Der Augenblick

von Irene Matt 
4,3 Sterne bei28 Bewertungen
Der Augenblick
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Ein ganz besonderer Roman!

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Klasse geschrieben, interessante tiefenpsychologische Thematik

Alle 28 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Augenblick"

Hauptkommissarin Alexandra Keller muss nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub gleich einen Fall übernehmen, der eine junge Familie ins Unglück stürzt. Dass auch Alexandras Schicksal eng mit diesem ungeheuerlichen Verbrechen verbunden ist, kann sie noch nicht ahnen. Auch nicht, dass ihr Leben dadurch tiefgreifende Veränderungen erfahren wird. Sie lernt eine Welt von Tätern und Opfern kennen, die ihr bisher unbekannt gewesen ist. Die Fragen nach Leben und Tod, Schuld und Sühne stellen sich ihr auf eine ganz neue Weise, während sie versucht, Licht ins Dunkel einer verhängnisvollen Tat zu bringen …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783961521241
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:249 Seiten
Verlag:Schardt, M
Erscheinungsdatum:01.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    baerins avatar
    baerinvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ganz besonderer Roman!
    Ein ganz besonderer Roman!

    Was veranlasst eine normale, junge Frau dazu, ein unschuldiges Baby zu ersticken? Die Täterin kann sich das beim besten Willen selbst nicht erklären. Hauptkommissarin Alexandra Keller hatte sie nicht in Verdacht, doch sie stellte sich selbst der Polizei, da sie nicht mit der Schuld leben konnte.

    Alexandra berät sich mit ihrem früheren Ausbilder Hermann Rau, der als Fallanalytiker arbeitet. Dieser vermutet eine Art von Traumatisierung, die zur Tat geführt hat. Er ruft ein Pilotprojekt ins Leben, um mit solchen Menschen psychologisch in einer Art Gruppentherapie zu arbeiten. Dazu wählt er sechs Fälle aus, darunter auch die Mörderin des Babys, mit denen er sich regelmäßig in einer psychiatrischen Einrichtung trifft, um deren Probleme und Traumata aufzuarbeiten. Erst danach sollen diese vor Gericht verhandelt werden. Und er hat damit Erfolg ...

    Es ist für einen Laien sehr interessant zu erleben, wie so eine Gruppentherapie funktioniert, wie die Teilnehmer sich nach und nach öffnen und ihren Problemen auf den Grund gehen. Es ist für alle kein leichter Weg, doch er führt zum Erfolg.

    Dies ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn, denn die Täterin stand ja von Anfang an fest. Das Buch ist dennoch sehr spannend zu lesen und der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch die einzelnen Charaktere wurden gut und einfühlsam beschrieben. Ein Therapie-Krimi, der den Leser in seinen Bann zieht!

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    Wuestentraumvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Klasse geschrieben, interessante tiefenpsychologische Thematik
    Der Augenblick

    Hauptkommissarin Alexandra Keller muss nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub gleich einen Fall übernehmen, der eine junge Familie ins Unglück stürzt. Ein Baby ist verschwunden und wird Tage später tot aufgefunden. Doch leider bleibt der Fall ungeklärt. Plötzlich stellt sich die Täterin selbst. Und damit beginnt die eigentliche Geschichte.

    Dass dies kein normaler „Krimi“ ist, war im Vorfeld bekannt. Es geht um Schuld und Sühne. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, wie dies im Buch umgesetzt wird.

    Die Täterin soll vor Verurteilung an einer Studiengruppe teilnehmen. In dieser wird nicht die Tat selbst, sondern das Warum und die Hintergründe der Tat in einer Gruppentherapie besprochen.

    Interessant vor allem war, wie so eine Gruppentherapie funktioniert und der Einblick in das tiefenpsychologische Geschehen. Welche Auswirkungen verdrängte Erinnerungen und vieles andere verursachen können, wie man diese be- und verarbeitet, damit man am Ende nicht Täter einer schlimmen Straftat wird. Was sind die eigentlichen Gründe für eine Tat, was war der Auslöser?

