Irina Teodorescu Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen

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Inhaltsangabe zu „Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen“ von Irina Teodorescu

Irgendwo in Osteuropa sitzt Gheorghe Marinescu Anfang des 20. Jahrhunderts beim Barbier, als der selbsterklärte Robin Hood der Gegend in den Laden stürmt und die beste Klinge des Friseurs verlangt. Gheorghe Marinescu überschlägt geschwind den Reichtum des Räubers und bietet ihm zwei echte Revolver statt des Barbiermessers an. Sein Plan ist perfide und funktioniert. Vorläufig. Der schnauzbärtige Bandit kommt – wie vorgesehen – elendiglich ums Leben, verflucht aber Gheorghe Marinescu samt all seiner Nachfahren bis ins Jahr 2000. Der böse Fluch lastet schwer auf der Sippe Marinescu, es helfen nicht die Wallfahrt nach Jerusalem, keine Gebete noch Tricks. Er trifft den Erstgeborenen jeder folgenden Generation, und die Frauen versuchen vergeblich, Männer und Söhne zu retten: Maria die Versaute, Maria die Hässliche, Ana die schöne Hexe oder Margot die Schlange. Irina Teodorescus Debüt ist burlesk und ernst, absurd und poetisch, es durchquert in Hochgeschwindigkeit ein ganzes Jahrhundert. Die turbulenten Volten dieser ebenso verrückten wie tragischen Familiensaga bewegen sich dabei auf einer nur angedeuteten historischen Folie: Zwei Weltkriege, Juden- und Zigeunerhass, Beginn und Ende des Kommunismus, Armut und Unfreiheit werden unauffällig miterzählt. Ein wunderbar heiteres und melancholisches Buch.

Ich glaube Irina Teodorescu hat diesen Roman mit einem Lächeln geschrieben, mit lockerer Ironie und trockenem Humor. Zauberhaft zu lesen.

— JulesBarrois
JulesBarrois

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  • Witzige und turbulente Familiensaga

    Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    18. August 2015 um 10:33

    Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen – Irina Teodorescu (Autor), Birgit Leib (Übersetzerin) - 144 Seiten, Wagenbach, K; Auflage: 1 (18. August 2015), 15,90 € ISBN-13: 978-3803132734 Irgendwo im Osten. Ghoerghe Marinescu lässt seinen ziemlich kleinbürgerlichen Schnurrbart beim Friseur schneiden. Da betritt ein anderer Schnauzbärtige den Salon: mit starkem Mundgeruch, verschwitzt, bedrohlich, mit einem langen, alten Schnurrbart, in dem die trockenen Reste weißer Bohnen hängen. Er fordert vom Barbier dessen schärfste Klinge. Und drückt sie Ghoerghe Marinescu an den Hals. Der befreit sich aus der misslichen Lage, indem er dem Banditen ein Geschäft anbietet. Der schnauzbärtige Bandit, mutig, aber auch traurig, müde von der Polizei, schmutzig, allein und gejagt, lässt sich auf den Deal ein, verrät Ghoerghe Marinescu das Versteck seiner Beute. Dieser lässt ihn allein zurück und verhungern. In letzten Atemzug, verflucht der schnauzbärtige Bandit Ghoerghe und alle seine Nachkommen, über mehrere Generationen. So beginnt dieser Roman, diese witzig und turbulente Familiensaga, die vielleicht einem Volksmärchen gleicht oder einer allegorischen Fabel, die von mehreren Erzählern in kurzen Kapiteln erzählt wird. Die Familie versucht vergeblich, den Fluch, der auf dem Ältesten jeder neuen Generation lastet, zu brechen. Gebete, Wallfahrten ins Heilige Land, Eintritt in ein Kloster, Betreuung von Waisenkindern ... nichts scheint stark genug, um den Fluch zu brechen. Wir lernen eine ganze Parade von Charaktere mit fragwürdigem Verhalten kennen, alkoholisiert, degenerierten oder sadomasochistische pervers, fehlgeleitet, unehrlich, gierig, grausam, oft dunkel, verzweifelt, extrem, tragisch, aber wie eine Groteske, wie eine Sartire in heiterem Ton dargestellt. Irina Teodorescu hat die Gabe, in wenigen Zeilen ein umfassendes Porträts rasch zu skizzieren. Z.B. von Maria, die Zweitgeborene; Maria, die Versaute; Auch-Ion; Margot die pingelige und boshafte Schlange; Ana, die Königin des Geplappers, Guigui und andere, eine fantastische mit Vergnügen zu lesenden Reihe. Die Geschichte ist modern und scheint aus einer anderen Zeit, mit viel Rhythmus und Einfallsreichtum, Authentizität und ein wenig Spannung, sehr angenehm zu lesen. Ich glaube Irina Teodorescu hat diesen Roman mit einem Lächeln geschrieben, mit lockerer Ironie und trockenem Humor. Zauberhaft zu lesen. 160 Seiten bei der man die Realität vergisst. Ein lässiges Buch, sehr unterhaltend. Nicht zuletzt durch den Aufbau der Erzählung in aufeinanderfolgenden Szenen könnte ich mir diese Buch gut als Comic vorstellen. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages http://www.wagenbach.de/buecher/titel/1000-der-fluch-des-schnauzbaertigen-banditen.html Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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