Peter begreift noch nicht, was um ihn geschieht. Sein Vater aber sieht die Gefahr. Peters Mutter war Jüdin. Deshalb schickt Laszlo den Sohn zurück zum Großvater nach Ungarn. Beide tauschen Briefe aus. In seinen Briefen malt Laszlo für den Sohn eine friedvolle Welt.

Die Autorin hat ein sehr berührendes Buch geschrieben. Es veranschaulicht die unterschiedlichen Facetten der Liebe.

Laszlos lebensfrohe Art sorgt für eine zauberhafte Kindheit des Jungen. Seinen Opa ist es nicht gegeben, Gefühle in Worte zu fassen. Erst am Ende des Buches wird klar, was er aus stiller Liebe für den Enkel getan hat.

Der Schriftstil gibt einem brisanten Thema ein ganz eigenes Gesicht. Dafür sorgt die beschreibende, fast sachliche Art. Es ist bewegend, wie die Erwachsenen für Laszlo in der Reichskristallnacht das Geschehen so organisieren, dass er die Brisanz nicht im mindesten spürt. Kleine Lichtblicke zwischendurch weisen darauf hin, dass nicht alles so ist, wie es scheint. So muss sich Laszlo die Briefe des Vaters vorlesen lassen, weil die Schrift schlecht lesbar ist. Plötzlich aber kommen Briefe, die mit Schreibmaschine geschrieben sind. Der unterschiedliche Charakter von Laszlo und Dr. Nagel wird deutlich herausgearbeitet. Obiges Zitat stammt von Dr. Nagel.

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Besser als im letzte Abschnitt des Buches kann man nicht formulieren, wer wie Peters Leben beeinflusst hat.


„...Er ist immer elegant angezogen wie seine Tante Eva, er hat sich etwas von der draufgängerischen Art seines Vaters bewahrt, und er besitzt Theas warmes Herz, aber er ist ruhig und besonnen wie sein Großvater, Dr. Nagel...“

Kommentare: 2
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Fortis avatar

Rezension zu "Zwischen zwei Scheiben Glück" von Irene Dische

Kurze, komplexe Geschichte
Fortivor 3 Monaten

Die Konstellation Sohn - Vater - Großvater ist interessant. Die kindliche Sicht auf den Nationalsozialismus ist gut beschrieben. Beides ist nicht wirklich neu, aber doch gut umgesetzt.
Die Auflösung ist am Ende sehr sehr kurz. Vom Leser wird hier Interpretation gefordert. Ein bisschen hat mich gestört, dass das Schicksal des Vaters nur in Gerüchten wiedergegeben wurde.


Gerade durch die Kürze und das komplexe Ende, regt das Büchlein Jugendliche und Erwachsene zum Nachdenken an.

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solveigs avatar

Rezension zu "Ein Job" von Irene Dische

Viel mehr als ein Krimi
solveigvor 8 Monaten

Alan, ein kühl berechnender, kurdischer Killer wird nach New York geholt, um einen brisanten Job zu erledigen. Natürlich handelt es sich um sein Spezialgebiet, das Töten. Sein Auftraggeber Mr. Ballinger bringt ihn in einem Apartment unter, gibt ihm einige nähere Informationen zu den Opfern und stattet ihn mit einem Handy und einem gelben Taxi aus, das Alans Mobilität garantiert. Nur wenige Tage Zeit bleiben ihm zur Erfüllung seiner Aufgabe, und so beginnt er sofort mit dem Recherchieren. Das wiederum ist nicht so einfach; denn Alan versteht kein Englisch. Welch ein Glück, dass seine Wohnungsnachbarin, Mrs. Allen, eine gebildete Frau ist und zufällig Türkisch spricht…

Aus vielerlei Komponenten konstruiert Irene Dische einen Roman, der vordergründig einen Krimi darstellt, in dem aber sehr viel mehr steckt: Bissige Gesellschaftskritik, Sozialsatire, sogar ein wenig Märchenhaftes. Reichlich schwarzer Humor  -  wie der Leser es aus ihren Büchern gewohnt ist  -  würzt den Roman, der im Jahre 1989 den Deutschen Kritikerpreis gewann. Es ist einfach wunderbar, wie Dische mit viel Einfühlungsvermögen das Soziogramm eines kurdischen Pascha wiedergibt, all seine Allüren, Eitelkeit und sein Selbstverständnis als Mann schildert  -  und dann der Realität einer völlig anderen, Alan unverständlichen Kultur gegenüber stellt. Ist ein von den patriarchalischen Strukturen seiner Heimat geprägter Mann zu einer Wandlung fähig? Das erzählt Irene Dische auf spannende und höchst amüsante Weise in „Ein Job“.

 

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