    In den Gesprächen wird vieles offenbart, man lernt die Charaktere und vor allem die Hauptkommissarin Alexandra Keller genauer kennen. Alle Charaktere sind realistisch dargestellt. Die Autorin vermittelt mir als Laien auf dem Gebiet der Psychologie einen fundierten und verständlichen Einblick, so dass ich als Leser alles gut verstehen und umsetzen konnte.

    Besonders der Anfang des Buches mit dem Fall des kleinen Babys sowie das Ende waren sehr spannend kreiert. Alles weitere, was die Hintergründe einer Tat, die Gruppentherapie, die Umstände jedes Einzelnen betraf, waren überaus interessant und fesselnd dargestellt.

     

    Fazit:

    Ein überaus interessanter und auch mit Spannung versehener „Krimi“, der eigentlich kein Krimi ist. Aber mindestens genauso spannend und fesselnd. Die Hintergründe und das Warum einer Tat ist ebenso interessant, wie einen Täter zu jagen und bei den Ermittlungen der Kommissare dabei zu sein. Dieses Buch hat mich gerade wegen der tiefenpsychologischen Thematik so gefesselt und begeistert. Selten ein so lehrreiches und interessantes Buch gelesen, welches gleichzeitig so spannend und fesselnd war.

    5 Sterne von mir und absolute Leseempfehlung.

    Kommentare: 1
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    Buchverschlinger2014vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein anderer "Krimiansatz" über die Beweggründe der Täter. Manchmal hilft Therapie doch mehr als Strafe
    Die Beweggründe der Täter für den entscheidenden Augenblick

    Irene Matts Roman "Der Augenblick" ist kein klassischer Krimi, sondern setzt sich viel mehr mit den Beweggründen des Täters auseinander, der zu der Tragödie führte. So eine Tat kann nicht nur das Leben der Opfer auf den Kopf stellen, sondern auch ein Augenblick macht vielleicht bisher unbescholtene Bürgern unwiderruflich zu Tätern.

    Der Kriminalpsychologe Hermann Rau möchte mit seinem Team in einem Pilotprojekt mehrere Täter  aus unterschiedlichen Bereichen therapieren und so die wahren Hintergründe der jeweiligen Tat ergründen und den Tätern helfen besser mit ihrer Schuld umzugehen.

    Der "Hauptfall" ist die junge Kindsmörderin Renate Weiss, die ein ihr völlig unbekannten Säugling wegen seiner Augen erwürgt und im Wald vergräbt. Als sie mit ihren Schuldgefühlen nicht weiterleben kann, stellt sie sich von alleine der Polizei. Sie hat Glück im Unglück, dass sie die Verhaltenstherapie beginnen kann. Wir begleiten sie ausführlich während ihrer Therapie und lernen ihre Gedanken und Gefühle durch ständiges Tagebuch schreiben besser kennen. Die anderen Studienteilnehmer lernen wir nur während der Therapiesitzung kennen und bekommen daher eher nur einen oberflächliches Bild geliefert.

    Das Buch hat mit gut gefallen, obwohl es auch einige Schwächen aufweist. Zum einen hätte ich gern gehabt, wenn man besser erfahren hätte, in welcher zeitlichen Rahmen die Therapie sich gerade befindet. Zum anderen bin ich mit dem Abschluss der Therapie und des Romans nicht wirklich zufrieden. Ich hätte gerne mehr über Renates Gerichtsverfahren mitbekommen und wie sich der Therapieverlauf und das Ergebnis auf die Verhandlung ausgewirkte. Außerdem hätte man die letzten Unterkapitel vielleicht besser als Epilog darstellen können und aufzeigen können, wie viel Zeit zwischenzeitlich vergangen ist.

    Insgesamt ein lesenswertes Buch, welches vielleicht auch öfters tatsächlich in der Realität zum Einsatz kommen sollte. Schließlich ist in manchen Fällen vielleicht eine Therapie der bessere Weg gegenüber einer (Gefängnis-) Strafe. Denn sicherlich gibt es einen (mitunter verdrängten) Grund, der von einem zum anderen Augenblick eine Kurzschlusshandlung auslösen kann.

