Irene Diwiak Liebwies

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Inhaltsangabe zu „Liebwies“ von Irene Diwiak

1924: Der bekannte Musikexperte Christoph Wagenrad hat sich in die junge Gisela Liebwies verliebt, die seiner verstorbenen Frau, einer berühmten Pianistin, ähnlich sieht. Obwohl unbegabt, soll sie nun ebenfalls zum Star aufgebaut werden. Durch Erpressungen seitens Wagenrads schafft sie es ans Konservatorium und erhält sogar die Hauptrolle bei der Abschlussdarbietung. Dass die dafür komponierte Oper, bei der die Hauptdarstellerin fast ohne Stimme auskommt, nicht von August Gussendorff stammt, der sich dafür feiern lässt, sondern von seiner Frau Ida, muss ja auch niemand erfahren. Eine herrlich bösartige Geschichte über falschen Glanz, die Gier nach Ruhm – und wahre Schönheit, die mit alldem nichts zu tun hat.

Interessant, unterhaltsam und sarkastisch - die Schickeria der 20er und 30er Jahre in der österreichischen Kulturszene.

— thelauraverse

bestens

— leserin

Großartiger Roman, der die Gesellschaft der 20er und 30er Jahre des 20. Jhdts penibel seziert und viele Parallelen zu unserer Zeit aufzeigt.

— Ernstengel

Eine mit viel Humor geschriebene, aber doch tiefgründige und fesselnde Geschichte über zwei Frauenschicksale in der Zwischenkriegszeit

— Buchbaer

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    Liebwies

    thelauraverse

    11. December 2017 um 20:39

    Wenn der Beginn des Klappentextes eines Buches bereits „Herrlich böse“ lautet, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es – zwar nicht ausschließlich, aber schon auch deswegen – auf dem nie enden wollenden Stapel jener Bücher landet, die ich irgendwann einmal lesen möchte. Für „Liebwies“ von Irene Diwiak ist dies eingetreten und meine zugegebenermaßen relativ großen Erwartungen wurden nicht vollkommen enttäuscht.Aber alles schön nach der Reihe: Der Roman „Liebwies“ ist das Debüt der jungen, österreichischen Schriftstellerin Irene Diwiak und wurde vor nicht allzu langer Zeit bei Deuticke veröffentlicht.Das gesamte Figurenarsenal des Romans aufzuzählen, würde ziemlich lange dauern, da ein breites Spektrum an verschiedensten Persönlichkeiten mit ihren Eigenheiten geboten wird. Deswegen werde ich ein bisschen ausholen müssen, um die grobe Figurenkonstellation darzustellen:Als erste Protagonistin könnte man daraus eine Frau namens Gisela Liebwies nennen, deren Nachname nicht nur titelgebend für den Roman war, sondern auch bereits auf deren Herkunftsort, das weitab von jeglichem städtischen Einflussgebiet liegende Dörfchen Liebwies, hinweist. Obwohl nicht dezidiert erwähnt wird, dass sich dieser Schauplatz im Österreich der 1920er Jahre befindet, wird eben dies dem Leser/der Leserin durch einige gut platzierte Hinweise relativ schnell klar. Gisela wächst in ärmlichen Verhältnissen als Tochter eines Bauern auf und kommt mit der „großen Welt“ erst in Berührung, als der Lehrer des Dorfes, ein Konzert organisiert. Dieser kam nach dem Krieg nach Liebwies und traf dort, enttäuscht vom Leben auf das außergewöhnliche Gesangstalent Karoline, derentwegen auch das besagte Konzert veranstaltet wird. Der zu diesem Anlass extra angereiste Freund des Lehrers, Christoph Wagenrad, verliebt sich auf den ersten Blick – jedoch nicht in die begnadete Sängerin, sondern in ihre Schwester Gisela, die er unverzüglich mit in die Großstadt nimmt. Dort nimmt das Schicksal seinen Lauf und Gisela, die eigentlich überhaupt nicht singen kann, soll zum neuen Star der Wiener Musikszene werden.Parallel dazu wird die Geschichte einer zweiten Protagonistin erzählt, die auf den Mädchennamen Ida Padinsky hört. Sie stammt aus völlig anderen Verhältnissen als Gisela und wächst als Tochter einer einflussreichen Fabrikantin auf, die aus meist pragmatischen Gründen keine Beziehung zu ihren Kindern – insbesondere Ida aufbauen kann. Ida entdeckt bereits früh, dass sie musikalisch sehr begabt ist und außergewöhnlich gut komponieren kann. Aus ebenfalls relativ pragmatischen Gründen wird sie mit dem deutlich älteren Dichter August Gussendorf verheiratet, woraufhin sie nur mehr im Geheimen komponiert, da ihr exzentrischer Ehemann mit besagter Tätigkeit nicht einverstanden ist.Wie es der Zufall so will, begegnen sich die beiden Frauen und eine neue Geschichte, so unterhaltsam wie tragisch, nimmt ihren Lauf.Die gesamte Handlung ist in der Zwischenkriegszeit angesetzt, als in Österreich ein Großteil der Bevölkerung unter großer Armut zu leiden hatte. Davon bekommen die meisten handelnden Figuren, die völlig mit sich selbst beschäftigt sind, nahezu nichts mit, lediglich als Leser/in wird man immer wieder auf die herrschenden Zustände aufmerksam gemacht.Die Handlung lebt hauptsächlich durch ihre Figuren, von denen jede mit ihren Marotten und Eigenheiten daherkommt, was die Lektüre von „Liebwies“ ungemein unterhaltsam macht. Besonders hervorzuheben ist auch die Sprache, die es schafft, sowohl sehr genau und präzise als auch ein wenig überladen und überschwänglich zu sein – passend zu der Zeit, die sie beschreibt. Die Erzählung in ihrer Gesamtheit ist sicherlich nicht für jeden was, da ich mir gut vorstellen kann, dass einige Leser/innen mit dem überbordenden Figurenensemble und der nicht immer einfachen Sprache sehr wohl überfordert sein könnten.Nichtsdestoweniger:Das Buch wird mit Sicherheit jenen Menschen gefallen, die nicht nur die „wilden“ Zwanziger- und Dreißigerjahre Europas, sondern auch einen durchwegs satirischen Blick eben darauf zu schätzen wissen. Mit spitzer Zunge und noch spitzerer Feder lässt Irene Diwiak eine vergangene Welt auferstehen, die in vielen Belangen unserer Gegenwart gar nicht so unähnlich ist.

