Alex und ich

von Irene Pepperberg 
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Alex und ich
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Ein tolles Buch. Wissenschaftlich fundiert und mit unendlich viel Gefühl für diese wunderschönen und hochintelligenten Tiere geschrieben!

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Inhaltsangabe zu "Alex und ich"

Irene Pepperberg ist Verhaltensbiologin und Forscherin an der renommierten Harvard-Universität. Als sie ihre Studien vor 30 Jahren begann, glaubte man nicht, dass Vögel in irgendeiner Form intelligent wären, von Sprachtalent ganz zu schweigen. Doch dann kam Alex und strafte alles, was bis dahin galt, Lügen. Irene Pepperberg brachte ihm bei zu zählen, komplexe Konzepte wie größer und kleiner sowie mehr und weniger zu verstehen. Und darüber hinaus bewies sie, dass Alex fähig war zu Emotionen und Gedanken. Er vermisste sie, wenn sie nicht im Labor war, er war eifersüchtig, er wollte ihr immer zeigen, dass er der Boss war.
2007 starb Alex überraschend – seine letzten Worte zu Irene am Abend, bevor er starb, waren: „You be good. I love you.“
Die Geschichte der Beziehung zwischen Irene und Alex ist ein Meilenstein der wissenschaftlichen Berichterstattung und eine unvergessliche Geschichte einer ganz besonderen Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783868820263
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:mvg
Erscheinungsdatum:14.09.2009

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    DarkReadervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch. Wissenschaftlich fundiert und mit unendlich viel Gefühl für diese wunderschönen und hochintelligenten Tiere geschrieben!
    Ein Muss für jeden Vogelfreund, ganz besonders aber für die Halter dieser traumhaften Tiere!

    Vor gut 25 Jahren schafften wir uns einen Graupapagei an und seit dem bin ich immer wieder auf der Suche nach geeigneten Büchern, denn bei der Haltung und Pflege dieser wunderschönen, intelligenten Tiere lernt man nie aus.
    Also stieß ich bei meiner Suche irgendwann auch auf das Buch von Mrs.Pepperberg und bekam es von meiner Tochter geschenkt.

    Ich hatte natürlich als interessierte Papageienhalterin von ihr und
    Alex gelesen und auch auf Youtube etliche Videos von den Beiden gesehen. Bei den ersten habe ich nur sprachlos den Kopf geschüttelt, denn so ein Tier hatte ich noch nie gesehen.
    Also, her mit dem Buch und losgelesen.

    Was soll ich sagen: ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen! Neben vielen geschilderten Experimenten, Lernstunden usw. mit Alex und auch anderen Graupapageien kam immer wieder viel Emotionales durch, denn man kann diese Tiere nicht nur als Forschungsobjekt sehen, sie klauen einem das Herz und man kommt nicht mehr von ihnen los.
    So erging es wohl auch Mrs.Pepperberg, denn ihr liebevoller Umgang mit Alex und seinen Artgenossen beweist das in diesem Buch sehr eindrucksvoll.
    Leider ist dieses Genie viel zu früh mit 30 Jahren verstorben, Graupapageien erreichen ein Alter von 50-70 Jahren.
    Mir jedenfalls sind nicht nur einmal die Tränen gekommen bei der Lektüre dieses Buches, da ich das traurige Ende ja bereits kannte.
    Hinterlassen hat dieser wunderbare Vogel viel, besonders für seine Artgenossen, denn ich hoffe, dass viele Papageienhalter ihre Tiere nun nicht mehr nur als lustigen Zeitvertreib sehen sondern als ein denkendes Individuum mit ganz viel Gefühl!
    Und als solches sollten diese Tiere - und nicht nur sie, das gilt für alle Tiere, für die ein Mensch die Verantwortung für ihr Wohlergehen übernimmt!! - gehalten, geschätzt und respektiert werden. Denn sie haben Gefühle - und für mich auch eine Seele, sie sind verletzlich und das sollte niemand, der ein Tier hält, vergessen!
    Ich bedanke mich bei Mrs.Pepperberg, sie hat viel dazu beigetragen, dass ich Rocky, meine Graupapageiendame und Lora, unsere Venezuela-Amazone, (bitte Papageien niemals allein halten, es sind Schwarmtiere und sehr gesellig, sie verkümmern ohne mindestens einen Artgenossen!!!) mit ganz anderen Augen sehe. Mit ganz viel Respekt und noch mehr Liebe.

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 3 Jahren
    Wie ein Graupapagei den Mythos von der Einzigartigkeit des Menschen ins Wanken brachte

    Bei den heute noch lebenden Urvölkern können wir beobachten, dass sie sich nicht über Tiere erheben, sondern Respekt vor ihnen haben oder sie sogar verehren. Dieses Einssein mit dem Universum haben wir scheinbar verlernt. Bereits in der Antike dachten sich Menschen eine klare Hierarchie unter den Lebewesen aus, an deren Spitze sie sich selbst setzten, nur dicht hinter den Göttern. Bis vor einigen Jahrzehnten wurde dieser eitle menschliche Unsinn nie ernsthaft in Frage gestellt. Tiere galten als triebgesteuerte Wesen, die unfähig zum Denken, Kommunizieren und erst recht zum zielgerichteten Handeln, etwa zum Benutzen oder gar Anfertigen von Werkzeugen, sind.