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    jams avatar
    jamvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das sich nicht auf das laute Verbrechen konzentriert sondern auf den Moment der Stille, der ihm vorausgeht.
    Ein außergewöhnlicher Roman!

    „Alle sind so gut zu mir, das habe ich nicht verdient. Ich habe ihn gefragt, warum er sich die Mühe für mich, eine Mörderin; macht. Daraufhin hat er gesagt: „(…) Es ist nicht der Hass, sondern es ist die Liebe, die uns rettet.“

    Die Ermittlerin Alexandra Keller kommt gerade von einer Auszeit zurück, da landet der Fall Marcel auf ihrem Tisch. Ein Säugling, der ermordet aufgefunden wurde. Als die Täterin bekannt wird, wirft das mehr Fragen auf, als es beantwortet.
    Wie ist es möglich, dass ein Mensch, dessen Leben in geordneten Bahnen lief, von einem Augenblick auf den anderen ein schweres Verbrechen begeht?
    Um diese Frage zu beantworten, tritt ihr ehemalige Ausbildner Hermann Rau an Alexandra heran. Er möchte eine Gruppe bilden, die sich eingehend mit solchen Fällen und den Tätern beschäftigt, ihnen hilft, diese Frage für sich selbst zu beantworten! Und herauszufinden, ob sie es wieder tun könnten…

    Das Buch beginnt packend und gruselig, wir erleben hautnah mit, was mit Marcel geschieht… Und schon hier habe ich mich gefragt, was kann der Grund sein, warum geschieht das?
    Im weiteren Verlauf beschäftigen wir uns mit genau dieser Frage. Der Leser ist stiller Beobachter der Gruppe, die sich aus einem Pfarrer, Hermann, Alexandra, einer Analytikerin und Nikolaus Kleeberg, einem forensischen Psychiater sowie fünf Tätern zusammensetzt. Alle außer Nikolaus Kleeberg sind sehr bemüht, den Tätern eine sichere Umgebung zu bieten, in der sie sich öffnen können. Um zu ergründen, was in genau jenem Augenblick passierte, der ihr Leben und das weiterer Betroffener so dramatisch verändert hat.
    Und zwangsläufig stellt man sich selbst die Frage, was davon könnte mir passieren, unter welchen Umständen wäre ich zu einer irrationalen Tat fähig, die tragisch enden könnte?

    Einen wichtigen Part übernimmt Nikolaus Kleeberg, er stört die Runde und meine Überlegungen immer wieder mit sarkastischen Kommentaren. Für ihn ist das alles nur Theater der Täter, um einer gerechten Strafe zu entkommen. Und damit sprach er – zwar in übertriebener Sprache – Gedanken aus, die auch durch meinen Kopf geistern. Gibt es noch eine andere Stufe als die Unzurechnungsfähigkeit? Kann jemand zurechnungsfähig sein und dennoch in einem Moment so von seinen Gefühlen überwältigt, dass er eine Straftat begeht?

    „Der Augenblick“ ist ein Roman, der mich tief in die Psyche von Menschen wie du und ich es sind, geführt hat. Der mich über Schuld und Strafe nachdenken ließ, über schlechte Träume und gute Menschen. Über Vergangenheit, die oft präsenter ist als die Gegenwart…

    Ein Buch, das sich nicht auf das laute Verbrechen konzentriert sondern auf den Moment der Stille, der ihm vorausgeht.

    Ob ich für mich eine Antwort gefunden habe? Nein, aber ich werde weiter darüber nachdenken…

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    ElkeMZs avatar
    ElkeMZvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Auf dem Titel heißt es richtig "Roman" - kein Krimi - und auch keine leichte Kost. Aber eine interessante Geschichte zum Sinn von Therapie.
    Fängt da an, wo andere Krimis aufhören...

    ...und ist, wie die Autorin selber sagt, auch kein Krimi, sondern ein Roman. Worum geht es also?:

    Alexandra, Hauptkommissarin mit überdurchschnittlicher Aufklärungsquote, muss den Fall einer jungen Familie ungelöst zu den Akten legen...und ist mehr als überrascht, als sich die Täterin nach über einem Jahr selbst stellt - und dabei glaubhaft angibt, sich die Tat und ihr eigenes Motiv nicht erklären zu können.   