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  • Absolut empfehlenswert!

    Liebwies

    Ernstengel

    07. September 2017 um 22:05

    In Liebwies ticken die Uhren anders- wenn sie das überhaupt tun. Das muss auch der gealterte Lehrer Köck erkennen, der nach den einschneidenden und nachhaltigen Veränderungen, die der erste Weltkrieg in sein Leben gebracht hat, in dieses entlegene Bergdorf kommt. Umso mehr unerwartet trifft ihn die Entdeckung eines aussergewöhnlichen Gesangstalents in dieser kargen Umgebung. Köck blüht auf und findet in der Förderung dieses Talents eine erfüllende Aufgabe neben der oft zähen Tätigkeit als Dorflehrer. Er kann sogar die Aufmerksamkeit des anerkannten Musikexperten Christian Wagenrad - und somit einer gewissen Öffentlichkeit - erwecken. - Auch wenn dann alles anders kommt als von Köck geplant.... So beginnt die berührende und zugleich humorvolle Geschichte der handelnden Figuren in diesem Roman, die einem alle - zumindest irgendwie - bekannt vorkommen. Mit beißender bis melancholischer Ironie werden die einzelnen Charaktere beschrieben. In bizarr-ästhetischer Sprache entwickelt sich ein Kaleidoskop der menschlichen Eitelkeiten und Sehnsüchte in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus.

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  • Fesselnd und unterhaltsam

    Liebwies

    Buchbaer

    14. August 2017 um 19:29

    Irene Diwiak beschreibt in gekonnt satirischem Ton mit viel Liebe zum Detail Schicksale in der (meist) bürgerlichen österreichischen Gesellschaft der 20er und 30er  Jahre des 20. Jahrhunderts. Ihr gelingt es ausgesprochen gut, skurrile Figuren zu schildern, deren Handeln man selten als moralisch korrekt bezeichnen würde, die man irgendwie im tiefsten Inneren aber doch auch versteht. Die Kernhandlung von "Liebwies" - der unverdiente Ruhm der Sängerin Gisela Liebwies und die vom Ehemann (und wohl auch der Gesellschaft) verhinderte Karriere der begabten Komponistin Ida Gussendorff - ist fesselnd erzählt, es ist nie offensichtlich, wie es weiter geht, und man legt daher das Buch ungern aus der Hand. Daneben gibt es immer wieder bunte und schräge Figuren und Einzelepisoden, die doch alle irgendwie Wesentliches zur Geschichte beitragen. Ein großartiger Debutroman, der Leserinnen und Leser verschiedensten Geschmacks faszinieren wird!

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