... doch leider entpuppt sich die anfangs unterhaltsame Geschichte im Verlauf als zäh. Zwar finde ich die 'allerletzte Kaiserin' in Figur der Johanna Fialla spitze, doch die Einschübe von Claudia Hendl, die das Leben der Fialla dokumentieren soll, doch etwas eigen und langatmig. Der Roman selbst hat Witz, auch Biss und ist originell. Eine Straffung hie und da hätte gut getan.
Irene Diwiak
Lebenslauf
Romane, Theaterstüke und Hörspiele: Irene Diwiak, Jahrgang 1991, ist eine österreichische Schriftstellerin. Sie studerte Slawistik, Judaistik und Komparatistik in Wien. Nach ihrem Abschluss fing sie an Kurzhörspiele, Theaterstücke und Erzählungen zu schreiben. Zunächst für Zeitschriften und Anthologien.
Ihren ersten Literaturpreis, den Jugend-Literatur-Werkstatt Graz Preis, gewann sie bereits mit zehn Jahren. Ihr offizielles Debüt als Autorin gab sie mit ihrem Roman „Liebwies“. Dieser stand auf der Shortlist für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises.
Seitdem stehen ihre Werke regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Heute lebt die Autorin zusammen mit ihrer Familie in Wien.
Alle Bücher von Irene Diwiak
Liebwies
Malvita
Die allerletzte Kaiserin
Sag Alex, er soll nicht auf mich warten
Malvita
Malvita: Roman
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Neue Rezensionen zu Irene Diwiak
Liebwies beschäftigt sich mit Charakteren, die nur wenig liebenswert sind, dafür umso interessanter.
Da ist die talentierte Sängerin, die zurückbleibt, weil die schöne Schwester ihr in Optik überlegen ist.
Da ist die biedere Ehefrau, die komponieren kann und deren Kompisitionen vom Ehemann gestohlen werden.
Da sind all die Oberflächlichen, die den Liebenden kalt die Rücken kehren, wenn etwas Anderes reizvoller erscheint.
Nicht alles ist Gold was glänzt, schon gar nicht in den Goldenen 20ern des letzten Jahrhunderts.
Irene Diwiak, so lässt der Verlag auf der Innenklappe des Schutzumschlags wissen, ist eines der großen Erzähltalente ihrer Generation. Nach den kritisch anerkannten Werken 'Liebwies' (2017) und 'Malvita' (2020) kann das die Lektüre ihres neuesten Romans, Die allerletzte Kaiserin, nur bestätigen.
Dabei ist es gar nicht die eigentliche Urheberin, sondern die Wirtstochter Claudia Hendl, die berichtet, wie eine exzentrische, mit altmodischer Eleganz gekleidete Dame ihr Gasthaus in einem entlegenen Bergdorf betritt, um dort jeden Tag das Gleiche zu bestellen. Diese behauptet, eine direkte Nachfahrin des Kronprinzen Rudolf zu sein, mit allen Erbansprüchen eines legitimen Mitglieds des Hauses Habsburg. Was nun beginnt, ist eine unterhaltsame, flüssig geschriebene Tour durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts, erzählt von jener Dame, ab jenem noch immer faszinationsumwitterten Doppelselbstmord im damaligen Jagdschloss Mayerling in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 1889. Dieses Buch ist, umgangssprachlich ausgedrückt, verdammt gut geschrieben. Und das lässt sich an drei hauptsächlichen Punkten festmachen:
Die Geschichte fußt auf solider Recherche und gründlichen historischen Kenntnissen der Autorin. Dabei erzählt sie nicht belehrend wie ein Professor, sondern macht Geschichte durch einzelne menschliche Schicksale zugänglich. Es entstehen dabei Sätze wie diese über einen Onkel im Zweiten Weltkrieg: „Da musste er allerhand sprengen, was den Gegnern nicht in die Hände fallen sollte, und das war so ziemlich alles, was die Bomben noch nicht erledigt hatten.“ (S. 79).
Hier wird deutlich: Diwiak webt in ihre Handlung, im Gegensatz zur eher plumpen Comedyszene des Fernsehens, einen feinen Humor, die im besten Sinne des Wortes literarisch zu nennen ist. Es gibt zitierenswerte Einsichten in die manchmal widrigen Umstände des Lebens: „Geld stinkt nicht, heißt es, zu wenig Geld zu haben, macht es allerdings sehr schwer, nicht zu stinken.“ (S. 204-5). Der Leser hat das Gefühl, in ein kurzweiliges Gespräch mit der Autorin verstrickt zu sein. Und er bedauert es, wenn diese Konversation ihr Ende findet. Schon hierdurch wie durch die historische Bildung hebt sich das Buch auf wohltuende Weise von der Mehrheit der zeitgenössischen Publikationen ab.
Die Handlung ist geschickt strukturiert. Stark und schnell sind die Dialoge, welche sie vorantreiben. Nachdem Diwiak ihren Leser einen Weg entlanggeführt hat, bei dem die Spannung aufs erwartete Ende immer mehr zunimmt, gibt es die eine oder andere recht amüsante Ohrfeige für ihn, der mit überraschenden Wendungen konfrontiert wird.
Die allerletzte Kaiserin eignet sich als Sommer- wie als Winterlektüre. Dieser Roman ist anspruchsvoll genug für diejenigen Leser, die ein echtes historisches Interesse mitbringen, und ebenso kurzweilig für diejenigen, die einfach nur gut unterhalten werden wollen. Nicht viele Autoren sind in der Lage, diese Brücke zu schlagen. Irene Diwiak gelingt es. Wie auch die optimistische Grundaussage ihres neuen Werkes: Dass ein wenig Phantasie das Leben deutlich erträglicher, ja vielleicht sogar schöner macht.
Gespräche aus der Community
Irene Diwiak beleuchtet in ihrem neuen Roman die faszinierende Welt der Reichen und Schönen in Italien. Und sie zeigt auch deren Abgründe. Wir freuen uns, wenn ihr gemeinsam mit Irene Diwiak "Malvita" lesen wollt. Für die Leserunde verlosen wir 20 Exemplare!
Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte. Es war ein ungewöhnliches Leseerlebnis!
https://www.lovelybooks.de/autor/Irene-Diwiak/Malvita-2570397259-w/rezension/2805023065/
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