    Was veranlasst einen Menschen Anderen Schaden zuzufügen? Welche Mechanismen führen zum "Augenblick der Entscheidung", die nie mehr rückgängig zu machen ist...und auch in diesem Fall sehr schwerwiegende Folgen für alle Beteiligten hat!? Ist eine harte Strafe die einzige, und überhaupt in jedem Fall sinnvolle, Reaktion auf schwere Straftaten? 

    Alexandra und auch ihr früherer Ausbilder und Fall-Analytiker Hermann haben einen Eindruck von der Täterin, der sie ein neues Experiment wagen lässt. Vor der Verurteilung soll eine Aufarbeitung stehen, die Täterin erhält die Chance zur Aufnahme in eine Studiengruppe… in der nicht nur dieser Fall, sondern weitere "Geschichten hinter einer Tat" erforscht werden und der Leser detaillierten Einblick in die psychologische Arbeit einer Gruppentherapie bekommt... und: ein Einblick ins Privatleben der Kommissarin ist schließlich auch noch dabei. 

    Ich würde für dieses Buch den Begriff des "Therapiekrimis" für sehr angemessen halten, denn die Therapie steht schon im Mittelpunkt dieser Geschichte. Obwohl hier keine polizeiliche Aufklärungsarbeit, Action oder gar Verfolgungsjagden stattfinden, ist der Verlauf der Story dabei überraschend spannend geschildert (doch ein "Krimi";-)) 
    Und Szenen wie die eigentliche Tat zu Beginn und auch das raffinierte Ende sind durchaus gänsehautauslösend. Dazu tragen außerdem die vielen Fallgeschichten bei, die die Autorin wohl aus ihrer ehrenamtlichen Krisen-und Seelsorge-Arbeit mitbringt, sowie die Parallelgeschichte zum eigentlichen Fall, in der die Kommissarin die Hauptrolle spielt. Überdies gibt es schöne Ideen im Buch, wie zum Beispiel die im Wechsel auftretenden Tagebuch-Eintragungen mit der netten Überschrift "liebe Eule", was zusätzlich für Abwechslung sorgt.  

    Fazit: Wir haben hier also keinen "richtigen Krimi", aber eine gute Erzählung mit Reflexionen über Schuld und Sühne und mit praxisorientierten, gut verständlichen Erläuterungen, wie der persönliche Lebensweg zu schuldhaftem Handeln führen kann.
    Die Geschichte ist flüssig und -trotz des ernsten Themas- unterhaltsam zu lesen, und hat mir deshalb, in ihrer anderen "Rangehensweise", sehr gut gefallen. 
    Eine Sache hat mich etwas gestört: der beobachtende Psychologe ist etwas zu stark überzeichnet. Bei allem Verständnis für seine "Bad-Boy-Rolle" - seine Äußerungen sind nicht nur "störend" im Prozess, sondern extrem unqualifziert. Das könnte m.E. kein psychologisches Team so ignorieren wie es im Buch dargestellt wird. Auch die Lektüre, die von den Teilnehmern gelesen wird, ist zwar klassisch, aber etwas "oldfashioned" - ich vermute, dass das heute etwas anders gehandhabt würde. 
    Das sind allerdings Details, die den Laien nicht stören müssen und die wahrscheinlich gewählt wurden, um es dem Leser einfach zu machen. 

    Ich empfehle den Roman deshalb gerne weiter - speziell auch Allen, die immer schon mal wissen wollten, was eigentlich in so einer Gruppentherapie abläuft...oder die sich fragen, was Psychologen an der Vergangenheit denn immer so spannend finden? Und natürlich Allen, die mal einen anderen ("Therapie-)Krimi" lesen wollen.

    Kommentare: 1
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    Lilofees avatar
    Lilofeevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr lesenswert mit einem langen Nachhall
    Der Augenblick

    Hauptkommissarin Alexandra Keller muss nach
    ihrer Rückkehr aus dem Urlaub gleich einen
    schlimmen Mord aufklären.
    Der Alptraum aller Eltern. Ein Baby wurde in
    seinem Kinderwagen ermordet.
    Wer macht denn so etwas, doch nur ein schwer gestörter

    Mensch.
    Alexandra begibt sich auf die Tätersuche und landet
    in einer ihr ganz fremden Welt.