    Inzwischen glaubt die moderne Verhaltensforschung zwar immer noch an die gottesgleiche Einzelstellung des Menschen im Bereich der Lebewesen. Allerdings bröckelt dieser unbewiesen in den gedanklichen Raum gestellte menschliche Narzissmus so langsam. Einen großen Anteil daran hat ein Graupapagei mit einem wallnuss-großen Gehirn, der nachweisbar zu Dingen fähig war, die nach bis vor kurzem geltender wissenschaftlicher Sichtweise als unmöglich angesehen wurden. Davon berichtet dieses faszinierende Buch.

    Neben Affen können bekanntlich auch andere Tiere wie Katzen, Hunde oder Pferde unsere Körpersprache gut lesen. Sie interpretieren sie als Kommunikation mit ihnen. Leider sind wir oft einfach zu blöd oder zu arrogant, um diese Art der Kommunikation zu erlernen. Papageien hingegen besitzen die Fähigkeit, die menschliche Sprache nachzuahmen. Endlich redet mal einer mit uns so, dass wir es auch verstehen. Reden sie wirklich oder machen sie uns nur nach? Ja, sie reden wirklich. Und wer es nicht glauben will, der kann sich im vorliegenden Buch durch den Graupapagei Alex und die Verhaltensforscherin Irene M. Pepperberg eines Besseren belehren lassen.

    Frau Pepperberg hat dreißig Jahre mit Alex zugebracht, ihn an mehreren Instituten und Universitäten trainiert und über die Fortschritte ihres Schützlings wissenschaftliche Artikel geschrieben. Alex war darüber hinaus ein amerikanischer Medienstar. Seine Fähigkeiten sind also sehr gut dokumentiert. Neben der Bedeutung der Zahlen von Eins bis Sechs war dieser Vogel mit seinem Minigehirn in der Lage, das Konzept der Null zu verstehen. Das ist eine außerordentliche Leistung, denn die Null tauchte in der Mathematik erst relativ spät auf. Bewiesen ist darüber hinaus, dass Alex im Bereich seiner Zahlenkenntnisse addieren und subtrahieren konnte. Er besaß die Fähigkeit, Kategorien wie Farben, Formen und Materialien zu erfassen.

    Wenn er keine Lust mehr auf sein wissenschaftlich angelegtes Training hatte, sagte er, dass er genug habe oder er gab absichtlich alle möglichen falschen Antworten und sparte einzig die richtige aus. Er wurde mehr als deutlich, wenn er Nüsse oder Spielzeug wollte. Als er Jahre später nicht mehr das einzige Versuchstier war, korrigierte er andere Artgenossen oder ermahnte sie in menschlicher Sprache, doch deutlicher zu sprechen. Dieses unglaubliche Verhalten brachte letztlich alle theoretischen Vorstellungen von der Arbeitsweise tierischer Gehirne durcheinander. Wenn man Tieren überhaupt etwas zugetraut hatte, dann eher Primaten, aber kaum Vögeln.

    Mit Sicherheit brauchen Papageien in der Wildnis keine mathematischen Kenntnisse. Erwiesen ist aber nun, dass sie unter Anleitung zu einer Art des Denkens fähig sind, die man bei ihrem Gehirn niemals vermutet hatte.

    Leider verstarb Alex 2007 gänzlich unerwartet. Er selbst wird wohl von seinem nahen Ende gewusst haben, denn er verabschiedete sich gewissermaßen am Abend vor seinem Tod von seiner Lehrerin. Frau Pepperberg bemühte sich während ihrer Forschungsarbeit stets um wissenschaftlichen Abstand zu Alex. Erst nach seinem Tod bemerkte sie die enorme Nähe zu ihm. Mit ihrer Trauer beginnt dieses sehr emotional geschriebene Buch, und mit dem Vermächtnis dieses Tieres endet es. Alex hat zusammen mit Frau Pepperberg wissenschaftlich nachvollziehbar eine unsinnige und narzisstische menschliche Vorstellungswelt komplett zerstört. Dies kann ihm keiner mehr nehmen.

    Fazit.
    Was sensible und im Umgang mit Tieren erfahrene Menschen schon immer gewusst oder geahnt haben, wird in diesem Buch am Beispiel eines Graupapageis geschildert: Zwar ist der Mensch das höchstentwickelte Lebewesen. Aber unsere tierischen Mitbewohner sind in ihren Fähigkeiten lange nicht so weit von uns entfernt, wie wir uns das in unserer Eitelkeit seit der Antike eingebildet haben. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Büchlein eine breite Leserschaft bekommt, denn es ist bestens geeignet unser Bild von der Tierwelt grundlegend zu verändern und uns zurück zu einem viel respektvolleren Umgang mit ihr zu bringen.