    Irene Matt stellt uns die Frage nach Leben und Tod,
    Schuld und Sühne. Wie kann es überhaupt zu so einer
    Tat kommen? Da muss man schon ganz tief in die Psyche
    der Menschheit schauen. Wie verdrängte Erinnerungen und
    Kindheitstrauma später noch das Leben beeinflussen können.
    Dieser Krimi ist kein Krimi der klassischen Art, eher einer
    der Aufzeigt was man tun kann, bzw. tun sollte damit so
    schreckliche Verbrechen nicht mehr geschehen.
    Es ist sehr interessant und auch spannend zu lesen was im
    Gebiet der Tiefenpsychologie und der Psychotraumatologie alles
    möglich ist.
    In diesen Gesprächen erfährt man viele wichtige und
    auch sehr spannende Details über die Protagonisten.
    Die Charaktere sind alle sehr lebensnah gezeichnet und voller Überraschungen.
    Man lebt und leidet mit Ihnen.
    Der  gute  Schreibstil der Autorin macht es möglich auch unwissenden  einen sehr guten Einblick in diese Materie zu gewähren.
    Das alles wird mit dem Mordfall zusammen eine spannende Lektüre.
    Fazit:
    Sehr lesenswert mit einem langem Nachhall.

    4,5 Sterne - hier aufgerundet auf  5 Sterne

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    Mrs_Nanny_Oggs avatar
    Mrs_Nanny_Oggvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Mal ein etwas anderer Krimi - sehr interessant zu lesen. Er trägt dazu bei, Verbrechen in einem anderen Licht zu sehen.
    Bick aus leeren Augen

    Der Klappentext lässt schon erahnen, dass es sich bei "Der Augenblick" um keinen gewöhnlichen Krimi im eigentlichen Sinne handelt, er wird sogar als "Therapie-Krimi" bezeichnet. Mich hat dies sehr neugierig gemacht, denn die  Hintergründe einer Tat, die psychischen Beweggründe von Verbrechen, haben mich schon immer interessiert. Deswegen war ich auch nicht enttäuscht, als das eigentliche Verbrechen - nämlich der Tod eines Säuglings - recht schnell abgehandelt wurde und sich auch die Täterin selbst der Polizei gestellt hat.
    Die eigentliche Geschichte, die erzählt wird, ist die Aufarbeitung der Tat in einer Therapiegruppe, die sich um Hermann Rau und der Hauptkommissarin Alexandra Keller bildet. Verschiedene Täter und Täterinnen öffnen sich hier nach und nach und verarbeiten ihre persönliche Geschichte, die letztendlich zum Verbrechen geführt hat. Interessant fand ich auch, dass die Reaktion der Presse (Schmusekurs für Kindesmörder!) in den Roman mit eingearbeitet wurde.
    Es hat mir sehr gut gefallen, dass detailliert beschrieben wurde, mit welchen Methoden in der Therapie gearbeitet wird: Gruppengespräch, Einzelgespräch, Tagebuch, Traumtagebuch. Dies zeigt von einem sehr fundierten Wissen der Autorin..
    Der Aufbau des Krimis ist ebenfalls gut gelungen. Das offene Ende hinterlässt ein gespanntes Nachglühen. Wird sie nun? Wird sie nicht?
    Was ich allerdings bemängeln muss, ist das Lektorat. Es sind schon noch einige Fehler vorhanden, die sich aber sicher ausmerzen lassen.
    Weiterhin waren mir die Dialoge etwas zu hölzern. Die Figuren hingegen waren gut entwickelt, auch der Gegenpart mit dem eitlen forensischen Psychiater war gut getroffen.
    Ich verteile 3,5 Sterne von 5 und freue mich darauf, mehr Krimis dieser Art zu lesen.

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    dieschmitts avatar
    dieschmittvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr lesenswerter Psychologischer Krimi mit Nachwirkung.
    Sehr lesenswerter Psychologischer Krimi mit Nachwirkung.

    Zum Inhalt:

    Ein verschwundenes Baby, das später Tot gefunden wird. Ein Fall, der allen Kopfzerbrechen macht. Die Kommissarin Alexandra Keller ermittelt und weiß zu diesem Zetpunkt noch nicht, dass auch ihr Schicksal mit diesem Fall verknüpft ist.

     

    Meine Meinung:

    Das schlimmste was Eltern passieren kann. Das eigene Baby verschwindet. Einige Tage später wird es tot aufgefunden, aber der Fall wird nie gelöst, der Täter wird nicht gefunden.

    Plötzlich ist der Fall aufgelöst, der Täter stellt sich, und es stellt sich die Frage, wie kommt jemand dazu eine solche Tat zu verüben. Eine Studie soll hier Aufschluss geben.  Damit beginnt dieses Buch dort, wo andere enden. Nämlich mit Bekanntwerden des Täters.

    Die Autorin führt die Leser in einen spannenden Fall und damit in die Psychologie von Taten und Tätern. Sehr geschickt gelingt es der Autorin die Leser in die Fälle und in das Erleben der Charaktere des Buches einzuführen. Ich war von Anfang an von dem Buch gefangen, der Schreibstil ist sehr gut lesbar und ich fühlte mich förmlich in die Geschichte hineingezogen. Es fiel mir sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen.

    Die Charaktere der Geschichte sind sehr gut beschrieben, so dass man sie sich gut vorstellen kann und manch eine der Personen förmlich vor sich sieht.

    Es ist kein klassischer Krimi bei der es um die Auflösung eines Falls geht, sondern eher um die psychologische Sicht hinter diesem Verbrechen und auch anderer Taten. Mich hat dieses Buch sehr bewegt, da man so tiefen Einblick in die Geschichten der Charaktere bekommt. Also wer nicht nur einen packenden Krimi lesen möchte, bei dem es um die Auflösung von Fällen geht, sondern auch gerne mal hinter die Kulissen schaut und „verstehen“ und nachvollziehen möchte, findet hier genau das richtige Buch.

    Ich habe auch lange nach dem Lesen über den Inhalt des Buches nachgedacht und empfehle es sehr gerne weiter.

    Fazit:

    Sehr lesenswerter Psychologischer Krimi mit Nachwirkung.

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    vronika22s avatar
    vronika22vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eher ein psychologisch geprägter Roman, als ein Krimi, aber trotzdem sehr spannend!
    Interessanter und spannender "Therapiekrimi"

    Inhalt:

    Hauptkommissarin Alexandra Keller muss in einem Fall ermitteln, in dem ein Baby spurlos verschwunden ist. Als die Mutter für ein paar Minuten zur Entspannung die Augen schließt, ist das Baby plötzlich weg und der Kinderwagen leer. Die Leiche wird wenige Tage später im Wald verscharrt entdeckt. Vom Täter fehlt jede Spur, bis sich eine junge Frau etliche Zeit später selbst stellt.


    Meine Meinung:

    Es handelt sich hier um keinen klassischen Kriminalroman, sondern eher um einen sehr psychologisch geprägten Roman, der sich aber so spannend wie ein Krimi liest. Eine Hauptkommissarin spielt aber eine bedeutende Rolle und auf der Rückseite wird das Buch als „Therapiekrimi“ bezeichnet, was für mich eine gute Bezeichnung darstellt.

    Der Schreibstil wechselt immer wieder zwischen Tagebucheinträgen, Therapiesitzungen und normalem Erzählstil. Dieser ständige Wechsel hat mir gut gefallen und das Buch zusätzlich aufgelockert.