    Kommentare: 1
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    monerls avatar
    monerlvor 5 Jahren
    "Offensichtlich wissen Tiere mehr, als wir denken, und denken mehr, als wir wissen"

    Dieses Buch ist auf verschiedenen Ebenen wunderschön! 


    Zum einen zeigt es deutlich, welch große Intelligenz es unter den Tieren gibt und zu was sie fähig sind. 
    Seit dieser Forschungsarbeit über Jahrzehnte, ist der Begriff "Vogelhirn" nun eindeutig positiv zu verwenden. Dass ein Graupapagei sprechen lernen kann, das wusste ich bereits. Aber, dass er die Intelligenz eines fünfjährigen Kindes besitzt und sich selbständig durch die menschliche Sprache bewusst äußern kann, finde ich umwerfend!

    Andererseits finde ich sensationell, welche Bindung durch Freundschaft und Liebe ein Tier mit einem Menschen eingehen kann, weil es das möchte. Einmal mehr wird dem Menschen vor Augen geführt, dass Tiere, vorallem eben auch Vögel, Emotionen haben. Sie sind traurig, empfinden Freude, können schelmisch und lustig sein und trauern sogar einem Menschen hinterher. 

    Die Gattung Mensch ist eben eitel und möchte nicht vom erhabenen Sockel gestoßen werden! Ich bin sehr froh, dass es der Wissenschaftlerin und Autorin gelungen ist, diese Sensation mit diesem grandiosen Graupapagei hervorzubringen und die Wissenschaft aufzurütteln. 

    Das Buch ist verständlich und leicht geschrieben und ließt sich in einem Fluss. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Wörter/Begriffe/Sätze, die Alex auf Englisch gesprochen hat, nicht ins Deutsche übersetzt worden wären. Dies wäre authentischer gewesen. Für Leser, die des Englischen nicht mächtig sind, hätte eine Fußnote auf Deutsch ausgereicht. Aber das ist mein persönliches Empfinden.

    Irene M. Pepperberg ist es gelungen, ein Buch über ihre Erfahrung, ihr Leben, die Arbeit und Schwierigkeiten ihrer Forschung mit Alex zu schreiben, ohne dass sie sich und ihr privates Leben zu sehr in den Vordergrund drängt. Als Leser bekommt man einen Einblick in die Kindheit der Wissenschaftlerin und wie ihre Zuneigung zu Vögeln begann, wie ihr Weg sie letztendlich mit Alex zusammengeführt hat.

    Obwohl Akademikerin, promoviert in Chemie, Quereinstieg in die Biologie, Forscherin und Entdeckerin dieser Sensation, war ihr Leben, vorallem in finanzieller Hinsicht sehr schwer. Als arbeitende Frau nicht richtig anerkannt und ständig auf der Suche nach Geldern für ihre Forschung, sich mit Kurzzeitverträgen über Wasser haltend, ist ihr gelungen nachzuweisen, dass wir Menschen in vielerlei Hinsicht nicht einzigartig sind.

    Kommentare: 2
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    DarkReaders avatar
    DarkReadervor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch. Wissenschaftlich fundiert und mit unendlich viel Gefühl für diese wunderschönen und hochintelligenten Tiere geschrieben!
    Rezension zu "Alex und ich" von Irene Pepperberg

    Ich habe mir dieses Buch zu Weihnachten gewünscht, weil wir selbst seit 20 Jahren eine Graupapageien- Dame unsere Freundin nennen.
    Meine Tochter schenkte es mir zu Weihnachten und ich habe noch in der Nacht des Heiligen Abends angefangen zu lesen. Es passiert mir nicht oft, dass ich bei einem Buch so bewegt bin, dass ich Taschentücher beim Lesen brauche.
    Dieses Buch war so eines.
    Mrs.Pepperberg, ihres Zeichens Verhaltensforscherin an der renommierten Harvard Universität beschreibt darin ihre Forschungen mit dem "schlauesten Vogel der Welt", dem Graupapagei Alex. Was zunächst als Studie der Verhaltensforschung begann, entwickelte sich zu einer tiefen Freundschaft zwischen diesem einzigartigen Vogel und ihr. Leider endete diese sehr abrupt mit dem plötzlichen und absolut unerwarteten Tod des Papageis.
    Mrs.Pepperberg beschreibt die Forschungen und Ergebnisse, die sie bei der Arbeit mit Alex erzielte mit so viel Gefühl, Humor und auch Trauer, dass ich nicht anders konnte, als das Buch binnen 2 Tagen- und Nächten- zu verschlingen.
    Seit dem habe ich es schon weitere 2 Mal gelesen und es büßt seine Faszination auf mich nicht ein.
    Ein Buch nicht nur für die Halter und Liebhaber dieser faszinierenden Gattung der Spezies Papagei. Aber- für Zartbesaitete- Taschentücher bereit legen.

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    Ascardias avatar
    Ascardiavor 2 Jahren
    odenwaldcolliess avatar
    odenwaldcolliesvor 3 Jahren
    Julietta271080s avatar
    Julietta271080vor 9 Jahren

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