    Sehr spannend fand ich es auch in die Psyche der einzelnen Menschen bzw. Täter zu blicken. So nach und nach haben sie immer mehr aus ihrer Vergangenheit offenbart. Das ist wirklich sehr gut gemacht. Man merkt auch, dass die Autorin einen psychologischen Hintergrund hat, und weiß wovon sie schreibt, und gut recherchiert hat. Irene Matt arbeitet als Krisenseelsorgerin und Mediatorin. Es geht um Psychotraumatologie, um Einzel- und Gruppentherapien, um Traumbotschaften und einiges andere mehr. Toll fand ich es, wie die Autorin es geschafft hat, diese doch sehr ernste Thematik in ein unterhaltsames und spannendes Buch zu packen.

    Und obwohl die Täterin gleich zu Beginn des Buches schon bekannt war, so fand ich doch erstaunlich, wie spannend das Buch trotzdem zu lesen war.


    Während meistens bei einem Mordfall die Ermittlungen im Vordergrund stehen und geschildert werden, so ist es hier so, dass es um die psychologischen Ermittlungen und Hintergründe und um die Therapie geht. Es ist kein einfaches oder leichtes Thema, an das sich Irene Matt heranwagt. Ich war beim Lesen selbst hin- und hergerissen bezüglich der Schuldzuweisung und der Verurteilung.


    Ich muss sagen, dass mich das Ende des Buches nicht ganz zufriedenstellen konnte. Warum dies so ist, kann ich jetzt nicht näher erläutern, da ich sonst die Spannung vorweg nehmen würde. Ich kann nur sagen: Jeder der sich für die Thematik interessiert, sollte es selbst lesen und sich eine eigene Meinung bilden.

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    misery3103s avatar
    misery3103vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ungewöhnlich erzählter Krimi, der einen auch nach dem Lesen noch beschäftigt.
    Ein Verbrechen

    Es ist ein schöner Tag, an dem eine Mutter mit ihren Baby spazieren geht. Total erschöpft schläft sie an einem Weg ein. Als sie wieder aufwacht, ist der kleine Marcel aus dem Kinderwagen verschwunden. Nach einer groß angelegten Suche wird das Kind zwei Tage später tot aufgefunden. Die Ermittlungen werden nach einem Jahr ergebnislos eingestellt, bis sich plötzlich eine Frau bei der Polizei stellt, die das Verbrechen zugibt. Was treibt eine Frau dazu, ein solches Verbrechen zu begehen? In einer Studie soll diese Frage beantwortet werden.

    Wir alle kennen das: Die Bilder eines schlimmen Verbrechens, bei dem man sich direkt fragt, wie der Täter zu so etwas fähig sein konnte. In diesem Buch wird das Verbrechen nicht von der „normalen“ Ermittlerseite erzählt, sondern lässt den Leser tief eintauchen in die Welt der Mörderin. Kann man verstehen, was eine Frau dazu treibt, ein fremdes Kind zu töten? Die Therapiesitzungen, wie sie im Buch geschildert werden, werfen ein neues Licht auf die Frau und bringen den Leser dazu, sich ganz in ihre Welt und ihre Sicht auf die Dinge einzulassen. Auch wenn man es nicht will, ist man berührt von den Schilderungen.

    Irene Matt gelingt es, ein Verbrechen auf eine ungewöhnliche Weise zu erzählen. Das Buch ist spannend, auch wenn es kein klassischer Krimi ist. Hier ist die Täterin von Anfang an bekannt und ihre Tat lange unverständlich. Der Blick auf die Schicksale der Teilnehmer an den Gesprächssitzungen und die tiefen Einblicke in ihre Psyche machen nachdenklich und bringen immer wieder die Frage nach dem Verständnis für die Tat und die Handlungsweise der Täter auf.

    Ein ungewöhnlich erzählter Krimi, der einen auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    diewortklauberins avatar

    Ein einziger Augenblick kann ein ganzes Leben verändern 

    Es gibt schicksalhafte Momente, Scheidepunkte auf dem Lebensweg, die eine unheilvolle Wendung nach sich ziehen. Ein solches Erlebnis ist der Dreh- und Angelpunkt in Irene Matts Roman "Der Augenblick".

    Hier behandelt die Autorin die großen Fragen von Leben und Tod, Schuld und Sühne und zeigt, dass es Möglichkeiten gibt, auch schwer traumatisierten Straftätern mit Hilfe einer entsprechenden Therapie zu helfen.

    Ihr seid neugierig geworden? Dann bewerbt euch jetzt für unsere Buchverlosung! Wir vergeben 25 Exemplare von "Der Augenblick" sowie 10 Exemplare von  "Nichts drin", wo Komissarin Alexandra Rau zwei ungewöhnlichen Todesfällen auf den Grund geht.

    Mehr zu "Der Augenblick"
    Hauptkommissarin Alexandra Keller muss nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub gleich einen Fall übernehmen, der eine junge Familie ins Unglück stürzt. Dass auch Alexandras Schicksal eng mit diesem ungeheuerlichen Verbrechen verbunden ist, kann sie noch nicht ahnen. Auch nicht, dass ihr Leben dadurch tiefgreifende Veränderungen erfahren wird. Sie lernt eine Welt von Tätern und Opfern kennen, die ihr bisher unbekannt gewesen ist. Die Fragen nach Leben und Tod, Schuld und Sühne stellen sich ihr auf eine ganz neue Weise, während sie versucht, Licht ins Dunkel einer verhängnisvollen Tat zu bringen …

    »Dieser Roman fängt erst dort an, wo Krimis aufhören. Sehr empfehlenswert für Leser, die gern über Psychologie und Ethik nachdenken!« 
    – Neling 

    »Wie weit kann man in die menschliche Seele blicken und Verständnis für ein Verbrechen aufbringen…« 
    – rewareni

    »Tiefgründige Geschichte um die Psyche und Motivation von Straftätern.« 
    – Ladybella911

    Mehr zu "Nichts drin"
    Nichts drin? Für die Komissarin Alexandra Rau ist es eine Frage auf Leben und Tod. Zusammen mit ihrem kauzigen Kollegen, Isidor Rogg, ermittelt sie im Hotzenwald. Zwei ungewöhnliche Todesfälle beanspruchen ihre ganze Energie. Etwas stimmt nicht, das spürt die Kommissarin ganz genau, aber sie muss sich zunächst den Umständen beugen. Die Geschichte, die sich ihr offenbart, ist atemberaubend und beschäftigt nicht nur die Kripo und die Justiz, sondern auch mehrere medizinische Gutachter. Sollten homöopatische Globuli eine Rolle spielen?

    Mehr zur Autorin
    Irene Matt wurde 1964 in Bad Säckingen geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie auf einem Bauernhof im südlichen Schwarzwald. Die Versicherungskauffrau engagiert sich ehrenamtlich als Telefon- und Krisenseelsorgerin und als Mediatorin. Sie lebt mit ihrem Mann und einem norwegischen Waldkater in Wittnau.

    Ihr seid bereit, euch in die Abgründe der menschlichen Seele zu begeben? Dann bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage:

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    Viel Glück!

    IreneMatts avatar
    Letzter Beitrag von  IreneMattvor 5 Monaten
    Dir auch vielen Dank für die tolle Rezension und das Verlinken.
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    Liebe Lovelybooksleserinnen und -leser,

    gemeinsam mit euch möchte ich meinen Roman "Der Augenblick" lesen und freue mich auf einen regen Austausch. Dafür verlose ich 10 Printbücher sowie 5 Ebooks. Schreibt doch bitte, welches Format ihr bevorzugen würdet. Ich bin gespannt auf eure Eindrücke!

    Worum geht es in "Der Augenblick"?
    Hauptkommissarin Alexandra Keller muss nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub gleich einen Fall übernehmen, der eine junge Familie ins Unglück stürzt. Dass auch Alexandras Schicksal eng mit diesem ungeheuerlichen Verbrechen verbunden ist, kann sie noch nicht ahnen. Auch nicht, dass ihr Leben dadurch tiefgreifende Veränderungen erfahren wird. Sie lernt eine Welt von Tätern und Opfern kennen, die ihr bisher unbekannt gewesen ist. Die Fragen nach Leben und Tod, Schuld und Sühne stellen sich ihr auf eine ganz neue Weise, während sie versucht, Licht ins Dunkel einer verhängnisvollen Tat zu bringen …

    Liebe Grüße und viel Spaß,
    Irene Matt
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